Archiv der Kategorie: Norbert Johannes Prenner

Von den blauen Bergen kommen wir

Ach, was für eine schöne Zeit!
Das begreifen wir erst heut.
Wie auch immer, viel’ Skandale
prägten viel zu oft die Male.
Hat Cartoonisten reich gemacht,
Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Was wirklich war, das übertrifft
der künstlerische Zeichenstift
in spitzer Reproduktion.
Und wahr ist’s doch, na und, wenn schon?

Wer auf der sel’gen, uns’rer Insel,
in den Achtzigern gelebt,
vom „Alles super ist“-Gewinsel
weiß, man hat nach Höherem gestrebt.

Soziale Sicherheit und Wohlstand
prägten lange Zeit das Land,
bis, weg’n der Defizite,
dies mit einem Mal verschwand.

Beschäftigungsrekorde weg, Neurosen!
Düst’re Arbeitsmarktprognosen.
Der Schuldenstand im Praktischen, normativ,
die Kraft des Faktischen.
Ach, was für eine schöne Zeit!
Willkommen in der Wirklichkeit.

Loyalitätsbedingt dem Alten
muss man den Staat nun neu gestalten.
Es stampft und dampft, die nicht ganz vife
Populär-Lokomotive.

Von Krisen zeigt das Land, geprägt, sich
liberal sozial zersägt.
Die grüne Au wird zum Konflikt,
das Land zur Skandalrepublik.

Waluliso predigt mahnend
Frieden!, weil schon Unheil ahnend.

Den Wein, den panscht der Winzer listig,
ihn trinkt kein Mensch mehr, weil er mistig.
Ein Reiter sitzt am hohen Ross
Und rüttelt stark am Opfermythos.

Ein neuer Geist irrt jetzt umher.
Den alten Weg, den gibt’s nicht mehr.
Zunehmend wird man jetzt globaler,
medial und digitaler.

Der Privatisierung heller Schein
dringt in die Politik hinein.
Medien stören Prominente
im intimen Ambiente.
Skandale nehmen ihren Lauf,
der Journalismus deckt sie auf.
Das Budget wird immer dünner,
jedoch das Parlament wird grüner.

Alles frönt dem Hedonismus,
der Yuppie zählt zum Organismus
erfolgsgewohnter Börsianer.
Die Hofreitschul’ zeigt Lipizzaner.
Alles happy, alles da,
weil I am from Austria.

Copyright: Norbert Johannes Prenner

Copyright: Norbert Johannes Prenner

Norbert Johannes Prenner (Text und Grafik)

www.verdichtet.at | Kategorie: anno | Inventarnummer: 25118

 

 

 

CARTOON EINFÜGEN

In die Rente

Was soll ich euch am besten sagen,
ein Leben lang muss man sich plagen
bis dass man in die Rente kann.
Egal, ob Frau oder ob Mann.

Wenn ich euch sag,
ich arbeit wie ein Pferd bei Tag
und an der Kassa bis zur Nacht,
so dass mir oft die Schwarte kracht.
Und danach steh ich am Ofen,
Nachtmahl kochen, und dann pofen.
Schuften, bis man nimmer kann.
Wann fängt endlich Leben an?
Da war, nach Reinkarnation,
ich ein Kamel wohl lange schon!

Politiker sind feine Leut’.
Hab’n die kein Geld im Säckel heut,
fällt ihnen nichts and’res ein,
als: Ihr müsst’s länger fleißig sein.
Als läg bei uns allen der Grund,
als wär’n wir schuld am Schuldenschlund.
Drum, Rentenalter rasch anheben.
Was haben wir dann noch vom Leben?

So haben sich über die Zeit
ganz falsche Zahl’n von selbst verbreit’.
Was machen die paar Jahr’ schon aus?
Dafür kommt wieder Geld ins Haus.

Zwar nicht bei uns, vielleicht bei denen,
Dienstwagen bloß zu erwähnen.
Fahren froh durchs ganze Land,
krieg’n zehnfach mehr auf ihre Hand,
als man sonst für die Arbeit kriegt.
Möglich, dass man uns belügt?

Die Idee aus schlauen Köpfen,
Rentner wären leicht zu schröpfen!
Im Wissen, wo die Mäuse nisten,
den Zaster hol von Pensionisten.

