anno

Schattenspiele

Jede Nacht starre ich an die Wand und verfolge die Spiele der zerbrochenen Schatten. Im Licht des Kerzenscheins, erzählen sie von einer besseren Zeit. Nives Farrier aus: 100 Tage nach Dir. Die Gedichte einer Trennung (unveröffentlicht) www.verdichtet.at | Kategorie: anno | Inventarnummer: 18069  

0 comments

Sieben Jahre Pech

So lang ist es her. Und ich will die Scherben immer noch nicht aufheben, um zu sehen, was in mir alles zerbrochen ist. Nives Farrier aus: 100 Tage nach Dir. Die Gedichte einer Trennung (unveröffentlicht) www.verdichtet.at | Kategorie: anno | Inventarnummer: 18068  

0 comments

Das größte Missverständnis der Weltgeschichte

Viel ist nicht im Gedächtnis geblieben – nur ein unklares Bild und ein gemischtes Gefühl. Auch der Zeitpunkt ist eine Rekonstruktion. Das Bild: Ich sitze auf den Schultern meines Vaters, winke und weine. Weine und winke. Weiter drüben steht ein Zug mit Menschen und einer mit verhülltem Kriegsgerät. Das Gefühl bleibt undeutlich. Warum ich winke […]

0 comments

Als Putin mir die Tür öffnete

Obwohl journalistisch keineswegs unerfahren, war ich in den letzten Mai-Tagen 1991 ungewöhnlich aufgeregt. Eine persönliche Einladung vom 1. Vorsitzenden des Lensowjets zu bekommen, war auch in jenen stürmischen Monaten des Jahres 1991 nicht alltäglich. Anatolij Alexandrowitsch Sobtschak wollte dem ORF in seinem Amtsitz in Leningrad ein Interview geben. Ein Monat später sollte er als erster, […]

0 comments

Puschkins Hase

Es war der 23. Dezember 2000, als sich eine Gruppe von Menschen am Leningrader Bahnhof (hieß wirklich noch so!), Bahnsteig 2, vor dem Waggon 17 versammelte, alle dick vermummt, denn es hatte in diesem Tagen um die zehn Grad minus. Außer Andrej Bitow kannte ich niemanden persönlich, und diesen nur flüchtig und aus einer Situation, […]

0 comments

Baujahr 1967 - Summer of Love

geschrieben anlässlich von Ö1-Dimensionen im Sommer 2017 Ich bin nicht Geburtsbaujahr 67, sondern 48. Aber 1967 war in vieler Hinsicht ein Neuanfang, mein Schritt in die Neue Welt, in die Welt überhaupt. So scheint es mir. Nach der Matura begann ich an der Universität Wien Dolmetsch zu studieren, Russisch-Englisch, im Nebenfach Psychologie. Beides ungeliebt, zwei […]

0 comments

Höhle

Gehe an der Höhle vorbei, Tür geht auf, ein Schwall an Gerüchen, Ich blicke in die 80er, Alkohol küsst hunderte Zigaretten, Darts und Glücksspiel, Die Luft atmen sie, Ein alter Mann, Haut eingefallen, starrt in die heiße Sonne Florian Pfeffer www.verdichtet.at | Kategorie: anno | Inventarnummer: 18003

0 comments

Klopapierrollen-Kapitalismus

Im September 1998 organisierte die Universität St. Petersburg ein Seminar zur Frage, ob es ein weibliches Schreiben gäbe. Dazu hatte ich acht Gäste aus Österreich eingeladen und nahm aus Eigeninteresse auch selbst daran teil. Am letzten Tag lud die Uni zur Stadtbesichtigung ein; die österreichische Schriftstellerin E.S. wollte aber lieber die Sommerdatscha der russischen Dichterin […]

0 comments

Zeit für mich

Kalender sind frei, Hektik liegt begraben, Ein Timer zählt abwärts, zählt transparent durch meinen Körper, Die Stoppuhr hält an, Finger greifen nach ihr, Wollen sie stellen, Beachte sie kaum, Staub an den Zeigern Florian Pfeffer www.verdichtet.at | Kategorie: anno | Inventarnummer: 17178

