Schlagwort-Archiv: auszugsweise

Herlicek – Klima-Kleber auf der Baustelle

Schwer liegt er uns im Magen,
der österreichische Bodenfraß.
Herlicek kann’s nicht ertragen;
die Versiegelung ist ohne Maß!

Dagegen muss man tun, was man kann:
Herlicek ist ein Mann der Tat.
Es heißt, man fängt im Kleinen an –
wartet nicht auf Gesetze vom Staat.

Gemäß seinem stürmischen Wesen,
läuft er runter zur Großbaustelle;
will Betonierern die Leviten lesen –
er ist heut ein strenger Geselle.

Herlicek hört noch: „Hey, Sie da! Halt!“ –
doch er steckt schon im frischen Asphalt.
Jetzt gilt er gar als Klima-Kleber,
ihm läuft eine Laus über die Leber.

Mit einem Schlagbohrer müssen sie
den armen Herlicek am End befrei’n.
Er fühlt eine tiefe Lethargie,
geht nach Haus‘, lässt’s Protestieren sein!

Bernd Watzka
aus: Herlicek. Aus dem Leben eines Wieners (2026)
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www.verdichtet.at | Kategorie: auszugsweise | Inventarnummer: 26115

Die Perchtenmaske

Oktober 2003

„Gib sie zurück, auf der Stelle! Ich will dieses unsinnige Ding nicht mehr im Haus haben. Nur Unglück bringt das“, keifte Katharina ihren Mann an. Der machte keine Anstalten dagegen zu reden. Er wusste, dass es nichts bringt, wenn seine Frau begann, sich aufzuregen. Da war es das Beste, sie einfach zu ignorieren.

„Das Klump kommt weg, raus aus unserem Haus. Keiner braucht das. Bringt nix!“

Katharina war so richtig in Fahrt. Der alten Perchtenmaske wohnte anscheinend ein böser Geist inne und sie hatten sich deswegen schon einige Male gestritten. Ständig kam jemand und wollte dieses grässliche Ding zurück. Manche meinten sogar ihrem Mann drohen zu müssen. Der war aber partout nicht zu bewegen, das Ungetüm herzugeben. Seit dieses Unding im Haus war, gab es nur Ärger mit dem hässlichen Stück. Doch je mehr sie dagegen wetterte, desto mehr lobte er die Maske in den Himmel. Sie verstand ihren Mann in diesem Punkt überhaupt nicht.

Willy reichte es jetzt. Er wollte seiner Frau soeben eine passende Antwort geben, als es an der Haustüre läutete. Ein wenig verstört blickte sich das Ehepaar an. Wer kam am Samstag um diese Uhrzeit, um halb neun in der Früh, vorbei? Katharina zuckte nichts wissend die Schultern. Willy erhob sich und ging zur Tür, um zu sehen, wer das war. Katharina hatte sich inzwischen etwas beruhigt und räumte das Frühstücksgeschirr vom Tisch in die Geschirrspülmaschine.

Sie verstaute das übrig gebliebene Essen im Kühlschrank und in den Küchenschränken. Von draußen hörte sie unverständliches Gemurmel und dann ein lautes „Nein!“ rufen.

„Willy, wer ist denn da?“, rief Katharina in Richtung Vorhaus. Dann hörte sie einen Schuss. Erstarrt blieb sie vor der Türe zum Vorhaus stehen. Was war da los? Sie legte das Geschirrtuch auf einen der Küchenschränke. Langsam und mit zittrigen Fingern öffnete sie vorsichtig die Küchentüre und lugte durch den Spalt. Alles war still. Ein leichter Windzug wehte durch den Vorraum, weil die Haustüre noch offenstand. Katharina ging langsam über den Teppich zum Schuhschrank, der sich neben der Eingangstüre befand. Es war niemand zu sehen. Hin zur Straße hörte sie noch ein Geräusch von hastig davoneilenden Schritten, konnte aber nichts erkennen. Willy saß auf der zweiten Stufe der Stiege zum ersten Stock, angelehnt an die Mauer, die Augen weit geöffnet. Er rührte sich nicht. „Willy?“, fragte Katharina. Keine Antwort.

„Willy, was ist mit dir?“

Katharina beugte sich zu ihrem Mann und berührte ihn leicht an der Schulter. Darauf fiel er im Zeitlupentempo auf die andere Seite, wo er mit dem Kopf am Schmiedeeisengeländer der Stiege hängen blieb. Jetzt sah Katharina die blutverschmierte Stelle an der Wand, welche von Willy‘s Kopf stammte. Auf der Stirn bemerkte sie ein rundes schwarz-rotes Etwas. Ein kleines rotes Rinnsal bahnte sich seinen Weg entlang der Wange hin zum Hals. Katharina stand mit weitaufgerissenen Augen vor ihrem Mann und konnte keinen klaren Gedanken fassen. Der wird doch nicht tot sein! Es brauten sich dunkelschwarze Wolken in ihrem Kopf zusammen.

„Neeeeeiiiin!“ Ihr Schrei durchflog die Umgebung. Die Vögel in den Bäumen stoben erschrocken auseinander.

Gabriele Grausgruber

Auszug aus dem zweiten Regionalkrimi der Autorin:
„Die Perchtenmaske“ kann in jeder Buchhandlung, beim Innsalz-Verlag
oder über die Website www.grausgruber-gaby.com bestellt werden.

www.verdichtet.at | Kategorie: auszugsweise | Inventarnummer: 26090

 

Herlicek – E-Moped

Herlicek stöhnt: „Das gibt’s ja ned –
schon wieder ein Elektro-Moped!“
Es nähert sich von der Seite
in seiner ungeheuren Breite

Lautlos pirscht es sich heran,
das ist, was es am besten kann
„Ich bin ein Fahrrad“, steht unterm Sitz –
für Herlicek ein schlechter Witz

„Und ich bin – ein Straßenpoller!“,
ruft Herlicek zum frechen Roller
Er stellt sich hin wie eine Säule,
gleich kriegt der Fahrer eine Beule:

Der bremst in allergrößter Not,
als ging’s um Leben oder Tod,
muss verreißen seinen Lenker,
stürzt vom Moped bei dem Schwenker

Nun liegt er da – und kocht vor Wut,
beschimpft Herlicek voll inn’rer Glut
Der Täter lächelt, das Spiel ist aus;
dreht sich um und geht nach Haus

Bernd Watzka
aus: Herlicek. Aus dem Leben eines Wieners (2026)
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www.verdichtet.at | Kategorie: auszugsweise | Inventarnummer: 26084

Herlicek – Urlaubsziel

Herlicek möcht gern verreisen –
wohin, das wird sich weisen
Schön soll’s dort sein und auch warm,
und er will einen Ort mit Charme

Gutes Essen möcht er genießen,
Rotwein soll in Strömen fließen
Also, wo soll er bloß hin?
Ach, Herlicek – bleib in Wien!

Bernd Watzka
aus: Herlicek. Aus dem Leben eines Wieners (2026)
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www.verdichtet.at | Kategorie: auszugsweise | Inventarnummer: 26083

Herlicek – Millionenshow

Lustiger als ein Gang aufs Klo
ist die ORF-Millionenshow
Herlicek rät mit, Frage für Frage
Er liegt stets richtig, ohne Plage

Es geht um 100.000 Euro, flugs
(Herlicek lauscht wie ein Luchs)
Reichtum ist nun nicht mehr fern:
„Wie heißt des Himmels hellster Stern?“

Herlicek fühlt sich wie Einstein:
„Sirius“ muss die Antwort sein
Sein Herz schlägt bis zum Himmel,
da hört er ein Gebimmel

Es stammt von seinem Telefon
Wer dran ist, weiß unser Rater schon
Es ist der Assinger, der sagt:
„Herlicek, hast die Antwort parat?“

Unser Held springt auf, ruft: „Sirius!“
und dankt dem inneren Genius
„Das Geld ist mein, das Wunder vollbracht!“
Dann ist Herlicek aufgewacht.

Bernd Watzka
aus: Herlicek. Aus dem Leben eines Wieners (2026)
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www.verdichtet.at | Kategorie: auszugsweise | Inventarnummer: 26076

Herlicek – Anstoßen auf die Inflation

Das große Jammern hat ein End’:
Die Inflation sinkt auf zwei Prozent.
Herlicek sagt: „Drauf stoßen wir an –
im Beisl ums Eck – ganz spontan!“

Herlicek hebt’s Stamperl, sagt munter:
„Bei der Teuerung soll’n die Prozente runter!
Hochprozentig“, schreit er herum,
„mögen wir nur – Schnaps und Rum!“

Bernd Watzka
aus: Herlicek. Aus dem Leben eines Wieners (2026)
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www.verdichtet.at | Kategorie: auszugsweise | Inventarnummer: 26075

Herlicek – Kleine Freuden des Lebens

Strompreis, Putin und Trumps MAGA,
die ganze Welt ist derzeit gaga.
Hinzu kommt die Inflation –
das ist nichts als blanker Hohn!

Die Wirtschaft kommt nicht in die Gänge,
für uns bleiben die letzten Ränge.
Hoch ist hierzuland‘ nur die Steuer –
das Leben kommt uns immer teurer.

Doch nun aber zu den Dingen,
die Herliceks Seele zum Schwingen bringen:
Pensionsanpassung und Rabatte-Pickerl
und vor allem – das Comeback vom BRICKERL!

Bernd Watzka
aus: Herlicek. Aus dem Leben eines Wieners (2026)
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www.verdichtet.at | Kategorie: auszugsweise | Inventarnummer: 26071

Herlicek – Billigere Lebensmittel

Bald enden unsre Beschwerden:
Die Grundnahrungsmittel werden
endlich billiger – was für a Freud
für die Inflations-geplagten Leut‘!

Es gilt für Milch, Butter und auch
Erdäpfel, Rüben und den Lauch.
Paradeiser sind mit dabei
sowie Paprika und Hühnerei.

Hinzu kommen Äpfel und wohl
Rüben, Sellerie und Kohl.
Die Aktion gilt für vieles mehr,
doch Herlicek schimpft: „Bitte sehr –

die drei wichtigsten Sachen
vergaß man beim Listenmachen!
Welche Lebensmittel ich mein’?
Hopfen, Malz – und Trauben für’n Wein!“

Bernd Watzka
aus: Herlicek. Aus dem Leben eines Wieners (2026)
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www.verdichtet.at | Kategorie: auszugsweise | Inventarnummer: 26069

Herlicek – Olympische Augenringe

Herlicek schaut mit Veltliner
die Winterspiele in Cortina.
Er versäumt kein einziges Rennen,
man kann ihn nicht vom Sofa trennen.

Er liebt alle Wintersportarten –
kann’s nächste Rennen kaum erwarten.
Den ganzen Tag läuft’s TV-Gerät –
ohne Pause von früh bis spät.

Er ist schon erschöpft, die Birne weich,
sein Kreuz tut weh, er ist ganz bleich.
Unter den Augen hat er komische Dinge,
seh’n aus wie – olympische Ringe!

Bernd Watzka
aus: Herlicek. Aus dem Leben eines Wieners (2026)
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www.verdichtet.at | Kategorie: auszugsweise | Inventarnummer: 26062

Im Silberlicht der Angst

Dass es nichts Gutes in sich verbarg, ahnte ich schon, als ich es gestern zum ersten Mal in meinen Händen hielt. Doch das wirkliche Ausmaß des Grauens, das der Inhalt in mir auslöste, übertraf mit Abstand alle Ahnungen und Befürchtungen, die mein angstbesetztes Hirn des Nachts fantasievoll kreierte.
Gänsehaut pur. Unter Dauerbeschuss stehen sie, die feinen Härchen auf meinem Unterarm, stechen wie stolze Soldaten aus den Poren, stramm und angespannt, bis in die Spitzen, mit eisernen Gesichtern und fest entschlossen, ihre Spannung nicht zu verlieren. Ihre Geradlinigkeit. Ihre Würde. Standhaft zu bleiben und aufs Schärfste bereit zum Kampf, dem Grauen Paroli zu bieten, auch wenn das Fundament zittert und bebt. Oder vielleicht gerade deshalb.

Meine Mundwinkel, noch immer starr und vereist, im Ausdruck tiefster Abneigung verharrend und angewidert gen Kinn gezogen, in steilen Gräben, die Abgründe offenbaren, so tief, halten mit unbändiger Kraft die Lippen in Schach, ziehen sie mit dicken Tauen mit sich in die Tiefe. Ungeachtet ihrer Wunden, die noch weiter aufreißen, weil sie dem Zug, der auf ihnen liegt, nicht mehr standhalten können, eh schon ausgedörrt waren. Von ihrem Ritt durch die endlose Wüste.
Mitleiderregend schrill schreien sie nach Wasser, so habe ich Erbarmen und befeuchte sie mit meiner Zunge, schmecke Salz und Blut, das aus ihnen tropft und bin wieder im Hier und Jetzt. Auf Dr. Walds Couch. In Sicherheit.

Innerlich vertrocknet bin ich, vollkommen leer, nachdem ich alles, was in mir war, aus mir herausgewürgt habe, just als ich den Inhalt des Päckchens sah, heute Morgen, vielleicht sogar meine Seele. Falls sie überhaupt noch in mir wohnte und nicht längst über alle Berge war. Fühle nichts mehr, nur noch Angst. Immer nur Angst. Wann hört das endlich wieder auf? Wer führt diesen entsetzlichen Krieg gegen mich? Warum? Was habe ich getan?
So kann es nicht weitergehen, sonst werde ich wahnsinnig. Oder bin ich das schon? Will er das erreichen? Dass ich komplett durchdrehe?
Schon wieder zieht sich alles in mir zusammen, mein Bauch wird bretthart, schiebt mir das Würgen in den Hals. Ein Speichelsee entspringt in meinem Mund, und mir ist speiübel. Schnell springe ich auf und renne zum Klo. Will sie einfach nur loswerden, diese lähmende Ohnmacht. Die Angst. Das Pochen. Das Flattern. Die ständige Gefahr. Charlotte. Die schrecklichen Bilder von ihr in meinem Kopf. Und diesen elenden Gestank nach Tod, nach Verwesung, der in meiner Nase sitzt und mich schonungslos antreibt, mit einem lauten Peitschenknall, und ich speie und speie.

„Mein Gott, Sie sehen schrecklich aus!“, stellt Dr. Wald besorgt fest, als ich erschöpft zurückkehre, „sind Sie sicher, dass Sie nicht lieber auf Ihr Zimmer möchten? Sie sollten sich dringend ein wenig ausruhen!“
Energisch schüttele ich den Kopf und schleppe mich schlurfenden Schrittes zur Couch, auf gar keinen Fall, denke ich aufgewühlt, bloß nicht auf mein Zimmer, ich will jetzt nicht allein sein, und lasse mich wortlos auf das weiche Polster fallen.
Mein Therapeut schmeißt die professionelle Distanz über Bord, zum ersten Mal, seitdem wir uns kennen, steht auf und deckt mich fürsorglich zu, streicht mir mitfühlend über die Wangen und bringt mir ein Glas Wasser.

Mit geschlossenen Augen sauge ich seinen Duft ein, der angenehm durch meine Nase mäandert, sich dort mutig niederlässt, um den elenden Gestank nach totem Tier endlich zu vertreiben. Mit Erfolg, denn sofort werden Empfindungen in mir wach, die Lebensgeister räkeln sich, gähnen herzhaft, bereit zu neuen Abenteuern.
Verstohlen blicke ich ihn an, registriere sein attraktives Äußeres, die väterliche Ausstrahlung, die mich reizt, suhle mich in dem wohligen Gefühl, das sein Duft in mir auslöst, werde aber schon beim nächsten Prickeln zur Raison gebracht, schwungvoll eingebremst. Was soll das, Anne, mahnen die Abers und Achs, die in engen Kreisen um meinen Hals schwirren, geschickt Lassos auswerfen, um ihn zuzuziehen, bist du übergeschnappt? Du hast andere Sorgen!

Schon gut, schon gut, denke ich und vertreibe sie angewidert, Spaßverderber. Was kann ich dafür, dass sein Duft mich anspricht, inspiriert, befreit, und spüre den Luftzug, der entsteht, weil er sich umdreht und geht, und der auf angenehme Weise meine Wangen kühlt.
„Wann haben Sie das Paket geöffnet?“, fragt er mich, nachdem er hinter meinem Kopf Platz genommen hat. Seine sonst so ruhige und sichere Stimme klingt besorgt, überschlägt sich, als eilten die Worte, längst überfällig, aus ihm heraus, lösten Gedränge aus am Tor, wohlwissend, dass die Zeit knapp wird. Weil die Aufklärung drängt.
Nervös tippt er mit seinen Fingerkuppen auf die breite Armlehne seines Ledersessels und lässt ein unruhiges Schnaufen verlauten. „Die Sache läuft ein wenig aus dem Ruder“, merkt er mit ernster Miene an, „das gefällt mir nicht. Ganz und gar nicht.“
„Heute Morgen, gleich nachdem ich das Dilemma von gestern mit dem Hausmeister geklärt hatte“, beantworte ich seine Frage.
„Was meinen Sie?“, fragt Dr. Wald interessiert nach.

Kurze Stille, in der ich mich unentschlossen hin und her winde, weil ich mir nicht sicher bin, ob ich ihm wirklich davon erzählen soll. Denn ich schäme mich dafür. Ich schäme mich in Grund und Boden, weil ich meine Emotionen derartig hochkochen ließ, dass die Vernunft keine Chance mehr bekam. Auf der anderen Seite muss ich davon berichten, schließlich vermute ich, nein, ich bin mir sicher, dass das alles kein Zufall war.
Er steckt dahinter, keine Frage. Er ist hier, er ist hinter mir her, will mich kleinkriegen. Ausdrücken wie eine zu Ende gerauchte Zigarette, auch mein letztes Aufglimmen erlöschen.
Ein Räuspern im Hintergrund, unruhiges Fußgetrappel als Ausdruck seiner Ungeduld, dann seine entschlossene, angenehm tiefe, vibrierende Stimme: „Frau Heldt“, konstatiert er förmlich, „Sie werden sicherlich bemerkt haben, dass wir die Ebene eines psychoanalytischen Gespräches längst verlassen haben. Im Moment haben die aktuellen Geschehnisse absolute Priorität. Es drängt nach Handlung. Zügig!“

Ist ja gut, denke ich ein wenig gereizt, ich tue doch schon alles, was in meiner Macht steht, um die Sache aufzuklären, habe das Gefühl, an beiden Seiten zu brennen, und fühle mich genötigt zu beichten, auch wenn er gerade wie ein Lehrmeister klingt, ein wenig zu altklug für meinen Geschmack, und all sein Charme von ihm abbröselt wie der Putz von der Wand.

Anna Helene Claus
www.schreibenmitherz.de

Für alle, die es so richtig gepackt hat:
Seit 14. November 2025 ist dieser Roman erhältlich, unter
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sowie auf Bestellung im Buchhandel.

www.verdichtet.at | Kategorie: ärgstens und auszugsweise | Inventarnummer: 25226