Archiv der Kategorie: Robert Müller

Wald, Baum, Holz

Woran denkt man, wenn man „Wald“ hört? An den würzigen Geruch der Nadelwälder? An den Sonneneinfall zwischen den hohen Stämmen (wie in gotischen Kirchen)? An Schwammerl- und Beerensuchen? An lange Wanderungen auf dem weichen Waldboden? Oder ein wenig ängstlich an Orientierungslosigkeit; und dass hinter dicken Baumstämmen jemand/etwas lauern könnte? Ein Jäger oder ein Forstwirt haben da ganz andere Gedanken.

Was assoziiert „Baum“? Seinen wohltuenden Schatten? Seine Früchte? Seine verwurzelte Standfestigkeit und Lebensdauer? Oder seine Blüten im Frühjahr und das Vogelgezwitscher in seiner Krone? Ein Sägewerksbesitzer oder Bauer denken prosaischer.

Welche Anmutungen weckt „Holz“? Den angenehmen Duft und seine lebendige Struktur? Das warme Knistern seiner Scheiter im Kamin? Ein Tischler denkt praktisch an seine Verwertbarkeit (wie viel ist es wert?). Ein Zimmermann schätzt seine Brauchbarkeit im Holzbau ab. Aber ein Volkskundler kann wohl mehrere Bücher schreiben zum Thema Holz.

Wie auch immer, ein Baum ist viel mehr als etwa zwei Festmeter Brennstoff. Und wenn wir ein Stück Holz in die Hand nehmen, können wir fragen: „Was für ein Baum bist du gewesen? Wo bist du aufgewachsen? Welche Vögel haben in deiner Krone ein Nest gebaut und in der ersten Dämmerung den neuen Tag mit ihrem Gesang begrüßt?“

Robert Müller

www.verdichtet.at | Kategorie: let it grow | Inventarnummer: 23031

Die Leseratte

Es war mal eine Leseratte,
die leider nix zum Lesen hatte.
Sie suchte dort, sie schnuppert’ hier,
auf einmal roch es nach Papier;
nach Büchern, alt, mit Lederrücken. „Na endlich“, rief sie voll Entzücken:
„Ein helles Zimmer, Gott sei Dank,
mit einem vollen Bücherschrank!“

Weil sie der Lesehunger plagt – hat ihr ein Kochbuch zugesagt:
„Hausköchin, Magdalena Rettig“ – da stand es, dick und bisserl fettig,
mit Speisen, wo man Mehl und Zimt – und jede Menge Butter nimmt,
und dicke Suppen, fette Braten – da ist die Ratte rund geraten:
„Nein“, rief sie, „nein, das kann nicht sein – ich werd ja dicker als ein Schwein!“

Sie hüllte sich in feuchte Tücher – und las nunmehr Diät-Kochbücher;
„Gekochte Kost ist tote Nahrung“ – so schrieb ein Doktor mit Erfahrung,
„Viel Wildgemüse, Tee und Kraut“ – genau so hat er ausgeschaut!
„Das will ich nicht“, meint sie bedenklich – „die Leute wirken ziemlich kränklich.
„Vegan und g’sund macht säuerlich – ich hätt es lieber bäuerlich.“

Weshalb sie in die Ecke kroch – wo es nach Käs und G’selchtem roch,
nach Brot und Milch, nach Schaf und Kuh – und dem, was die verdaut, dazu;
verschlang den Rossegger, den Peter, und dann so zwei, drei Wochen später
von Heinrich Waggerl „Jahr des Herrn“ – das las sie ganz besonders gern.
Das Wiesenbuch, das Schwere Blut – die schlichte Sprache tat ihr gut.

Dann auch den Stifter, Adalbert – der war zum Schlafen-Geh’n viel wert:
Beim „Nachsommer“, ab Seite vier – da schläft man wie ein Murmeltier.
Gefallen fand der Lese-Ratz – am Schweizer Autor Richard Katz.
Hat seine Bücher durchgelesen – von Afrika und den Chinesen.
So las die Ratte Jahr um Jahr – bis sie am Lebensende war.

Nun fiel ihr die Entscheidung schwer – wohin der Weg zu nehmen wär:
Der Weg zur Hölle war schön breit – mit vielen Büchern dick bestreut.
„Was“, schrie der Teufel, „du willst lesen? – Bei uns verkehren nur die Bösen!
Hier liest man keine Abenteuer – die Bücher heizen nur das Feuer!
Jetzt marsch hinaus und geh nach oben – dort wird man deine Künste loben!“

Nun sitzt sie hinterm Himmelstor – und liest den kleinen Engeln vor.

