Der Kreisel

Ich bin so ausgelaugt.
Ich bin erschöpft.
Mein Körper, mein Geist, mein Herz und meine Seele.

Jeden Tag versuche ich, Kraft zu sammeln
für all diese Aufgaben, die zu erledigen sind.
Aber es sind so viele, dass sie vor meinen Augen verschwimmen
und somit an Bedeutung verlieren.

Ein Kampf gegen Windmühlen?
Der früher oder später emotionslos wird.
Es begleitet mich ständig das Gefühl hinterherzuhinken.
Kaum ist das eine erledigt, tun sich fünf neue Dinge auf, die zu tun sind.

Es macht mich schwach,
zu sehen, dass ich es nicht schaffe, all diese Aufgaben zu bewältigen.
Es macht mich traurig,
zu bemerken, dass meine Motivation schwindet
und von Gleichgültigkeit abgelöst wird.

Es macht mich hilflos.
Und irgendwann ist es, als ob ich mich von außen betrachten würde.
Ein sich ständig drehender Kreisel,
dessen Farben durch die schnelle Rotation in ein Grau verschwimmen.

Es ist Zeit innezuhalten,
den Kreisel umzuschmeißen,
um sich bewusst zu werden,
welche Richtung Priorität hat,
wohin die Kraft gebündelt werden soll,
was wichtig ist und was warten kann.

Es ist an der Zeit, den Kreisel anzuhalten
und ihm die Möglichkeit zu geben,
wieder in allen Farben zu leuchten.
Mal hier mal dort,
doch nie und nimmer überall gleichzeitig.

Maria Buchegger

www.verdichtet.at | Kategorie: hardly secret diary | Inventarnummer: 16052

image_print

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *