hardly secret diary

Abgrundtiefe Freundschaft

Spiel weiter, Alessandro, lass deine Finger weiterhin so anmutig über den Hals der Gitarre gleiten. Lass es mich nochmals hören, dieses scharfe Glissando, und dazu der kurze Aufschrei deiner rauen Stimme. Nicht satt kann ich mich an dir sehen, dein feines Antlitz gelöst wie selten, und nicht satt wird meine Kamera, dich abzubilden trotz des […]

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Der Amethyst

Wir sind sechs Jahre, Rupert und ich. Mein Tischnachbar in der Schule, rechts von mir. Links sitzen noch acht Kinder, das Klassenzimmer hat fünf lange Tischreihen und eine Zweierbank ganz hinten. Wir sind 52 Kinder in der ersten Klasse. Die Lehrerin ist Frau Mitterauer, Käthe Mitterauer, sie ist uralt, noch älter als meine Großmutter scheint […]

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Warum ich keine Putzfrau wurde

„Pensionistin sucht professionelle Hilfe für Haus und Garten. Gutes Zubrot.“ Und eine Festnetznummer. Zubrot – was für ein herrlich altmodisches Wort! Brot zu was? Diese Annonce stach mir in die Augen, als ich in der Bezirkszeitung die Kleinanzeigen studierte. Dabei suchte ich nicht wirklich Arbeit, sondern es war nur die alte Gewohnheit, das Kleingedruckte, oft […]

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Alte Bündnisse

Unvermittelt drückte sie ihr Gesicht in den groben Stoff des ockerfarbenen Mantels, welcher noch den Herbst mit sich hereingetragen hatte, und wollte sterben. Der Todesmarsch hatte schon begonnen. Das Ziel war in Sicht. Mit beiden Händen umklammerte sie die Ärmel, vergrub ihr Gesicht noch tiefer in dem Kleidungsstück und füllte ihre Lungen mit dem Geruch […]

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Im Einundsechzigsten

Die Hauptperson fehlt. Noch nicht alt. Nicht mehr jung. Zu jung. Eine gebrochene hochbetagte Mutter, deren Schmerz nur kurz Linderung erhält durch Momente der  Erleichterung darüber, nun nicht mehr Sorge für die Zukunft der kranken Tochter tragen zu müssen. Kartenspielen mit der Mutter, beiderseitige Fürsorge. Was wird sein, wenn die Mutter geht? Wer rechnet schon […]

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Der Verbalist

Was ist, fragt ihr, ein Verbalist? Bedaure, dass für derart'ge Debatten kein Vorschlag einzubringen ist. Doch längst ist so den Herrn, wohl auch den Damen, aufgefallen, als wär er tot und sein Verschwinden leis' verschwiegen. Sein' Aufgab' war, uns stets zu unterhalten. Doch galt er nicht in aller Munde gleich. Dem einen war er Schalk […]

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Einsam

Welch eine Gnade Gottes ist doch das Alleinsein! Niemandem Rechenschaft abgeben müssen, was man den ganzen Tag über getan oder nicht getan hat! Keine dummen Fragen beantworten müssen, keine Fragen stellen müssen. Du bist einsam! Einen Dreck, entgegne ich. Das ist was anderes, füge ich hinzu. Ich bin nicht die Miss Sophie. Du verwechselt was, […]

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Verlangsamt suche ich nach dem Licht im Monde

Was hat er getan, Was hat er getan, Eine Kassette hängt im Abspielgerät meines Körpers, Chancen nicht vergoldet, nur verlangsamt Während du mir in das Ohr flüsterst, kann ich dich finden, Du schwarze Saat, Tief in meinen Herzen, Schließt gerne alle Türen Finster bleibe ich am Sofa sitzen, Monde suchen nach mir Florian Pfeffer www.verdichtet.at […]

