Ein Zweifler bin ich, keine Frage,
komm ich einmal in die Lage,
zu entscheiden ja und nein,
fällt mir nie das Rechte ein.Da erfassen mich Bedenken,
wem soll ich was diesmal schenken?
Gleich ob Ostern oder Weihnacht,
was mein Zögern neu entfacht.Manchmal werd ich richtig heiß,
macht mir jemand etwas weis.
Dummes Zeug glaub’n fällt mir schwer,
das nährt meine Skepsis sehr.Und voll Zwiespalt schau ich dann,
ich prüfe und erwäge, wann
genau, noch ehe ich was tu.
Denn vorher seh ich lieber zu.Schon seh ich mich als Skeptizist,
der geg’n jed’n und alles ist.
Vor allem geg’n das Älterwerden,
und ebenso gegen das Sterben.Ganz besonders regt mich auf,
hab ich nichts am Konto drauf.
Wurde auf mich ganz vergessen?
Woher krieg ich sonst mein Essen?Und wenn ich schon von Krankheit hör
und mich darüber höchst empör,
zweifle ich am Sinn des Lebens
und suche ihn, wie’s scheint, vergebens.Manche mögen zwar lancieren,
Zweifel auszubalancieren.
Ich weiß zwar nicht, wie man das macht,
doch ich versprech, ich geb drauf Acht.
Norbert Johannes Prenner
(Text und Grafik)
www.verdichtet.at | Kategorie: es menschelt | Inventarnummer: 26128

