Paradox

Ich will, wie’s ist, dass alles bleibt,
hab keine Lust auf Neues,
das Schabernack mit mir bloß treibt.
Ertrag mein Schicksal gern, mein treues.

Auf der Suche nach dem Sinn
ist mir ein Widersinn gekeimt,
am Sinnlosen der Welt, und bin
mir klar, ’s ist ungereimt.

Ich kann dem Leid nichts abgewinnen,
denn unerklärbar ist sein Stand.
Wie kann ein liebend Gott ersinnen,
solch Widerspruch in Einklang bringen?
Der Mensch, im Elend, ist verbannt.

Der Aberwitz, der springt dich an,
an jeder Ecke, trostlos, nackt.
Toll fährt er mit uns Achterbahn,
so wie er uns tagtäglich packt.

Dabei muss man noch dankbar sein,
schlafen, arbeiten und essen.
Nichts Neues von der Front, ich mein,
scheint alles schon mal dagewesen.

Ich denk, vergeblich ist mein Streben
nach dem Sinn in einer Welt,
in der vergänglich ist das Leben
und nur die Hoffnung sie erhellt.

Sinnlos, sich dagegen aufzulehnen,
was durch den Tod besiegelt ist.
Es hilft kein Wünschen und kein Sehnen.
Schicksalhaft ist seine Frist.

Norbert Johannes Prenner

www.verdichtet.at | Kategorie: ärgstens | Inventarnummer: 26056