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Renoviert

Ich lebe und arbeite in Wien. Um präzise zu sein in der Innenstadt, also im ersten Bezirk. Ich lebe und arbeite dort in einer geräumigen Wohnung, der eine Dachterrasse angeschlossen ist. Das Haus, in dem sich meine Wohnung befindet, ist alt, was die Bausubstanz anlangt, doch wurde es vor einigen Jahren aufwendig renoviert, sodass es […]

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Il Mare

Glanzlos liegst du mir zu Füßen, und vertraulich umspülst du mir mit deinem Zungenschlag die Zehen, ganz harmlos stellst dich mir dar, als sei dir an nichts anderem gelegen, als weich gekräuselt einige leichtsinnige Sandkörner aufzuwirbeln. Im Einklang zur abgleitenden Sonne stellst du dich dar, spiegelst verzerrt ihren Strahlenglanz wider, nahezu unterwürfig, als sei dir […]

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vollmond

nächtens sind bekanntlich alle katzen grau und das gedächtnis funktioniert so schön ungenau. leichtfüßig auf rutschigem drahtseil balancieren und absichtlich die haltung verlieren. aus der reihe tanzen und jemand fremdem in die arme fallen, während andere die rechnung zahlen. manche nennen es erfahrungen, andere fehler. das morgenlicht holt sie jedenfalls aus dem keller. die wahrheit […]

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Drei Trug- und Wutgedichte

bonnie and clyde als geistig verwandte, brannte die leidenschaft mit mir durch. aus angst vor dem, was da in mir entstand, fand ich alleine ruhe in der flucht. - - - zerreißprobe der kampf in mir zwischen nähe und weite zieht mich mehr und mehr in die breite, bis ich ganz leise zerreiße. - - […]

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Tu felix Austria, arde!

„Jetzt reicht es mir, und zwar endgültig!“, rief Frieda Ponisch in den Raum und schlug die Wohnungstüre zu. Sie streifte ihre Schuhe ab und ging ins Wohnzimmer, wo ihr Ehemann Otto auf dem Sofa saß. Nach einem Begrüßungskuss, den sie auf seine Wange hauchte, ließ sie sich seufzend in einen der beiden Polstersessel fallen. „Was […]

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Schlaflosigkeit

(Before sunlight) (Sweet dreams) Das habe ich nun davon. Von einem geruhsamen Leseabend. Einmal bin ich ausnahmsweise früh ins Bett gegangen und so um zwölf eingeschlafen. Tatsächlich einfach eingeschlafen, ganz natürlich, ohne irgendetwas. Sonst lese ich meistens, bis mir das Buch von den Knien und die Brille von der Nase rutscht, oder ich sehe fern, […]

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Der schreckliche Herr Kaplan

Nur in seltenen Fällen wird man vom Tod eines Menschen, den man einmal kannte, durch die Zeitung erfahren. Ich lese Todesanzeigen, diese schwarz umrandeten Verlautbarungen eines wirklichen oder angeblichen Verlustes haben etwas rührend Altmodisches, als gäbe es noch so etwas wie Mitbetroffenheit, einen Sozialkörper; ich soll Bescheid wissen, ich gehöre dazu. So schön aufgereiht standen […]

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Der Rehbock

Martin Möstl war schon oft gefragt worden, ob er nach dem Mittagessen einen Spaziergang machen wollte. Stets hatte er abgelehnt, denn die Menschen, die ihn begleitet hätten, waren ihm als denkbar schlechte Gesellschafter vorgekommen. Eines Tages, es war ein regnerischer Nachmittag, ging Martin doch spazieren. Das schlechte Wetter ließ ihn hoffen, dass er auf dem […]

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Das Mädchen von nebenan

für C.K. Ich lernte Conny zwei Wochen vor Weihnachten kennen, als wir beide Patienten auf der psychosomatischen Station des AKH waren. Conny war ein viel beschäftigtes Mädchen; sie zeichnete Selbstporträts, malte Aquarelle, schrieb kleine Geschichten und Gedichte. Sie war anteilslos gegenüber Mitpatienten, nahm aber an allen Aktivitäten teil. Wir begegneten uns mehrmals in der Kunsttherapie […]

