Archiv der Kategorie: Dario Schrittweise
Die Wiese der Sinne
Vers für Vers,
die Feder in der Hand,
mit Tinte und
verschnörkelter Schrift
auf dem Blatt
meiner Seele.Vers für Vers,
gehauchte Zeilen,
die Worte erblühen,
verwandeln das Papier
in eine Wiese
der Sinne.
Dario Schrittweise
dario-schrittweise.org
www.verdichtet.at | Kategorie: let it grow | Inventarnummer: 26121
Innig
Wie
Eine Wolke
Ein Blick
Ein Flüstern
Lächeln
Nur
Ein Hauch
In der Nacht
Innige Liebe
Überwindet
Alles
Dario Schrittweise
dario-schrittweise.org
www.verdichtet.at | Kategorie: verliebt verlobt verboten | Inventarnummer: 26038
Im Bann des Windes
Der milde Hauch des Windes umweht mich,
ich lasse mich von der sanften Brise umgarnen.
Ruhig laufe ich durch einen Hain,
die Blätter einer Walnuss rascheln,
die Sonne durchtränkt die Baumkrone mit Licht.Indes singen die Grillen ihr fröhliches Lied.
Ich lausche ihren Klängen,
glaube, darin alte Geschichten zu vernehmen,
von fruchtbaren Landschaften
und weitläufigen Tälern.Ein Bach fließt neben meinem Pfad,
ich folge ihm, lasse mich treiben,
stets den Wind im Haar und im Rücken spürend.Am alten Steinbrunnen halte ich inne,
in der Tiefe gurgelt die Quelle.
Das Echo beruhigt mich.
Ich drehe die rostige Winde,
der Holzeimer erscheint.
Das Wasser stillt meinen Durst,
es befreit mich vom Ballast der Sorgen.Alles Schwere scheint vorüber,
alles um mich wirkt ruhig.
Nur das Flattern der Blätter ertönt.
Ich lasse mich weiter treiben,
vom Hauch des Windes.
Dario Schrittweise
dario-schrittweise.org
www.verdichtet.at | Kategorie: spazierensehen | Inventarnummer: 25231
Nur ein kleiner Tropfen
Mensch, vergiss deine Bestimmung nicht,
bedenke, alles ist vergänglich,
betrachte die Erhabenheit der Natur,
fühle dich nicht so wichtig.
Wir sind alle nur ein kleiner Tropfen
im großen Ozean des Lebens,
unser Dasein ist sehr wertvoll.
doch ebenso zerbrechlich.
Drum nutze deine kostbare Lebensreise
mit Demut und äußerstem Bedacht,
dann wirst du wieder erkennen,
wie nichtig die meisten Probleme erscheinen.
Dario Schrittweise
dario-schrittweise.org
www.verdichtet.at | Kategorie: es menschelt | Inventarnummer: 25182
Dasein voller Lücken
Ein Leben voller Lücken,
mit Ecken und Kanten versehen,
ohne unsere Schwächen zu verstehen,
was kann uns damit glücken?Mängel, Haken und Ösen,
ist das die Wurzel alles Bösen?
Können wir am Ende nur noch träumen
und dabei unser wahres Glück versäumen?Wir Menschen sind alles andere als perfekt,
doch das macht unser Dasein bunt, nicht defekt,
darum gibt es keinen Grund für Trauer oder Groll,
leben wir optimistisch und hoffnungsvoll.
Dario Schrittweise
dario-schrittweise.org
www.verdichtet.at | Kategorie: es menschelt | Inventarnummer: 25121
Die geschenkte Zeit
An jenem denkwürdigen Tag wachte Isidor spät auf. Müde blickte er auf den Wecker auf dem Nachttisch. Der kleine Zeiger erreichte schon 09:43 Uhr. Erschrocken stellte er fest, dass er verschlafen hatte.
Isidor stand auf und rannte ins Bad, um sich zu erfrischen. Nach einer schnellen Dusche putzte er sich die Zähne, zog sich an und nahm seine Aktentasche.
Schon 10:17 Uhr – er musste sofort zum Auto.
