image_print

Archiv für den Autor: Redaktion verdichtet.at

Bisher auf verdichtet.at zu finden:

Der große Stromausfall

Nach einer Idee von meinem Sohn Michael

Schließlich hatte man es bewerkstelligt. Zeitreisen waren immer schon ein Traum der Menschheit gewesen. Nun waren sie Wirklichkeit geworden. Anfangs natürlich ein exklusives Vergnügen, wurden sie ständig günstiger, bis eine Reise ungefähr so viel kostete, wie früher in der Videothek einen Film auszuleihen. Deshalb waren jetzt viele Menschen in der Zeit unterwegs.

Das Besondere war, dass man nicht nur in die Vergangenheit reisen konnte, sondern auch in die Zukunft. Das physikalische Prinzip dafür bildete die Überlegung, dass es eine parallele Welt gäbe, wo keine Zeit existierte, in der man jeden beliebigen Punkt ansteuern könnte, der sich in der realen Welt als Zukunftspunkt manifestierte.

Alles war möglich geworden, den Propheten Mohammed in Medina im Jahr 627 zu besuchen, die Ardennenoffensive am 18. Dezember 1944 zu erleben, feingliedrige und kaum behaarte Zukunftsmenschen zu beobachten.

Man konnte in die Szenerie nicht eingreifen. Logischerweise, sonst fände man sich in einer geänderten Gegenwart wieder. Man sah die Menschen, die Bauwerke, die Wälder, die Wiesen, man hörte das Treiben auf orientalischen Märkten, roch die Gewürze, schmeckte den Met der Wikinger, aber man spürte nichts und niemanden.

Plötzlich, eines Samstags um 23:29 Uhr – niemand fand heraus, was dahintersteckte –, ging der Strom aus, überall gleichzeitig, weltweit. Und nicht wieder an, nie mehr, bis heute – 493 Tage später.

Die Menschen erlebten ihre verschiedenen Realitäten, von denen manche echt waren und manche irreal – jene von Zeitreisen. Unzählige verschiedene Realitäten existierten gleichzeitig, unterschiedliche Zeiten. Selbstverständlich ließe sich jeweils herausfinden: War es eine falsche Situation oder eine echte? Könnte ich etwas angreifen, dann war ich im sicheren Hafen.

Doch die Menschen waren so bequem geworden. Sie standen bloß da und schauten mit großen Augen, in das Jahr minus 1286, in das Jahr plus 314, in die Gegenwart.

Colours

Colours

Johannes Tosin
(Text und Bild)

www.verdichtet.at | Kategorie: fantastiques | Inventarnummer: 19085

 

Bisher auf verdichtet.at zu finden:

Dormire a Roma

Ich weiß nicht, ob das wirklich alles passiert ist. Nachdem, was sie mir an diesem Julisamstagabend am Telefon über sich und ihre Familie erzählte, war mir mehr als klar geworden, daß sie an einer mehr als tiefgreifenden Bewußtseinsstörung beziehungsweise einer gleichwertigen, durch sogenannte verbotene Substanzen hervorgerufenen seelischen Störung litt, wie sie selbst zugab, als ich sie frage, ob sie selbst schon eine therapeutische Behandlung angedacht hatte und sie zögernd erwiderte, daß sie schon seit beinahe vier Jahren in Betreuung sei.
Am nächsten Abend lud sie mich für acht und es gab Kabeljau und Weißwein, mit einem rauchig-gehauchten Hey empfing sie mich wieder in ihrer kleinen Wiener Wohnung, ihr schönes Gesicht und das quadratische Zimmer mit Doppelfensterblick aus dem zweiten Stock empfingen mich freundlich.

Von ihrem Internationalen Kongress in Rom, zudem sie morgen aufbrechen würde, erzählte sie mir. Sie würde dort mit Agathe und Hans in einem Zimmer schlafen, Hans sei außerdem ohnehin bereits vergeben. Ich bemerkte, daß ich hoffte, daß er wenigstens häßlich sei, sie meinte neckisch, daß sie sich in Rom gemeinsam die Nächte um die Ohren schlagen würden. Beschwipst vom Weißwein begann ich auf der Couch Gitarre zu spielen.
Klein war sie, aber verführerisch, wir gingen nach noch einem Bier in ihr heißes Schlafgemach mit Fenster zum taubenübersäten Innenhof und erkannten einander heftig. Danach frug sie mich, wir waren damals gerade drei Wochen zusammengewesen, ob ich Kinder mit ihr wolle, ich sagte, ja, schon irgendwann, sie meinte, sie müsse nur mit den vielen Tabletten aufhören. Gegen vier schliefen wir schließlich ein, das Bewußtsein entschwand uns in der Gluthitze der Bratpfanne im zweiten Stock und wir wachten gegen neun auf, als die Tauben laut gurrten.

