spazierensehen

Als sich unsere Flügel streiften

Glaubst du noch, wir schwebten auf Wolken? Nein! Wir spazierten auf den Kondensstreifen vorbeiziehender Träume. Nives Farrier aus: 100 Tage nach Dir. Die Gedichte einer Trennung (unveröffentlicht) www.verdichtet.at | Kategorie: spazierensehen | Inventarnummer: 18087  

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My personal Sandler (Die Geschichte geht weiter)

Heute, am 2. Mai 2018, um 11 Uhr 05, trete ich aus meinem Haustor auf die Wiedner Hauptstraße und sehe eine über eine Baumscheibe gebückte Gestalt. Graubraune Schlabberhose und graugrüner Pullover, die dunkelgraue Haarmähne im Nacken gerade geschnitten. Der Oberkörper ist in eindeutiger Pose nach vorne gebeugt, die Hände im Schritt, die Beine gespreizt über […]

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In den Bergen

Hoch oben, fliegt mein Geist, An grünen Spitzen, zwischen Wäldern, Der Wasserfall, zerreißt Steine, formt sie nach seinem Willen, Kleine Rinnsale, Große Rinnsale, kaum zu zählen, Mich blickt der große Stein an, er lässt eine Lawine fallen, Laut wütet es über graue Wolkenfetzen hinweg, bis in das Tal, Kurven eingeritzt in grünen Hügeln, Hunderte trugen […]

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U-Bahn

Die Sonne und ich, gehen Stiegen hinab, aufgeheizter Beton, warme Gedanken Kalte Gesichter, treiben Geld ein, im fahrenden Abteil Kleine rote Beine, spazieren am grauen Streifen Florian Pfeffer www.verdichtet.at | Kategorie: spazierensehen | Inventarnummer: 18035

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My personal Sandler

Die kurze Schlüsselgasse mündet in die untere Wiedner Hauptstraße und bildet auf der rechten Seite des Gehsteiges eine Halbinsel. Die Wiener sagen dazu „Ohrwaschl“. Dort steht vor einem Rabatt mit immergrünen Büschen unter einer Linde eine Bank. Fußgänger rasten dort gerne. Manche machen ein Picknick, andere rauchen eine Zigarette, trinken ein Bier oder schauen in […]

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Grüner Sommer

Geigen suchen den Weg, durch die Terrassentür, Im Wind raschelt Wein, weiße Explosionen über mir, Greifvögel kreisen, rufen zwischen dem Himmel und mir, Den grünen kleinen Mann, habe ich abgesetzt, mit seinen grünen Beinen, in seinem grünen Heim, Ein Baum steht schief in seinem Zaun Florian Pfeffer www.verdichtet.at | Kategorie: spazierensehen | Inventarnummer: 18037

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Der Philosoph

Ein Philosoph ging in den Bergen fort von den Gedankenzwergen, die ihm im Tal mit ihren leichten Gedanken nie das Wasser reichten. Aus: „55 x Blödsinn“,  illustrierte Gedichte aus allen Lagen des nicht alltäglichen Lebens Zeichnung und Text von Yvonne Richter www.yvonne-richter.de www.fabulus-verlag.de/autoren/yvonne-richter www.facebook.com/yvonnerichterbuecher/ www.verdichtet.at | Kategorie: spazierensehen | Inventarnummer: 18020

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Gerede

In den Kabinen, liegen alle bereit, sich Schmerzen zu stellen, Durchgeknetet wie Brotteig, neu aufgeladen mit Strom, dazu ein brennender Rücken, Stöhnen und jammern, Dialoge über Hausbesetzer, Harte Bestrafungen, Lagerarbeit, Tränengas Ich entspanne mich Florian Pfeffer www.verdichtet.at | Kategorie: spazierensehen | Inventarnummer: 17189

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Autobahnträume

Hochgeschwindigkeits-Projektile fliegen gegenüber umher, Dort fliegt eine große Rakete langsam vorbei Florian Pfeffer www.verdichtet.at | Kategorie: spazierensehen | Inventarnummer: 17174

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Reptil

Wein rinnt blutrot, über Kekse, Schwarzer Stoff fängt schnell, Tropfen zwischen orangen Fliesen, Wörter singen, Wörter sprechen vom Begräbnis, Schwarz gekleidete Menschen, Im Schatten wird gestikuliert, die Eidechse hat schuppiges Haar, sie blickt auf Artgenossen, Alte Haut abgelegt, eine Haut, voller Zwänge Florian Pfeffer www.verdichtet.at | Kategorie: spazierensehen | Inventarnummer: 17173

