nachtdanachschwer

Allstündlich war ich wach,
in durchgewachter Krippennacht.

Der Regen fällt, mir ist ganz schaurig,
macht mich so richtig kindertraurig.

Ein Blick hinaus, in Leer und Öd,
nicht wach, vielmehr noch morgenblöd.

Nur lidweit, blass und madenbleich,
fühl mich mehr tot, wie Morgenleich.

In dunklen Pfützen quaken Unken,
die Seele mir, schattenversunken.

Da vor dem Haus gurgelt ein Bach,
den hör von fern ich, schwindelschwach.

Ein Rest vom Mond, wie sichelschwebend.
Ich mach Kaffee, mehr tot als lebend.

Eselmännisch, mehr als gröblich,
die Nacht durchzecht, was wenig löblich.

Und rings um mich nur Finsterblau,
so weit ich seh, so weit ich schau.

Angstkalt, müd und alltagsblass,
saumselig ich ins Wasser fass.

Quellwasserhell und unverdrossen,
über Gesicht und Brust vergossen.

Im Spiegel glänzt nassglatt die Backe,
steh augenblickskurz in ’ner Lacke.

In morgengold’ner Luft, oh Herz!
Reicht nichts zu mundverzog’nem Scherz.

Mehr plankenstarr, so viel ich weiß,
zu gestern, da war’s echt lachheiß.

Höhlenheimelig, dampfdurstig,
Schluck Wasser, alles and’re wurstig.

Das Haar nach vorn, ganz fett und wirr,
der Oberkörper grätendürr.

Es brummt der Kopf gar bienenöse,
der Magen stimmt ein, Leergetöse.

Was tintenschön war, und geeint,
scheint heute wutblass, rotgeweint.

Copyright: Norbert Johannes Prenner

Copyright: Norbert Johannes Prenner

Norbert Johannes Prenner
(Text und Grafik)

www.verdichtet.at | Kategorie: süffig | Inventarnummer:  26150

 

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