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Das Fenster

Schaue ich aus dem Fenster meines Zimmers, sehe ich die Bäume am Waldrand. Aber trete ich ins Freie, ist da nur Weiß, keine Materie, nur Licht als Farbe.

„Wo bin ich?“, frage ich mich selbst. „Ich bin vor meinem Haus“, ist die logische Antwort.

Ich gehe wieder ins Haus und auf mein Zimmer. Hinter dem Fenster sehe ich wieder die Bäume, später auch eine Amsel und noch später ein Eichhörnchen dazu.

Hinter dem Fenster

Hinter dem Fenster

Johannes Tosin
(Text und Bild)

www.verdichtet.at | Kategorie: spazierensehen | Inventarnummer: 20113

Sommermorgenland

Als der Läufer sein Haus verließ,
waren die Scheiben der Autos noch beschlagen.
Die Sonne kroch hinter den Bäumen hervor.
Dunst lag auf den kleinen Bergen hinter dem See.
Der Aussichtsturm wartete, von Touristen bestiegen zu werden,
und die Kirche auf die sonntäglich Betenden.

Blick vom Strandbad Klagenfurt im Dezember zum Pyramidenkogel über den Wolken

Blick vom Strandbad Klagenfurt im Dezember zum Pyramidenkogel über den Wolken

Johannes Tosin
(Text und Bild)

www.verdichtet.at | Kategorie: spazierensehen | Inventarnummer: 20099

Corona-Tagebuch: Maskenball und Taxifahrer

2. Mai 20, der Tag nach der Befreiung

Wer einen Garten hat, ist meist ein Besessener. Ich dilettiere nur, aber die Leidenschaft ist sicher nicht kleiner. Noch dazu, wenn es März ist und die Frühjahrsarbeit wartet. Schließlich hängt der Rest des Jahres davon ab, die Schönheit, die Freude, der Ertrag. In diesem Jahr ohne Winter habe ich schon früher begonnen. Das erste waren Aufräumarbeiten, bei mir vor allem der Kampf gegen die „Nadelhölle“, die mir eine sehr hohe und alte Föhre auf meinem Grundstück bereitet. Der fast immer wehende Westwind schüttelt dazu noch viele Bockerl und Äste vom Baum. Da kam Corona in unser Leben und die staatlich verordnete Ausgangssperre für die „Risikogruppe“, zu der ich altersmäßig eingeteilt wurde. Niemand hat gefragt, wie alt ich mich fühle, wie gesund oder krank ich wirklich bin, ob Krankheit oder Beeinträchtigung zu einem erhöhten Risikofaktor führen – für mich selbst oder andere.
Weil ich gesund bin und keine Vorerkrankung aufweise, habe ich mich keinen einzigen Tag eingeschränkt. Im Rucksack führte ich als Camouflage immer Lebensmittel und Medikamente mit mir, sollte ich polizeilich kontrolliert werden. Also waren schon zwei der vier Ausnahmebedingungen erfüllt: Lebensmittel einkaufen und zur Apotheke gehen dürfen. Vermummt bin ich schon lange vor Covid-19 herumgelaufen, weil ich eine unerkannte Allergie habe, allgemein Rhinitis genannt, mit der die Nase dauerrinnt.

So war das Aufkommen der Masken und die Maskenpflicht geradezu eine Erlösung für mich (Motto: Always look on the bright side of life). Die Schals um Nase und Mund rutschten immer und waren entsetzlich heiß und feucht mit dem Ballen von Taschentüchern darin. Oft dachte ich nach, wie man so etwas wie bei den Teekannen für die Nase machen könnte, einen Tropfenfänger, dieses Schaumgummiröllchen, das bei Tante Paula mit einem Gummiband um den Teekannenschnabel angebracht wurde. Aber meine Nase hat nun einmal nicht die Anatomie eines Teekannenausgusses.

Als zweiten Vorteil der Maskenpflicht empfand ich, dass ich nicht mehr allein mit verhülltem Gesicht herumlief. Meine albanische Änderungsschneiderin von nebenan, Miranda Martini – sie heißt wirklich so oder es steht zumindest so auf ihrem Geschäftsschild – stellte sich schnell auf die Produktion von Masken um und bot eine bunte Auswahl von Baumwollmodellen in ihrer Auslage an. Sie hat sie auf einem Baumast aufgehängt – die Osterdekoration dieses denkwürdigen Jahres. Ich kaufte gleich zehn Stück zu je 10 € und hatte die originellsten nicht nur selbst im Gesicht, sondern als Ostergeschenke parat. Natürlich nicht selbst übergeben oder im Osternest versteckt, sondern mit der Post verschickt.