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Meine (Un)Tat

Lange hatte ich versucht, gegen diesen Drang anzukämpfen, die längste Zeit, zwanzig Jahre um präzise zu sein, sogar erfolgreich, doch an diesem sechsundzwanzigsten Mai im Jahr 2011 habe ich versagt. Ja, ich habe schlicht versagt, meine Skills haben mich im Stich gelassen. Diese Handlung, die ich letzten Endes, also am heutigen Tag gesetzt habe, hatte […]

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Toxin

Nachts kommen Bilder, Reflexionen einer Leere In den Sternen geschriebene Fetzen aus rostiger Sehnsucht Schlaf wirkt wie Gift, lebendige Schatten klopfen an Türen In schönen Details wurzelt eine Lüge von falscher Kalkulation Florian Pfeffer www.verdichtet.at | Kategorie: hardly secret diary| Inventarnummer: 16142

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Entrisch

Wenn man von Linz aus Richtung Norden fährt, an Gallneukirchen vorbei, durch Neumarkt und schließlich Freistadt links liegen lässt, kommt man in eine Gegend, in der es nicht mehr viel gibt. Irgendwo dort, noch vor der tschechischen Grenze, im absoluten Niemandsland vor, hinter oder zwischen Mühlviertel und Waldviertel, gab es ein kleines Bauernhaus, versteckt hinter […]

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Ein steriler Mensch

Entweder er stellt seine gefüllten Kisten auf den Dachboden oder aber er geht in den Garten, errichtet eine kleine Feuerstelle und verbrennt sie. Er entschied sich für Letzteres. Denn selbst wenn er, nachdem er den Dachboden verlassen hätte, den Schlüssel aus dem Schloss gezogen hätte, um ihn anschließend wegzuwerfen und nicht wie üblich einmal umzudrehen, […]

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Rückblick eines Priesters

Mein Name ist Pater Reinhard Puswald, ich bin dreiundachtzig Jahre alt und diktiere meinem Mitbruder Pater Franziskus Gruber diese Worte, während ich auf meinem Sterbebett liege. Sie sollen mein Vermächtnis sein und sind möglicherweise dazu angetan, jungen Ordensmitgliedern einen Eindruck zu vermitteln, worauf es meiner Ansicht nach beim Priesterberuf ankommt. Ich sage bewusst Beruf, denn […]

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Herr Peters darf noch nicht sterben

„Herr Peters, warum glauben Sie, dass Sie sich umbringen müssen, um die Probleme mit Ihrer Frau aus der Welt zu schaffen?”, fragte Maria Knöpfling, die Psychotherapeutin. Auf das vor ihr auf dem Schreibtisch liegende Blatt Papier schrieb sie ‘schwere Anpassungsstörung; suizidale Tendenzen??’ „Das wäre die beste Lösung”, gab Norbert Peters zurück. „So wären alle Probleme […]

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Dem Zweifel entfliehen, der Leere, der Traurigkeit

Wenn Müdigkeit sich in mir auszubreiten beginnt, lasse ich sie Besitz von mir ergreifen. Sie kommt mir gerade recht. Ich spüre, wie sie anfängt, meinen Verstand zu lähmen. Alles in meinem Hirn wird unwichtig. Die Augen fallen mir zu und ich gebe mich dem angenehmen Gefühl hin, hinabzusinken in die lautlose Dunkelheit. Während ich das […]

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Felicitas

Ihr Name war konträr zu ihrer Persönlichkeit. Sie litt unter schlimmen Zuständen, sehr viele Dinge machten ihr Angst, sie zog sich weit zurück. Felicitas entschuldigte sich ständig: „Entschuldigung, dass ich das sag“, so fingen viele ihrer Sätze an. Und sie fühlte sich für Katstrophen verantwortlich. An den durchgeschmolzenen Reaktoren von Fukushima und den vielen Toten […]

