Reisenotizen Hamburg

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Tor zum Norden: eine Art Venedig, durch das nachts heimlich Putztrupps mit Kübeln schleichen, damit es am nächsten Tag zwar nicht zu Blankenese, aber doch eben blitzblank gerät.

Ich kam nie in die Nähe des Kiezes und die Elbphilharmonie gab es noch nicht; die Speicherstadt allerdings ragt so beeindruckend auf, dass sie unerreichte Sehenswürdigkeiten wettmacht. Vehement wetteifern hier Wasser, Erde, Luft und – in Backsteine eingebrannt – Feuer miteinander.

Ein Ort, der Macht und Reichtum durch Seehandel errungen hat, verlangt mir immer Respekt ab. Dass es Menschen aufs Meer zieht und stets gezogen hat, kann ich gut nachempfinden: eine feuchte Brise Salzgeruch, Brandungsrauschen, Nebelhörner, Möwengeschrei in einer großen Stadt mit einem Hafen wie ein Bollwerk gegen die Urkräfte der Elemente; dazu Aussicht auf Wohlstand würden sogar aus mir, Binnenländerin und Landratte, zumindest eine Schiffsratte machen. Wunderbar, dass ausgerechnet norddeutscher Dialekt Hansepathos konterkariert, werden doch S und T, obwohl an Wortanfängen zu neuem Laut vereint, getrennt ausgesprochen.

Der Gedanke an im Sand spielende Kinder lässt sich nach solch einer akustischen Wahrnehmung nur schwer aus dem Kopf schlagen. Aber, aus Kindern, die im Sand spielen, kann alles werden. Seefahrer, Modezaren, Münchhausendarsteller oder Persönlichkeiten wie Helmut Schmidt und Marion Gräfin Dönhoff …

Copyright: Antonia H.

echte Hamburger Möwen

 

Antonia H.
(Text und Grafik)

www.verdichtet.at | Kategorie: hin & weg | Inventarnummer: 26192

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