Jaja, die Masken, das wird noch einmal ein Thema für Soziologen und Modehistoriker werden, der Maskenball von 2020. Da ich viel mit den Öffis fahre, sehe ich mir die Modelle gerne an. Abgesehen von den einfachen, türkisen (niemand denkt dabei an die Kanzlerpartei) Supermarktmasken aus China, gibt es viel Individualität zu bemerken. Von den alten Palästinensertüchern bis zu Rapid-Schals, von Alpenvereins-Blümchentüchern bis zu den schwarzen Rocker- und Bikermasken – fast nichts kommt nicht vor. Einige Totenkopfmasken habe ich schon gesehen oder den zugenähten Mund von Hannibal Lecter. Dazu Mickey Mouse, Spiderman und Hexenzähne, als sei der abgesagte Fasching in den März und den April verrutscht. Exotisch wirkt auf mich der Anblick von Kopftuchfrauen, besonders wenn sie Brillen tragen, über der Maske noch Kopfhörer aufhaben und aus den Ohren Kabel baumeln, Riesenameisen nicht unähnlich. Einmal sah ich in der U-Bahn einen Typ mit einer Gasmaske.

Natürlich gibt es auch die kleine Gruppe der Vermeider, die in den Öffis die Masken zusammengeschoben unter dem Kinn tragen. Erinnert mich an die Einführung der Gurtenpflicht – wann war das? –, als manche Autofahrer pro forma den Gurt nur lose um den Oberkörper gelegt hatten. Als die polizeilichen Kontrollen in der U-Bahn besonders intensiv wurden – das Osterwochenende – stieg ich vollständig auf Taxi um. Begünstigt durch die Gemeinde Wien – Wahl steht bevor –, die an die Teilnehmer der Risikogruppe kostenlose Gutscheine für 50 € ausgab. Mein Nachbar, 85 und Autofahrer, gab mir seine dazu. E-Mail geschrieben und nach vier Tagen zugeschickt bekommen. 20 5-€-Gutscheine, blassgelb, die irgendwie an Lebensmittelkupons aus historischen Dokumentationen erinnern.
Als diese verbraucht waren, beschloss ich, das leidende Taxi-Gewerbe privat zu unterstützen und ließ mich mercedesmäßig zu meinem Garten hinausschaukeln. Außerdem hatte ich immer viel Gepäck dabei: Übersiedlung in die Hütte nach dem Winter, neu gekaufte Pflanzen, Blumenerde, Rasensamen, Schneckenkorn, Konserven, Klopapier.

So kam ich als leidenschaftliche Öffifahrerin in kurzer Zeit mit dem bunten Völkchen der Taxifahrer in Kontakt.
Am Ostermontag, einen Tag vor der Einführung der verpflichtenden Maske, trug einer keine. Ich hielt die Türe auf und bellte hinein: Maske, bitte!
Er: Erst morgen.
Typ Pakistani, er tippte mit seinem Finger wortlos gegen die Stirn, der Vogel, zumindest so viel Wienerisch hat er schon gelernt.
Ich: Okay, dann fahre ich nicht mit Ihnen.
Schlug die Tür zu und holte meine Bagage wieder aus seinem Kofferraum heraus und ging zum hinter ihm stehenden Wagen. Der war leider kein Mercedes, sondern ein klappriger Japaner. Auch dieser Driver trug keine Maske. Also zum dritten, ein geräumiger VW, geht auch. Der hatte die Maske unterm Kinn und die Sonnenbrille über der Stirn. Auf der bunten Gratiszeitung, die er neben sich liegen hatte, stand in Riesenlettern „Ab morgen – Österreich maskiert!“ Ein paar Tage später traf ich wieder auf den Pakistani, jetzt hatte er schon eine Maske auf.

Eine andere Taxi-Fahrt von Hütteldorf zu mir nach Hause brachte mir hohen Gewinn.
Ein junger, asiatisch aussehender Mann konnte relativ gut Deutsch, und wir kamen ins Gespräch. Ich frage immer ausländische Taxifahrer nach ihrer Herkunft, mir wurscht, ob political correct oder nicht, ich bin neugierig. Einmal Journalistin, immer Journalistin. Und meistens freuen sie sich, wenn man sie nach ihrer Herkunft fragt, das ist meine subjektive Beobachtung.
Das Gespräch begann mit meinem Garten, wo ich gerade ein paar Heidelbeersträucher gepflanzt hatte.
Ah, Heidelbeeren, die macht meine Frau auch immer, gut für Blut und noch viel mehr.
Er kicherte und griff sich zwischen die Beine.
Er bezeichnete sich als Ainu. Zufällig wusste ich, was die Ainu sind. Doch zufällig ist nichts, aber ich wusste, dass die Ainu die Urbevölkerung der nördlichsten Insel Japans Hokkaido sind und auch der Kurilen. Dass der Zweite Weltkrieg zwischen Russland und Japan wegen der Kurilen offiziell noch immer nicht beendet ist. Noch dazu hatte ich kurz davor auf arte eine Doku über „Japans wilde Inseln“ gesehen, Hokkaido im Mittelpunkt. Als ich auch noch die Erinnerungen und die Bilder auspackte, die Fernseh-Bilder von den in warmen Naturbecken planschenden Makaken, den japanischen Schneeaffen, die einander lausen und kosen, und auch noch von den aus Sibirien einfliegenden Kranichen und ihren Brauttänzen erzählen konnte, da ließ er das Lenkrad los und klatschte vor Freude in die Hände, dass er fast die scharfe Linkskurve beim Amtshaus in der Schönbrunnerstraße zur Pilgrambrücke nicht geschafft hätte.

