Die Tür öffnet sich,
und niemand tritt herein.
Jemand schließt die Tür,
aber ich bin es nicht.
Johannes Tosin
(Text und Foto)
www.verdichtet.at | Kategorie: ¿Qué será, será? | Inventarnummer: 23117
Die Tür öffnet sich,
und niemand tritt herein.
Jemand schließt die Tür,
aber ich bin es nicht.
Johannes Tosin
(Text und Foto)
www.verdichtet.at | Kategorie: ¿Qué será, será? | Inventarnummer: 23117
Der Astronaut war ins All geflogen,
um neuen Lebensraum zu finden,
für den Menschen in seiner Einzigartigkeit
war das ein schweres Unterfangen.
Der interstellare Antrieb seines Life Explorers
war annähernd so schnell wie das Licht.Schließlich, nach vielen Jahren ganz alleine unter den Sternen,
stieß er auf einen Planeten mit erdähnlicher Masse,
vergleichbarer Sonneneinstrahlung, fast deckungsgleicher Eigenrotation
und konstanter elliptischer Bahn um seinen Stern.Seine Messgeräte registrierten flüssiges Wasser
und eine Atmosphäre mit hoher Sauerstoffkonzentration.
Er hatte extraterrestrisches Leben entdeckt
und einen Platz für das Fortbestehen der humanen Rasse.
Genauestens hatte er analysiert und geprüft.
Die physikalisch-mathematischen Folgerungen mit Proben abgeglichen
und mehrmals durch verschiedene Lösungsmöglichkeiten verifiziert.Es gab keinen Zweifel.
Das Ergebnis war eindeutig.
Die Transportschiffe, die zu seiner Abreise in Bau gewesen waren, konnten starten.Er funkte die Nachricht zur Erde
und trat den Heimweg an.
40.000 Erdenjahre waren vergangen,
was 57 Reisejahren entsprach.
Er war nun ein alter Mann.Als seine Fähre eintauchte in die die Erde umgebende Hülle,
zeigten seine Instrumente sehr hohe Werte
von Kohlendioxid und Fluorchlorwasserstoffen an.
Der Leitstrahl fehlte, der ihn einfangen sollte.
Als er sich zur Landung vorbereitete, kam die Oberfläche näher.
Seine Monitore zeigten ein untrügliches Bild:
Die Ozeane waren verdampft, Salz bedeckte weiß ihre Böden,
die Kontinente glühende Wüsten, kein Fels mehr, nur noch Sand.Das Signal mit der rettungsverheißenden Nachricht war noch immer unterwegs.
Johannes Tosin
(Text und Foto)
www.verdichtet.at | Kategorie: ¿Qué será, será? | Inventarnummer: 23116
Heimat gefunden im dunklen Fluss,
ein Floß gebaut, darauf zu dümpeln,
wenn mir nach Sonne war.Und mir war, mir war danach
so oft,
im dunklen Fluss,
den ich liebte.Heimat gefunden und doch –
ein Floß gebaut.
Der Sonne entgegen.
Annette van den Bergh
paganinisberlin.net
www.verdichtet.at | Kategorie: ¿Qué será, será? | Inventarnummer: 23106
Balancieren
auf einer
Rasierklinge.
Messerscharf
unter den
Füßen.
Zucken,
mit jedem
Schritt.
Zögern,
da niemand
weiß,
wie das gut
enden
kann …
Annette van den Bergh
paganinisberlin.net
www.verdichtet.at | Kategorie: ¿Qué será, será? | Inventarnummer: 23105
alles fließt nichts bleibt wie es ist
Leben schießt vorbei treibt mich an
und reibt mich auf mal steil
bergauf dann pfeilschnell Schuss ins Tal
mit Verdruss und Qual
im Sternenglanz und ganz
leicht und seicht umweht
meinen Sinn und steht
nicht still fragt wer ich bin
was ich will und erreicht
vielleicht mein Herz aus Stein
dass es erweicht und rennt
permanent wirft Licht
dann Schatten auf mein Gesicht
heute bunt morgen grau
beschwert blüht auf
ich werd nicht schlau
sieht mich an merkt nicht
wenn ich nicht mehr kann
dass ich frier meine Kraft
verlier und der Wind
sich besinnt er steht still
weil ich kurz innehalten will
zwei Gang runterschalten
solang mein Glück verwalten
einfrieren mit Stille umrahmen
das Morgen planen mal pausieren
von der Fülle zehren neu begehren
den Motor instand setzen
die verletzten Saiten stimmen
schöne Töne schätzen
und halten Berge erklimmen
das Toben von oben besehen
und zwei Schritte rückwärtsgehen
dabei ganz neu verstehen
…
doch das geht nicht
denn das Fass dreht sich
unermüdlich weiter Zeit
steht nicht still Vergänglichkeit
macht sich breit mehr als ich will
aus himmelblau wird grau
und bis gerade eben
wusst ich’s nicht genau
nur wenn ich im Licht
tief in deine Augen schau
bleibt die Zeit stehn
und ich kann in deinem Bann
wenn ich dem Fluss entrück
ein Stück
Ewigkeit sehn
…
und schon ist’s vorbei
wieder treibt die Zeit
alles fließt nichts bleibt wie es ist
Menschen warten am Rand
reichen mir die Hand
und geraten voller Kraft in meinen Fluss
ich muss ganz gerissen
schnell wissen wer ein Stück
mit mir schwimmt mein Glück
mitbestimmt meine Lieder
mit mir singt immer wieder
mich beschwingt für wen
meine Tore offen stehn
und die andern lass ich gehn
mal ohne mal mit Bedauern
über Mauern vor mir fliehn
weg in andre Herzen ziehn
denn Menschen kommen Menschen gehen
und nur die Veränderung bleibt uns treu
formt uns immer wieder neu
…
alles fließt und mit Sicherheit
bleibt nichts wie es ist Zeit
frisst sich in mein Herz
dämpft den Schmerz und die Wut
kocht das Blut auf nichts ist Verlass
auch nicht auf dein Lächeln
wenn du von uns sprichst
nur das Blau das ich seh
wenn ich in deine Augen schau
das verändert sich nicht
ich bleib stehn und ich kann
in deinem Bann darin im Licht
wenn ich dem Fluss entrück
ganz kurz ein Stück
Ewigkeit sehn
Claudia Lüer
www.verdichtet.at | Kategorie: ¿Qué será, será? | Inventarnummer: 23090
Du warst so ein nettes Kind.