Foto & Copyright: Christoph Kempter, lensflair.at

Foto & Copyright: Christoph Kempter, lensflair.at

Robert Müller

www.verdichtet.at | Kategorie: Von Mücke zu Elefant | Inventarnummer: 22144

Am Feuer

Zu später Stund die bange Frag – hab ich was Böses Euch gesagt?
Meist war, was ich Euch apportiert – am nächsten Dienstag kommentiert.
Das Feuerlied war abgefasst – dass es in jede Runde passt
So hoff ich, weiter ungebrochen – auf Nachricht in der nächsten Wochen
und schreib gerad, auf kleinem Feuer – ein Leseratten-Abenteuer
Robert Müller

Kommentar der Redaktion: Ende gut, alles gut; wir waren bloß ein
bisschen langsamer als sonst … und präsentieren nun:

Am Feuer

Wie die Eva den Adam – mit’n Apfel verführt
Hat s’ der Erzeng’l aus’n – Paradies ausseg’spirrt
Sie war’n beide nackert – und eahna war kalt
Drum hab’n s’ gleich ein Feuer g’macht – mitt’n im Wald

Und später hab’n d’Menschen – begeistert entdeckt
Wie guat so a Mammut – am Spieß braten schmeckt
Drum ham s’ gleich die Gluat – in a Gruabn eineg’fasst
Und d’Großmuatta hat dann – aufs Feuer aufpasst!

Doch der Fortschritt ist ’kommen – und mit’n Feuer war’s aus
Man kocht jetzt elektrisch – und zentralg’heizt ist’s Haus
Drum hab’n wir uns schnell – a Ersatzlösung g’macht
Und grill’n a paar Würstel – am Samstag auf d’Nacht

Am schönsten ist’s trotzdem – wann’s kalt ist und schneibt
Dass ma g’mütlich auf d’Nacht – vorm Kamin hocken bleibt
Da schaut man ins Feuer – und trinkt an Schluck Wein
Und plaudert mit d’Gäst’ – bis der Mond nimmer scheint!

Robert Müller

www.verdichtet.at | Kategorie: es menschelt| Inventarnummer: 22129

 

Familiäre Wahrnehmung

Beim jährlichen Familienfest im Wochenendhaus des wohlhabenden Autohändlers Emmerich stehen viele Verwandte mit einem Glas Sekt im Garten oder auf der Terrasse und plaudern in kleinen Gruppen. Es ist ein warmer Frühsommertag. Herbert, der jüngste Sohn des Hausherrn, hat erstmalig seine neue Freundin Gaby mitgenommen, um sie seiner Familie „an kurzer Leine“ vorzuführen. Sie wird freundlich begrüßt und dann von jedem Familienmitglied, je nach Profession und Neigung, beschnuppert und taxiert:

Schwester Susi, Friseurin: „Auf billig geschnittener Bubikopf und vermutlich in Eigenregie nachgebleicht – nicht gerade Klasse.“

Schwägerin Liselotte, Verkäuferin bei einem Juwelier: „Die Halskette ist sehr schön, nicht unter 600 Euro, den Rest kannst vergessen. Aber süße rosige Ohrläppchen hat sie, da würden goldene Sternchen mit Türkis gut dazupassen.“

Norbert, der älteste Bruder, Gynäkologe: „Na ja, ein bisserl eng, das Becken – hoffentlich gibt’s da bei einem größeren Kind kein Problem.“ Und nach einem zweiten Blick: „Aber verhungern wird das Kind sicher nicht!“

Tante Johanna (die „Hansitant“), Inhaberin eines Textilgeschäftes: „Ein billiger und zu kurzer Fetzen! Die grellen Frühjahrsfarben passen überhaupt nicht zu ihrem blassen Teint. Und die schlamperten Nähte werden auch nicht lange halten. Sehr fabriksneu, das Ganze. Ich werd’ ihr halt einmal was G’scheits zeigen, wenn’s beiander bleiben. Bei der Figur kann s’ ja eh alles tragen.“

Cousin Melchior (nach seinem afroamerikanischen Taufpaten „Murli“ genannt), Zahnarzt: „Na endlich einmal feste weiße Beißerchen in dieser kariösen Familie.“

Joschi-Onkel (Orthopäde): „Na ja, ein bisserl Hohlkreuz hat’s, macht aber einen knackigen Hintern. Aber diese grauslich spitzigen Sandalen mit hohem Absatz!! Also in spätestens zehn Jahr’ hat s’ Kreuzweh und Hammerzech’n. Das muss ich dem Herbert gelegentlich sagen. Wo ja die Krankenkassa eh jedes Jahr weniger zahlt!“

Hausherr Emmerich: „Hmhm, Kolarik heißt’s, das Mäderl. Lieb ist’s ja. Also wenn’s aus der Familie vom Schweizerhaus ist, wär’ eine stramme Mitgift denkbar. Unwahrscheinlich, ja, aber wenn’s so wär’ – und der Herbert endlich sein’ Magister schon hätt’ …?“

Urgroßonkel Ferdinand, 95, pensionierter Bahnhofsvorstand: „Also stundenlang könnt’ ich mir diesen wunderschönen langen schlanken Hals anschauen.“ Warum dieser Blick auf den Hals? Die Gerüchteküche der Familie will wissen, dass sich Onkel Ferdinand in der Hungerzeit nach 1945 ein paar Jahre in Nordafrika als Scharfrichter (wortwörtlich) durchgeschlagen hat.