Ich hab einmal einen gekannt,
für alle sei der stets gerannt.
Nachdem er sagt, auch für die Kleinen,
bin ich erwacht. Es ist zum Weinen.

Copyright: Norbert Johannes Prenner

Copyright: Norbert Johannes Prenner

Norbert Johannes Prenner (Text und Grafik)

www.verdichtet.at | Kategorie: Perfidee | Inventarnummer: 25117

Der Deutschtrainer

Ihr Leut’, ich habe einen schweren Stand!
Kommen Fremde in unser Land,
lern’ ich ihnen erst Manieren
und danach das Diskutieren.

Am Anfang steht zunächst das Grüßen,
weil das alle können müssen.
In der Nacht oder bei Tage,
gegrüßt muss werden, keine Frage.

Ich höre, wie ihr bei euch grüßt,
Salam Alaikum, weil ihr müsst.
Guten Morgen heißt sabach,
hört man, seid ihr morgens wach.
Ist man fremd, dann sagt man Sie,
Servus sagt man, kenn ich die.

Oh Gott, sagt man, geht etwas schief,
Allah ruft ihr, wenn was schlecht lief.

Es suchen Schutz beim Himmelvater
Weltliche nicht nur, auch Pater.
Trotzdem kommt man ziemlich schnell
in den Himmel oder d’Höll.

Jetzt steh’n wir hier in der Künetten
und müssen uns mit Deutsch abgfretten.
Zuerst einmal das Alphabet,
dann schau’n wir, ob das eh schon geht.

Schwarz und gelb, das sind die Wespen.
Dunkelblau hernach die Zwetschken.
Schweine braten heißt hier grillen,
seit Neuestem heißt Nichtstun chillen.

Joggen meint, man ist gelaufen,
shoppen tut man statt einkaufen.
Ist was fertig, sagt man gar,
da wirst deppert! Wirklich wahr.

Bei euch färbt man die Haar’ mit Henna,
stirbt man, kommt man in die Dschenna.
Wenn ich von euch nun einer bin,
sagt Achmed, und ich wäre hin,
kriegte ich, bei euch im Himmel,
siebzehn Frau’n und einen Schimmel.
Da tät’ ich sagen, eine reicht,
und ohne Schimmel kann ich leicht.
Siebzehn Frauen! Muss schon bitten!
And’re Länder, and’re Sitten.

Copyright: Norbert Johannes Prenner

Copyright: Norbert Johannes Prenner

Norbert Johannes Prenner (Text und Grafik)

www.verdichtet.at | Kategorie: Wortglauberei | Inventarnummer: 25116

Der große Wohltäter

Gestern trug man ihn zu Grabe, ohne große Ehren.
Und nicht am Willen lag es, ihm sie zu verwehren.
Im Stillen ward’ er, hierorts, leis’ zu Grab getragen.
Ein großer Mann, das darf man wahrlich über diesen sagen.

Erfinder war er keiner, und auch kein Weltverbesserer,
so einfach war er, herzensgut, und sonst auch kein Besessener.
Sein Wunsch, alles ins rechte Licht zu rücken.
Es lag ihm fern, womöglich alle zu beglücken.

War’s angebracht, hielt er den Mund und hielt auch keine Reden.
Kein unnütz’ Wort, es lag ihm mehr am Geben.
Hat nichts entworfen oder gar erfunden,
wollt’ gern der andern heimlich’ Wunsch ergründen.

Nie war sein Ding, über and’re zu bestimmen.
Er wollte nie zu hohe Berge selbst erklimmen.
Nahm weder teil an Treffen noch Konferenzen,
und nie versetzte er den Stein an fremden Grenzen.

Hat lieber geschwiegen, als selber große Reden zu halten.
Nie von sich reden machen, nichts zwischen ihm und andern spalten.
Kein Reporter musst’ ihn je besuchen.
Kein Kommentator wegen ihm Termine buchen.
Nur ein einzig’ Mal hat man von ihm vernommen,
sei er, der gold’nen Hochzeit wegen, in ein Wochenblatt gekommen.