Wegen des Kurilen-Problems zwischen Russland und Japan habe ich mich mit den Ainu beschäftigt und wusste, dass sie nach der sowjetischen Besetzung versklavt und fast völlig ausgerottet wurden. Als ich ihm meine Erinnerungen an die TV-Bilder schilderte, war er so begeistert von seinem Fahrgast, dass er kein Geld verlangen wollte und mich zu sich, seiner Frau und zu Heidelbeersaft einlud. Aber ich entstieg seinem Gefährt an der Waaggasse und zahlte ihm dagegen den doppelten Fuhrpreis. Scheiß drauf, das muss auch noch drin sein in diesen ungewöhnlichen Zeiten. Er war schließlich der erste Ainu meines Lebens.
Er hat mir noch gesagt, dass er vier Stunden am Platz gestanden ist ohne einen einzigen Fahrgast. Jetzt fährt er nach Hause.

Wieder eine Fahrt zurück ins Zentrum. Zwar kein Mercedes, dafür aber ein junger Mann, Wiener Türke mit Maske. Er spricht perfekt Wienerisch, schätze Ottakring.
Eigentlich hat er Architektur studiert. Warum nicht weiter? Familie, geheiratet, gleich Kind, brauchte Geld. Aber er will immer noch Architekt werden, vielleicht aber auch erst mein Sohn, lacht er. Die Art und Weise, wie er das Lenkrad berührte, unmerklich mit den Fingerkuppen lenkte, als würde er einen Kinderkopf streicheln, da sah ich ihn mit Bleistift , Zirkel und Lineal, den Architekten.
Worüber wir zu reden angefangen haben, weiß ich nicht mehr so genau, ich glaube, ich lobte ihn für seine gute und intelligente Fahrweise, geschmeidig und flott, ohne dass er jemals die Geschwindigkeitsbeschränkung von 50 überschritten hätte. Alle Kanaldeckel und Schienen überfuhr er ohne Erschütterungen. Ich hatte ja nun schon genügend Driver auf meinen Wegen dahin und dorthin erlebt, aber dieser war genial. Er schaffte die Strecke nicht nur in viel kürzerer Zeit, schlängelte sich elegant durch den mäßigen Verkehr wie ein Fisch im Schwarm, sondern schaffte es auch noch auf den Niedrigstpreis von 15,20 €, während die anderen immer um die 20 verlangten.

Ein Fahrer aus Sri Lanka mit Sikkh-Turban, der in Simmering wohnt, war noch nie so weit im Westen von Wien.
Gar nicht sattsehen konnte ich mich an seinem Aussehen. Er trug einen himmelblauen Turban und eine gelbe Jacke, wie sie Krone-Verkäufer anhaben, ein Paradiesvogel. Das Gesicht war fast vollständig zugewachsen mit einem graumelierten Bart, der ihm weit auf die Brust reichte. Vor Mund und Nase hatte er vorschriftsmäßig die Maske gespannt, die musste aber zwergnasemäßig groß sein, weil aus den Falten ein Riesenhöcker ragte. Sein Bart war so breit, dass die Nase erweiterte Flügel zu haben schien.
Aber je weiter wir ins Rosental fuhren, desto unruhiger wurde er.

Sind wir wirklich noch in Wien?
Er hatte Angst, der Tarif ins Bundesland ist anders.
Ja, das ist Penzing, Hütteldorf, 14. Bezirk, das Rosental.
Er manipulierte an seinem GPS am Mini-Bildschirm herum und fand das Rosental nicht.
Seines sagt ihm Rosentalstraße, ich sage Rosentalgasse.
Ich immer nur Simmering und Donaustadt.
Ich bemühe mich: Linzerstraße, Rosental, Dehnepark, Satzberg und links steil hinauf ein paar Kurven in eine Gartensiedlung.
Nicht Niederösterreich? Immer Wien?
Ja, immer Wien, 14. Bezirk, der ist so grün.

Als ich am Rosenhang seinem Gefährt entstieg und er mir mit dem Gepäck half, schaute er sich um, all die blühenden Obstbäume, der Flieder, die Forsythien in den Gärten, hellgrüne Hügel, die schmucken Häuschen, Villen und Pools, er drehte sich mehrmals um sich selbst und kam aus dem Staunen nicht heraus.
Ist teuer hier?
Ich weiß nicht, ich miete.
Glück gehabt.
Dabei hat er nicht einmal die dramatischen Felsenklippen und den Silbersee am Satzberg gesehen, nicht den „Vatikan des Wienerwaldes“, die über dem Waldrand thronende goldene Kuppel der Otto-Wagner-Kirche, die ihn vielleicht an eine Pagode seiner Heimat erinnert hätte.
Ja, wirklich Glück gehabt, denke ich, als ich mein Gepäck zu meiner Hütte schleppe.

