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Schweiz, Schwaben und Vorarlberg sind für mich (aus der Perspektive des österreichischen Nordens) wie eine Torte samt Füllung und Glasur.
Der erste Blick fällt ja meist auf die Glasur: Härter als Teig und Füllung ist mein Eindruck von ihr dennoch nur scheinbar matt oder gar glatt. DAS Gefühl, durch eine durchaus manchmal wehrhafte Hülle zum delikaten Kern zu gelangen, möchte ich nie mehr missen. Nussig-schokoladiger und ein wenig herber Geschmack mutet durchaus eidgenössisch an.
Der Teig gerät meist fluffig. Dabei darf man bei den Vorarlbergern nie nach Gehör gehen, man muss schon auskosten. (Wer es pikant liebt, könnte sich ja auch an Käse halten, aber ich fange hier nicht an, kleine Brötchen zu backen.)
Schwaben gleicht unterschiedlichen Marmeladeschichten, die sparsam verarbeitet sind und dennoch keine einzige der Qualitäten vermissen lassen, wegen der man diese Frucht gerne nicht nur mit Butterbroten, sondern auch nobel mit Torten kombiniert. Das Allgäu wäre meinen Erfahrungen nach die feinste Konfitüre, mit der man ein Süßgebäck füllen kann.
Ich darf vermuten, dass es sogar rund um den Globus Menschen gibt, die, ohne zu verreisen, auch Ähnliches bei diesem Menschenschlag empfinden könnten. Vielleicht aber passiert das bei allen Begegnungen mit Volksgruppen, die in die Fremde zogen, um dank Zusammenhalt, Zähigkeit und Fleiß ihr Glück zu finden. Dabei an Ale-Mannen (und -Frauen) zu denken, liegt halt gerade nahe.
Tatsächlich die Gegend, wo „Heidi“ spielt.
Antonia H.
www.verdichtet.at | Kategorie: hin & weg | Inventarnummer: 26181