Vor Bewund’rung steh’n wir, ehrfurchtsvoll beseelt,
an dieser Bahre hier und hör’n, was man von ihm erzählt.
Ein Mann, der vieles unterlassen hat, bei Gott, jedoch nicht lahm,
weil er vor lauter Pflichterfüllung zu gar nichts and’rem kam.

Da war seine Familie, die Kinder und der Garten.
Bäume pflanzen, Steuern zahl’n, auf bess’re Zeiten warten.
Nur selten war Gelegenheit, ein Gläschen Wein zu trinken,
nach der Arbeit, die getan. Die Sonne schon im Sinken.

Vielleicht deshalb ein großer Mann, ein Vorbild für die Jungen?
Eher von anno dazumal, hätt’ man ein Lied auf ihn gesungen.
Was soll auf seinem Denkmal stehn? Dem Wohltäter der Menschheit?
Der niemanden gequält, verletzt oder vielleicht gelangweilt.
Heut reicht es kaum zum Denkmal hin, was wird denn so erwartet?
Der Mann, der war zu gut, zu brav, ja, beinah schon entartet.

Norbert Johannes Prenner

www.verdichtet.at | Kategorie: anno | Inventarnummer: 25115

Wacht auf, wacht auf!

Milliarden können es nicht schaffen,
hört, und staunt, von einem Affen,
sich von diesem zu befreien?
Wenn’s nicht wahr wär, echt zum Schreien.
Ein Phänomen nur, und das zählt:
Gottverdammte Männerwelt!

Lassen uns tyrannisieren,
schlagen, treten, schikanieren,
von ehemals Spitzeln und korrupten,
wie sich später bald entpuppten,
Geisteskranken und Agenten,
spiel’n mitunter Präsidenten.
Ist er erst einmal gewählt,
keiner sein Versprechen hält!
Gottverdammte Männerwelt!

Kriminelle Kleptokraten,
die das eig’ne Volk verraten.
Lügen, stehlen und missbrauchen,
die, wenn’s eng wird, untertauchen.
Blutrünstig, korrupt und mies,
wählt sie nicht, sind alle fies!

Unreif wär’n die Leut’, sag’n die,
starke Führung brauchen sie.
Prügel müsst dem Volk verschreiben,
die nicht hergehör’n, vertreiben.
Mag ertragen, wem’s gefällt.
Gottverdammte Männerwelt.

Dann also schnallt die Gürtel enger,
macht den Kerlen Angst und bänger,
werft sie auf die Scheiterhaufen,
haltet sie, lasst sie nicht laufen!
Tut ihnen dasselbe an,
das, was sie euch angetan.

Lasst sie eure Schmerzen spüren,
die ihnen schon längst gebühren,
so, wie sie euch oft gepeinigt,
gehasst, gefoltert und gesteinigt.
Hängt sie auf, am nächsten Ast,
so viele von ihnen, bis es passt!

Herunter dort vom gold’nen Sessel,
legt sie allesamt in Fessel!

Heraus aus der gold’nen Limousin’,
Vetter, Onkel und Cousin
Zündet diesen Haufen an,
dass er nichts mehr anstell’n kann.

Das Lametta reißt herunter,
Kopf ins Wasser, taucht sie unter.
wie sie es mit euch getan.
Bloß nicht zaudern, spuckt sie an.
Prügelt sie, bis dass es gellt!
Gottverdammte Männerwelt!

Selbst der Wunsch nach Macht den Kindern,
wäre besser zu verhindern.
Schon die Kinder spielen Krieg,
krank machend verfluchter Sieg!

Vorbilder sind weder Schiller,
Goethe nicht, sondern Godzilla.
Irgendein brutaler Scheiß,
und einer, der alles besser weiß.
Immer Macht und Ruhm und Geld:
Gottverdammte Männerwelt!

Worte auf Papier verschwendet,
all die Jahre, nichts beendet.
Alles fängt von Neuem an,
weil man sich nichts merken kann.
Einerseits zu blöd zum Lesen,
dann so tun, wär nichts gewesen.
Weil der Mensch nicht anders kann,
fängt er stets von vorne an,
der, dumm gebor’n und nichts behält,
in der verdammten Männerwelt.

So sucht nach geistigen Eliten,
solche, die euch Hoffnung bieten,
selbstlos, klug und auch gerecht!
Einen mit Bildung und Gefühl,
keinen, der macht, was nur er will!