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Indian Summer am SeelenGabentisch

In den Gassen spiegelt sich gedämpfter Mond, auf schrägen Dachterrassen tauchen dumpfe Schatten. Entbunden die Raumesweitenfrage nach dem Tribut, für Sommersonnenkörbe, Keim für neuen Mut. Prachtvollem Seelenkleid droht keine Leere! Lichteskraft gibt lobend sich deinem Traume hin - es naht nicht nur Hoffnung aus der Ferne, Nistkorb schwingender Erlebensswärme. Romina Lutzebäck www.verdichtet.at | Kategorie: spazierensehen […]

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Die Katze, die vom Himmel fiel

Susanne und ich waren mit dem Mitternachtszug aus Moskau am Bahnhof angekommen und nahmen ein Taxi zum Hotel in die Große Starokonjuschennij-Gasse. Weil an der Ecke des Newski eine Baustelle war, stiegen wir einige Häuser vor dem Hotel aus dem Taxi. Wir hatten jede nur einen kleinen Koffer mit und mussten nur drei Nummern bis […]

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Lichter in der Nacht

Stemmen, von draußen, Während Zigarettenasche, mit Sternen glimmt, rhythmisch und abwesend, höre in die Nacht, während Arbeiter fluchen Florian Pfeffer www.verdichtet.at | Kategorie: spazierensehen | Inventarnummer: 17113

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Winterträume

So viele, und immer dann bin ich nicht im Jetzt, so viele schöne Gesichter, finde ein paar Sonnenstrahlen darin Sortiere ihre Namen, sie schlafen mit meiner Phantasie, emphatisch sprechen wir, wenn sich der Raum verschoben hat Der Glitzer von Träumen, er schmeckt nach Zigaretten und Kaffee, Winternächte und Wintertage, Tiere hinterlassen Spuren, Waldböden ausgestochen, Eiskekse […]

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Wandern

Samstagmorgen. Ich konnte nicht weiterschlafen. Gudrun hatte das Bett, in dem wir die letzten fünf Nächte verbracht hatten, früh verlassen. Ich stieg aus dem warmen weichen Bett, welches an Wärme und Weichheit gewinnt, wenn sie ebenfalls darin liegt, ging in die Küche, küsste sie, brühte mir einen Kaffee, rauchte eine Zigarette mit ihr auf dem […]

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sommernachmittag

die sonnenstrahlen bahnen sich ihren weg durch die vergilbte terrassentür in den raum und bringen – man merkt es kaum – die motoren zum singen. der start der formel 1 war deins. alonso, senna, prost – geben mir jetzt trost. das leben zieht draußen unbemerkt an uns vorbei – ich schätz’, es ist halb drei. […]

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einsamer indianer

du reitest auf einem pferd namens pierre brice durch die straßen von paris. hinaus in die französische prärie – gesehen hat man dich nie. du schmückst dich mit federn, aber niemals mit fremden. du konzentrierst dich vor allem auf eines: rauchzeichen senden. in die einsamkeit zurückgezogen, beschützt du deinen stamm aus der ferne mit pfeil […]

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Regen

Der Schweißfilm verschwindet, hinter dem Glas, Helle rote Gewitterwolken, Cyan ist es geworden, Saturnringe abgelegt, an dem verstaubten Ort, wo es Schauer regnete Florian Pfeffer www.verdichtet.at | Kategorie: spazierensehen| Inventarnummer: 17070

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Graue Reise

Gassen werden eng, kurze Bahnen durch Bezirke, Windstöße durch die rostige Leiche, ohne Ziel, Macht ragt in der Mitte auf, eine Gewalt, unsichtbar aber präsent, eine Ruhe entsteht, die Kamera beobachtet, verbinde Wege mit hoher Geschwindigkeit, süßer Duft, fremde Wörter sind Medizin, Fett schwimmt zwischen Rädern, der Wolf knurrt auch nicht mehr Florian Pfeffer www.verdichtet.at […]

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Schöne Menschen

Zwei Menschen, Zwei S-Bahn-Gleise, Ruhe kehrt ein, durch die kalte Nacht, Elektrischer Himmel, Autos in weiter Ferne, eine Glocke schlägt zum Viertel, Stress fliegt mit dem Wind, findet keinen Weg zurück, Einer fährt durch, keiner steigt ein, Steige in das quietschende Rot-Grau, verschwommen mit Schwarz ziehen Farben umher, in Richtung, schöner Sprache mit schönen Menschen […]

