Eukalyptus
Ein Anstieg, steil in Serpentinen,
soll dem Hotelgast dazu dienen,
nachdem er diesen hat erklommen,
in seinem Zimmer anzukommen.Nach kurzer Zeit schon wird Routine
das Gehen auf der Serpentine.
Doch plötzlich über mir ein Ast,
der gar nicht zur Routine passt.Ein Eukalyptus an der Biegung
verursacht die fatale Fügung.
Genau in Höhe meiner Stirn,
da hängt das Ding, vor meinem Hirn.Den Ast, bin ganz darauf versessen,
ihn abzuschneiden. Schwer zu vergessen.
Ich denk, wenn mir nichts and’res bliebe,
dann frag ich mich, ob ich’s verschiebe?Zunächst versuch ich es mit Bücken.
Das geht ganz schön an meinen Rücken.
Ein andermal geh seitlich dran vorbei.
Mühsam! Verdammte Schweinerei!Meltemi heißt der Sturm, man glaubt es nicht,
er peitscht den Ast mir mitten ins Gesicht.
Und jedes Mal versuch ich auszuweichen,
mit Güte scheint’s, ist hier nichts zu erreichen.Dem faulen Gärtner gilt mein ganzer Grant,
hab mir den Kopf schon mehrmals angerannt.
Es nervt der Eukalyptus hier auf Mykonos!
Zum Henker mit Apollon und Dionysos!Doch irgendwann in einer dunklen Nacht,
ganz heimlich ward die üble Tat vollbracht.
Als Tatwaffe, ein scharfes Messer,
entwendet vom Buffet. Jetzt geht es besser.
Mit einem Wort, der Ast ist abgeschnitten,
nun geh ich aufrecht, direkt drunter, in der Mitten!
Norbert Johannes Prenner
(Text und Grafik)
www.verdichtet.at | Kategorie: hin & weg | Inventarnummer: 26163
