Archiv der Kategorie: Norbert Johannes Prenner

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Memento vivere

Sich nicht in Sorgen zu verlieren,
in Aufschieben und Funktionieren.
Leben ist nicht bloße Pflicht.
Lebe, und vergiss das nicht!

Jedoch bedenke, nichts währt ewig,
mach dir das zunächst bewusst
und verfolge es zielstrebig,
dass du erst mal leben musst.

Überlass dein teures Leben
nicht der Gewohnheit und dem Frust.
Verleg es besser nicht auf morgen,
sondern leb es jetzt, mit Lust.

Und aufgrund der Lebensdauer,
der begrenzten, schau genauer,
trenne Wichtiges von dem,
was dir höchst unangenehm.

Nutz den Tag, der schnell vergeht,
wenn unverhofft sich Glück einstellt.
Verdränge und vergiss, was quält,
das dein Leben nicht erhellt.

Mache deine Leidenschaft,
zu leben, dir als Eigenschaft.
Schade ist’s, den Tag verschwenden,
und ihn ungenützt beenden.

Copyright: Norbert Johannes Prenner

Copyright: Norbert Johannes Prenne

Norbert Johannes Prenner
(Text und Grafik)

www.verdichtet.at | Kategorie: es menschelt | Inventarnummer: 26151

Ohne Reue

Hatte man denn Mut genug,
für das eig’ne Leben?
Hat man, was erwartet wurde,
von einem, and’ren auch gegeben?

Oder hat man dieses Leben gar
nicht so geführt, wie man es wollte?
Nun ist es beinah schon vorbei,
es fragt sich bloß, was man noch sollte?

Für vieles ist es schon zu spät,
und ungenützt blieb manche Stunde.
Die Zeit, die zeigt in ihrem Bilde,
so viele Träume, unerfüllte.

War’s nicht an Arbeit viel zu viel?
Zu wenig Zeit für Spaß und Spiel?
Nie Zeit genug für die Gemeinschaft,
oft nur Hass, und Neid und Feindschaft?

Da war die Angst, Gefühl zu zeigen
und manchmal zum Konflikt zu neigen.
Dies und viele and’re Sachen,
die zu nichts führ’n und die krank machen.

Für Freundschaft blieb meist wenig Zeit.
Und hat man das nicht längst bereut?
Kontakte, die verloren gingen,
weg’n scheinbar wichtigeren Dingen.

Ein Vorfall, der sich aufgezwängt,
der hat das Glück stark eingeschränkt,
man hatte es wohl nicht bedacht,
und sich dadurch unfrei gemacht.

Durch die Gewohnheiten, die alten,
konnte man kaum was gestalten.
Anstatt den Moment genießen,
ließ man sich’s durch sie verdrießen.

Die Angst vor einer jähen Wende
birgt keinen Anfang, mehr das Ende.
Dann droht, wo es recht einsam wäre,
das Nichts, und es bleibt nur noch Leere.


Copyright: Norbert Johannes Prenner

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Norbert Johannes Prenner
(Text und Grafik)

www.verdichtet.at | Kategorie: es menschelt | Inventarnummer: 26143

Unsicher

Wie unsicher und wechselhaft
ist das, was diesen Menschen schafft.
Oft führt schon eine leichte Wende
zum schicksalhaft geword’nen Ende.

Das Schicksal hat’s, da hilft kein Flehen,
auf unser Ende abgesehen.
Es zeigt, mit Grinsen und in Kürze,
uns seine Macht, auf dass das stürze,
was in jahrelangen Plagen
wir alles angesammelt haben.

Nun gut, das End’ scheint unvermeidlich,
der Umgang damit mehr als leidlich.
Dadurch wird unser Lebensziel
so ziemlich klar, wohin es will.

Auch mag es letztlich sinnlos sein,
davor zu flieh’n, es holt dich ein.
Doch wie ihm die Exotik nehmen,
soll’n wir uns daran gewöhnen?

Um mit Geschick heranzukommen,
an das, was uns das Herz beklommen.
Also den Tod, der vis-à-vis.
Die Frage stellt sich dann, bloß wie?

Kann jeder Tag der letzte sein.
Und wie sich von dem Druck befrei’n?
Denn dann wird alles, was gescheh’n,
mit einem Male untergeh’n.

So bietet seine Exzellenz,
der Tod, ’ne neue Existenz.
Ein Eingliedern in die Struktur
der Weltenordnung ist es nur.

Und seiner Sorgen sich entledig,
ein jeder, denn Gott sei Dank, nichts dauert ewig!
Als Teil des Flusses sind wir nur
Partizipienten der Natur.

Mit der Geburt beginnt das Ende.
Ach, Tote sind wir, bloß lebende!
Den Sterbenden trifft’s, nicht den Toten.
Drum lebe sinnvoll, wär’ geboten.
Geht es ums Leben, denk nur dran,
hat man’s genützt oder vertan?

Beim Zweiten, gut, ihr Leut’, ich mein,
dem kann es auch gleichgültig sein.
Ein jeder Tag, der lebt sich’s gleich,
ist wie der andre, sag ich euch.