Auch anatomische Gedanken, aber mütterlicher Art, hat die Großtante Anna, verwitwete Fleischhauerin in Pension („Grammel-Tant“ genannt, weil sie nach dem Krieg ihren hungernden Verwandten immer Pakete frischer Grammeln zusteckte) beim Anblick des Mädchens: „Mein Gott, so ein Henderl. Na ja, wir werden’s schon aufpapperln, wenn s’ erst einmal zu uns g’hört!“

Herbert: „Hoffentlich können wir bald geh’n, jetzt haben s’ die Gaby eh schon alle g’seh‘n!“

 

Robert Müller

www.verdichtet.at | Kategorie: hardly secret diary| Inventarnummer: 22093

Engel auf Erden

Weil’s sonst keiner tut – sag euch ich, das is g’wiss
Dass a Engel auf Erden – was Himmlisches ist

Was ein Mann davon träumt – das ist unbeschreiblich
Von an Engel, was blond is – und rosig und weiblich
A Frau träumt, der Schutzengel – nimmt s’ fest in Arm
So a starker, schwarzg’schnecklerter – haltert schön warm

Aber bleib ma beim Thema – ein Eng’l wär guat
Wannst sonst niemand hast – der dir hilft und was tuat
Wenn’s einmal g’schissen hergeht – und du brauchst an Rat
Ist a jeder ein Engel – was Zeit für dich hat

Wozu ma an Engl braucht – ist sehr verschieden
Wennst arbeitslos word’n bist – oder krank, oder g’schieden
Wennst ka Zukunft mehr siehgst – wenn sich d’Welt nimmer draht
Wennst alleinig daheim bist – und kein Hahn nach dir kraht

Dann wär wohl ein irdischer – Engel recht fein
das kann auch die grantige – Nachbarin sein
Vielleicht sagt s’ dir, was eigentlich – dein Fehler war
Oft ist nach ein‘ Tritt – in dein’ Hintern alles klar

Dass d’ aufstehst und tuast was – der Zorn gibt a Kraft
Aus Wehleidigkeit – hat noch keiner was g’schafft
Oder ’s fallt dir wer ein – dem ’s grad noch schlechter geht
Und ein’ Eng’l wie Dich – dringend notwendig hätt’?

Da bist wer und kannst was – und es Helfen tuat guat
Du kriagst wieder Wärme – und a Eisen ins Bluat
Miteinander räumt’s dann – den Stein aus’n Weg
Zu zweit ziagt ma leichter – den Karr’n aus’n Dreck

Dann plaudert ma gern – bei an G’spritztn im Garten
Wer an Freund hat, der braucht – auf kein’ Engel mehr warten!

Robert Müller

www.verdichtet.at | Kategorie: es menschelt| Inventarnummer: 22066

Erste Hilfe

An einem Sommerabend beim Heurigen: Die meisten Tische sind besetzt, die Gäste genießen ihr Glas Wein mit einem kleinen Imbiss und plaudern in kleinen Gruppen. Es sind wohl etliche Einheimische hier, die Mehrzahl stellen Besucher aus Wien.

An einem Tisch wird die Unterhaltung eines älteren Paares lauter, die Frau steigert sich in einen hysterischen Anfall und kippt – eine Ohnmacht markierend – gekonnt und ohne Verletzungsgefahr hintenüber von der Bank ins Gras.
Der Alois, ein 50-jähriger Maurer mit guten 100 kg und Walrossbart, stürmt vom Nebentisch hin, reißt die Bluse auf, fünf Drücker Hand über Hand am Brustbein, dann Mund-zu-Mund-Beatmung. Mit einem Pressluftstoß aus blasmusikgestähltem Brustkorb füllt er ihre Lunge bis zum Platzen – diese großzügige Luftspende entringt sich der Frau umgehend in einem schrillen Schrei: „Sind Sie wahnsinnig!“ Sie rappelt sich hoch und keift weiter: „Mich so zu überfallen – um Gottes willen, ich bin halb nackt, meine Bluse … und pfui Teufel, wie Sie aus dem Mund stinken! Haben Sie einen toten Hund gefressen?“
Darauf Lois, gemütlich: „Na, nur a Quargelbrot mit Zwiefel.“
Sie, wieder in Hysterie fallend: „Nein, das halt ich nicht aus, das halt ich nicht aus, oh Gott, mir wird schlecht!“
Lois, väterlich ermahnend: „Sö, Frau, wenn S’ wieder umfallen, mach ich weiter!“

Diese gut gemeinte Drohung bewirkt blitzartig: 100%ige Rekonvaleszenz. Sie schreit mit rotem Gesicht: „Nein, wirklich net, Rudi! Ruuudi! Wir gehen! Sofort!“ und läuft beim Gartentor hinaus.
Der Gatte Rudi: „Na, i muaß no zahln. Mitzi, zwei Gspritzte, zwei Brot und a Flaschl Guatn für den Herrn da – so, stimmt schon.“ Er winkt dem Lois zu, grinst und geht seiner Frau nach.

