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Amerika ohne indigenes Territorium ist wie Suppe ohne Salz. Wer kennt schon die Pomo, die im Mittelwesten ihren Platz durch Handel mit getrockneten Algen festigten, die sie im Pazifik ernteten und ins Landesinnere brachten? Sie bieten Touristen keine Shows an, sondern bemühen sich lieber Stück für Stück legal zurückzuholen, was ihnen gestohlen wurde. Eines ihrer Reservate liegt an einem von zwei natürlichen Boraxseen, die es auf dieser Welt gibt: nahe der sogenannten Klapperschlangeninsel des Clearlake, auf der die gefangenen Reptilien ausgesetzt werden, von der sie aber nur zehn Meter zurück zum Ufer zu schwimmen haben.
Die eingezäunten Gebiete der Reservatbewohner wirken bei erstem Blick wie ein geschwächter Körper, der laufend am Leben erhalten wird.
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Das Wort Indianer stamme von Columbus’ Beschreibung der Leute, die er vorfand. Er habe als Italiener nicht gut spanisch gekonnt, so nannte er sie Una gente in dios. Menschen in Gott. Es sei eine perfekte und edle Bezeichnung, meinte George Carlin. Dieses Zitat ist im Büro des weiblichen Pomo-Chiefs an ihren Aktenschrank gepinnt. So sehen sie sich also selber.
Mir blutet das Herz, indigene Kulturen und Sprachen verschwinden zu sehen, obwohl die meisten Stammesgemeinschaften alles Mögliche tun, dies zu verhindern. Ich halte Traditionen und deren Überlieferung für wichtig. Nicht, um sich von anderen abzugrenzen, sondern um an der Mitgestaltung der Gesamtheit aller Lebenswelten konstruktiv teilhaben zu können.
Antonia H.
www.verdichtet.at | Kategorie: hin & weg | Inventarnummer: 26166


Ein wunderschönes Bild und ein notwendiger, wahrer Text. Vielen Dank dafür, Antonia! Bei uns in Deutschland möchten ja viele den Begriff „Indianer“ verbannen; in Österreich mag das ähnlich sein. Sie kennen die Herkunft des Begriffs nicht, den du richtig erklärt hast. Abgesehen davon: Warum bemühen wir uns nicht bei allen Menschen, sie so anzureden wie sie es wünschen???