0 comments

Fenster der Erinnerungen

Der Frost schläft ein, Nachts öffnet sich das Fenster, Endlich wieder, Luft tanzt im gelben Licht, Schwere Decken liegen am Rücken, Verwandlung, Als ich eine Schildkröte war, spielte ich am Meer, Blaues Leintuch, leises Rauschen von Stimmen, im Hintergrund Florian Pfeffer www.verdichtet.at | Kategorie: anno | Inventarnummer: 17116

0 comments

Requiem für eine Buchhandlung

Malota - Stern’s Nachfolger seit 1906 Die Straße ist die älteste Verbindungslinie aus der Stadt hinaus in den Süden. Und zwar immer schon. Zumindest seit den Römern. Ihre Verlängerung, die Triester Straße, führt auf direktestem Weg ans Meer, eben nach Triest und Venedig, einstmals österreichisch. Sie hat derzeit 3 Kirchen, 4 Apotheken, 9 Hotels und […]

0 comments

Dunkler Matsch

Es kriecht eine Spinne, klettert in den Gang, flüstert Gift, von alter Zeit, Bewegungsunfähig im Eis, Fisch in der Winterstarre Gold graben im Sand, Entschuldigungen verstecken sich, ein Schneckenhaus, ohne Schnecke Zwischen Mond und verschneitem Wald werden Gewichte transparent Florian Pfeffer www.verdichtet.at | Kategorie: anno | Inventarnummer: 17104

0 comments

Störungen aus der Vergangenheit

Sie hängen schwer, blutrote Trauben, der schwarze Vogel pickt Löcher in den Horizont, ........................................... kleiner Barlicht zeichnet ein Farbsystem, Grauer Spiegel, in der Röhre Das Störbild elektrisierte ein Kind Schwarz-weißes Heulen, Ich rannte aus dem Zimmer, vor alten Geräuschen aus dem All Florian Pfeffer www.verdichtet.at | Kategorie: anno| Inventarnummer: 17080

0 comments

Die Errettung der Schwalben

Als sich der Vorfall ereignete, von dem ich jetzt erzählen möchte, war ich ganze fünf Jahre alt. Der Sommer war schön gewesen, ein ganz besonders guter Sommer, sagten die Erwachsenen. Die Donau führte Niedrigwasser, und wir kleineren Kinder konnten ohne Gefahr in den warmen Tümpeln zwischen den Uferfelsen planschen, die älteren durften sogar im Hauptstrom […]

0 comments

Palmström wagt‘s

Neue Seite, neues Glück Denkt Palmström und verfasst ein Stück Von Königen und ihren Huren Von Schurken, die in Kutschen fuhren Von presserischer Fürstenlast Vom Volk, das ängstlich duckt und hasst Und er schildert lang und breit Die ganze Ungerechtigkeit Der feudal’n Vergangenheit: Tyrannei drückt brave Bauern Die Haus und Hof und Wald und Feld […]

0 comments

Der Tee war zu stark

Der Magen ist voll, ein Smoothie, er dreht sich, Geschmacksrichtungen verzerrt und sauer, das Blitzlichtgewitter wird weniger, Träume wirken wie auf Psychedelika, Suche nach mir, in verschiedenen Zeitstrahlen, ein Film von gestern bis heute, Kalt wie die Ostantarktis Heiß wie in Dasht-e Lut, ich mittendrin Florian Pfeffer www.verdichtet.at | Kategorie: anno | Inventarnummer: 17073

0 comments

Bei Oma und Opa im Winter

Ein Windstoß bläst die Sonne zwischen den grauen Wolken umher Geflügel sucht den Boden mit Sprache ab Rauch verbindet sich mit Bergen in weiter Ferne, nur im Glas befinden sich weiße Weihnachten, eingefroren für lange Zeit Florian Pfeffer www.verdichtet.at | Kategorie: anno| Inventarnummer: 17071

0 comments

Franz ohne Sisi

Gehe dir entgegen, darüber eine schwere Gewitterwolke, ein Rabenpärchen mitten im Grün, darüber der dämmernde Abend, Füße gehen, Beben werden kleiner, Zum Prunk verstaubter Zeit, Kaiser und Adelige, weiter in den Wald, dort wird das künstliche Meeresrauschen leiser Florian Pfeffer www.verdichtet.at | Kategorie: anno| Inventarnummer: 17067