Es ging alles sehr rasch, ein paar Kleidungsstücke verschwanden im Rucksack, als plötzlich der Anruf von Agathe, ihrer Kollegin, kam, die nun doch nicht mitreisen konnte, da deren Oma im Sterben lag. Ich war perplex und meine Eifersucht flackerte lichterloh, was ich aber zu verbergen suchte. So würde sie wohl in Rom im selben Bett alleine mit Hans schlafen! Daß ich ja nun anstelle von Agathe das vorreservierte Ticket beanspruchen könne, also den Sitzplatz im Nachtzug und den Platz im Appartement in Rom, meinte sie, ich war plötzlich in einen unglaublichen Entscheidungsnotstand geraten und mir überschlugen sich die Gedanken beim Hinuntergehen der Stiegen.
Am Westbahnhof angelangt, meinte sie, ich solle doch wirklich spontan mitkommen, mit nichts als Jeans und einem Poloshirt bekleidet wäre es doch ein echtes Abenteuer, nach Rom mitzureisen, ich entgegnete, daß dies zu wenig Kleidung sei, sie führte ins Treffen, daß mir Hans ja etwas von seinen Sachen borgen könnte, worüber ich etwas lachte und worauf ich wahrheitsgemäß erklärte, daß ich meinen Reisepaß nicht mit mir führte, sie meinte, ich solle einfach nachher rasch in meine Wohnung fahren und meinen Paß mitnehmen und den späteren Zug nehmen.

Ich geriet in Anfechtung angesichts dieser Verheißung. Schon schossen wir über die Rolltreppe hinaus und trafen Agathe, die sich entschuldigt hatte und Hans mit dessen Lebensabschnittspartnerin Anna. Anna war rotblond-gedrungen und bäuerlich-feist, Hans stämmig, dunkelhaarig mit einem vollbärtigen Wissenschaftlerlächeln und Wiener Dialekt. Die weißroten ÖBB-Lokomotiven standen stoisch auf den Geleisen wie stumme Sklaven. Wir stießen zum Waggon vor, sie beklagte, keine Zigaretten mehr gekauft zu haben und küßte mich, ich wiederum umarmte sie und warf noch einen prüfenden Blick auf Hans, der mir freundlich aus dem Schlund des Railjets entgegenlächelte. Schon waren sie am Horizont verschwunden und das weite Land hatte sie beide verschluckt.

Ich fuhr heim, voll des Grübelns, ich war unschlüssig und rang mit mir selbst. Plötzlich kam ein SMS vom ihr. Ob ich mich schon entschieden hätte, frug sie mich, denn sie würde ansonsten den noch vakanten Platz im römischen Appartement an Hemma, eine reifere Tiroler Kollegin, vergeben. Daß das ganze eben viel Geld kosten würde, daß ja auch dauernd Hans im Zimmer sei, daß sie ja tagsüber auf der Tagung sei gab ich ihr rasch zur Antwort, es war ein Kreuzfeuer der Gefühle und Gedanken, eine absolute Zermürbung. Ach komm, schrieb sie, wenn die vier Kinder daseien, ginge das alles ja eh nicht mehr. Und ich würde ja nicht an Zufälle glauben.
Nach einer Weile rief ich sie dann an, sie sagte, sie sei gerade in Wels und es wäre echt schön, wenn ich mitkäme. Ich sagte, ich überlege, aber es sei echt nicht einfach für mich. Sie sagte, ich solle einfach noch überlegen, aber es wäre zu schön, ich sagte, ich überlege. Wir legten auf und in Villach rief sie mich nochmals kurz an und ich sagte ihr, daß es mir so leid täte, daß ich aber nicht einfach so nach Rom fahren könne, sie meinte ernüchtert und ernüchternd, daß wir nun wenigstens eine Entscheidung hätten. Ich schickte noch eine verzweifelte SMS-Nachricht nach, daß das alles so zermürbend sei und daß es mir leid täte und soff steirischen Whisky mit Schampus. Sie antwortete nicht mehr an diesem Tag und ich grübelte weiter.

Am nächsten Tag erwachte ich um halb elf in erheblicher Besorgnis, denn sie hatte immer noch keine SMS-Nachricht gesandt. Ich kreiselte und verlor fast das Bewußtsein, dieser Kreisel, dieser Sog war sie. Ich fuhr an die Uni, endlich, eine Mail von ihr, sie habe ihren Vortrag am nächsten Tag, ich solle an sie denken. In mir wuchs dennoch die Unruhe stets mehr und mehr zu einem unheilvollen Gebräu heran und wilde Gedanken überschwemmten mein Herz.
Als ich am Fenster zum Innenhof des Institutsgebäudes stand, um zu einer endgültigen Entscheidung zu gelangen, hatte ich eine Vision, ich erblickte im dritten Stock an der gegenüberliegenden Seite ein rosafarbenes Kolosseum, das an eines der oberen Fenster geklebt war. Die Entscheidung war also klar. Ich rief nochmals die Auskunft  an, es gebe noch ein Ticket nach Rom, ich war hin- und hergerissen.