Der Weinhauer zum Alois: „Guat g’macht, Loisl, aber hast so grob sein müssen?“ Der Lois, gestelzt aus den Verhaltensregeln der freiwilligen Feuerwehr zitierend: „Bei Abwehr ernsthafter Gefahr im Verzug sind Kollateralschäden zweitrangig.“ Er setzt sich wieder und trinkt zufrieden lachend seinen G’spritzten aus.
Aber die ungestüme Kraftnatur des Alois hat in der Frau auch anderen Eindruck hinterlassen, wie sie einer Freundin anderntags mitteilte: „Also wie das Trumm Mannsbild mit seine Riesenpratzen über mir war – also da war mir ganz anders.“

Der Rudi besucht nun zwecks Muskelaufbau (die Midlife-Crisis hat auch ihr Gutes) einen Fitnessklub; und bei späteren Heurigenbesuchen bestellte er jedes Mal ein Quargelbrot, weil: „Sicher ist sicher, wennst am End’ wieder einmal einen Anfall kriegst.“

Sie hat nie wieder einen gekriegt!

Robert Müller

www.verdichtet.at | Kategorie: hardly secret diary| Inventarnummer: 22007

Handgreifliches

Max (Name frei erfunden) arbeitete in einer großen Firmenzentrale, die in einem alten, dreistöckigen Haus mit langen Korridoren untergebracht war. Eines Tages traf er am Gang hinter einer verglasten Pendeltüre seinen Abteilungsleiter und wechselte einige Worte mit ihm. Nach der Abschiedsfloskel griff er – noch dem Chef zugewandt, hinter sich an den Türknopf, um seinem Boss die Türe aufzuziehen.

Aber inzwischen hatte – von ihm unbemerkt – eine junge Sekretärin hinter ihm bereits die Türe zu sich gezogen, um durchzugehen, und so ging sein tastender Griff nach dem Türknopf mitten hinein ins „volle Menschenleben“, nämlich ins üppige, hochsommerliche Dekolleté der knapp eineinhalb Meter „großen“ Kollegin.

Max drehte sich erschrocken um – was war denn das? Um Gottes willen – er hatte da, ohne hinzusehen und daher ohne „böse“ Absicht – eine Frau unsittlich berührt, ja geradezu unverschämt angefasst. Mit rotem Kopf konnte er nur mehr stottern: „Bitte, entschuldigen Sie vielmals – ich, ich habe Sie wirklich nicht gesehen! Das ist mir noch nie passiert – was müssen Sie jetzt von mir denken? Und das muss ja furchtbar unangenehm für Sie gewesen sein!“

Da antwortete das unverdorbene Naturkind mit himmelblauem Augenaufschlag: „Nicht so schlimm, unangenehm ist’s ja nur, wenn der Falsche hingreift.“ Der Abteilungsleiter lachte „Hands im Strafraum, das gibt Elfmeter!“ und ging seiner Wege, während Max sich erst einmal fassen musste. Er schluckte und sagte verlegen „Danke, Frau Kollegin, sehr freundlich von Ihnen“, und eilte in sein Büro zurück. Wo er den restlichen Nachmittag einen unkonzentrierten und tagträumenden Eindruck hinterließ.

Robert Müller

www.verdichtet.at | Kategorie: hardly secret diary| Inventarnummer: 22023

Verdächtige Überstunden

Max war ein fleißiger Mann und hatte dazu auch allen Grund: Als Alleinverdiener (die Gattin war mit dem Baby in Karenz) musste er für die ansehnliche Miete der neuen, größeren Wohnung und den Kredit für die Einrichtung aufkommen. Gott sei Dank war in der Firma – er arbeitete in einem großen Rechenzentrum – viel los und es fielen oft Überstunden an. Seit einem Jahr war er für den großen Einzelblatt-Laserdrucker verantwortlich, der pro Sekunde zwei Seiten DIN-A4 ausspuckte und somit technisch anspruchsvoll war. Die überschüssige Druckkapazität konnte Max am Markt frei verkaufen, wovon große Werbefirmen gerne Gebrauch machten.

Heute war endlich das Papier für einen dringenden Großauftrag angeliefert worden, und Max schlug verzweifelt die Hände zusammen: Nicht nur dass die Papierbögen einen Zentimeter zu lang waren, sie hatten vorgabewidrig auch noch eine glatte, glänzende Oberfläche – ein Papier also, das der Drucker in den vorgegebenen Sekunden-Bruchteilen nicht einziehen konnte, weil die schmale Gummirolle immer wieder „ausrutschte“ und daher die automatische Meldung „Papierstau“ mit Stillstand der Maschine auslöste. Die Überlänge wiederum bewirkte, dass der bedruckte Papierbogen am Ablagekorb anstieß und nicht sofort glatt hinunterfiel, was ebenfalls Papierstau verursachte.