0 comments

Sparen in den 50er Jahren

Meine Omama verstand es wie alle aus der Zweifach-Kriegsgeneration, „sich was vom Mund abzusparen“. Sie war Sparmeisterin und Wiederverwerterin, sie warf einfach nichts weg. Ihre Erfahrung sagte ihr: „Aufheben für schlechte Zeiten.“ Die um 1900 Geborenen konnten alles noch einmal gebrauchen! Alte Unterwäsche und Leintücher zu Putzfetzen zerschnitten, alte Zeitungen in den Händen weichgerieben als […]

0 comments

Der Anfang der Welt

Das Erzählen dieser Geschichte hat einen großen Vorteil. Es kann mir niemand widersprechen. Wer von Ihnen war schon auf den Kurilen oder kennt jemanden, der diese Inselgruppe bereist hat? Nein, ich selbst war auch noch nie auf den Kurilen, dafür aber mein russischer Freund Lew Nikolajewitsch G. Er war von Beruf Pilot beim sowjetischen Atomministerium, […]

0 comments

Weihnachten im Schatten der Eiche

Manchmal, wenn es im Juli kochendheiß und der Nachmittag leer war, trafen meine jüngere Schwester, unser kleiner Bruder und ich im tiefen Schatten der Eiche zusammen. Wir waren unserer Sommerspiele überdrüssig, waren müde und sprachen dösend von Weihnachten. Der kleine Bruder saß oben im Baumhaus, und wir sangen zu dritt Weihnachtslieder. Es wird scho glei […]

0 comments

Braune Blätter

Wie der Herbst fällt das Gefieder ab Wolken umnebeln den Himmel Er fällt hart, zwischen allen Kaffeebohnen werden zerstückelt Heiße Dämpfe zwischen dem Echo von leeren Wörtern, Bankkonten, Versicherungen Dazwischen dein Körper, beobachtend und regungslos, die Welt zerflossen von Jahren Eine Leitung Richtung Dach und wieder hinunter Zittrig und ein Schwindel im Kopf Reste von […]

0 comments

Das georgische Kreuz

Ein Medaillon um den Hals, eine Ikone vor der Brust, ein Flachmann vielleicht oder Knoblauchzehen, das Lieblingsbuch, ein Bild der Geliebten, eine Haarsträhne oder auch nur ein metallener Mantelknopf - Geschichten über lebensrettende Amulette gibt es viele. Meist ist es der unverbrüchliche Glaube an diese Helfer, die Segnungen und guten Wünsche von Müttern oder Geliebten, […]

0 comments

Das lange und glückliche Leben des Franz Rieser

An einem sonnigen Frühlingstag im Jahr 2013 verließ Franz Rieser sein Haus. Er versperrte die Eingangstüre und setzte sich auf die rustikale Holzbank vor seinem Heim. »Murli, Minka!«, sagte er halblaut, doch laut genug, dass seine beiden Katzen ihn hören konnten. Sie sprangen zu ihm auf die Bank und schnurrten vor Behaglichkeit, während er sie […]

0 comments

Mein See – Sommersymphonien am Mondsee

Den Vater meiner Mutter habe ich nie kennengelernt und weiß auch bis heute nur wenig über ihn. Er ist acht Jahre vor meiner Geburt gestorben. Die Tochter, auf die Namen Sieglinde Mathilde Hermine getauft, hat nie viel von ihrer Familie preisgegeben. Ich wusste, dass sie keinen ihrer Namen mochte und fand auch für keinen einen […]

0 comments

Fundstücke

Gestern Abend entdeckte ich auf dem Dachboden des Häuschens meiner Mutter eine Truhe, die mir irgendwie bekannt vorkam. Ich hatte mich auf den Dachboden zurückgezogen, denn ich wollte vermeiden, dass meine werte Frau Mama mitbekam, in welchem Zustand ich mich um acht Uhr abends als achtunddreißigjähriger Mann befinde, wenn ich die Stunden zuvor, meist drei […]

0 comments

Die Brücke

„Sie haben die Erlaubnis, die Brücke zu passieren“, sagte die Frau in der schwarzen Uniform der Staatsschützer zu ihm, „aber Sie dürfen dann nicht mehr zurückkehren. So ist die Verordnung.“ Der Mann war unsicher. Das hatte er nicht gewusst. Er hatte angenommen, er könnte beides haben, hier seinen Wohnbezirk, dort ein bisschen Abenteuer. Nein, das […]

