Archiv des Autors: Redaktion verdichtet.at

Au Backe

Wenn sich die Zunge fühlend schlängelt
vorsichtig entlang der Zähne Reihen
und sie dabei nichts bemängelt,
liegt kein Grund vor, sich zu kasteien.

Dann gönn dir ein Steak, am besten medium,
und beiß hinein, nach Herzenslust.
Tu so, als wärst du im Elysium,
und nimm dir auch ein Bier zur Brust.

Ach Leut, ich wollt, ich könnte das,
doch schwärm ich nur davon.
Ich kann es nicht, das ist kein Spaß,
zu hart für mich ist ein Bonbon.

Da kau ich ahnungslos an einer Dattel,
neulich, so süß, das Blut wollt mir gerinnen.
Sie zog die Plombe jäh aus ihrem Sattel,
und übrig blieb ein Torso, ähnlich den drei Zinnen.

Naturgemäß geschieht das im Advent,
der stillen Zeit, ansonsten nie.
Für so was hab ich ein Talent,
jetzt führt der Zahnarzt dort Regie.

Norbert Johannes Prenner

www.verdichtet.at | Kategorie: Lesebissen | Inventarnummer: 26036

Da wäre noch

Weißt du, was dein Schicksal ist?
Nicht, dass du zu weise bist,
nein, es ist vertrackter,
es ist ganz einfach dein Charakter!

Ich kann dich leider nichts mehr lehren
und dein Wissen nicht vermehren,
dich nicht führen oder lenken,
trotzdem, versuch’s einmal mit Denken!

Du wünschst, du wärest klug und wichtig.
Trotzdem scheint mir dieses richtig,
für dein Wunschbild hier auf Erden,
es hindert dich bloß, es zu werden.

Du misst dich gern an großen Taten,
willst in zu großen Schuhen waten.
Doch zeigt dem Menschen die Natur
sich meist an Kleinigkeiten nur.

Und glaube mir, ein hilfreich’ Wort,
gut gemeint, am richt’gen Ort,
wenn es nur tröstet, ist es recht,
wenn’s auch noch hilft, ist es nicht schlecht.

Ergib dich deinen Fantasien,
erfreue dich an Synergien,
die dein Geist daraus ergänzt,
allein das Wissen ist begrenzt.

Copyright: Norbert Johannes Prenner

Copyright: Norbert Johannes Prenner

Norbert Johannes Prenner (Text und Grafik)

www.verdichtet.at | Kategorie: think it over | Inventarnummer: 26032

Jahreswechsel

Höhen, Tiefen, die gewesen, misst der letzte Blick.
Alter Kummer bleib beim Alten, lass das neue Jahr in Ruh!
Krach erschallt, Musik ertönt, schau nicht mehr zurück.
Lachen wir uns an, nicht aus, prosten wir uns zu!
Umringt von Lieben ist am besten: Jetzt genießen!

Worte, Taten, gute Saaten muss man zeitig säen,
sollen sie gedeihen und zur Erntereife sprießen.
Wünsche hat man schon gesehen,
welche übermütig über Horizonte wehen
Vogelschwärmen gleich, lassen sie sich säuselnd nieder.
Picken kleine, feine Keime, sprenkeln spröde Böden fruchtbar.

Was verschwindet, was bleibt – was kehrt wieder?
Sorge? Immer kommt und vergeht: Was ist, was wird und war.