Die gesprächigste Fahrt machte ich mit einem Bosnier, als der er sich sofort vorstellte.
Odakle ste?
Da riss es ihn herum, als hätte ihn jemand ins Genick geschlagen.
Er klappte den Rückspiegel herunter und holte einige Fotos hervor.
Das ist mein Haus in Velika Kladuscha.
Ein großes, dreistöckiges, noch unverputztes Haus mit rotem Ziegeldach zwischen grünen Hügeln, im Tal ein Fluss, das ist die Una, dort gibt es viele Fische, wunderbare Wälder, er kommt ins Schwärmen, Heimat eben.
Das Haus hab ich selbst gebaut. Jetzt leben nur meine Eltern dort. Aber ich komme oft auf Besuch, muss noch weiterbauen. Frage mich, nur für wen? Werden seine Kinder dorthin zurückkehren und dort leben wollen?
Er sprach fast perfektes Deutsch. Knapp nach Ausbruch des Krieges 1991 ist er nach Deutschland gegangen und hat am Bau gearbeitet, erzählt er, später nach Wien und ist schon lange Fahrer bei 40 100.

Ich erzähle ihm, dass ich Erinnerungen an Velika Kladuscha habe, ein Großdorf gleich hinter der kroatisch-bosnischen Grenze. Der Krieg war noch nicht voll ausgebrochen, aber Velika Kladuscha hatte sich schon in drei Zonen geteilt. Am Dorfrand, von Norden kommend, hatten sich kroatische Einheiten festgesetzt, die Mitte mit Burg und Moschee wurde von Bosniaken gehalten, der südliche Rand von den Serben. Wir mussten dreimal verhandeln, um weiter nach Sarajewo zu kommen. Später kam noch eine vierte Front dazu, die Truppen von Fikret Abdic, dem früheren Direktor des mächtigen Konzers „Agrokomerz“.

Mein Fahrer schnaubte. Ja, alle waren verrückt, damals. Ich wollte da nicht mitmachen und bin abgehauen. Alle sind Lügner, alle betrügen einander und die ganze Welt. Glauben Sie nie etwas, was Ihnen ein Jugo sagt. Ihm auch nicht? Wie oft habe ich solche Schutzbehauptungen schon gehört. So richtet sich jeder seine Vergangenheit zurecht, damit er irgendwie weiterleben kann. Vom Alter und der Statur her könnte er ein Kämpfer gewesen sein, auf welcher Seite auch immer.
Das war meine bisher letzte Fahrt ins Rosental hinaus, mit einem Taxi, da wir aus der Quarantäne entlassen worden sind. Zumindest meine Kulturstudien werde ich vermissen.

Wien, 2. Mai 20

Veronika Seyr
www.veronikaseyr.at
http://veronikaseyr.blogspot.co.at/

www.verdichtet.at | Kategorie: spazierensehen | Inventarnummer: 20082

Idyllische Momente

Bunte Häuser
Gärten mit Weintrauben
Zeiger wandern langsam über die Felder
ruhige Gedanken
zerstreute kann man zusammensetzen,
Im Betonbau
wo es wuselt
werden sie wie Mikado-Stäbe zusammengeworfen

Nachts leuchten Sterne herab
wie selten ein Stadtkind sie erblickt
Sommerliche Tage
Weinreben hängen am Stock,
auch wenn man nicht trinkt
Mein Geist ist betrunken von der Schönheit
Violette Beeren schmecken süß-sauer
etwas Raues bleibt als Nachgeschmack

Ein langer Fluss zieht an Häusern vorbei
Alte Häuser mit schiefen Zäunen
Rehe, Böcke, Hasen, Ziegen, Hühner, Habichte, Rinder, Schafe, Schweine, Hunde, Katzen

Nichts, was den Geist krank macht
vielleicht der Alkoholkonsum mancher
Blaskapelle
Tamburizza
Ziehharmonika
Feste finden sich immer

Altes magyarisches Geschlecht geistert
noch immer in den Städten

Florian Pfeffer

www.verdichtet.at | Kategorie: spazierensehen | Inventarnummer: 20071

Die Rahmenhandlung

Ich fahre mittelschnell durch eine große Stadt, an vielen Gebäuden vorbei, an einem anstrengend heißen Tag. Ein noch etwas entferntes Haus bannt meinen Blick; es hat mehrere Stockwerke und zahlreiche Fenster, von denen ein einziges sperrangelweit offen steht. Alle anderen sind geschlossen; wohl um die Hitze auszusperren.