Die Dunkelheit sowie das Licht,
die wechseln bloß, aus meiner Sicht.
Der Tag und auch die Nacht, ihr Lieben,
sie sind bis heute gleich geblieben.

Mag sein, es leben manche länger,
doch auch für diese wird’s mal enger.
Was fängt man an mit diesem Leben?
Ihm möglichst viel Inhalt geben!

Copyright: Norbert Johannes Prenner

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Norbert Johannes Prenner
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www.verdichtet.at | Kategorie: es menschelt | Inventarnummer: 26137

 

Zweifel

Ein Zweifler bin ich, keine Frage,
komm ich einmal in die Lage,
zu entscheiden ja und nein,
fällt mir nie das Rechte ein.

Da erfassen mich Bedenken,
wem soll ich was diesmal schenken?
Gleich ob Ostern oder Weihnacht,
was mein Zögern neu entfacht.

Manchmal werd ich richtig heiß,
macht mir jemand etwas weis.
Dummes Zeug glaub’n fällt mir schwer,
das nährt meine Skepsis sehr.

Und voll Zwiespalt schau ich dann,
ich prüfe und erwäge, wann
genau, noch ehe ich was tu.
Denn vorher seh ich lieber zu.

Schon seh ich mich als Skeptizist,
der geg’n jed’n und alles ist.
Vor allem geg’n das Älterwerden,
und ebenso gegen das Sterben.

Ganz besonders regt mich auf,
hab ich nichts am Konto drauf.
Wurde auf mich ganz vergessen?
Woher krieg ich sonst mein Essen?

Und wenn ich schon von Krankheit hör
und mich darüber höchst empör,
zweifle ich am Sinn des Lebens
und suche ihn, wie’s scheint, vergebens.

Manche mögen zwar lancieren,
Zweifel auszubalancieren.
Ich weiß zwar nicht, wie man das macht,
doch ich versprech, ich geb drauf Acht.

Copyright: Norbert Johannes Prenner

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Norbert Johannes Prenner
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www.verdichtet.at | Kategorie: es menschelt | Inventarnummer: 26128

Falscher Lorbeer

Den Irrtum mit der Lüge decken,
heißt, ein Loch ersetzen, bloß durch Flecken.
Nach Recht und Gleichheit sucht der Schwache,
für Starke ist’s ja doch bloß Mache.

Zufriedenheit ist dann geglückt,
bewusst, in dem, was selbst genügt.
Der Lohn des Zweifelns, der liegt in
der ganzen Wahrheit rechtem Sinn.

Die Gegenwart ist mir willkommen,
wenn was zu tun ich angenommen.
Was noch nicht ist, macht mich besinnen,
und das, was war, lässt mich erinnern.

Jedoch, wenn einer Lob dir hudelt,
ein Schmeichler, der dir unterjubelt,
mit Lorbeer’n grün dein Haupt bekränzt,
und du ihn fast nicht wiederkennst,
dir unterlegen sei, so wie er meint,
denn immer schon wär er dein Freund.
Sei auf der Hut, geh nicht drauf ein,
es könnte nicht ganz ehrlich sein.

Denn reden, sagt man, sei die Kunst,
der Glaube weckt oftmals die Gunst.
Doch, ohne Freundschaft sind nur Güter
auch kein Trost für die Gemüter.

Copyright: Norbert Johannes Prenner

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Norbert Johannes Prenner
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www.verdichtet.at | Kategorie: Perfidee | Inventarnummer: 26127

Der Unterschied

So unterschiedlich sind die Leut’,
das gilt für gestern und für heut.
Der eine groß, der andre klein,
denn alle soll’n verschieden sein.
Einer neigt oftmals zum Groben,
ein anderer zeigt sich verschroben.

Die einen leben nur fürs Jetzt,
wahrscheinlich für den Augenblick.
Und sparen sich zu guter Letzt
den Blick nach vorn, und den zurück.

Und wieder andre leben so,
als währte alles ewig.
Sie sammeln Güter an, en gros,
denn nur Besitztum macht sie selig.

Manch einer lebt gern anonym,
der andre braucht die Bühne.
Dem einen, dem genügt ein Wort,
ein anderer will Synonyme.

Die einen lieben die Natur,
die andern lieber Whisky pur.
Und was dem einen ist sein Glück,
dem andren wär’s sein Missgeschick.

Copyright: Norbert Johannes Prenner

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Norbert Johannes Prenner (Text und Grafik)

www.verdichtet.at | Kategorie: es menschelt | Inventarnummer: 26126

Irritierte Zungen

Hat sich Gott zurückgezogen
und hat so für sich erwogen,
für den Menschen Platz zu machen,
um die Welt neu zu erschaffen?

War er müd vom vielen Schöpfen?
Lag es an verbohrten Köpfen?
War da etwas schiefgegangen,
damit, was er angefangen?

Ein Geschenk, das war die Sprache,
eine durchaus gute Sache.
Wirklich sinnvoll und zukünftig,
gut durchdacht und sehr vernünftig.