0 comments

Vorläufige Grabungsergebnisse

Vorläufig. Und um nicht an ein Ende gelangt zu sein: das Abgeschlossene eines Prozesses, der wahrscheinlich – wäre er nicht von uns ins Leben gerufen worden – nie existiert hätte. Wir nehmen es hin, dass wir immer und immer wieder nur die halbe Wahrheit wissen können. Wir nehmen es hin, dass vielleicht unsere Gedankenübungen überhaupt […]

0 comments

Der Streik

Es war ein Tag wie der andere. Dr. Erich Perner und der Redakteur Carl Hofbauer saßen bei Kaffee und Zeitung im Bräunerhof. Beide schienen sehr vertieft in ihre Blätter. Ab und zu hob einer den Kopf, um zufrieden in die Runde zu schauen, um vertrauten Gästen einen wohlwollenden Blick zuzuwerfen oder um eben nur ein […]

0 comments

Das Haus, in dem ich wohnte

2016. Drei Jahre ist es nun schon her, dass ich zuletzt hier war. Nicht, dass mir Familie nichts bedeutet. Ich stehe meiner nur nicht besonders nahe. Anlass meines letzten Besuches im August 2013 war die Hochzeit meiner jüngsten Cousine Audra, ein Jahr nachdem unsere älteste Cousine Lara geheiratet hatte. Jetzt stehe ich selbst kurz davor, […]

0 comments

Der falsche Mönch

Und es begab sich Anno Domini 1991, dass der fahrende Schüler Robert eine Studienreise ins Ursprungsland unserer Kultur, nämlich nach Irland machte. Bekanntlich waren es irische Mönche, die im Spätmittelalter zu uns Barbaren kamen, um uns Lesen und Schreiben zu lehren, womit sie (ohne es zu wissen oder gar zu wollen) dem Gottseibeiuns Microsoft und […]

0 comments

Mitternacht

Es ist Mitternacht und Rauch hängt in der Luft. Es regnet. Ich liebe das rhythmische Klopfen der Regentropfen an den Fensterscheiben. Gott sei Dank hat es erst vor einer halben Stunde begonnen zu regnen. Heute Morgen bin ich von Istanbul nach Wien geflogen, um alte Freunde zu besuchen. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich seit […]

0 comments

Fleiß und Frühaufstehen

Ein bisher unentdecktes Fragment einer untersagten Predigt aus dem Melker Stift, dem Kaplan Andreas Corvinus (1684(?) -1749) zugeschrieben Übers.: Bernd Remsing …(s)agt man doch: „Fleißig wie die Bienen“, aber: Stehet denn die Biene früh auf, concret: Wann verlasset sie dann ihre Schlafstätt? Nachdem die Biene aber denen Insekten angehöret und noch nie die kühle Morgenstunde […]

0 comments

Apollo 11

Mein Vater wäre gern mit der Apollo 11 zum Mond geflogen. Das war sein Utopia. In den flimmernden Schwarz-Weiß-Bildern auf dem Bildschirm des Fernsehgeräts verfolgte er alles wissbegierig. Die metallene Stimme, die er nicht verstand, da er kein Englisch sprach, verlieh dem abenteuerlichen Unternehmen noch mehr Mysterium. Der deutschsprachige Kommentator übersetzte alles, und mein Vater […]

0 comments

Es war erst gestern

Ich bin in eine frostige Zeit hineingeboren worden. Es war ein großartiger Tag! Oder etwa nicht? An jenem Sonntag meiner sehnsüchtig erwarteten Geburt war es überwiegend stark bewölkt, und das bei weiterer Neigung zu mehr oder weniger starken Schneefällen im Laufe des Tages. Die Temperaturen lagen zwischen minus zehn und minus fünfzehn Grad. Kein ideales […]

0 comments

Ein Kind unserer Zeit

Dieses Leben bietet, abgesehen von Überraschungen, offenbar zur Genüge Wiederholungen dessen, was man schon einmal erlebt oder vielleicht gelebt hat. Vielleicht auch bloß in Variationen, aber immerhin. Das macht mich oft so müde, weil ich ohnehin schon genau weiß, wie’s ausgeht und wonach es schmeckt. Derartig vergleichbare Begebenheiten haben mir so manches Mal die ohnehin […]

