Herlicek – Petri Heil Im Stadtpark

Es ist eigentlich sehr arg:
Herlicek angelt nachts im Park –
im Stadtpark, um genau zu sein.
Er wartet abends, bis er allein.

Er setzt sich ans Bassin, der Gute
und holt raus die Angelrute.
Hoffnungsvoll blickt er zum Teich;
man weiß, der ist an Fischen reich.

Schon beißt einer, die Angel zittert.
Herlicek einen Karpfen wittert!
Er reißt an, die Enten quaken –
ein großer Stöpsel hängt am Haken.

Dann gluckst und gurgelt es im Teich,
das Wasser, das rinnt ab sogleich
(wie daheim in der Badewanne).
Mein Gott, was für eine Panne!

Die Frösche sind zu Recht empört,
weil so was sich hier nicht gehört.
Herlicek sitzt vorm leeren Becken,
die Fische strampeln ums Verrecken.

Er sammelt sie auf und wirft sie rein
in den nahen Wienfluss, das ist fein.
Nur einen Fisch nimmt er mit nach Haus –
der wird sein hochverdienter Schmaus.

Bernd Watzka
aus: Herlicek. Aus dem Leben eines Wieners (2026)
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www.verdichtet.at | Kategorie: auszugsweise | Inventarnummer: 26198

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