Die Müdigkeit war verflogen, jetzt dachte Isidor nur daran, so schnell wie möglich zu seinem Arbeitsplatz zu kommen. Er rannte zum Wagen, den er in der Nähe geparkt hatte, und sprang hinein wie in ein Fluchtfahrzeug. Doch als er versuchte, den Motor zu starten, stotterte dieser nur.
„Lass mich jetzt bitte nicht im Stich!“, bettelte er, doch sein sonst so zuverlässiges Gefährt hustete nur.
Dann muss ich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, beschloss er.
Isidor rannte nach Hause und hastete hinunter in den Keller. Dort lehnte sein altes Fahrrad vernachlässigt in einer schummrigen Ecke. Er machte sich daran, das Fahrradschloss zu öffnen. Doch was war das? Die Kette war aus dem Zahnrad gesprungen!
Stimmt, da war etwas, erinnerte er sich, ich wollte ja das Fahrrad nach der letzten Tour reparieren. Hätte ich das bloß nicht vor mir hergeschoben! Dann eben der Bus.
Isidor eilte zur nächsten Bushaltestelle, die zwei Häuserblocks entfernt war. Er wartete fünf Minuten, zehn Minuten, nach fünfzehn Minuten verlor er die Geduld.
Was ist denn heute los? Nicht einmal auf den Bus ist Verlass, ärgerte er sich innerlich. Ohne auf den Fahrplan zu achten, verließ er entnervt die Haltestelle.
Wie es aussah, musste er zu Fuß zur Arbeit gehen. Nun gut – er wollte sich ohnehin wieder mehr bewegen.
Es regnete leicht. Der Asphalt glänzte. In den Pfützen bildeten die Regentropfen kleine Kreise.
Die erste Besprechung des Tages hatte er bereits verpasst. Die Kollegen würden gerade ihren zweiten Kaffee trinken, wenn er ankam. Sie würden den Kopf schütteln, wenn er keuchend und schwitzend zur Tür hereinkäme. Die zweite Besprechung war ebenfalls in Gefahr.
Isidor hatte einen Weg von etwa zwanzig Minuten vor sich. Leider hatte er im Durcheinander nach dem Aufstehen sowohl sein Mobiltelefon als auch seine Armbanduhr zu Hause vergessen. In einer Bäckerei fragte er nach der Uhrzeit.
„Es ist 10:53 Uhr“, antwortete die Verkäuferin. Sie stand hinter der Theke, in der viele verschiedene Gebäckstücke und Brotsorten präsentiert waren.
„Was darf’s denn sein?“
„Nichts, danke. Ich muss dringend zur Arbeit.“
„Ja, ja, die schwer arbeitende Bevölkerung hat es nicht leicht. Vor allem, wenn man arbeiten muss, während andere die Füße hochlegen“, sagte sie verständnisvoll.
„Ja, danke“, erwiderte Isidor, „ich muss dann weiter.“
„Einen schönen Tag noch“, rief die Verkäuferin ihm gut gelaunt hinterher.
„Einen entspannten Tag“, antwortete er und wunderte sich, warum die Frau so viel Verständnis gezeigt hatte.
Heute war doch ein gewöhnlicher Werktag, an dem niemand die Füße hochlegte. War die Verkäuferin komplett durcheinander?
Isidor ging zielstrebig weiter, schaute sich aber genauer um. So etwas, es waren nur wenig Menschen unterwegs. Gar nicht, was er von einem normalen Arbeitstag gewohnt war. Auch der Straßenverkehr war für gewöhnlich dichter. Waren alle Werktätigen schon in ihren Büros und auf den Baustellen?
Er musste jemanden nach dem Tag fragen. Ein älterer Herr im karierten Anzug kam ihm mit einem aufgespannten Regenschirm entgegen.
„Guten Tag, entschuldigen Sie die Störung. Können Sie mir bitte sagen, welchen Wochentag wir heute haben?“
„Heute ist ein Sonntag, guter Mann“, antwortete der Gefragte verdutzt. Isidor lachte schallend.
„Habe ich etwas Witziges gesagt?“, fragte der Mann verwirrt.