Schließlich buchte ich per Telefon die Tickets, packte ein paar Sachen in den Rucksack. Ich war mehr als gespannt, wie sie das wohl aufnehmen würde. Ich fuhr mit der U 6 zum Bahnhof und setzte mich gespannt in den Zug, kurz vor Klagenfurt rief sie mich aus Rom mit einem freudigen Unterton in der Stimme an, sie sagte, ich solle ein Hotelzimmer für uns finden und sie freue sich und ich war glücklich. Ich dachte an Rom mit seiner erotisch-inhärent-tragisch-morbid-sexuellen Atmosphäre, eingetunkt in die Schwaden des Vergänglichen und emporgehoben in den Olymp des Emotional-Libidinösen.

Als ich gegen halb zehn aus dem Zug ausstieg, atmete ich römische Luft, berührte römischen Boden, ich fühlte mich frei wie ein Adler, ich sprintete zum Ufficio del turismo und buchte ein Zimmer für zwei neben der Piazza di Spagna. Das teilte ich ihr gleich freudig per SMS mit, und ich war etwas stutzig, als sie plötzlich ungewohnt kühl schrieb, daß sie noch einiges am Kongress zu tun habe, sich aber zeitgerecht melden werde, das unterfertigte sie mit den Worten Enjoy Rome.
Ich war innerlich etwas enttäuscht, fuhr per Metro, in der sie traurig Albinoni musizierten, in die Unterkunft in der Via Romagna, zahlte und bezog das Zimmerchen im fünften Stock, der Lift war klapprig, die Rezeptionistin freundlich.
Ich packte meine Sachen aus, fuhr nach unten und setzte mich in ein Caffè. Ich schrieb, daß sie sich Zeit lassen solle, auch wenn mir zunehmend mulmig wurde, die Distanz zwischen uns war nun kleiner geworden, die Atmosphäre zwischen uns jedoch um Klassen entfernter. Sie schrieb sehr trocken zurück, daß ich sie gegen vier abholen solle in ihrem Appartement in der Nähe der Via di Panico.

Schließlich bewegte ich mich zu Fuß in ihre Richtung und gelangte schließlich zu der von ihr genannten Adresse, eine belebte Straße, ich klingelte, niemand meldete sich, ich schrieb ihr ein SMS, sie schrieb zurück, daß sie gleich kommen würde. Nach etwa fünf Minuten war sie endlich da, klein wie immer, mit etwas zerrauftem Haar, anders, zerzauster als sonst, ihre Augen waren kalt und trugen eine bestimmte Boshaftigkeit in sich, da waren zwei schmale Augenschlitze, ein Trolleykoffer und eine Umhängetasche. Sie umarmte mich zaghaft, ein Anflug eines Kusses auf meine Lippen. Sie, die mich drei Tage zuvor noch beschworen und bedrängt hatte, ihr in die sogenannte ewige Stadt nachzureisen, sie wies mich in diesem Moment beinahe von sich, sie behandelte mich nun wie einen Fremden. Sie war gekippt, war auf Droge.

Ich war ein Unwillkommener in einer fremden Stadt. Da war kein Anflug von Freude, sie fragte lediglich, ob mein Ticket nicht sehr teuer gewesen sein müsse, ich stieß innerlich angeschlagen, nach außen hin Contenance wahrend, hervor, daß mich eben Rom sehr gelockt hatte. Wir nahmen die Metropolitana und die Fremde neben mir, meine instabile Freundin, und ich fuhren zur Piazza di Spagna, nahmen im Hotel angekommen in aller Stille den Lift, und schließlich zeigte ich ihr unser Gemach, sie frage mich, ob ich mit ihr zum Abendbankett im Senatorenpalast gehen wolle, es koste siebzig Euro, ich war einverstanden. Ich solle mir aber unbedingt einen Anzug oder zumindest ein Sakko kaufen, sagte sie, denn das, was ich mitgenommen hatte, Poloshirts, sei für ein Abendbankett im Palazzo Senatorio untragbar.
Auch der Hans habe schließlich ein Sakko mitgenommen, ließ sie mich wissen. Ich bekam ein schlechtes Gefühl, schließlich zog ich ein blaues Ralph-Lauren-Poloshirt an und darüber meiner grüne abgewetzte britische Wachsjacke. Sie frug mich, ob sie zum mitternachtsblauen Kleid dunkelviolette Strümpfe tragen solle, ich meinte, dunkelviolett stünde ihr gut, die liturgische Farbe der Buße und der Trauer, passend für sie, tief, unberechenbar, undurchsichtig-gläsern, das alles war sie, sie war als römische Diva sehr hübsch anzusehen und ich mußte ihr den Reißverschluß schließen. Ihr gutgeformter Busen, Größe Bella, der mir schon viel Freude bereitet hatte, war ansehnlich verpackt, ich war schon jetzt eifersüchtig auf Hans gewesen.
Was Hans denn gesagt habe, als er erfuhr, daß ich nachgereist sei, frug ich sie, nichts, meinte sie, angeblich nichts, dachte ich.