Aber ach, oh Schreck, oh Graus,
was machen diese Menschen draus?
Globale Ordnung scheint vernichtet.
Einer, der es für sich richtet.
Als Messias will er klar,
Führer sein, des Westens gar!

Ein Imperialist, sonst inhaltsleer,
fällt über seinen Nachbarn her.
And’re glauben gar, sie müssten,
klerikale Erzfaschisten!,
Menschen köpfen, das im Namen
eines bösen Gottes! Amen!

Hätt’ Geschichte ein System,
wär es äußerst angenehm,
von diesem einfach abzulesen,
was wird sein, wie war’s gewesen?

Wider jegliche Vernunft,
Gescheh’n ist ohne Wiederkunft.
Zeigt sich meistens unauffindbar,
wandelbar und niemals klar!

Wie man es auch hier vorführe,
in der Ära der Raubtiere,
herrscht Kommunikation eiskalt,
in der Sprache der Gewalt.

Norbert Johannes Prenner

www.verdichtet.at | Kategorie: ärgstens | Inventarnummer: 26120

The poor and lonesome Cowboy

Wie wichtig war in Jonnys Leben
vor allem, nach der Freiheit streben!
Nach Tugend und Gelassenheit,
im Einklang zur Vergänglichkeit.

Mehr lag ihm an des Lebens Würze
als an des Vergnügens Kürze.
Wichtig war, was wesentlich,
egal, was unabänderlich.

Wie wertvoll macht die Endlichkeit
das Leben ohne Eitelkeit.
Einstellung bestimmt die Fügung
und nicht die äußere Bedingung.

Sein Credo, das vergaß er nie,
sein Lebensraum war die Prärie.
Nicht zeitgemäß schien ihm sein Pferd,
ein Motorrad war ihm mehr wert.

Wenn er des Nachts am Feuer schlief,
dann stand es neben ihm, ganz schief.
In seinem Stiefel ein Skorpion,
na und, sagt er, was macht das schon?

Er hätte gar nichts zu vererben,
das dachte er, würde er sterben.
Und niemand würde bei ihm sein,
er stürbe einsam und allein.

Copyright: Norbert Johannes Prenner

Copyright: Norbert Johannes Prenner

Norbert Johannes Prenner (Text und Grafik)

www.verdichtet.at | Kategorie: hin & weg | Inventarnummer: 26119

Woodplay

In diesem Fall stellt sich die Frage,
dauert etwas gar drei Tage,
ist es vom Hudson bis zur Elbe
oftmals nicht immer dasselbe.

Rockmusik ist manchen heilig,
und die Fans, die haben’s eilig,
folgen ihrer Lieblingsband
bis ans Ende dieser Welt.

Warum man ein Musikevent
der Dauer wegen bloß so nennt?
Nämlich so wie damals dieses
Woodstockfestival, so hieß es.

Welten trennten die Idee
voneinander, eh und je.
Blasmusiker klau’n den Namen
für ein Fest in diesem Rahmen.

Damals war das Ziel drei Tage,
Love and Peace, in ruhiger Lage.
Zwischen Hasch und Mescalin
hört man auf die Musik hin.

In Bethel borgte ein Milchbauer
dreihunderttausend Fans, genauer
Hippies wie auch Musikern,
sein Weidefeld dafür recht gern.

Trotz Dauerregens riss Joe Cocker
alle Teilnehmer vom Hocker.
Janis Joplin’s no more pain
folgten Tränen, love in vain.

Statt Tenorhorn bläst die Anna
vor sich Schwaden aus Marihuana.
Lässt man diese Szenen tauschen,
hörte von fern man dumpfes Rauschen,
trotz des überlauten Trubels
das Tröten des Klarinettenmugels.

Die US-Hymne spielte Hendrix
nach Santana, als Appendix.
In Hintertupfing zwischen Ästen
serviert der Wirt den werten Gästen
eine Halbe und ein Schnitz
am Baumkronenweg, kein Witz!

Und im Schlafsack, nah der Bühne,
liebt ein langhaariger Hüne
eine hübsche Hippiebraut,
nach dem Motto Twist and Shout.

In Hühnerzipfl intoniert
am Flügelhorn, hoch motiviert,
Liebe böhmisch, mit Elan,
der Seppl, weil er’s so gut kann.

Doch Pete Townshend von  The Who
gibt am Verzerrer keine Ruh.
In Tupf am Wald dort quiekt die nette
Klarinette der Anette.

Vielleicht ist ein Vergleich nicht gut
und macht bei allen böses Blut?
Könnt man Marathon nicht sagen?
Man müsste bloß die Bläser fragen.
Fragt sich, gibt’s da was zu schmollen,
bei Festen, die nicht enden wollen?

Copyright: Norbert Johannes Prenner

Copyright: Norbert Johannes Prenner

Norbert Johannes Prenner (Text und Grafik)

www.verdichtet.at | Kategorie: unerHÖRT! | Inventarnummer: 26114