Beim Näherkommen werde ich Details gewahr: Dieses eine Fenster trägt einen Trauerrand.
Der Rahmen ist schwarz, das Mauerwerk um den Fensterstock von verwischtem Anthrazit, direkt über dem Fenster noch weit dunkler als an dessen Unterseite, die Fassade rundum in blassem Cremeweiß gehalten. Die optische Wirkung ist die eines weit geöffneten Zyklopenauges. Es bekommt Augapfel und Pupille:  Oberkörper und Kopf eines dunkelhaarigen Mannes werden innerhalb der schwarzen Einfassung sichtbar, für einen Augenblick, der Mann beugt sich vor, sieht nach unten auf die Straße, zündet sich eine Zigarette an und bläst den Rauch langsam nach draußen, in den Sommernachmittag.

Dann bin ich vorüber, das Haus liegt hinter mir. Es dauert nur drei Wimpernschläge lang, diese Szenerie zu erfassen, und doch lässt sie mich nicht los.

Einige Wochen später führt mich mein Weg wieder an diesem Haus vorbei. Mein Blick wandert hinauf zu dem bewussten Fenster. Abermals sticht es hervor: Es ist das einzige mit strahlend hellem Rahmen, spiegelglänzenden Glasscheiben und rund um seinen blütenweißen Fensterstock von einem makellosen Neuanstrich umgeben, bis zu einem Abstand von circa einem halben Meter.
Plötzlich sieht alles rundherum schmutzig aus, die vormals cremefarben erscheinende Fassade starrt vor Dreck. Das Fenster ist geschlossen. Es will mit dem alten Drumherum eindeutig nichts mehr zu tun haben.

Carmen Rosina

www.verdichtet.at | Kategorie: spazierensehen | Inventarnummer: 20001

Laubbläser im Schnee

Da ist er wieder
Vermisste schon
Seine dreiste Unverdrossenheit
Er sieht ganz anders aus

Rotwangig, erhitzt
Stapft er durch den Schnee
Mit festen Schuhen
Und klarem Blick

Blinzelt der Sonne
Der Ferne entgegen
Und irgendwas fehlt …
… ich komme gleich drauf

Er ist ganz bei der Sache
Bei sich
Ohne Anhängsel
Keine Pflicht

Er ist ein Laubbläser
Ohne Laubbläser
Er hat Winter
Er ist frei

Carmen Rosina

Sind Sie neugierig, was den Laubbläser im Sturm und den Laubbläser im Regen beschäftigt hat?

www.verdichtet.at | Kategorie: spazierensehen | Inventarnummer: 19146

 

 

 

 

Der U4z-Schienenersatzverkehr-Blues

Vorausgeschickt: Bei den Wiener Linien funktioniert fast alles fast immer gut.

U4 gesperrt vom Karlsplatz bis zur Längenfeldgasse! Oh Schreck! Schienenersatzverkehr vom 1. Juli bis 2. September. Die U4-Teilsperre würde mich direkt betreffen, hatte ich doch gerade einen Schrebergarten in den Hügeln von Hütteldorf gepachtet.
Diese Aufzeichnungen habe ich nach der ersten Woche begonnen, also nach 14 mal hin und zurück vom Karlsplatz mit dem U4z zur Längenfeldgasse und weiter mit der alten U4 nach Hütteldorf. Und zurück.
Aber heute, nach der 66. Fahrt im U4z des Schienenersatzverkehrs, bin ich begeistert, gratuliere allen Planern, Mitarbeitern und uns Wienern zu solchen Verkehrsbetrieben. Die Fahrt ist übrigens kostenlos.

Die WL haben ein lückenloses Leitsystem eingerichtet auf der wahrscheinlich wichtigsten Touristenlinie in diesem Sommer, zum Schloss Schönbrunn und zum Tiergarten. Überall stehen Mitarbeiter, verteilen Flyer und antworten geduldig. Sie sind an jeder Station präsent. Wie sie „Schienenersatzverkehr“ den deutschen Gästen ausdeutschen oder gar in die anderen Hauptsprachen übersetzen, das blieb mir bislang verborgen. Die Busse fahren nonstop, kreisen wie ein Perpetuum mobile. Niemand wartet länger als drei Minuten. In diesem heißen Sommer besonders angenehm – die meisten Busse sind gekühlt und nie überfüllt. Wer nicht ein notorischer Meckerer ist, kommt gut durch. Für mich ist die Strecke etwa fünfzehn Minuten länger als mit der normalen Durchfahrt auf der U4 – Busse haben nun mal Ampeln und andere Verkehrsteilnehmer.