Wir fuhren ein paar Stationen mit der Metro, sie erzählte, daß sie gestern noch bis spät in die Nacht hinein mit Hans ihren Vortrag gefeiert habe, im Café neben ihrem Appartement, und wie herrlich das nicht gewesen sei. Schließlich erreichten wir in der inhärenten Tragik des kühlen römischen Regens den Senatorenpalast. Er bot einen vornehm-feudalen Anblick, bei der Garderobe nahm man uns charmant die Oberbekleidung ab und wir bahnten uns den Weg in den kleinen Festsaal, wo uns Kir Royal und Brötchen dargeboten wurden. Eine besondere Schwere lag über diesem feierlich-traurigen Festsaal, so als ob ihn Albinoni selbst in die zärtlich-venezianisch-maritime Trauer seines Adagios in g-Moll eingehüllt hätte.

Sie nahm links von mir Platz und am restlichen Tisch versammelten sich irgendwelche internationalen Wissenschaftlerkollegen und sie plauderte mit ihnen über ornithologische Resultate und Methoden und über die angeblich zu üppige Opulenz des römischen Rathauses. Dann schlug sie plötzlich an, frug laut, wo denn der Hans sei, der Hans, ihr Freund, ja wo sei denn der Hans, frug sie abermals, sie lugte auf ihr Handy und rief ihn an, schließlich, wir waren bereits alle dabei, zu essen, erschien er wie ein Pfau, leger, mit offenem, weißem Hemd, Brusthaare zeigend, das Sakko lässig in der linken Hand haltend, unrasiert, grinsend, sie fiel ihm beinahe um den Hals, er nahm links von ihr Platz, denn sie hatte ihm vorsorglich einen Platz reserviert und er nahm ebendiesen in Besitz und ignorierte mich völlig. Weder grüßte er mich, noch sah er je in meine Richtung.
Er bestellte roten Wein, schlürfte ebendiesen und fraß dann die Gänseleberpastete mit wenigen Bissen wie der letzte Bauer. Das Rülpsen verhielt sich dieser Vogel gerade noch, als er nach dem Mahle meinte, er dürfe nicht soviel fressen und saufen, da er schon so fett sei, und grinste. Dann quasselte er wieder pseudointellektuell irgendwas daher und sie, die neben mir Sitzende, eigentlich meine Freundin, tätschelte ihn am Oberarm und sagte dann laut, ja, der Hans, der macht einmal Karriere, gell, Hans, so himmelte sie ihn an.

Es war nur noch traurig. All das lag wie der göttliche Himmelsfrost kandierter Veilchen bitter auf meiner gepeinigten Seele, die Musik hinter uns war mir einerlei geworden, betroffen war ich, unselig. Ich wandte meinen Kopf in die andere Richtung. Das durfte alles nicht wahr sein. Schließlich verschwand sie, meine vermeintliche Freundin, noch auf die Toilette und just nach einer Minute war auch er verschwunden, in meinem Kopf wuchsen wilde Verschwörungstheorien, und nach kurzer Zeit kehrten sie aus der gleichen Richtung kommend wieder.
Endlich war es Mitternacht geworden und die Farce schien endlich ein Ende zu nehmen, wir gingen hinaus, erhielten unsere Kleidungsstücke wieder und sie hatte unbedingt auf den Hans zu warten, der sich wieder irgendwo im Suff verplaudert hatte.
Als ich dann vor dem Palazzo, da es regnete, ein Taxi für sie und mich herbeiwinken wollte und mich der Fahrer von ebendiesem ignorierte, meinte der dumme Hans neben mir grinsend, winke-winke, hat net funktioniert, gell, nun platzte mir endlich der Kragen und ich grollte in seine Richtung, du bist ja viel zu bekokst dazu!, um ein Haar hätte ich die Contenance verloren, schließlich gingen wir per pedes, ich schwieg, sie schwieg, wir beide voran, etwa zehn Meter hinter uns Hans und Hemma, sie packte pseudodemonstrativ meinen rechten Oberarm beim Gehen, als sich die Wege von Hans, Hemma und ihr und mir bei der Bastille trennten, grinste mich Hans nochmals an und rief mir auf Spanisch Que tu duermes con los angelitos zu, ich nahm sie bei der Hand und fragte sie dann nach ein paar Schritten, was das bedeute, sie sagte, dies bedeute, schlafe mit kleinen Engelchen.

