Falscher Lorbeer

Den Irrtum mit der Lüge decken,
heißt, ein Loch ersetzen, bloß durch Flecken.
Nach Recht und Gleichheit sucht der Schwache,
für Starke ist’s ja doch bloß Mache.

Zufriedenheit ist dann geglückt,
bewusst, in dem, was selbst genügt.
Der Lohn des Zweifelns, der liegt in
der ganzen Wahrheit rechtem Sinn.

Die Gegenwart ist mir willkommen,
wenn was zu tun ich angenommen.
Was noch nicht ist, macht mich besinnen,
und das, was war, lässt mich erinnern.

Jedoch, wenn einer Lob dir hudelt,
ein Schmeichler, der dir unterjubelt,
mit Lorbeer’n grün dein Haupt bekränzt,
und du ihn fast nicht wiederkennst,
dir unterlegen sei, so wie er meint,
denn immer schon wär er dein Freund.
Sei auf der Hut, geh nicht drauf ein,
es könnte nicht ganz ehrlich sein.

Denn reden, sagt man, sei die Kunst,
der Glaube weckt oftmals die Gunst.
Doch, ohne Freundschaft sind nur Güter
auch kein Trost für die Gemüter.

Copyright: Norbert Johannes Prenner

Copyright: Norbert Johannes Prenner

Norbert Johannes Prenner
(Text und Grafik)

www.verdichtet.at | Kategorie: Perfidee | Inventarnummer: 26127