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Der Kreisel

Ich bin so ausgelaugt. Ich bin erschöpft. Mein Körper, mein Geist, mein Herz und meine Seele. Jeden Tag versuche ich, Kraft zu sammeln für all diese Aufgaben, die zu erledigen sind. Aber es sind so viele, dass sie vor meinen Augen verschwimmen und somit an Bedeutung verlieren. Ein Kampf gegen Windmühlen? Der früher oder später […]

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Danach

Völlig erschöpft haben wir uns jeder auf seine Seite plumpsen lassen. Ich betrachte dich lange. Du atmest noch schwer. Wie viele Jahre sind schon vergangen, die wir uns geliebt haben? Du sagst nichts. Liegst nur still da. Wie immer. Alles ist, wie immer. Und ich? Jetzt soll ich mich mit der Erinnerung an die Vergangenheit […]

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Perception

Ich saß in der zweiten Bankreihe der Kirche. Ich war allein, meine Augen waren geschlossen. Konzentriert hörte ich meinem Atem zu, wie er durch Nase und Luftröhre hindurchstrich, meine Lungen durchströmte und schließlich meinen Körper wieder über meinen Mund verließ. Meine Lippen waren ausgetrocknet, die Hände lagen zusammengefaltet in meinem Schoß. Es war eine Beruhigungsübung, […]

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Nicht ohne dich

Noch täuschen meine Augen mich mit Bildern der Erinnerung. Jetzt, wo ich dich lang genug gekannt – jetzt kann ich erst ermessen, wie einzigartig alles du mir warst. Ohne dich, so ohne dich, beginn ich langsam alles zu vergessen. Wo war ich bloß? Von purer Blindheit derb geschlagen? War’s Ignoranz? Ach, wenn ich an dich, […]

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Liebe und Glamour

Als Ditta das Haus betrat, wusste sie sofort, dass ihr Mann aus der Firma zurück war. Im Vorhaus standen seine Schuhe exakt parallel auf der Matte, der beige Staubmantel und der grüne Schirm hingen in der Garderobe, die dünne schweinslederne Aktentasche und der Schlüsselbund lagen auf dem Board unterhalb des Spiegels. Alles sah aus wie […]

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Stammtischgebet

So einen kleinen Knick, den haben wir schon verkraftet, damals. Kleine Delle gekriegt, der Aufschwung, die Konjunktur und alles. Wegen dem Bisschen Öl und so. Aber sonst – nein, da sind wir die Alten geblieben, nicht? Kein Problem! Da gab’s noch Tauschhandel, Schwarzmarkt und so. Mein Gott! Aber dann - immer bergauf, haben wir gesagt, […]

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Kann man mehrere Lieblingslokale gleichzeitig haben, oder geht man dann schon fremd?

Ich habe ein Lieblingslokal. Gleichzeitig neben den neun anderen. Heute das eine, morgen das andere und für jedes das passende Outfit. Gestern zum Beispiel, war ich mit Nummer Sieben aus. Wenn ich Nummer Sieben treffe, dann trage ich immer roten Lippenstift. Nummer Sieben ist Franzose und wir haben gemeinsam Quiche gegessen. Nicht das romantischste  Essen, […]

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Die Nuss

Ich war noch sehr jung. Aber egal wie alt ich damals auch gewesen sein mag, manche Dinge begreift man erst, wenn man „erwachsen“ wird. – Andere Dinge dafür nie wieder. Es geschah an einem heißen Tag im Sommer. Die Sonne hatte über die Erde gelächelt als kannte sie nichts Böses, denn nur wenig Wolken hangen […]