Ich machte mir meine Gedanken darüber, wie Hans dies wohl gemeint hatte. Nach ein paar Schweigeminuten sagte ich zu ihr, daß ich keineswegs auch noch den nächsten Abend mit den beiden verbringen wolle, denn schließlich hatte sie die beiden schon die ganze Zeit gehabt und ich sei eigens wegen ihr nach Rom gefahren, woraufhin sie mich anfuhr und mir entgegenzischte, daß ich zu sagen hätte, daß ich mit ihr alleine sein wolle und wir deshalb den Abend miteinander verbringen sollen.
Es tat alles nur mehr weh. Endlich hielt ein Taxi an. Endlich erreichten wir gegen ein Uhr morgens das Hotel, wir fuhren wortlos in den fünften Stock, sie legte sich grinsend, vom Bankettwein leicht besoffen seiend, auf das Bett, ich legte mich auf sie, wir küßten uns rasch, sie zog sich Strumpfhose und Höschen aus und schließlich beschlief ich sie respektive ihren betäubten Körper, selbst benommen seiend, zu ein, zwei minderberauschten Höhepunkten. Ich spie mich endlich aus, und uns ausgewürgt habend entschliefen wir blitzartig, und über all dem lagen die traurigen Kadenzen von Albinonis Adagio.

Elmar Mayer-Baldasseroni
https://elmarmayerbaldasseroni.wordpress.com/

www.verdichtet.at | Kategorie: ü18 | Inventarnummer: 19083

(Auf Wunsch des Autors wurde bei diesem Text auf manche Lektoratskorrektur verzichtet und der Text großteils im Original belassen.)

Rosenkranz für die Freiheit

Jeder Montag begann mit dumpfem Grollen und Knirschen auf Kies, mit schweren Schritten und tiefen Männerstimmen. Davon wurden wir wach.
Da huschte die Tante Sefi ins Kinderzimmer und klatschte in die Hände
Kinder, aufwachen, aufstehen, Rosenkranzbeten!
Tante Sefi war die jüngste Schwester meines Vaters, ein ehe- und kinderloses Fräulein von der Post. Sie kümmerte sich um die größeren Kinder. Die Mutter war mit Haushalt und den Kleinen beschäftigt, der Vater während der Woche Gastarbeiter bei Wien. Er war ein Wochenendvater.

Es war noch dunkel, als uns Tante Sefi aus den Stockbetten stamperte. Wir knieten in Pyjama und Bademantel neben den Betten, die Hände vor der Brust gefaltet. Es war kalt, wir bibberten. Der einzige Ofen, der Meller-Dauerbrandkamin stand zwischen dem Eltern- und Kinderzimmer und war schon ausgekühlt. Tante Sefi stimmte mit ihrem Glockensopran den Rosenkranz an. Es wurde um einen halben Grad wärmer. Viele Vaterunser und GegrüßetseistduMaria und gebeneideitseideinLeib. Vermaledeit lernte ich erst später mit den Flüchen der Bierführer. Tante Sefi sang im Kirchenchor und in den Hochämtern die Soli der Deutschen Messe. Auch Orgel konnte sie spielen.

In aller Herrgottsfrüh fuhren Onkel Klaus und seine Bierführer Franzl und Toni nach Linz in die Brauerei zum Bierfassen. Vor dem Haus, unter unseren Fenstern, luden sie die leeren Fässer auf den Saurer-Lastwagen. Der Onkel betrieb eine Bierniederlage, von der aus er das Bier zu den Wirten im Unteren Mühlviertel lieferte. Ich fuhr gerne mit und war in allen Wirtshäusern zu Hause. Besonders in denen mit hölzernen Kegelbahnen. Sein Vater, mein Großvater, war der letzte Bierbrauer im Strudengau, in einem Gewirr von weitläufigen Gebäuden, die man seit sechshundert Jahren Bräuhaus nannte. Dazu gehörte eine Landwirtschaft mit einigen Feldern und Wiesen, viel Wald – ein ganzer Berg trug unseren Namen – dazu Obst- und Gemüsegärten. Wir hatten sogar eine eigene Kapelle auf dem Grundstück, errichtet zum Gedächtnis an Kaiser Franz Joseph, der auf der Brautfahrt mit Sisi fast gekentert wäre und 1854 den Haussteinfelsen in der Donau-Mitte wegen des gefährlichen Strudels sprengen ließ. Das stand oben in großen, goldenen Lettern zwischen dorischen Säulen.

