Übers Warum und Wie

Was soll man dazu sagen, außer ach?
Es ist doch so, dass der, der strebt, meist irrt.
Und deshalb ist die Menschheit viel zu schwach,
sie denkt in einem fort, und doch ist sie verwirrt.

Fast alles ist geschrieben und gesagt.
Warum, muss man sich ernsthaft fragen?
Was es bloß ist, das da so tierisch an uns nagt?
Soll man denn überhaupt noch etwas sagen?

Und einzig und allein, dass ich nichts weiß,
trotz langer Reden scheinbar’ Sinn.
Was ich nicht weiß, das macht mich auch nicht heiß,
und dazu kommt, dass ich auch da nicht sicher bin.

Weiß Gott!, es gibt ja mannigfach’ Probleme.
Und ein Problem hat jeder einmal dann und wann.
Doch wenn man es nicht löst, dann gibt es Häme.
Darum beweist man einfach, dass es gar kein’s seien kann.

Nur Mut, so stürz dich ruhig ins Leben!
Was wär das Leben denn schon ohne Risiko?
Spring nur hinein und lebe es mal eben,
auch wenn du’s nicht lebst, stirbst du eines Tages sowieso.

Der lebt sich leicht, der ein Warum zum Leben hat.
Hat man kein Wie, dann wagen wir es nicht.
Weil wir’s nicht wagen, wirkt alles ziemlich matt,
und seh’n am End’ des Ganges auch kein Licht.

Norbert Johannes Prenner

www.verdichtet.at | Kategorie: think it over | Inventarnummer: 26226

 

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