Buschfleisch

Ich tue dasselbe wie mein Vater und wie schon mein Großvater: Ich lebe im Busch, ich jage, um zu essen, ich ziehe mit den Antilopen. Es gibt Gras, oder es gibt kein Gras, Bäume nicht viele, es gibt Tümpel, von denen die Tiere trinken, und auch wir Menschen.
Mein Stamm nennt das Land „Sonnenland“. Groß steht die Sonne am Himmel, und nur sie kann die Urheberin vom allem hier sein.
Ich lebe in einer runden kleinen Hütte, meine Frau bestellt den Boden, unsere Kinder sind noch klein. Es ist dasselbe Leben tagein, tagaus, nur die Regenfälle unterbrechen es, dafür ist es gut, dass wir die Hütte haben.

Aber seit gestern ist etwas anders. Wir hörten Donnerhallen, aber es gab kein Gewitter, ich wartete, bis es dunkel war, dann schlich ich mich in die Gegend, von wo der Donnerhall gekommen war.
Und da sah ich aufgehängt, ohne Fell und geflämmt, einen Luchs, ein Zebra, und am Boden liegend ein Nashorn, alle mit geöffnetem Bauch. Buschfleisch, um es zu essen. Und auch Ngolo sah ich, meinen Nachbarn, vorne geöffnet und hinten geflämmt, um ihn haltbar zu machen.
Heute wird die Jagd weitergehen, und wir sind die Tiere.

Johannes Tosin

www.verdichtet.at | Kategorie: ärgstens | Inventarnummer: 16072

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