Jeden Samstag ging ich mit meiner Großmutter zur Kapelle, sie zu putzen und mit Blumen neu zu schmücken. Heilige Handlungen. Ich fühlte mich damals dem Kaiserhaus sehr verbunden. Das Schönste aber waren die Ställe. Zwei Arbeitspferde, den Hansi und die Lies, auch Schweine und Hühner gab es. Alles für den Eigenbedarf der Großfamilie mit vier Generationen unter einem Dach. Dort bin ich geboren und die ersten zehn Jahre aufgewachsen. Das war Heimat. Nahe Menschen. Frieden und Freiheit. Der Geruch von Gras, Heu, Holz Moos, Harz, Erde und Donaualgen ist mir bis heute lieber als der von Konditoreien oder Parfümerien. Ich mochte die Geräusche der frühen Montage: das Rollen der mit Eisenringen beschlagenen Holzfässer über das Pflaster, das Knirschen im Kies des Vorplatzes, das Quietschen der metallenen Rutschen, zuletzt das dumpfe Aufkrachen auf der Ladefläche und das Rasseln der Ketten, wenn Toni die Planen festzurrte. Flaschen in Kisten kamen erst später auf. In meinen Ohren klang alles einladend und heimelig. Wir Kinder lebten recht frei, weil die Erwachsenen zu beschäftigt waren, um uns zu beaufsichtigen. Trotz aller Gefahren zwischen Donau und Bahn, Bächen und Wehren. Ich glaube, sie vertrauten uns, weil sie sich vertrauten. Daheim waren.

Einmal durfte ich in die Linzer Brauerei mitfahren, das aufregendste Erlebnis meiner Kindheit. Auf dem Schoß von Onkel Klaus, daneben Franzl und Toni im Führerhaus. Ich fühlte mich wie eine Welteneroberin. Die Reise in die Großstadt, die Hochöfen und Schlote der VOEST, gewaltig wie ein Gebirge, die riesigen Hallen der Brauerei, die endlosen Bierlager, in denen sogar Kräne und Eisenbahnen auf Schienen fuhren. Diese Gerüche. Das Linzer Lager war damals die am häufigsten getrunkene Marke. Der Weihnachtsbock mit dem grünen Schildchen kam vor dem Christkind. Biertrinkerin wurde ich trotzdem nicht.

Die endlos wiederholten Absätze des Rosenkranzes liebte ich nicht. Je nach Jahreszeit stimmte Tante Sefi geistliche Lieder an. Im Mai Meerstern ich dich grüße, im Advent Maria durch ein Dornwald ging, vor Ostern Oh Haupt voll Blut und Wunden. Ich bin sicher, dass wir die Worte nicht wirklich verstanden und vieles verballhornten. Meerschweinichdichgrüße. Alle Kinder waren musikalisch und sangen gerne Lieder. Am Ende brauste immer das Großer Gott, wir loben dich durch das Kinderzimmer. Es erlöste uns vom Einerlei des Rosenkranzmurmelns und der Kälte. Erst als wir den Motor des Saurers aufheulen hörten und die tiefe Hupe, wenn er aus dem Dorf hinausfuhr, wurden wir aus unserer knienden Lage erlöst.

Meine älteren Brüder und Cousins gingen schon zur Schule und kannten viele Belustigungen. Sie waren alle Ministranten, gingen zum Dimbach Fische oder Krebse ausgreifen und spielten auf der Strudener Au Fußball. Sie organisierten sich in Banden und spielten Krieg gegen die Buben von Struden. Was die zwei älteren Schwestern den ganzen Tag trieben, daran erinnere ich mich nicht. Nur einmal nahmen sie mich mit in ihre Handfertigkeitsstunde mit Stricken, Sticken und Häkeln in der Volksschule. Das stumme Sitzen mit einer oder zwei Nadeln entsprach nicht meinem Temperament. Nach kurzer Zeit schlich ich mich aus der Klasse ans Donauufer und schaute den Schiffen zu oder der Zille beim Kastenhofer. Wer von unserem Ufer hinüber wollte, musste laut Üüüüberfuuuhr! rufen.

Zumindest für mich kann ich sagen: Ich liebte alle kirchlichen Zeremonien. Waren sie doch in diesem zwischen Donauufer und Bergen zersplitterten 700-Seelen-Dorf die einzigen Ereignisse. Meine Familie – 1944 Ausgebombte aus Wien – lebte dort weit weg von Theatern, Kinos und Cafés. Die Auferstehungsfeiern in der Osternacht, wenn wir die Weidenkörbe mit dem G‘söchten – dem Geselchten, Kren, Osterstrudeln und Eiern zur Weihe in die Kirche tragen durften, die Prozession um die Kirche herum im Dunkeln und wenn es beim dreimaligen Lumen Christi es immer heller wurde, die Erneuerung des Taufgelöbnisses mit dem Abschwören des Teufels – das war Drama pur.
Auf dem Rückweg dann das Abenteuer, wie wir uns bemühten, das Osterfeuer brennend nach Hause zu bringen, hinter der schützenden Hand die steile Blomü – Blochmühlgasse hinunter, über das Viadukt des Dimbaches und übers Danzerbergl drüber.

