Ich will, wie’s ist, dass alles bleibt,
hab keine Lust auf Neues,
das Schabernack mit mir bloß treibt.
Ertrag mein Schicksal gern, mein treues.Auf der Suche nach dem Sinn
ist mir ein Widersinn gekeimt,
am Sinnlosen der Welt, und bin
mir klar, ’s ist ungereimt.Ich kann dem Leid nichts abgewinnen,
denn unerklärbar ist sein Stand.
Wie kann ein liebend Gott ersinnen,
solch Widerspruch in Einklang bringen?
Der Mensch, im Elend, ist verbannt.Der Aberwitz, der springt dich an,
an jeder Ecke, trostlos, nackt.
Toll fährt er mit uns Achterbahn,
so wie er uns tagtäglich packt.Dabei muss man noch dankbar sein,
schlafen, arbeiten und essen.
Nichts Neues von der Front, ich mein,
scheint alles schon mal dagewesen.Ich denk, vergeblich ist mein Streben
nach dem Sinn in einer Welt,
in der vergänglich ist das Leben
und nur die Hoffnung sie erhellt.Sinnlos, sich dagegen aufzulehnen,
was durch den Tod besiegelt ist.
Es hilft kein Wünschen und kein Sehnen.
Schicksalhaft ist seine Frist.
Norbert Johannes Prenner
www.verdichtet.at | Kategorie: ärgstens | Inventarnummer: 26056

Du reißt da viele Fragen an, die kaum beantwortbar sind. Und auf die erste Zeile deiner Gedanken hab ich auch gereimt – ein vergeblicher Wunsch.
Gott sei Dank, nix is los
Im höheren Alter sind „keine Neuigkeiten“ bereits sehr gute Neuigkeiten
Weil’s sonst keiner tut – sag Euch i, d‘ größte Freud‘
Hab i, wenn wer sagt – dass s‘ nix Neuch’s gibt zur Zeit
Mein Gott, is des schön – es is keiner krank
Dem Nachbarn, der Freundschaft – geht’s guat, Gott sei Dank
Der Greißler und s‘ Wirtshaus – sperr‘n a no net zua
Am Weg durch die Ortschaft – is a heilige Ruah
Da lernst was und arbeit‘st – und beutelst dich z’recht
Bis die Welt ein klein’s Stückl so is –wie man möcht‘
Und kaum hast es g’schafft – geht schon wieder all‘s weiter
Das smartphon und facebook sind – d‘ apokalytischen Reiter
Da bist immer online – aber frag mich, zu was?
Ist heut‘ d‘ Elektronik – es einzige Maß?
Mir geht’s ja mit d‘ Wischhandys – auch net so z’samm
Jed’s Jahr muaßt es letzte – und teuerste hab‘m
Wennst „nein“ sagst, mei Liaber – da bist ja net „in“
Dann bist ja gleich nimmer – in der „App“-Grupp’n drin
Jed’s Selfi, jeden Huster – muaßt jetzt gleich erfahr’n
Hängst vierazwanzg Stund‘ – am chinesischen Schmarrn
Als a junger bist gamsig – drauf, dass sich was tuat
Auf’s Alte steht keiner – nur es Neuche is guat
Ma‘ is ja für‘n Fortschritt – es darf nix so bleib’m
Am liebsten tät ma d‘ Welt – mit an Steck’n antreib‘m
Weil Stillstand ist Rückschritt – was Neu’s ist modern
Ma glaubt, dass die Welt – neu erfunden muass werd‘n
Warum dearf es Guate – net bleib’m, so wia’s is?
Was ma g’wöhnt is und gern hat – warum macht ma das mies?
Alles Guate is einfach – seit ewiger Zeit
Guat‘s Essen und s‘ Gernhab’m – hat die Römer schon g‘freut
A Jaus’n im Presshaus – a Madl daneb’m
Tarockiern mit die Nachbarn – kann’s was G‘müatlichers geb’m?
Wenn ich mir was wünschen dürft – sagert ich heut‘:
„Herrgott, ich bitt dich – lass nix los sein a Zeit!“
„Herrgott, ich bitt dich – lass nix los sein a Zeit!“, vor allem, darum bitten wir. Genau!