0 comments

Die Klavierstunde

Der Kalender zeigt Dezember neunzehnhundertdreiundsechzig. Ein Freitag, wieder einmal. Immer wieder ein Freitag, an dem man, gut verschnürt, mit Schal und Wintermantel, die Tasche unter den Arm geklemmt, losmarschiert, in Richtung Musikschule. Die magische Uhrzeit, in der man seine Stunde eingeteilt bekommen hat, lautete, man musste sie wiederholen, Freidoch umma drei, also, Freitag, fünfzehn Uhr. […]

0 comments

Von Münze und Zigarre IV

Wien war nicht auf sieben Hügeln erbaut worden. Der Junge mit der Matrosenmütze wusste das allerdings nicht. Wahrscheinlich hatte er auch noch nie darüber nachgedacht. Ihm schien lediglich bewusst zu sein, dass die Stadt die Stadt war und er Teil einer Skizze, die er nicht überblickte. Es lag nicht an der Größe seines Körpers oder […]

0 comments

Von Münze und Zigarre III

Die Donau ruhte wie eine große, weiße Schlange in der Stadt, dieselbe entzweiend. An ihren Ufern stand ein Junge mit einer Zigarre im Mund. Schwer hing sie ihm zwischen den Lippen, die streng er zusammenzwickte (dabei auch sein rechtes Auge unwillkürlich zugedrückt war). Seinen Blick setzte er auf der gegenüberliegenden Seite aus. Dazwischen: Fluten silberner […]

0 comments

Der Wehrmann

Nun ist man endlich neunzehn geworden und hat die Schnauze von Schule und Elternhaus so ziemlich voll. Sich freiwillig zum Heer zu melden, scheint zu diesem Zeitpunkt die einzige, zwar nicht attraktivste, doch immerhin realistischste Methode, um sich der Umklammerung durch diese Instanzen zu entziehen, und weil man ja doch irgendwann einmal dorthin muss. Der […]

0 comments

Irrenhaus in Hinterwald - Teil 2

Der Waldschrat Und wieder hatte es sich begeben, und wie schon zuvor auch diesmal in irgendeinem Ort, in einem vielleicht nicht ganz so unbedeutenden wie bereits beschrieben, aber trotzdem letztlich irgendwo, vor nicht allzu langer Zeit, in einem altehrwürdigen, mit Ritterburg und so, jedoch aufstrebenden und ehrgeizigen Ort, wie eben alle Orte im Zeitalter des […]

0 comments

Irrenhaus in Hinterwald - Teil 1

Der Werwolf Und es begab sich, in irgendeinem Ort, irgendwo, vor nicht allzu langer Zeit, trockengelegt und „zuasphaltiert“, wie alle Orte im Zeitalter des Wirtschaftswunders. Eine Hauptschule, wie überall. Und doch nicht wie überall. Nein, wohl einzigartig. Fünfundzwanzig Knaben, in irgendeinem Klassenzimmer. Man schreibt das Jahr 1965. Mathematikunterricht. Kreidestaub liegt in der Luft. Ein hölzernes […]

0 comments

Von Münze und Zigarre II

Ein kaltes Nieseln wusch Wiens letzte Farben dessen Straßen hinab, Straßen, die ehemals große Geister auf ihrem Weg zum Ruhm bewandert hatten, heute jedoch nirgendwo mehr hinführten. Kleinere Gestalten schlichen nun umher, die Nasen rümpfend, pendelten sie rastlos zwischen den Gebäuden, um Unterschlupf in Häusern zu finden, deren Erbauer längst vergessen waren. Manch einer war […]

0 comments

Von Münze und Zigarre I

Wien zeigte sich in der damaligen Zeit nur als Skizze. So wie Wien sein sollte, mochte dem einen oder anderen Passanten, der durch die Innenstadt schlenderte, bloß als Idee durch den Kopf geistern. Die großen Gebäude blickten eher wie Gräber auf dieselben herab und wirkten weniger lebendig als die zerstörten, auf die der Krieg seine […]

0 comments
image_print