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Der Geiger vom Donskoj-Friedhof

Gewöhnlich ging der alte Mann gegen Mittag zum Spielen hinaus. Unter dem Arm trug er einen alten, abgewetzten Geigenkasten. Gekleidet war er in einer Art von Uniform der sowjetischen Rentner. Auf dem Kopf eine Lenin-Schiebermütze, am Körper einen etwas zu groß gewordenen Stoffmantel mit abgestoßenen Kanten und großen, aufgesetzten Taschen. Immer hatte er auch eine […]

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Morgenstimmung

Qualm aus den Mülltonnen, eisiger verbrannter Filtergeruch Tote Bilder schieben sich zwischen die Iris Vögel singen von Liebe Menschen laufen hektisch wie Tiger zur Beute Grüne Lichter, eine alte Straßenbahn schiebt Gewicht mit vielen Umwegen in Richtung Schlafplatz Florian Pfeffer www.verdichtet.at | Kategorie: spazierensehen| Inventarnummer: 16175

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Zwischen

Zwischen den Sternen, reiten, und die Stimmen erklingen von irgendwo Zwischen den Wolken liegen die schweren Gewitter Zwischen dem Rauch wird die Luft enger Glück tanzt alleine, zwischen dem Alleine Zustand verändert Zwischen den Zeigern liegt die Sorglosigkeit Kinder spielen und tanzen im Luftschloss zwischen Kerze und Glas leuchten freundliche Ranken Duftkerzen beleuchten Träume Florian […]

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Eine kleine italienische Reise

Entlang dem Fluss Sile lagen kleine Boote, darunter eine venezianisch an­mutende Gondel als Krönung gewissermaßen und als Hinweis, dass Venedig nicht mehr weit war. Das nahezu stehende Wasser des Flusses und die bunten Boote ließen mich an Bilder Vincent van Goghs aus Südfrankreich denken. Jesolo, nicht Lido di Jesolo, fiel nicht sehr ins Auge, wenn […]

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Im Alsergrund

Anfang Oktober ist es, mehr noch, es ist genau der erste, und ich komme endlich ins Hotel. So gegen halb sechs Uhr abends muss es sein. Ich fahre vom Schottentor eine Station mit der Straßenbahn die Währinger Straße stadtauswärts, dann gehe ich ein Stück im Regen, mit einer Mappe unter dem Arm, auf die vom […]

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Stoßlos

Nachdem ich heute – nach einem Besuch bei meinem Zahnarzt wollte ich mich bewegen, um mein Blut zum ordnungsgemäßen Zirkulieren zu animieren, auf dass es das Narkosemittel rasch abbauen helfen konnte – über die Tuchlauben gegangen war, freute ich mich darauf, die Hofburg geschwind hinter mir lassen zu können. Es waren nämlich keine von Fremdenführern […]

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Die Kinder vom Sonnberg

Die Auskunftsperson ist der Wirt der Redlinger Hütte, der liebenswürdige und redefreudige Johann Riegler, der seit 38 Jahren dieses Gasthaus bewirtschaftet, wahrscheinlich den schönsten Platz im Wienerwald. Charlotte und ich waren auf einer Expedition, um Wege, Distanzen, Zeiten und Rastmöglichkeiten für die zweite Kafka-Wanderung am 11. September 2016 zu erkunden. Wir bekommen eine Lektion Heimatgeschichte. […]

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Mit Kafka durch Kierling

Der Himmelbauerplatz unterhalb der Kierlinger Kirche ist eine Asphaltfläche mit acht Parkplätzen für Anrainer, weitere vier sind dem Ärztezentrum vorbehalten. Zur Kierlinger Hauptstraße hin, gegenüber der Volksschule, blühen gerade die Linden und setzen sich trotz ihrer Jugend mit ihrem Duft gegen die Autoabgase durch. An der Ostseite steht das Denkmal für den am 3. Juni […]

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Wahrheit auf Zeit

Und schon im ersten Halbsatz gelogen, mein teurer Tschuschnigg, wenn du mir versicherst, dass es nicht in deinem Interesse ist, denn wenn du mir das mit aller Hartnäckigkeit versichern musst, liegt es ganz und gar in deinem Interesse, an meinen Geldbeutel willst du mir gehen, eine Unterschrift willst du mir abschwatzen, nichts anderes als ein […]

