Ein Untag

Ein Untag, der, kaum hat begonnen,
schon scheint’s dem Morgen echt vermiest.
Dem Kaffee ist gar die Milch geronnen!
Ein Tag, der nicht zu retten ist.

Was ist’s so dunkel?, jetzt sag bloß!
Was ist denn mit der Sonne los?
Nur am Gesims ein leises Klopfen?
Das klingt verdammt nach Regentropfen!

Auch das noch! Unglück, das sich häuft.
Der Tag im Regen mir ersäuft.
Im Zimmer duster, nicht ein Schein.
Und mir fällt nichts zu schreiben ein.

Was kann mir, armem Wurm auf Erden,
an einem Tag wie diesem werden?
Der Löffel fällt mir aus der Hand.
Ein Bild hängt schief, dort an der Wand.

Und am WC, dort tropft der Hahn.
Ich schwör’s, ich hab ihm nichts getan!
Es schließt auch nicht die Kühlschranktüre.
Woll’n sich nicht dreh’n, ihre Scharniere.

Und niemand will etwas von mir.
Nichts will gelingen, jetzt, und hier.
Selbst das geliebte Herz, das rege,
ist fort. Geht seine eig’nen Wege.
Ein Häuflein, das sich Elend nennt,
das bleibt zurück, einsam, und flennt.

Copyright: Norbert Johannes Prenner

Copyright: Norbert Johannes Prenner

Norbert Johannes Prenner (Text und Grafik)

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