Aber wie auch immer – der dringende Auftrag musste gedruckt werden, egal wie, denn der Kunde war eine namhafte Werbeagentur. Diese Aufgabe zu bewältigen, würde gute Nachrede, ein (wenn auch schuldloses) Versagen aber Ärger bringen. Also was tun? Der Techniker der Herstellerfirma entfernte zwecks breiteren Durchlasses ein Leitblech aus der Maschine, und Max programmierte den Drucker um, sodass die fertigen Blätter nicht in den Ablagekorb, sondern aus dem Probedruck-Schlitz herausfielen. Gut, die Überlänge war zu handeln, aber was tun mit dem rutschenden Einzug?

Womit könnte man wohl die weiche Einzugsrolle überziehen, damit das glatte Papier transportiert würde? Ein Test mit dem genoppten Überzug eines Tischtennisschlägers (vom Aufenthaltsraum) fiel negativ aus, das Gewebe war zu hart. Es müsste ein sehr schmiegsames, gummiartiges Material sein – wo bekam man sowas in der Eile her? Ein älterer Kollege hatte die Idee: „Warum nicht ein Kondom? Das wäre elastisch genug!“ Max sauste schon in die nächste Drogerie und besorgte zwei Sorten, einmal „naturfeucht“ und einmal „Reizpräservativ mit Noppen“. Was soll’s, der Zweck heiligt wohl das Mittel.

Das Kondom mit Relief ließ sich schlecht überziehen und schied somit aus, die „naturfeuchte“ Alternative zog wohl zufriedenstellend die glatten Blätter ein, aber nach ein paar Sekunden war das Material erstens trocken und zweitens von der Rolle „gewuzelt“. Wieder nichts, also was nun? Schade, die „naturfeuchte“ Schutzhülle war anfangs so vielversprechend. Halt, wäre das die Lösung – „naturfeucht“??? Max schnitt den Überzug herunter und hielt einen feuchten Lappen von oben an die Gummi-Einzugsrolle, der Kollege startete die Maschine und der Drucker lief wie ein Uhrwerk! Max stellte einen Wassernapf und zwei Lappen bereit, damit der Feuchtigkeitsspender immer blitzartig gewechselt werden konnte, der Kollege am Ausgabefach ließ die gedruckten Blätter in eine davorgehaltene große Schachtel fallen, und mit dieser „händischen“ Zusatzleistung war um zwei Uhr früh der Auftrag abgearbeitet.

Müde und steif von dieser stundenlangen verrenkten Körperhaltung kam Max mit dem Taxi nach Hause, zog Schuhe und Rock aus und schenkte sich in der Küche ein Glas Bier ein – das brauchte er jetzt. Es war drei Uhr früh, Frau und Kind schliefen schon lange. Aber als er gerade das Küchenlicht abdrehen wollte, um ins Schlafzimmer zu gehen, fiel ihm die ausgebeulte Außentasche seines Sakkos auf. Um Gottes willen, da waren ja noch die zwei angebrochenen Kondomschachteln drin! Also wenn morgens die Frau wie gewohnt zuerst aufgestanden und den Kaffee hingestellt hätte, wäre ihr das sicher aufgefallen, und sie wäre der Sache auf den Grund gegangen! Am Telefon spätabends zu erzählen, dass ein dringender Auftrag Überstunden erfordert hätte, und dann mit diesen „Beweisstücken“ – zwei aufgerissene Kondompackungen, einmal sogar „Reizpräservativ mit Noppen“ – um drei Uhr nach Hause zu kommen!!! Also das hätte auch die naivste Ehegattin nicht geglaubt. Rasch nahm er die verräterischen Packungen heraus und warf sie durch das Küchenfenster in die Büsche vor dem Haus.

Vier Stunden später hörte er beim Frühstück am offenen Fenster die unter ihm wohnende Hausbesorgerin schimpfen, welcher „Schweinigel“ da seine unappetitlichen Hilfsmittel weggeworfen hätte. Und der Chef der Werbeagentur bedankte sich vormittags bei der Abholung des Auftrags persönlich mit einem generösen „Schmattes“ bei Max, weil er den heiklen Auftrag pünktlich geschafft hatte. Ja, es ist eben nicht immer alles so, wie es scheint.

Robert Müller

www.verdichtet.at | Kategorie: hardly secret diary| Inventarnummer: 22011

Leseratten für Leseratten

Gebrauchsanweisung für „Leseratten“ in der Volksschule:

Der Autor als „Lesepate“ an einer Wiener und einer Volksschule in NÖ zu seinen Schulkindern:

Leseratten (siehe Foto) sind sehr neugierige Tiere – sie wollen nicht wochenlang zwischen denselben Seiten liegen, sondern immer etwas Neues kennenlernen – das solltet ihr auch!! Lasst euch nie eure Neugier nehmen oder schlechtmachen! Nur solange ihr neugierig seid, etwas Neues kennenlernen wollt, lernt ihr etwas dazu.
Nur Menschen, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen immer erweitern, erleben interessante neue Gebiete und können überall mitreden. Darum sollten Leseratten jeden Tag wenigstens zwei Seiten „Nahrung“ zu sich zu nehmen dürfen.