Antonia H.

www.verdichtet.at | Kategorie: ¿Qué será, será? | Inventarnummer: 25134

Archiv Dezember 2025

28.12.25: Tim Tensfeld: Meeres-Haiku
28.12.25: Antonia H.: Jahreswechsel
28.12.25: Bernd Watzka: Das Glücksschwein
28.12.25: Norbert Johannes Prenner: Der Railjetsimulator
28.12.25: Johannes Tosin: Der Code der Farben
20.12.25: Frank Joussen: Das Wunder im Verborgenen
20.12.25: Norbert Johannes Prenner: Die stillste Zeit im Jahr
20.12.25: Michael Bauer: Der Junge will doch was essen
20.12.25: Bernd Watzka: Der böse Wolf in der Ambulanz
20.12.25: Johannes Tosin: Durch meinen Kopf
13.12.25: Claudia Dvoracek-Iby: Ich war einmal
13.12.25: Bernd Watzka: Hitchcocks Vögel
13.12.25: Claudia Lüer: Narbenherz
13.12.25: Norbert Johannes Prenner: Herbstgedicht
13.12.25: Johannes Tosin: Versuchskaninchen Herr Moser
7.12.25: Frank Joussen: Souvenirs in meinem alten Schulbuch
7.12.25: Norbert Johannes Prenner: Schifahr’n
7.12.25: Robert Müller: Der Fortschritt ins ewige Leben
7.12.25: Bernd Watzka: Das Ungeheuer von Loch Ness
7.12.25: Johannes Tosin: frühmorgens

Schüttler 2026

Ihre Schüttler sind herzlich willkommen: redaktion@verdichtet.at

Woche 18: Erfreuliche Diagnose
Die Ärzte, die vermuten Gutes,
drum sind wir jetzt guten Mutes.
(Christoph Kempter)

Woche 17: Enthemmt
halten derbe Proleten
aufs Saufen Lobreden.
(Carmen Rosina)

Woche 16: Spekulation am Heiratsmarkt
Schluss ist mit den billigen Wetten!
Es kaufen jetzt die Willigen Betten.
(Carmen Rosina)

Woche 15: Das Lämmchen zum Hasen
„Zeit wird’s, dass die Osterglocken
wieder mal das Kloster rocken.“
(Christoph Kempter)

Woche 14: Lohnende Anreise
Willst du heut ein Mädchen küssen,
wirst du wohl zum Käthchen müssen.
(Robert Müller)

Woche 13: Pinocchio
Ich ihm zuerst das Haxl öle,
später dann die Achselhöhle.
(Christoph Kempter)

Woche 12: Kindheitserinnerungen in Süddeutschland
Mach nicht so eine Miene, Bayer,
wir schauen morgen Biene Maja.
(Christoph Kempter)

Woche 11: Storchenhebamme
Ich trenne mit dem Schnabel nur
auch die dickste Nabelschnur.
(Christoph Kempter)

Woche 10: Der Superhausmann
Hab ich heute einen Lauf,
häng ich die Wäsch’ auf Leinen auf.
(Christoph Kempter)

Woche 9: Schlange
Wenn Kinder bilden lange Reihen,
kommt es oft zu Rangeleien.
(Christoph Kempter)

Woche 8: Fußballerleid
Im Spiel war gut er, plus
er holte sich ’nen Bluterguss.
(Christoph Kempter)

Woche 7: Biometzger
Er dachte, dass ich das Lamm schlachte,
das vorher noch im Schlamm lachte.
(Christoph Kempter)

Woche 6: Outdoor-Wellness
Den Hintern mussten sie sacken lassen,
sodass sie in den Lacken saßen.
(Carmen Rosina)

Woche 5: Barflirt
Ich hoff, es trübt ihr schon den Blick,
wenn ich den Drink der Blonden schick.
(Christoph Kempter)

Woche 4: Spionage in der Hofburg
Der Präsident aß Semmelkren,
das wollten sie im Kreml seh’n.
(Christoph Kempter)

Woche 3: Musikgenuss
Karten checken, flink, boid!
Fürs Konzert von Pink Floyd!
(Carmen Rosina)

Woche 2: Die Daltons im Gefängnis
Hilft mir wer feilen,
muss ich nicht verweilen.
(Christoph Kempter)

Woche 1: Moff
Warum ich diesen Schund erwähn?
Ich find ihn einfach wunderschen.
(Christoph Kempter)