Wie unsicher und wechselhaft
ist das, was diesen Menschen schafft.
Oft führt schon eine leichte Wende
zum schicksalhaft geword’nen Ende.Das Schicksal hat’s, da hilft kein Flehen,
auf unser Ende abgesehen.
Es zeigt, mit Grinsen und in Kürze,
uns seine Macht, auf dass das stürze,
was in jahrelangen Plagen
wir alles angesammelt haben.Nun gut, das End’ scheint unvermeidlich,
der Umgang damit mehr als leidlich.
Dadurch wird unser Lebensziel
so ziemlich klar, wohin es will.Auch mag es letztlich sinnlos sein,
davor zu flieh’n, es holt dich ein.
Doch wie ihm die Exotik nehmen,
soll’n wir uns daran gewöhnen?Um mit Geschick heranzukommen,
an das, was uns das Herz beklommen.
Also den Tod, der vis-à-vis.
Die Frage stellt sich dann, bloß wie?Kann jeder Tag der letzte sein.
Und wie sich von dem Druck befrei’n?
Denn dann wird alles, was gescheh’n,
mit einem Male untergeh’n.So bietet seine Exzellenz,
der Tod, ’ne neue Existenz.
Ein Eingliedern in die Struktur
der Weltenordnung ist es nur.Und seiner Sorgen sich entledig,
ein jeder, denn Gott sei Dank, nichts dauert ewig!
Als Teil des Flusses sind wir nur
Partizipienten der Natur.Mit der Geburt beginnt das Ende.
Ach, Tote sind wir, bloß lebende!
Den Sterbenden trifft’s, nicht den Toten.
Drum lebe sinnvoll, wär’ geboten.
Geht es ums Leben, denk nur dran,
hat man’s genützt oder vertan?Beim Zweiten, gut, ihr Leut’, ich mein,
dem kann es auch gleichgültig sein.
Ein jeder Tag, der lebt sich’s gleich,
ist wie der andre, sag ich euch.Die Dunkelheit sowie das Licht,
die wechseln bloß, aus meiner Sicht.
Der Tag und auch die Nacht, ihr Lieben,
sie sind bis heute gleich geblieben.Mag sein, es leben manche länger,
doch auch für diese wird’s mal enger.
Was fängt man an mit diesem Leben?
Ihm möglichst viel Inhalt geben!
Norbert Johannes Prenner
(Text und Grafik)
www.verdichtet.at | Kategorie: es menschelt | Inventarnummer: 26137