Jeder sollte mindestens eine Leseratte zu Hause haben!!!

Leseratten für Leseratten

Leseratten für Leseratten

Robert Müller
(Text und Bild)

www.verdichtet.at | Kategorie: Von Mücke zu Elefant | Inventarnummer: 21134

Lesen, ein Fenster in die Welt hinaus

„Die Sprache macht den Menschen – die Herkunft macht es nicht“, meinte im Film „My Fair Lady“ der erfolgreiche Sprachforscher Professor Higgins.

Ja, die Sprache formt den Menschen, und erst mit der Sprache kann er Bildung erwerben. Wobei die Sprache bereits Teil der Bildung ist. Und wie ein Mensch ist, weiß man erst, wenn man mit ihm gesprochen hat. Man wird eingeschätzt, wie man sich neben Erscheinung und Benehmen auch sprachlich gibt. Das Kind lernt von Eltern und Umgebung, sich auszudrücken und zu verstehen, was von ihm erwartet wird. Das genügt vorerst zum täglichen Gebrauch. Später wird verlangt (und auch vom Kind selbst gewollt), mehr von der Welt der Erwachsenen zu verstehen, auch seltener verwendete Wörter richtig zu interpretieren. Dafür sind die Gespräche der Erwachsenen untereinander so wichtig, bei denen die Kinder zuhören und mitlernen („Papa, was ist ein …?“). Hand in Hand geht damit auch das Erlernen und Anwenden des „kleinen Einmal eins“, der Umgang mit kleineren Zahlen fürs tägliche Leben. Spätestens mit der Schulreife wird ja das (eigene Taschen-)Geld sehr wichtig.

Lesen in der Praxis:

Ohne Lesefähigkeit könnte man in unserer westeuropäischen Welt kaum überleben: Nicht nur, dass Lesenkönnen selbstverständliche Voraussetzung für jede Arbeitsstelle ist; man könnte heute nicht einmal mehr den Einkauf für das tägliche Leben bewältigen. Bei Tiefkühlpackungen ist noch abgebildet, was enthalten ist, aber schon bei den vielen Molkerei- und Fertigprodukten weiß man, ohne Lesen zu können, wirklich nicht mehr, was drin ist. Wobei es uns oft – meinen Zyniker – bei den vielen Farb-, Geschmacks- und Haltbarkeitszusätzen aus den chemischen Labors manchmal den Appetit verderben würde, wenn man das alles lesen und verstehen könnte. Und natürlich ist zum Erlernen einer Fremdsprache die Grundvoraussetzung, lesen zu können. So hatte zum Beispiel in Dänemark eine englische Touristin das Pech, immer wieder „sauer gewordene“ Milch zu erwischen, wenn sie ihrem Kind einen Kakao machen wollte. Erst nach späterer Rückfrage bei ihrer Zimmerwirtin klärte sich auf, dass sie die grüne Packung, in der Sauermilch war, für Frischmilch („grün = frisch?“) gehalten hatte.

Einer der Gründe, warum die jungen Menschen von heute ihre Sprache nur mehr rudimentär gebrauchen können (beherrschen wäre hier wohl das falsche Wort) ist der Umstand, dass ihr Sprachschatz eher klein geblieben ist – und damit auch ihr Sprachverständnis und die Orthographiekenntnisse. Warum? Weil sie viel zu wenig gelesen haben. Denn je mehr man liest (gute Literatur natürlich), desto mehr Wörter lernt man kennen – und damit auch deren Schreibweise und Bedeutung. Ganz ohne Schule!!! Hier eignen sich die oft als ebenso unmodern wie unnötig empfundenen „Klassiker“ wie Schiller, Goethe, Lessing und die deutschen „Romantiker“ sehr gut als Meister einer flüssigen, einprägsamen und eleganten Sprache. Und erst die Märchenbücher! Schon in der Volksschule sollte man hier ansetzen und auch der Lyrik ihren Platz einräumen – schließlich gehen Gedicht und Phantasie Hand in Hand.

Lyrik merkt man sich nämlich sehr gut, Übung macht auch hier den Meister – es muss ja nicht gerade Schillers „Glocke“ sein, die man früher so manchem unwilligen Schüler als Strafarbeit zum Auswendiglernen zugemutet hatte. Und wer in der Schule die bei uns ehedem üblichen Lieder (zum Beispiel: „Wenn alle Brünnlein fließen“, „In die Berg bin i gern“, „Das Wandern ist des Müllers Lust“ usw.) gelernt und gesungen hat, wird diese Texte (und deren Aussagen und Stimmungen) bis ins hohe Alter behalten.