Alles im Leben ist eine Frage der Perspektive. Dieses Prinzip der systemischen Theorie beweist sich wieder einmal auf den Fahrten mit dem Uvierzet. Sie haben mir viele neue, ungeahnte Einblicke und spannende Ausblicke eröffnet. Und Pläne: Ich weiß, was ich tun werde und nie wieder tun sollte.
Geschätzte 45 Jahre bin ich, von der Autobahn kommend, über die Westeinfahrt in den 4. Bezirk gefahren, mit dem Auto. Für die Autolenker stehen natürlich der Verkehr, die Ampeln, Fußgänger, Bodenzeichungen und Abzweigungen im Fokus. Der Blick reicht meist nicht weiter hinaus als über die Ampeln, Schilder, parkende Autos und bei den Gebäuden vielleicht noch bis zum 1. Stock. Aha, muss ich mir merken, vielleicht zwei Sekunden auf ein neues indisches Lokal. Ein Blick mit Scheuklappen wie ein Fiakerpferd.
Immer war ich sicher, ich könnte blind oder schlafend von Auhof zum Karlsplatz kommen.
Nachdem ich jetzt also 66 mal diese Strecke im Bus sitze, habe ich den Verdacht, dass ich früher immer blind durch diese Bezirke gebraust bin. Dazu gestehe ich, dass ich vorher noch nie in meinem Leben in der Station Längenfeldgasse ausgestiegen bin und dort das Licht der Oberwelt erblickt habe.

Ich versuche immer, einen erhöhten Sitz ganz hinten zu ergattern. Ein Rundumausblick auf die beiden Wienzeilen, die Schönbrunner Straße, die Hannover Straße und den Naschmarkt.
Ob hin oder zurück: Für mich ist die Baustelle ein Glücksfall. Aber sie macht mich auch schwindelig. Ein neuer Kontinent hat sich aufgetan. Ein Genuss, dieser unverstellte Blick auf die Prachtgebäude ohne das Gewusel unten am Markt. An der Station Karlsplatz beim Marc-Aurel-Denkmal neben der Sezession gellen Kinderschreie durch den Bus: Löwen, leoni, lwi! Die Eltern in allen Sprachen: Wart nur, bald siehst du lebendige im Zoo.
Werden wir Wiener auch bald in Käfigen ausgestellt?

Kurz nach der Station Längenfeldgasse biegt der Bus auf die Schönbrunner Straße. Das ist der 12. Bezirk. Ich weiß nicht, wo es in Wien noch so einen vernachlässigten Straßenzug gibt.
Fast alle Häuser sind räudig und von unbestimmter dunkelgrauer Farbe. Die Farbe Grün in Form von Bäumen und Büschen scheint hier vollkommen unbekannt zu sein. Vom U4z-Bus aus geschätzt, sind mehr als die Hälfte der Straßenlokale geschlossen, schon sehr lange, weil vielfach von vergilbten, zerfetzten Plakaten und Grafitti verunziert, manche sind zum Kauf oder zur Miete angeboten, die begonnenen Renovierungsarbeiten verfallen schon wieder, die Gerüste sind verrostet und windschief. Man hat das Gefühl, dass kein einziges Haus einen ansieht, alle blind.
Wo bin ich? In Harlem? Fensterlose Lokale bieten Thai-Massage, Ironfist, Osman-Tattoo oder eine türkische Taxischule Arslan an. Dazwischen ein verstaubter Mini-Laden von Nadel und Zwirn, in dem tatsächlich Zwirnsfäden und Nähnadeln im Fenster hängen. Genauso traurig der verdorrte Oleander-Busch davor. Eine Autobelehnung „BARGELD SOFORT!“ macht mit grellen gelb-schwarzen Plakaten Reklame und ist so einladend wie ein Wespennest.

Jetzt schon im oberen 5. Bezirk, wo er noch nicht Bobo ist. Das Jugendberatungszentrum und der Pensionistentreff sehen so düster aus, als bekämst du die Probleme erst, wenn du sie betrittst. Der Clean-Green-Waschsalon hätte beides bitter nötig, außen und innen, ist aber gut besucht. Der Sex-Shop Alpha bietet Gummiwaren an – mit Massenrabatt. Zum Rudelpudern? Der Schanigarten des Funny Colombo mit Srilanka-Küche hinter einer mickrigen Thujen-Hecke ist brechend voll. Albaner, Pakistani, Chinesen, Vietnamesen – alles gibt es, nur kein einziges Wiener Eckbeisl mehr, keine einzige Gastwirtschaft. Wo gehen all die Alkis des 12. und 5. Bezirks jetzt hin?