Natürlich versuchten die Buben den Mädchen die Flamme auszublasen, damit sie Sieger würden. Im Sommer, wenn der Himmel mit Gewittern oder Hagel die Ernte bedrohte, zog eine Prozession mit Fahnen durch die Felder und Wiesen, um den Schaden, der vom Himmel kam, abzuwenden. Dieselbe Zeremonie, wenn es zu wenig Regen gab. Pfarrer, singendes Volk und Kinder. Tante Sefi, mit ihrem klingenden Sopran, schritt voran. In ihrem Dirndl und mit der aufgesteckten Gretlfrisur, die ihre goldenen Locken bändigte, erschien sie mir wie ein Engel. Sie hat einen guten Draht zum Himmel. Alles ist gut, es kann nichts passieren, wir haben Schutzengel.
Das Grundgefühl meiner Kindheit. Die Fragen zum KZ Mauthausen, zur Mühlviertler Hasenjagd und zum Schloss Hartheim hatte ich erst rund zwanzig Jahre später.

Wir hatten Ratschen und Trommeln dabei, mit Klöppeln, mit denen wir herzhaft schlugen, um die Wolken zu vertreiben. Auch Nikolaus und Krampus, die Kreuzwegstationen, die Maiandachten, Taufen, Hochzeiten und Begräbnisse hatten ihre dramatischen Reize. Wir lebten im ewigen Kreislauf des Kirchenjahres. Diese Mischung aus heiliger Feierlichkeit, Spuk und Komik begeisterte mich schon in den frühen Kindertagen. Das war echtes, lebendes Theater. Ich war also gut auf Nietzsches Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik vorbereitet. Auch die heidnischen Bräuche wie das Winteraustreiben und die Sonnwendfeuer waren Höhepunkte im dörflichen Leben. Eine friedliche Heimatkultur.

Onkel Klaus und seine Bierführer hatten an den Montagen eine gefährliche Reise vor sich. Sie mussten über Grein, Perg und Mauthausen die Donau entlangfahren und bei Enns die Brücke queren. An der Zonengrenze standen sich die Sowjetarmee und die Amerikaner direkt gegenüber. Nur die Schranken trennten sie voneinander. Nirgendwo sonst war die Nachkriegssituation so greifbar. Nicht Krieg, aber auch kein Frieden. Es war der neuralgischste Punkt in ganz Österreich in den zehn Russenjahren, wie das hier hieß.
Damit die Männer frei hinüber- und zurückkamen, mussten die Kinder beten. Lasset die Kindlein zu mir kommen, denn ihrer ist das Himmelsreich.
Das Bild im Kinderkatechismus, wo Jesus im weißen, langen Nachthemd mit blonden Locken dasteht, links das rote Herz und die Hände weit ausbreitet, um die Kinder zu sich zu rufen, schaute ich besonders gern an. Es wurde erklärt, dass wir auserwählt sind, ganz nah bei ihm zu sein. Kinder können wegen ihrer Unschuld – sofern durch die Taufe von der Erbsünde befreit waren – auf direktem Wege Gottvater, seinen Sohn und dessen Mutter erreichen.

Nach den Erklärungen von Tante Sefi können die unschuldigen Kinder den Schutz und Segen Gottes runterbeten, herabflehen. Die komplizierte Diplomatie zwischen Himmel und Erde, das Verhandeln, Versprechen und Belohntwerden, können wir nicht durchschaut haben. Aber wir hatten eine Rolle, wurden beachtet und fühlten uns wichtig. Die Großen hatten große Angst vor den Russen. Außerdem war die Tschechei nicht weit weg, wo schreckliche Russen ihr Unwesen trieben. Mir hat sich das besonders eingeprägt, stand doch meine Geburt genau am 23. Februar 1948 mit dem kommunistischen Putsch in Prag unter keinem guten Stern. Immer wieder wurde mir erzählt, dass ich wegen der allgemeinen Aufregung einen Monat zu früh das Licht der Welt erblickt hatte. Das nördliche Donauufer gehörte zur Sowjetzone. Die Erwachsenen redeten davon, dass Menschen auf der Enns-Brücke verschwanden und nie wieder auftauchten. Einmal hatten sie sogar eine Frau entführt, eine Diplomatin, die erst nach vierzehn Jahren aus einem sibirischen Gulag freigelassen wurde.

Am späten Nachmittag sammelte Tante Sefi die Kinder in der Stube ein, aus all ihren Tätigkeiten zwischen dem Bräuhaus, der Donau, dem Gießen- und Dimbach. Manche wichen in die Wälder aus. Zu der Zeit, wenn die Mander, die Männer, aus Linz kommend die Enns-Brücke überqueren sollten, kam das zweite Rosenkranzbeten. Wenn sie uns damit auch aus den schönsten Spielen herausriss, war es doch weit weniger unangenehm als das im Morgengrauen, blühte uns doch ein freudiges Ereignis. Wenn die Bierführer mit Gotteshilfe und dank unserer Gebete die Rote Armee glücklich passiert hatten und sie mit vollen Fässern ins Bräuhaus zurückkehrten, gab Onkel Klaus den Erwachsenen ein Freibier aus. Das waren viele, lebten doch außer den Familienmitgliedern noch Knechte und Mägde im Bräuhaus. Dazu Sommergäste, Einlieger.