Lese-Erfahrungen des Autors

Meine Mutter hat mich, seit ich laufen konnte, immer zum Einkaufen auf den Hannover-Markt in Wien-Brigittenau mitgenommen. Ich bin gerne dabei gewesen, weil es dort so viel zu sehen und zu riechen gab. Da waren das Fischgeschäft, der Kaffeeröster und der Sauerkräutler, und die vielen Obst- und Gemüsestandeln, wo es je nach Jahreszeit nach Erdbeeren, Pfirsichen, Äpfeln, Kohl oder Zwiebeln und Sellerie geduftet hat. Und natürlich auch nach Wurst, Selchfleisch und warmem Leberkäse beim Fleischhauer.

Aber eines hat mir immer gefehlt: Auf den Firmenschildern oben an den Kiosken waren Schriften in verschiedener Art und Farbe angebracht, die mich interessierten, welche ich aber nicht lesen/verstehen konnte. Oft und oft habe ich meine Mutter gefragt, welche Bedeutung denn diese Schilder hätten, aber sie hat mich immer auf die demnächst zu besuchende Schule vertröstet, und dass da nur der Name und Beruf der Geschäftsleute stünden. Nach zwei Klassen Volksschule stand endlich auch mir die Welt der (Druck-)Schrift offen – und einige der damaligen Kioskschilder sind mir ob der altmodischen Bezeichnungen bis heute in Erinnerung, wie zum Beispiel „Agrumen, Kolonialwaren, Grünwaren, Südfrüchte, Landesprodukte“ etc. Und etliche Namen der Händler spiegelten damals noch die Länder der K.- u.-k.-Monarchie wider.

Ich habe in meiner Nachkriegskindheit und -jugend, wo es die elektronische „Zerstreuung und passive Unterhaltung“, also den „Konsum“ geistloser Spiele, Shows und Werbung nicht gegeben hat, immer gerne und viel gelesen. Während meines „Seniorenstudiums“ habe ich besonders gerne halbe Tage in der National- und der Universitätsbibliothek verbracht. Einen Tisch, eine Leselampe und die ganze Welt der Bücher für sich zu haben, das hat schon was. Und rund um einen nur Ruhe und Menschen mit gutem Benehmen, welche diese geistvolle Umgebung ebenfalls schätzen. Man konnte förmlich hineinfallen in die Welt der Bücher. Ein angenehmer Nebeneffekt war auch, dass die Lesesäle der Nationalbibliothek und die der katholischen Fakultät unterirdisch angelegt, also in den heißen Sommern wohltuend kühl temperiert waren.

Warum Lesen?

Lesen ist nicht nur wichtig: Lesen ist schön, herrlich, interessant, phantastisch, ein Quell der Freude, ein angenehmer Zeitvertreib, ein gutes Werkzeug, ein Schlüssel zu vielen Türen, ein Fenster in fremde Welten, eine angenehme Art der Bildung, ein Zeichen von Würde und Menschlichkeit, ein Weg zum guten Leben und eine persönliche Stütze, wenn’s nicht so gut läuft. Oh ja, es gibt Bücher, die froh machen, Bücher, die Trost spenden, Bücher, die das Wissen erweitern und anregen u. v. m. Natürlich nur dann, wenn man sie auch liest! Und wenn sie „nur“ die trübsinnige Langeweile vertreiben, ist auch schon etwas gewonnen.

Wie schön, entspannend und gleichzeitig aufregend ist es doch, sich in einem schönen Wohnzimmer oder einer gut ausgestatteten Bibliothek mit einem dicken Buch in den Ohrenfauteuil zu setzen und beim Lesen die Zeit zu vergessen. Sich in die Geschichte hineinzuleben, die Gegend und Orte, die Personen der Handlung in der Phantasie auszumalen, ja zu erträumen, sich in die Gefühle und Denkmuster der Personen hineinzuversetzen, so quasi: „Was würde ich an deren Stelle tun“ oder so. Ein ganzer Nachmittag mit so einem Lese-Erlebnis ist ein Geschenk, ein die Phantasie bereicherndes und das Gefühl der Zufriedenheit hinterlassendes Abenteuer. Und ein erholsames Nervenbad obendrein. Der Autor hat einmal drei Wochen Spitalsaufenthalt mit Hilfe vieler schöner, interessanter Bücher sorglos und entspannt genossen. Endlich Zeit zum Lesen!

Sprachgefühl:

Wer viel (und sprachlich Gutes) liest, hat einen bedeutend größeren Wortschatz, kann sich „diplomatischer“ an verschiedene Gegebenheiten und Gesprächspartner anpassen und seine Ansichten und Wünsche besser, das heißt wirkungsvoller, präsentieren. Oder seine Verteidigung ohne Beleidigungen aufbauen, dem/den Anderen mit wirkungsvollen Argumenten und Einsichten eine bessere oder neue Sicht der Dinge ermöglichen. Und vor allem eine Prise Humor ins Gespräch einbauen, als immer willkommene Auflockerung im Dialog.

