Herlicek – Gelsenfalle
Die Nacht bricht an, Herlicek geht brav
zu Bett, doch er findet keinen Schlaf.
Zwei lästige Gelsen sind der Grund;
die Nachtruhe läuft bei Gott nicht rund.Irgendwas muss Herlicek tun,
sonst kann er heute nicht mehr ruhn.
Es müssen diese quälenden Geister
endlich finden ihren Meister.Doch er schafft’s nicht, sie zu erschlagen
(da kann er sich noch so plagen).
Ihm kommt vor Zorn hoch die Galle –
was er braucht, ist eine Falle:Vors Bett platziert er ein Glas Wein,
doch keine Gelse fällt darauf rein.
Also stellt er die ganze Flasche
aufs Nachtkastl (seine neue Masche!).In der Früh wacht er auf, ihm ist nicht gut.
Er fühlt sich zerstört, hat eine Wut.
Schaut sich an, hat drei Dippel mehr
und an Kater – die Flasche Wein ist leer!
Bernd Watzka
aus: Herlicek. Aus dem Leben eines Wieners (2026)
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www.verdichtet.at | Kategorie: auszugsweise | Inventarnummer: 26229