Wir Kinder bekamen ein Kracherl aus Bad Scharten und durften die Bier-Noagerl, die Neige, austrinken und den Schaum, den Fam, auflecken. Ich weiß noch gut, dass meine Finger noch zu kurz waren, um bis zum Boden zu gelangen. Am glücklichsten war immer Tante Sefi. Bei jeder Rückkehr war sie in ihrem Glauben gestärkt. Sie bespühte alle reichlich mit Weihwasser und lief dann zur Kirche in die Abendandacht, betete wieder den Rosenkranz, um sich beim lieben Gott für die Rettung der Mander zu bedanken.

Ich weiß nicht, ob sie jemals erfahren hat, worauf das Wunder auf der Enns-Brücke wirklich beruhte. Mir hat es Onkel Klaus, bei dem der Schalk immer locker saß, viele Jahre später anvertraut. Sobald sie mit dem Saurer am Ami-Posten ankamen, zeigten sie ihre Passierscheine vor und wurden schnell weitergeschickt. No problem. Go. Am sowjetischen Posten dauerte die Kontrolle länger, obwohl die Soldaten die Bierführer schon lange kannten. Während vorne am Führerhaus die Papiere immer wieder umgedreht wurden, machten sich zwei Soldaten hinten am Anhänger zu schaffen. Dort hatte Onkel Klaus ein 50-Liter-Fass für sie bereitgestellt, das sie sehr schnell in ihr Wachhäuschen rollten.

Ich nehme an, dass Onkel Klaus seine Schwester Sefi nie in ihrem Glauben an die göttliche Hilfe erschüttert hat. Sie ist hochbetagt und hochkatholisch verstorben. Soweit ich weiß, friedlich. Ich selbst kann mich bis heute nicht entscheiden, ob es das Linzer Lagerbier war oder unser Rosenkranzbeten. Jedenfalls sind die Männer in der Russen-Zeit immer unversehrt heimgekommen. Als im 55er Jahr die wirkliche Befreiung kam, wohnten wir bereits in Wien, sahen die Russen abziehen und hörten im Radio Österreich ist frei!

10.5.19

Veronika Seyr
www.veronikaseyr.at
http://veronikaseyr.blogspot.co.at/

www.verdichtet.at | Kategorie: anno | Inventarnummer: 19084

ARCHIV:

Bisherige Redaktionsnachrichten:
[2013] [2014] [2015] [2016] [2017] [2018] [2019]


Archive der bisher veröffentlichten Texte:
2019: [Jan.] [Feb.] [März] [Apr.].[Mai].[Juni].
2018: [Jan.] [Feb.] [März] [Apr.].[Mai].[Juni] [Juli] [Aug.]-[Sep.] [Okt.] [Nov.] [Dez.].
2017: [Jan.] [Feb.] [März] [Apr.].[Mai].[Juni] [Juli] [Aug.] [Sep.] [Okt.] [Nov.] [Dez.].
2016: [Jan.] [Feb.] [März] [Apr.] [Mai] [Juni] [Juli] [Aug.] [Sep.] [Okt.] [Nov.] [Dez.].
2015: [Jan.] [Feb.] [März] [Apr.] [Mai] [Juni] [Juli] [Aug.] [Sep.] [Okt.] [Nov.] [Dez.].
2014: [Jan.] [Feb.] [März] [Apr.] [Mai] [Juni] [Juli] [Aug.] [Sep.] [Okt.] [Nov.] [Dez.].
2013: [Nov.] [Dez.]

Archiv Juni 2019

29.6.19: Elmar Mayer-Baldasseroni: Dormire a Roma
29.6.19: Johannes Tosin: Drei Freunde
23.6.19: Florian Pfeffer: Winter im Fokus
23.6.19: Johannes Tosin: Vor dem Schneefall
23.6.19: Bernd Remsing_zu_hören: Trauriges Beispiel
16.6.19: Johannes Tosin: Freeze
16.6.19: Florian Pfeffer: Staub
9.6.19: Michael Timoschek: Einer für die Autos, einer für das Gasthaus
9.6.19: Bernd Remsing_zu_hören: Vom Stadtgrün
9.6.19: Johannes Tosin: Würfel
9.6.19: Manuela Murauer: Piano Man
9.6.19: Florian Pfeffer: Pelziger Prinz
9.6.19: Veronika Seyr: An den Rändern des Universums

Bisher auf verdichtet.at zu finden: