Gegen den Strom

Es ist, wie soll ich es euch sagen,
wenn ich in meiner Seele wühl,
das Chaos, würde man mich fragen,
so ist mein Leben, wie ich’s fühl.

Dahin sind meine Ideale,
nach Neuem strebt mein Sinn zu grasen.
Gedanken sind’s bloß, irreale.
Das Alte doch nur abgedrosch’ne Phrasen.

Vergeblich sucht die wunde Seele
nach etwas, das mir helfen kann.
Stattdessen würgt mich in der Kehle
der Desillusionierten Bann.

Vor hohl geword’nen Idealen
such ich vergeblich nach dem Sinn.
Wo sich Gewalt und Hass entladen,
dort ist’s, wo ich jetzt hingeraten bin.

Und ohne jeglich’ Perspektiven,
nichts funktioniert so wie bisher,
verlier ich mehr an den Motiven,
am Wertverlust, da trag ich schwer.

Wo Künstlichkeit die Jobs ersetzt,
globale Ordnung erodiert,
die Mitte durch den Rand zersetzt
und geg’n den Strom gerudert wird.

Norbert Johannes Prenner

www.verdichtet.at | Kategorie: think it over | Inventarnummer: 26264