Und seht euch vor, wen ihr anheuert,
nicht wieder einen, schwanzgesteuert,
mit viel Muskeln, ohne Hirn!
Bietet solchen jäh die Stirn!

Frauen schätzen Leib und Leben,
weil sie es sind, die’s schließlich geben.
Nichts davon versteht ein Mann,
weil er sich’s nicht vorstell’n kann.
Foltern Frauen oder morden,
rücksichtslos, wie Männerhorden?
Die Welt bedroh’n, zu lange schon,
bloß Kerle, voll Testosteron.
Wir brauchen wen, der zu uns hält,
nicht die verdammte Männerwelt!

Norbert Johannes Prenner

www.verdichtet.at | Kategorie: ärgstens | Inventarnummer: 25110

 

 

 

 

 

 

Jonny and Maggie

Jonny und Maggie,
verlaufen sich im Wald.
Es ist so finster
und bloody-fuckin’ kalt.

Sie kommen an ein Häuschen,
von Süßigkeiten fein.
Wer mag der Herr wohl,
von dieser Hütte sein?

Hu-hu, da steht
statt ’nem Herrn
ein Weib davor.

Sie lockt die Kinder
heimtückisch vor ihr Tor.

Dann stellt sie sich ganz freundlich,
oh Jonny, welche Not!
Sie will ihn braten,
im Ofen drin, wie Brot.

Sonst noch was, du alte Schlampe,
du kriegst gleich eine auf die Lampe!
Die Maggie zeigt den Mittelfinger.
Und das wär vorerst noch geringer!
Nie und nimmer brätst den Bruder!
Blödes, altes Hexenluder!

Copyright: Norbert Johannes Prenner

Copyright: Norbert Johannes Prenner

Norbert Johannes Prenner (Text und Grafik)

www.verdichtet.at | Kategorie: Perfidee | Inventarnummer: 25099

Durchhalten

Wenn man die Morgennachricht hört,
ist man frühzeitig verstört.
Am liebsten möchte man die Decken
sich über’n Kopf zieh’n und verstecken.

Da wird mit Zöllen rumgemacht,
die Börsen krachen, gute Nacht!
Demokratien kämpfen ums Überleben,
Gen Z bleibt auf den Straßen kleben.
Nichts als nur Probleme wälzen,
die Welt wird hin,
die Gletscher schmelzen.

Es jammern Junge, wie die Alten,
hier ist es fast nicht auszuhalten.
Liegt’s bloß am Hirn, zu fokussieren,
auf Erschreckendes zu reagieren?
Bemerken häufig, was uns fehlt.
Positives scheint gezählt.

Selbst ein Sonntag, warm und hell,
lässt uns zweifeln, gar zu schnell.
Darf das sein, in Stadt und Landel?
Ist es schon der Klimawandel?

Wenn du kannst, dann ignorieren,
lies halt keine Zeitung mehr!
Bloß nicht zu viel informieren,
muss auch so geh’n, bitte sehr!

Die Kunst scheint, informiert zu werden,
ohne Wut und ohne Zweifel.
Doch was hilft gegen die Trauer? Sterben?
Zuversicht scheint echt beim Teufel.

Ich beginn zu recherchieren,
nach Mitteln für die Leichtigkeit:
Algorithmen antrainieren?
Posts, die fluten, rasch blockieren?
Micky Maus statt Neuigkeit!

Halte News an feste Zeiten, pfeif auf trommelnden Bericht!
Nun, er tut es, wie wir wissen, gar zu oft, bis dass er bricht,
lass das Handy doch mal stecken, einmal ist pro Tag genug,
geht nicht allzu oft zum Brunnen, wie es heißt, derselbe Krug?

Die Teilnehmer der Polykrise warten zitternd
auf ein für alle rettend’ Wort.
Ohne einen Spielraum witternd,
eilt die Hoffnung weiter fort.

Das Wort, das uns vorm Schlimmsten schützt,
gilt nicht, sagst es nur du.
Wenn wir woll’n, dass es was nützt,
braucht’s vielmehr andere dazu.