Sogar die Monopolisten, die Spars, Billas und Hofers, sehen in dieser Bandlwurmstraße mickriger aus als anderswo. Die Schilder mit ihren Logos sind kleiner, und ihre Sackerl drehen sich nicht. In den Fenstern sind keine bunten Leckereien ausgestellt, sondern die Rückseiten von Regalen mit den Rückseiten von Konservendosen und Klopapierpackungen.
Solches hab ich zuletzt im untergegangenen Ostblock gesehen. An den Kinderwägen der Einheitszeltfrauen hängen mindestens noch drei Kinder, auf den Rollern nie weniger als zwei. Aber wenn der U4z kurz nach dem Margaretengürtel hält, bemerke ich zum ersten Mal, wie breit und weitläufig die Grünanlagen sind: dichter, dunkler Schatten über den Wiesen, die Bänke voll besetzt mit Menschen aus der ganzen Welt, Wiesenlager mit Hügeln aus Kopftüchern und bunten Kleidern aus Subsahara: Kindergewusel, Hunde, Rad- und Rollschuhfahrer, Hängematten zwischen den Bäumen, pulsierendes, südliches Leben mitten in der Stadt.

Hallelujah, ich muss nicht auf die Donauinsel zum Afrika-Fest und teuren Eintritt bezahlen. Einfach nur einmal auf den Margaretengürtel! In den Käfigen herrscht rasender Basketball-Betrieb hinter einer gigantischen Mann-Brot-Reklame-Wand. Manche der jungen Athleten dürften sich schon zu Mannschaften zusammengefunden haben, denn die Spieler tragen einheitlich grüne oder orange Leiberl. Rundum Publikum. Ich schwör es mir, einmal steig ich aus und sehe diesen Super-Sportlern zu. Phantastisch, diese Akrobatik und Begeisterung. Warum spielen sie nicht in der NBA? Wann werden sie entdeckt?
Nichts ist ganz wirklich und sicher, fahre ich doch nur in einem Bus durch diese Straßen und sehe so viel, wie wenn ich mich durch die TV-Kanäle zappen würde.

Neue Blicke, neue Gefühle, neue Pläne. Früher im Auto, dann im Untergrund, waren die Fahrten immer nur davon bestimmt, geradlinigst und schnellstens aus der Stadt raus oder nach Hause zu kommen. Plötzlich taucht eine neue Welt dazwischen auf. Die Zwischenwelt des U4z. An einer Ecke am Margaretengürtel hat er eine neue Station. Ich, auf meinem Hochsitz mit einem Rundumblick, nehme zum ersten Mal ein wunderschönes, schmiedeeisernes Eingangstor wahr. Ich kann mich gar nicht daran sattsehen und mache mit meiner Kamera Fotos. Ein Kleinod an einem verwahrlosten Haus mit verstaubten Antiquitäten in den Auslagen. Nach so vielen Stops dort kenne ich alles und habe ich mich in eine Jugendstillampe verliebt. Aber leider: Vorübergehend geschlossen – und das schon sieben Wochen.
Weiter rein in den 5. Bezirk. Mein Blick geht an den Gebäuden hoch: Viele haben ausladende Fassaden und Dachlandschaften, Türme und Türmchen mit Zinnen, Kuppeln, Erkern, Säulen, Figuren, Halbreliefs und Balkonen, alle stilvoll übereinstimmend renoviert und die Dächer mit Sonnenpaneelen versehen. Wie ein Senkrechtschnitt durch die Gedärme der Stadt.

Die Fahrten vom Karlsplatz hinaus zur Längenfeldgasse haben mir, von meinem Hochsitz aus, dank des U4z neue Ein- und Aussichten gewährt. Zwischen Kettenbrücken- und Pilgramgasse steht unten in der Baustelle ein wahnsinnig hoher und wahrscheinlich sehr starker Kran. Er ist pink, aber so was von pink, wie es nichts gibt in ganz Wien. Die Rosa-Lila-Villa gegenüber wirkt dagegen sehr blass mit ihren abgeblätterten Fassaden.
Vom Bus aus sehe ich zum ersten Mal in den Schacht der U4 hinunter und die schreienden, viele Meter langen Grafitti-Malereien an den Wänden. Phantastische Gemälde. Ich hoffe, jemand macht eine Dokumentation. Dazu noch Aufschriften für Fußballclubs in allen Sprachen Osteuropas. Kracowia und Crvena zvezda Beogr. Es geht zu schnell, ich habe noch immer nicht alles entziffert, geschweige denn fotografiert. Ich frage mich, wie diese Sprayer-Künstler dorthin gelangen konnten.

Dass der von mir geliebte Rüdigerhof einen schönen, nicht ganz so spektakulär ausgestalteten Zwilling hat, habe ich noch nie wahrgenommen, weil der Autofahrer in der Linkskurve von der Wienzeile in die Hamburgerstraße abbiegen muss. Ein Haus weiter werde ich wie vom Blitz getroffen, vom Hanna-Hof, einem dotterblumengelben fünfstöckigen Haus mit Schmuck, aufgebaut wie eine Hochzeitstorte. Erst die Baustelle und mein Hochsitz im U4z geben den Blick frei auf diese gelungene Ménage à trois. Und auch auf das Open-Air-Lager der osteuropäischen Internationale von Obdachlosen (OIO), die mit ihren Hunden unter den Bäumen den Schatten genießen. Einer improvisiert auf der Ziehharmonika, andere schlafen im vergilbten Gras ihren Rausch aus.

