Lady Strange

Ich bin eine Katze. Mein Name ist Lady Strange. Ich wiege zweieinhalb Kilo, ich bin noch nicht ganz ausgewachsen.

Heute sitze ich gerade in meinem Katzenklo und verrichte mein Geschäft, da kommt mein Herrl – eigentlich ist er ja gar nicht mein Herrl, er ist bloß derjenige, der mich mit Futter versorgt – ins Zimmer und sieht mir zu. Ja hat der Mann denn überhaupt keine Manieren? Wo ist Privatsphäre denn wichtiger als auf dem Klo?

Ständig werfe ich diesen Plüschelefant von der Fensterbank. Wieso ich das tue? Weil es leicht geht.

Was mir Spaß macht, ist mir meinem „Herrl“ Verstecken spielen. Er braucht immer lange, bis er mich findet. Und hat er mich erst gefunden, laufe ich schnell an einen anderen Platz und verstecke mich dort erneut.

Das nächste Mal, wenn ich ein Menschenkind sehe, werde ich ihm mit meiner Pfote Daumen hoch zeigen. Ich nehme nicht an, dass es das versteht, Menschenkinder sind ja ziemlich dämlich.

Eigentlich geht es mir an meinem Platz doch ziemlich gut, aber vielleicht wäre es woanders besser. Das weiß man erst, wenn man es ausprobiert hat.

Lady Strange versteckt sich im hellbraunen Schilfgras

Lady Strange versteckt sich im hellbraunen Schilfgras

Johannes Tosin
(Text und Foto)

www.verdichtet.at | Kategorie: Von Mücke zu Elefant | Inventarnummer: 20026

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