Wir haben oft gemeinsam gespielt,
kannst du dich noch erinnern?
Nein, ich denke nicht.
Oder es ist dir egal.Was ist nur aus dir geworden?
Ein Prolet, unfreundlich und bedrohlich.
Gingst auf mich zu, und ich musste dir ausweichen.
Schäm dich!
Nicht einmal zu meinem Begräbnis bist du gekommen.
Johannes Tosin
(Text und Foto)
www.verdichtet.at | Kategorie: ¿Qué será, será? | Inventarnummer: 23035
Die Zeit hat sich vom Raum gelöst.
Den Raum kann man nicht abschaffen,
aber es gibt keine Zeit mehr.
„Wann?“ ist ein unbekanntes Wort geworden,
ebenso wie niemand eine Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft kennt.
Alles vergessen in dem Moment, in dem die Zeit aufhörte zu existieren.
Johannes Tosin
(Text und Foto)
www.verdichtet.at | Kategorie: ¿Qué será, será? | Inventarnummer: 23034
Ich wollte einst zu euch drängen
Mit all meiner Kapazität
Und jetzt, da die Zeilen sich engen
Da merk ich, es ist zu spätNichts gilt mehr, was einst gegolten
Nur noch der Mächtigen Wort
Das, was wir einst so sehr wollten
Ist abgewendet und fortWir wollten die Welt doch singen
Wider alle Vernunft
Doch durch höchst vernünftiges Dringen
Suchen wir UnterkunftUnterkunft und Bleiben
Verstecken ist jetzt unser Ziel
Und doch ist dies alles zum Speiben
Egal, wie gesundet man’s willNoch treffen wir uns mit Freunden
Bekannt von früher her
Doch zu der Stunde, der neunten
Sind wir nervös, aber sehrDenn morgens in aller Frühe
Wie uns’re Eltern einst auch
Trinken wir die Kaffeebrühe
Und folgen dem ArbeitsbrauchAch, meine Brüder und Schwestern
Dies ist ein altes Lied
Man bricht uns heute wie gestern
Noch unser letztes GliedDie Glieder und die Knochen
Und all uns’re Kapazität
Nach bleiernen Arbeitswochen
Kommt all uns’re Hilfe zu spätDer Glieder bräucht’s aber viele
Zu bilden die Kette nun
Die letzte Kette der Hilfe
Um viele Hilfe zu tunSo lasst uns endlich flechten
Ein neues Weltgeflecht
Wer würde uns denn rechten
Hauptsache, es ist gerechtDie alte Welt, sie endet
In Schmerzen und in Pein
So lasst uns Teil der neuen
Und gegenwärtig sein!FÜRS UFO!
Bernd Remsing
http://fm4.orf.at/stories/1704846/
www.verdichtet.at | Kategorie: ¿Qué será, será? | Inventarnummer: 23033
Und man fragt sich, was das war
Dieses zweifelhafte Jahr
Zweifelhaft, ja sicherlich!
Verzwiefacht doch der Zweier sich
Immer wenn ich’s niederschreibe
Nach der blanken Nuller-ScheibeDrei Zweier stehen also da
Wo vorher doch nur einer war
Nichtige Vertripelung
Die da dem reinen Nichts entsprung
Weder hat das Recht noch Fug
Ich sag’s: Dies ist Binärbetrug!Wen wundert’s, wenn die Währung bläht
Und bald die Welt in Flammen steht!
Nur die trinitäre Drei
Befreit uns aus der Spiegelei!
Eine Zahl wie ein Gefäß
Ein in sich ruhendes GesäßWenn heilige Trinitität
Der Jahreszahl zuhinterst steht
Und bezwingt die Zweierbrut
Wird’s am Ende doch noch gut!
Bernd Remsing
http://fm4.orf.at/stories/1704846/
www.verdichtet.at | Kategorie: ¿Qué será, será? | Inventarnummer: 22139
Ich bin der Richtige für dich, Baby.
Lass mich es dir beweisen.
Du wirst meine Königin sein.
Hundertzwanzig Lakaien werden dich bedienen.
Dir wird es an nichts mangeln.
Und du wirst dir nichts mehr wünschen,
weil du schon alles hast.
Johannes Tosin
(Text und Foto)
www.verdichtet.at | Kategorie: ¿Qué será, será? | Inventarnummer: 22132