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Vier Aventiuren

aventiure 4 Ich biege noch einmal bei der Fiktion ein und überlege die Leseerfahrung von Roman. Da er aus Deutschland stammt, sind seine Vorbilder wahrscheinlich Kafka und Hesse. Er ist aufgeschlossen für die Weltliteratur, jedoch kein Vielleser, Gott bewahre. Roman ist glücklich, wenn er von einem Buch gefesselt  und bei Bedarf unterhalten wird. Roman liebt […]

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Adorno träumt

Ich versuche, die Hypernomalie der furz-verkackten Psychonomie zu finden. Steige deswegen auf den Berg der Dummheit, um mich von ihm abseilen zu lassen, um auf ein Trampolin zu springen, um mich wieder hochzuschnalzen, um mich von dem Berg der Dummheit abseilen zu können. Ein Satz aus dem Mund meiner Tochter, wäre gar nicht so schlimm, […]

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Eindrücke im Mai

Mitten im warmen Mai, in praller Sonne, esse ich eine Ecke eine Frau läuft vorbei mit Blumen in der Hand sie schnäuzt sich ihre Nase Tee in der Sonne und ein Plätschern im Hintergrund ein Vogel spannt seine Flügel, er fliegt herum dabei macht er Geräusche Im Vorbeigehen schnippt einer fröhlich die Finger eine Mutter […]

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Nachts

Nachts, umgeben von Ruhe alle Kaufhäuser blinken weiter denn Lichter schlafen nie Reduzierter Verkehr am Asphalt Abzüge pusten fetttriefende Küchen in die Nachtluft Das Rathaus liegt im Nebel Villen versteckt in schwarzen Bäumen nur ein gelbes Licht blinkt Zacken von Zäunen ragen spitz in die Schwärze Besitzer halten Menschen mit Speeren fern Durch enge Gassen […]

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Unbekannte Orte

Wenn ich auf dem sanft abfallenden Hügel stehe, den blauen, ungetrübten Himmel über mir habe, und den Blick über das vor mir liegende Tal schweifen lasse, gelingt es mir, mich als Teil dieser Landschaft zu sehen. Schafe umgeben mich und ihr Blöken ist wie ein schützender Mantel aus Lauten, der sich dämpfend auf alles legt. […]

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Ruinenruin

Am Beginn des Fuß- und Radweges parallel zur Rohrbacher Bundesstraße mahnt eine Hinweistafel alle Fußgänger, sich links zu halten, also dicht neben der stark frequentierten Fahrbahn zu verbleiben. Wegen des Steinschlags aus den Klüften der Urfahrwänd, der, obzwar durch die alljährlichen Felsräumungen, durch aufwendige Armierungen, Fangnetze, Stahlanker und Betoninjektionen im Zaum gehalten, eben nicht völlig […]

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Linz, Sonntag: In Search of a Wirtshaus

„Die Folge der Speisen geht von den schweren zu den leichten.“ Jean Anthèlme Brillat-Savarin, Physiologie des Geschmacks „Allein eine der besten gedämpften Speisen, welche aus Fischen bereitet werden können, ist die folgende: (…).“ Carl Friedrich von Rumohr, Geist der Kochkunst Manchmal überkommt es einen halt. Nein, ich meine nicht jenes Gebaren in rauen Vollmondnächten, in […]

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Wein Ende Brücke

Hin und wieder muss man nach Wien. Nach Paris, London oder New York – Seoul nicht zu vergessen – natürlich auch. Aber nicht so oft wie nach Wien und Wels oder Passau. Durch Ertüchtigungsmaßnahmen entlang der Trassenführung der Westbahn, insbesondere dank des Wienerwaldtunnels zwischen Chorherrn und Hadersdorf-Weidlingau, hat sich die Distanz zwischen Linz und Wien […]

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Atem holen

Alles ist im Fluss, heißt auch nicht viel mehr als: Alles verläuft sich, verrinnt, unterliegt dem Wandel. Andernfalls wäre Existieren die Verewigung des erstarrten Moments – das Schicksal der im Bernsteintropfen eingegossenen Urzeitfliege. Die Metapher vom „Fluss des Lebens“ – mag sie verfangen? Wo soll es denn münden, dieses mäandrierende Gewese? Etwa im Tod, von […]

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Via Amalfi

Drei ältere Herren Saßen bei Tisch Unter der Spätsommersonne. Eine Flasche roten Weins Näherte sich der Neige. Die Pfirsichplantagen Gab es nicht mehr, Aber der Strand War naturbelassen Und fast so wild Wie vor fünfzig Jahren, Und das Meer War wunderschön Und friedlich, Und die Bunker waren Geheimnisvoll wie damals Und dicht verwachsen. Die Frau […]

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