Herlicek schaut zum Fenster raus –
was er sieht, das ist ein Graus.
Es stürmt und donnert, so ein Wetter!
Da ist’s zu Hause gleich viel netter.Der Sturm mutiert nun zum Orkan,
Starkregen hämmert wie im Wahn.
Draußen geht die Erde unter,
drüber geht es und auch drunter.Herlicek denkt sich: „Sapperlott,
was ist los mit dem Wettergott?
Wie besänftigt man den Knaben?“
Da helfen wohl nur – Opfergaben.Er holt seinen besten Wein,
schenkt dem Gott ein Glaserl ein.
Dabei vergisst er nicht auf sich,
allein zu trinken, g’hört sich nicht.So erträgt er des Himmels Furor
zechend mit Petrus, Zeus und Thor.
In der Früh hat der Sturm die Arbeit getan.
Nur in Herliceks Kopf – tobt ein Orkan.
Bernd Watzka
aus: Herlicek. Aus dem Leben eines Wieners (2026)
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