[Hier kommen Sie zur Ausgangsbasis.]
Berlin: Dicke Mauern, die trennen und wieder eingerissen werden, Aufstieg und Fall, alles vor bedeutsamer Kulisse, wo immer irgendetwas bröckelt.
Checkpoint Charlie steht kompakt für den vergeblichen Wunsch fremder Mächte, ein Land zu kontrollieren, indem man die Bewegungen der Menschen überwacht.
Ausgerechnet den Besuch in den Babelsberger Filmstudios bei Potsdam empfand ich als besseres Resümee meiner Eindrücke als irgendeine Sehenswürdigkeit der Hauptstadt. (Der ruckelnde, triefende 1:1-Modellnachbau des Bootes neben dem Original-Set vom Kleinen Muck: preußische Marineverherrlichung neben preußischem Orientalismus.)
Inspiriert von der Filmgeschichte wagte ich eine kühne Assoziationscollage, um meine Berlin-Eindrücke einigermaßen unter einen Hut zu bekommen: Marlene Dietrich posiert mit Barbiepuppen in Kreuzberg, der große Fritz spielt statt Querflöte Saxophon in Sanssouci, Reinhard Mey beschallt den Reichstag. (Vielleicht täte der Stadt mehr Leichtigkeit gut?)
Für mich jedenfalls wurde das berühmte wie leidgeprüfte Regierungsgebäude zum augenfälligsten Symbol dafür, dass man im Glashaus nicht mit Steinen schmeißen und schon gar nicht Porzellan zerschlagen sollte.
Berlin Reichstag
Antonia H.
www.verdichtet.at | Kategorie: hin & weg | Inventarnummer: 26182