„Nein, ganz und gar nicht“, beruhigte ihn der Glückliche. „Sie haben mir den Tag gerettet.“
„Ich verstehe zwar nicht warum, aber es freut mich, dass ich Ihnen helfen konnte“, sagte der Mann heiter.
Isidor kaufte sich in einer Eisdiele zwei Kugeln Erdbeereis. Der Regen hatte aufgehört. Hinter den grauen Wolken trat schüchtern die Sonne hervor. Isidor spazierte mit dem Eis fröhlich in einen Park und setzte sich auf eine Bank. Seine Aktentasche legte er neben sich. In seiner Nähe führte eine Ente ihre watschelnden Küken zum Teich. Er lehnte sich zurück, genoss sein Eis und freute sich über die geschenkte Zeit.
Dario Schrittweise
dario-schrittweise.org
aus: „Kaleidoskopische Welten: Kurzgeschichten, Miniaturen und szenische Texte„
www.verdichtet.at | Kategorie: an Tagen wie diesen … | Inventarnummer: 25108
Das lyrische Ich
In seinem Inneren, ganz tief,
in anderen Sphären verborgen,
lag sein lyrisches Ich geborgen,
es zog sich zurück und schlief.Eine der Musen, Göttin der Poesie,
erschien dem Schlafenden im Traum,
sie sang ihm ein Lied, er glaubte es kaum,
von neuen Ideen und Fantasie.Der Träumer begann zu schreiben und lachte,
denn an jenem Morgen spürte er voller Heiterkeit,
wie sein lyrisches Ich nach langer Zeit
wieder zu neuem Leben erwachte.
Dario Schrittweise
dario-schrittweise.org
www.verdichtet.at | Kategorie: Wortglauberei | Inventarnummer: 25085
Ein Stelldichein im Cabaret Voltaire
Im Jahre 1916, mitten im großen Kriege,
traf sich in Zürich eine besondere Riege.
Humnama humnama tadum bidum
Null, eins, eins, zwei, drei, fünf, acht, dreizehn
traradadam traradadam tadum bidum.
Sie waren Künstler, Emigranten und Pazifisten,
mit ihren Ideen und Träumen,
wollten sie die verstaubten Künste und Gedanken überlisten.
Humnama humnama tadum bidum
Null, eins, eins, zwei, drei, fünf, acht, dreizehn
traradadam traradadam tadum bidum.
Sie waren Dichter, Maler und Bildhauer,
ihre Kunst nannten sie ein Narrenspiel aus dem Nichts,
auf den ersten Blick nur Nonsens oder Gassenhauer.Humnama humnama tadum bidum
Null, eins, eins, zwei, drei, fünf, acht, dreizehn
traradadam traradadam tadum bidum.
Das Wort ‚Dada‘ ist ein Mythos,
seine Entstehung eine Legende,
ein reines Ergebnis des Zufalls bloß?
Humnama humnama tadum bidum
Null, eins, eins, zwei, drei, fünf, acht, dreizehn
traradadam traradadam tadum bidum.
Die Kunst des Dada war eine Revolution,
ein Urknall, ein Orkan der Inspiration und Erleuchtung,
ein Ringen um Frieden und gegen geistige Stagnation,
brauchen wir heute eine Erneuerung?
Dario Schrittweise
dario-schrittweise.org
www.verdichtet.at | Kategorie: dada & gaga | Inventarnummer: 25073
Neue Seiten schreiben
Jedes Jahr können wir
Eine Möglichkeit finden,
Etwas Neues zu beginnen.Jeden Monat können wir
Ungewohnte Wege gehen,
Indem wir Änderungen schaffen.Jede Woche können wir
Eine neue Seite
im Buch unseres Lebens schreiben.Jeden Augenblick können wir
Eine Chance ergreifen,
Etwas besser zu machen.Daher blicken heute wir
Mutig und optimistisch in die Zukunft,
Dann können wir nur gewinnen.
Dario Schrittweise
dario-schrittweise.org
www.verdichtet.at | Kategorie: ¿Qué será, será? | Inventarnummer: 25041