Gute Sprache ist auch ein Gleitmittel für ruppige Abläufe, ein Schlupfloch-Bohrer für ausweglose Situationen, ein Verbindungsseil zwischen auseinanderstrebenden Standpunkten, ein großer Pluspunkt bei Diskussionen und ein dicker Stein im Brett beim Kennenlernen/“Geneigt-machen“ des anderen Geschlechts, ein Türöffner und „Sympathisch-Macher“ beim noch unbekannten „Vis-à-vis“ u. v. a. An der Sprache seines Gegenübers erkennt/erfährt ein erfahrener, gebildeter Mensch auch viel über seinen Gesprächspartner, kann ihn besser einschätzen und mit ihm umgehen.

Was geschieht beim Lesen?

Ganz schön viel, und das nebeneinander, gleichzeitig, nacheinander und oft noch, nachdem man aufgehört hat zu lesen! So wie der Musiker beim Notenlesen den „chiffrierten“ Klang hört, sich im dafür vorgesehenen Teil des Gehirns die soeben „gelesenen“ Töne bilden, so wird das aus Buchstaben gebildete Wort, der ganze Satz, die Aussage im Gehirn als Bildfolge plastisch und färbig wahrgenommen – „Kino im Kopf“ nennt man es recht zutreffend. Lesen weckt – bei interessiertem Tun – sogar Gefühle im Menschen, er träumt, bekommt Sehnsucht, empfindet Hunger, Angst, Hass, liebevolle Gefühle, Wehmut, Einsamkeit, Hoffnung – die ganze Skala ist möglich. Konzentriertes Lesen kann blind und taub für die Umwelt machen, man hört nicht mehr, was im Raum los ist, was gesprochen wird, empfindet weder Hunger noch Müdigkeit, man ist gespannt, was weiter passiert, und nimmt intensiv Anteil daran, bis man „aufwacht“ wie aus einem Traum. Hoffentlich aus einem schönen.

Aber es ist auch „gedankenloses“ Lesen möglich und gebräuchlich; man sucht oft etwas Bestimmtes und überfliegt dann mehrere Seiten, ohne den Inhalt richtig wahrzunehmen, weil man auf eine ganz besondere „Botschaft“ programmiert ist. So zum Beispiel ein Jurist, der einen ganz bestimmten Paragraphen, ein uraltes oberstgerichtliches Urteil sucht o.Ä. Auch jagen besonders jüngere Leser in einem Buch nur der Handlung nach, ohne die Persönlichkeiten der Figuren, deren Umgebung und Ursachen für deren Handeln mitzunehmen. Ein älterer Leser nimmt auch die Zeit und Umgebung der Geschichte wahr, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, wirtschaftliche Zusammenhänge und vieles andere.

Was auch bedacht werden sollte: Die „Rechtschreibung“, das rechte Schreiben also, lernt man ohne Mühe und wie von selbst durch das fleißige Lesen. Denn wenn man ein Wort zweihundertmal gelesen hat, dann weiß man ohne Regeln, wie das Wort zu schreiben ist. Auch das Gefühl für Satzzeichen entsteht beim Lesen (ein bibliophiler Freund von mir meint, überall dort, wo man beim Vorlesen Luft holt, gehört eines hin).

Wichtig und schön: Vorlesen

Bei Lesungen prominenter Autoren muss man sich schon rechtzeitig anmelden und Eintritt bezahlen, um den großen Schriftsteller original zu hören. Als Günter Grass aus seiner kompletten „Blechtrommel“ las, war das Theater tagelang ausverkauft.

Nicht nur Kinder lieben es, vorgelesen zu bekommen. Es war immer ein Festtag für Volksschulkinder und Lehrer/-innen, wenn vor den Ferien der Lesepate aus seinem großen Buch mit den schönen Bildern von der Mäusefamilie im Brombeerhag vorgelesen hat.

Vorlesen für Katzen:

Wissenschaftler in den USA fanden heraus, dass es Kindern mit Vorleseängsten und ähnlichen Problemen enorm helfen kann, wenn sie Katzen vorlesen. Dabei verspüren sie keinerlei Druck, und das macht das Lesen einfach und entspannt. Auch den Katzen bringt die Anwesenheit von Kindern im Tierheim viel. Dadurch, dass sie regelmäßig die menschliche Stimme in einem ruhigen, wohlwollenden Ton hören, lernen sie, dass von Menschen nicht zwangsläufig Gefahr ausgehen muss. Natürlich kommt auch das Kuscheln beim Lesen nicht zu kurz. Es gibt mittlerweile schon einige Tierheime, wo Volksschulkinder den dortigen Katzen vorlesen können.

Robert Müller

www.verdichtet.at | Kategorie: Wortglauberei | Inventarnummer: 21123