Norbert Johannes Prenner

www.verdichtet.at |Kategorie: think it over | Inventarnummer: 25097

Fälschung

Wie schnell ist doch die Zeit verronnen,
und die Zukunft hat begonnen.
Social Bots schleichen sich ein,
geben vor, ein Mensch zu sein.
Heimlich und verdeckt und vif,
grausam manipulativ.

Ziemlich schwer macht’s zwischen beiden,
die Wahrheit von der Lüge scheiden.
Sie gefährden, wie noch nie,
Vertrauen und Demokratie.

Unser Schicksal scheint beschieden,
die lebensgroßen Humanoiden
verdrängen uns aus dieser Welt.
Wer, fragt sich, hat die bestellt?

Blech- und Aluminium-Krieger
bleiben übrig als die Sieger,
stehlen uns die sich’ren Jobs,
mit KI geht alles hops.

Braucht den Developer nicht mehr,
und auch nicht den Ingenieur.
Stimmen, die von Menschen stammen,
schafft KI, sie nachzuahmen.

Erst hat man darum gebeten,
Humanoide fest zu treten.
Die geraten nur ins Wanken,
weil sensorische Gedanken
schnell verhindern, dass sie fallen,
und das bringt mein Blut ins Wallen.

Jede weiteren Manöver
machen die Maschinen klüger,
taumeln bloß, nie fall’n sie um,
hirngesteuert, ach, zu dumm!

Bis jetzt war gut, so wie es war,
ein Mensch sei unverwechselbar.
In der Tat!
Jeder Mensch ein Unikat.

Hilferuf! So soll es bleiben!
Nichts als fakes! Es ist zum Speiben!

Wenn dich wohl dosierte
Deepfakes treffen, generierte,
die nichts nützen, bloß verleumden,
unter Freunden wie auch Feinden.

Desinformationen kleben
fest an deinen Mails soeben,
Cybermobbing heißt der Trick,
Mist verbreiten, das ist schick.

Erstellte Deepfakes fremder Wesen,
niemand weiß, wer ist’s gewesen?
Wenn man fragt, hab ich’s erlaubt?
So wird an deinem Ruf geschraubt.

Fragt man sich, wozu das alles,
ich versteh das nicht so ganz,
Ziel ist, hört man, schlimmsten Falles,
die globale Dominanz.

Norbert Johannes Prenner

www.verdichtet.at | Kategorie: ¿Qué será, será? | Inventarnummer: 25095

Wenn …

Wenn du cool bleibst,
wo andere schon kollabieren
und ihren Kopf dabei schon fast verlieren
und dann noch meinen, das ist ganz allein dein Scheiß,
und niemand mehr dir glaubt und jeder alles besser weiß,
dann glaub an dich, vertraue dir, und hab Geduld,
du weißt genau, es ist nicht deine Schuld.

Wenn du warten kannst, hoff auf den Frieden,
Denk dir, du musst auch deine Feinde lieben, und
auch die, die dich belügen, auf dass du sie nicht hasst.
Bleibe du selbst, und bleib gefasst.

Wenn du dich nicht im Traum verlierst,
dich nicht ergehst in Spinnereien,
wenn du Sieg und Niederlage spürst,
das alles akzeptierst, und all die and’ren Quälereien.

Wenn das, was du gesagt hast,
von Ignoranten falsch verzerrt,
verdreht oder missbraucht, beinah,
du hattest dich gefügt, und dich dagegen nicht gewehrt.

Wenn du nun auf Gewinn die letzte Karte spielst,
dann sei nicht gram, wenn du verlierst.
Beginn von vorn, ein neues Blatt du siehst,
egal, was immer du dabei verspürst.

Wenn du ein Herz erstürmst und damit das Gefühl,
jetzt musst du handeln. Bleib trotzdem kühl,
wenn auch nicht mehr zu holen ist
als dein Mut, zu dem du stehst, der sagt, es geht.

Wenn dich auch alle lieben und du dich dabei nicht vergisst,
wenn du dem über und dem unter dir respektvoll bist,
wenn du unverwundbar, mehr noch als Achill,
und niemandem versagst, wenn er dich was bitten will,
wenn du vergeben kannst, dem, der dir Unrecht tat,
dann gehört sie dir, die Welt, und du bist Mensch in ihr.

Norbert Johannes Prenner

www.verdichtet.at |Kategorie: think it over | Inventarnummer: 25093