Tagebuch Georg D. 13.3.2026
Liebes Tagebuch!
Jetzt ist mir schon wieder etwas passiert. Ich habe meinen Führerschein abgeben müssen, wegen einer Lappalie.
Ich war unterwegs und plötzlich habe ich Hunger bekommen. Also bin ich zu einem McDonald’s gefahren und habe mich hineingesetzt. Nach drei Cheeseburgern und einer Cola wollte ich weiterfahren, da habe ich bemerkt, dass ein Kindergeburtstag beim Schachtelwirt im Gange war.
Die Kinder waren lieb, die Mütter schön, und so habe ich mich dazuges(t)ellt. Es war auch wirklich sehr lustig. Als mich jedoch die kleine Maria, das Geburtstagskind, nach einem Geschenk gefragt hat, und ich nichts für sie hatte, war sie traurig. Ich war auch traurig und fragte sie, ob sie einen Cheeseburger wollte, doch sie lehnte ab.
Da kam mir eine gute Idee.
Ich fragte sie, ob sie eine Art Puzzle spielen wollte, und sie bejahte.
Also ging ich zu meinem Wagen, holte mein Jagdgewehr heraus, zerlegte es neben dem Auto und ging mit den Teilen wieder nach drinnen.
Die Kinder waren begeistert und versuchten, das Gewehr zusammenzubauen, und auch die Mütter blickten verzückt auf den schönen Lauf in meiner Hand.
Nach einer halben Stunde hatten die Kinder es geschafft, und ich applaudierte und verließ das Lokal.
Im Auto dachte ich an die Dinge, die mir in letzter Zeit widerfahren sind.
Dass der linxlinke Babler mich aus der Partei werfen hat lassen! Du liest schon richtig, liebes Tagebuch! Für den Babler ist mir jeder Buchstab zu viel!
Und dann dachte ich an die Sache mit dem Gewehr, das ich habe im Auto liegen lassen.
Plötzlich erschrak ich. Ich hatte mein Gewehr beim Mäci gelassen und wusste nicht, ob sich nicht vielleicht doch eine Patrone in der Kammer befand.
In einer Pannenbucht atmete ich tief durch und analysierte die Situation.
Gut, ein kleines Kind kann ein Gewehr nicht so ohne weiteres bedienen, doch vielleicht eine der Mütter oder eine Kellnerin vom McDonald’s.
Also beschloss ich, zurückzufahren und meine Waffe abzuholen.
Da ich Angst hatte, wegen der Büchse erneut in der Zeitung zu stehen, bin ich eben schnell gefahren.
So schnell, wie es mit einem Mercedes eben geht.
Meinen Porsche habe ich nämlich Nathalie Benko geborgt. Die Arme hat ja nichts mehr, und so soll sie wenigstens nicht mit einem Japaner von einer Adresse zur nächsten reisen müssen.
Ein wenig Dankbarkeit war natürlich auch dabei. Vor allem dem René Benko gegenüber.
Als ich quasi im Waffenverbot gesessen bin, hat er mich großherzig mit auf die Jagd genommen. Ich habe mir eine seiner Büchsen ausborgen dürfen, und mit der Holland & Holland habe ich tatsächlich einen schönen Hirsch erlegt.
Ich frage mich immer noch, warum so viele Leute gesagt haben, dass auf dem Foto mit der Trophäe nicht nur ein Hirsch zu sehen ist …
Auf jeden Fall bin ich schnell gefahren und wurde angehalten. Ein Polizist hat mich angehalten und meine Papiere kontrolliert. Ich glaube, er hat gewusst, wer ich bin, denn er hat meinen Kofferraum kontrolliert und das Handschuhfach auch.
Ich sag es dir, liebes Tagebuch, ich bin im wahrsten Sinne des Wortes auf einer glühenden Makarov gesessen. Ich glaube, eine nicht registrierte Pistole nennt man ja eine heiße Waffe.
Na ja, jedenfalls hat mich der Polizist weiterfahren lassen, als ich ihm gesagt habe, dass meine kleine Berta beim McDonald’s auf einem Kindergeburtstag ist und dringend abgeholt werden möchte.
Zum Glück gebe ich allen meinen Waffen niedliche Namen. Hätte ich Beretta gesagt, wäre der Mann sicher hellhörig geworden.
Nun habe ich keinen Führerschein mehr, doch das macht nichts. Wenn ich etwas zu erledigen habe, nehme ich einfach meinen neuen Taycan. Das ist ein E-Auto, also geht das zur Not auch ohne Führerschein.
So, liebes Tagebuch, nun muss ich aber weiter.
Ciao, dein Schurliburli
Michael Timoschek
www.verdichtet.at | Kategorie: hardly secret diary |Inventarnummer: 26089