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Fragment

Der erste Absatz des Textes ist von Nobelpreisträger Patrick Modiano, den Rest habe ich ergänzt. Oft hatte ich Angst, und um wieder Mut zu schöpfen, wäre ich gerne zu meiner Mutter gelaufen, aber ich hätte sie nur bei der Arbeit gestört. Heute weiß ich, sie hätte mich nicht ausgeschimpft, denn in jener Nacht, als sie […]

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Liebster Papa

Liebster Papa! Ich hoffe, dort wo du jetzt bist, geht es dir gut? Heute habe ich dir vieles zu berichten. Angenehmes, aber auch Unangenehmes. Aber höre selbst. Das Leben hier hat sich, seit du von uns fort bist, sehr verändert. Weiß nicht, ob man sagen kann, zum Vorteil. Oft vermeinte ich schon, den Weltuntergang zu […]

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Auch so eine Geschichte

Die Sachlerin ist eine Frau in den Siebzigern. Sie ist mir schon öfter auf der Straße begegnet und hat mich freundschaftlich mit Griaßde angesprochen. Aha, bist auch wieder mal zu Besuch. Sie lächelt einen offen an. Ihre Augen haben etwas Direktes und Ehrliches, ihre Züge sind einladend. Eine einfache Frau, auf die Verlass ist, die […]

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Am Ende

Mit Burn-out zu Hause und der Tatsache, dass seine Ehe seit den letzten Wochen in Brüche zu gehen drohte, befand sich Arno psychisch und physisch im absoluten „Down-under“. Wie sollte man dem angehäuften Elend entkommen?, fragte er sich. In der Ablenkung bestand stets eine mögliche Variante, den Tag relativ unbeschadet zu überstehen. Nachdem der Postbote […]

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abgetaucht

Wartezimmer haben etwas Endgültiges. Wartezimmer in psychiatrischen Ordinationen etwas Vernichtendes. Weiß getüncht. Zeitlos, uhrlos. Aluminiumfauteuils mit Leder bespannt. Repräsentieren lautlose Überlegenheit. Strahlen stuhlbeinglänzend Macht aus. Ihre Opfer, die sich auf ihnen niedertun, in unsichtbaren Netzen imaginärer Spinnen gefangengehalten. Solange, bis sie emotionslos mit ihren Namen aufgerufen werden. Arno war einer von ihnen, und angemeldet. Ohne […]

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Falsch verstanden

Balthasar hatte ein Rendezvous. Gestern nachmittags. Wie kam das? Gerade ihm, dem bis an die Grenze zur Dummheit Gutmütigen, allein fast Hilflosen, ist vor einem Jahr die Frau verstorben. Das war ein schwerer Schlag für den schlichten Menschen. „Wenn der Herrgott einen Wurstel braucht, lässt er einen Fünfziger Wittiber werden“, sagt sehr treffend ein bayrisches […]

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Birkengeheimnis

Bei dem Begriff Birken denke ich nicht in erster Linie an Cechov und die anderen russischen Autoren. Vor allem habe ich einen abgewetzten Schuhkarton vor Augen, in dem meine Mutter ihre Feldpostkarten gesammelt hat. In melancholischen Abendstunden holte sie ihn hervor, zog einzelne Karten heraus und las vor. An ihren Inhalt kann ich mich nicht […]

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Alles Müll

Müll bleibt übrig, wenn alles verwertet ist. Müll ist etwas Entbehrliches, oftmals vermeintlich. Heutzutage wird so viel weggeworfen wie nie zuvor, man spricht aber nicht mehr nur von Müll, sondern von „Wertstoff“. Dinge werden produziert, verbraucht oder gebraucht, manchmal ein Leben lang, aber meist nur für wenige Sekunden oder gar nicht. Vieles entsteht lediglich um […]

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Du bist uns wichtig!

