Reisenotizen China (Sechuan und Yünnan)

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Es ist ein riesiges Land mit vielen, vielen Menschen und ich frage mich, ob ich einen kleinen Teil für das Ganze stehen lassen darf. Sei es drum, ich bin nicht die Erste, die dieses Land über den Kamm geschoren hat …

Laotse hat wohl nicht zufällig sein Tao schon vor langer Zeit ins reine Land mitgenommen, als ob er geahnt hätte, dass sich Mao dereinst auf Tao schlecht reimen würde.

Was aber kulturrevolutionärem Einstampfen zum Trotz zu finden ist, ist eine uralte Harmonie zwischen Gebautem und Gewachsenem, wenn es denn die Wirren der Geschichte der letzten Jahrhunderte überdauert hat.

Die lieblichen Landschaften Yünnans erheben sich immer noch genauso zart zum Himmel wie aus alten Seidenmalereien.

Die fünf Elemente mundeten vorzüglich, solange sie nicht aus sichtbar massakrierten Lebewesen gekocht waren. (Ich denke da zum Beispiel an Fast-Food-Stände mit frittierten Entenköpfen.)

Manches erscheint mir hier bizarr wie eine einzige Verzerrung von allem. Hier fand ich oft Harmonie übertrieben und Mäßigung untertrieben.

Selten habe ich Wüsten so blumenreich beschrieben gehört und ehemalige Blumenreiche so konsequent verwüstet gesehen.

Die Sehnsüchte und Begehrlichkeiten, die ich wahrgenommen habe, sind andererseits doch wie überall. Sie verströmten nur ein anderes, manchmal für mich ungewöhnlich starkes Aroma.

Copyright: Antonia H.

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Antonia H.

www.verdichtet.at | Kategorie: hin & weg | Inventarnummer: 26167

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