Als Autofahrerin konzentrierst du dich auf die Rechte oder Linke Wienzeile, als U-Bahn-Fahrerin bist du eben unten. Nun, als U4z-Benutzerin, siehst du plötzlich die dem Wienfluss zugewandten Seiten der Gebäude. Welch Wunder, es gibt begrünte Pawlatschen und Balkone mit phantastischen Gittern und Säulen, üppige Dachgärten und Baumstreifen die ganze Linie entlang. Ich kannte bisher nur den Garten um den Rüdigerhof. Irgendjemand sollte eine Tour anbieten, nach dem U4z, und zu Fuß.

Dann das akkustische Vergnügen: den asiatischen Touristen zuzuhören, wie sie um die Aussprache Kettenbrückengasse ketblga und der Längenfeldgasse legefega ringen.
Wie anfangs gesagt: Es funktioniert alles fast immer gut: Aber einen Vorschlag für die Wiener Linien hätte ich gehabt: eine akkustische App für die Aussprache von Karlsplatz einzurichten. Er hat mit rlspl sagenhafte fünf Konsonanten hintereinander. Die Russen machen ihn einfach zum Kalplaz. Auch für Schönbrunn – Shen-blun – und Hietzing. Mit arabischer, chinesischer oder russischer Phonetik. Gizig, Gizig?, fragen die russischen Touristen, weil sie ja kein H haben und NG nicht aussprechen können. Shen-blun-Shen-blun? Wie oft habe ich das in diesem Sommer gehört.
Nur das Fragezeichen scheint allgemeinmenschlich zu sein. Alle haben ihre Handys fest im Griff, keine Ahnung, in welcher Transkription sie Kettenbrückengasse, Margaretengürtel und Längenfeldgasse auf den Schirm und in die Ohrstöpsel bekommen. Die Länge dieser Namen wird nur Touristen aus Wales nicht überanstrengen. Über Hietzing hinaus zur Braunschweiggasse fährt ohnedies kein Tourist. Die arabischen Gäste lassen gleich alles weg: Leflstr? Schnbrnn? Der Naschmarkt ist einfach, wird zu Naschma, sogar Aschma und Nama sind verständlich. Die Chauffeure nicken zu allem freundlich und bleiben immer cool. In der Station Schönbrunn leeren sich die U-Bahn-Waggons meist vollständig.

Einmal mache ich einen spontanen Ausritt in den Schlosspark, was ich bis an mein Lebensende bedauern werde. Ich war seit den Kindertagen meiner Tochter nicht mehr dort. Mir kommen Zweifel, ob die Rosen hier noch von Bienen bestäubt werden. Ich kann beim besten Willen keine Rosen entdecken, denn jeder Rosenstrauch ist von mindestens zehn Chinesen umringt, die mit ihren Handys fotografieren und einander danach in Massen-Selfies ablichten. Gibt es in China keine Rosen? Ich habe immer gedacht, diese Gewächse stammen ursprünglich von dort. Vielleicht hören sie aus den Stöpseln in ihren Ohren, dass schon Kaiserin Sisi hier gewandelt ist und auf die Rosen geschaut hat.

CHINESEN, DIE AUF ROSEN STARREN. Manche Mädchen verkleiden sich blitzschnell in Sisis, für die Fotos und Videos, die gelbe Torte des Shen-blun im Hintergrund. Einmal werde ich wortlos, aber gestenreich eingeladen mitzuposieren. Offenbar eine seltene Eingeborene. Eine Aborigine. Auf welchen Kanälen des www werde ich erscheinen? Ich fühle mich so wohl und zu Hause wie wahrscheinlich die Exoten immer schon im nahen Tiergarten. Vielleicht kriegen wir auch noch Gitterstäbe. (Wie der Panther von Rilke, eh schon wissen.)

Nach siebeneinhalb Wochen mit dem U4z bin ich trotz allem hauptsächlich glücklich und dankbar. Mit dem Anfang am Karlsplatz bis zum Kaiserschloss und zurück durch die Slums rund um die Schönbrunner Straße: Welches Bild von Wien bekommen diese Besucher aus aller Welt? Was erfahren sie über uns? Ich habe keine Ahnung. Aber von mir weiß ich: Ich habe mich in den U4z verliebt und werde ihn vermissen, wenn am 2. September die renovierte U4 wieder öffnet. Für mich wieder normal 17 Minuten vom Karlsplatz nach Hütteldorf, oder jetzt sogar noch schneller. Wir sollten den WL dankbar sein, dass sie zwei Monate lang kostenlose Führungen durch unbekannte Teile von Wien geboten haben. Und durch unsere Seelen.

30.8.19

Veronika Seyr
www.veronikaseyr.at
http://veronikaseyr.blogspot.co.at/

www.verdichtet.at | Kategorie: spazierensehen | Inventarnummer: 19111