Liebe Marianne, wir würden uns freuen, dich mal wiederzusehen! Seit deinem letzten Einkauf ist einige Zeit vergangen. Deine Meinung ist uns wichtig! Sag uns, wie wir dich glücklich machen können. Hilf uns dabei, dein Lazando-Shopping-Erlebnis zu etwas ganz Besonderem zu machen. Mit deinem persönlichen Gutscheincode *8zzRcTGo3Y483Ad9* sparst du jetzt 20,- € bei deinem nächsten Einkauf. […]

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Die Maschine (Version Schöngeist)

Sie erzählte der Wand, wie es sich anfühlte. Sie erzählte ihr, es fühlte sich an, als würde sie die lauwarme Asche aus dem Becher g’rad in den Sack für den Mist schütten, in den Sack, in den unter der Abwasch, lang davor schon bis oben ganz aufgekrempelt, der Sack, viel zu viel und zu voll […]

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August

Das kühle Wasser umschließt dich, rückt dir an die Haut. Es bedrängt deinen Körper, der sonderbar schwächelt und wenig Widerstand entgegensetzt. Der Wasserdruck presst dir den Bauch in die Flanken, du lässt es ohne Gegenwehr zu. Dein Gesicht wird zu einer Grimasse verformt, während du dich unter Wasser mit halbherzigen Tempi fortbewegst. Die Tage werden […]

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Einschneidend

Sieben Meter maß der Salon der Länge nach. In etwa. Genau würde es nur ein Blick auf den Grundrissplan oder ein Ausmessen ergeben. Geschätzte sieben Meter also, denn die Schritte konnte er nicht hintereinander in einer Geraden setzen, nur in drei Tangenten, die er nacheinander an die drei der sechs schweren Kundensessel legte. Drei Schritte […]

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Damals

Vor einiger Zeit habe ich meine Jugend weggepackt, in eine Plastikbox von IKEA. Aus der alten Kommode und den Kästen holte ich meine Tagebücher und Kalender, mein Fotoalbum aus der Schulzeit und unzählige Konzertbänder. Auch einige während einer gewagten Mutprobe geklaute Mercedessterne befanden sich darunter. Deckel drauf und auf den elterlichen Dachboden damit. Heute habe […]

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Der Versuch einer Würdigung eines Versuchs …

Diese Frau wurde in eine Zeit geboren, als die Männer noch richtige Männer waren und die Frauen noch richtige Frauen. Die Emanzipation war (für  manch einen) beruhigend weit weg, auf dem Bauernhof im Mühlviertel, in dem Leben mit zehn Geschwistern, Tieren, Feldern, da war genug zu tun, und jede und jeder wusste, was anstand. Gähnende […]

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Ameisen, und Fruchtfliegen, und Silikon dazwischen

Kariert. Kariert, nicht gestreift: Gestreift ist nicht kariert. Das Hemd, nicht die Fenster! Alles, alles, nur die Fenster nicht. Die undichten, die, die noch undichter sind als die Tür. Die Tür! Da! Die ganzen Ameisen, da, da rennen sie den Hintern nach, alle dem ersten nach und dann dem zweiten und dann dem dritten nach, […]

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Das "Steckdosenspiel"

Als ich ein kleiner Junge war, spielten wir immer das "Steckdosenspiel". Wir griffen uns Mutters Stricknadel aus Metall; und diese steckten wir dann jeder für sich der Reihe nach in eine der beiden Öffnungen einer Steckdose. Keiner der anderen Mitspieler durfte dabei dem jeweiligen Kandidaten zuschauen, sonst hätte man das Loch mit dem Strom ja […]

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Der Beamte an der Tür

Habe Kopfweh und überlege, denke ich heute über vieles nach oder lebe ich einfach mal in den Tag hinein mein Hals kratzt fürchterlich, wie Erinnerungen in meinem Kopf das Rauchen will ich zum x-ten Mal aufhören, wozu? Ein Paket schreit seit Tagen nach meinem Namen, ein paar Gassen weiter fault die Freude auf den Inhalt […]

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