Nicht um den Block

Wenn sie dich sehen, die Behörden,
wie du da aufsteigst, sagt mein Herzblatt streng,
sie dich herunterholen werden,
und dann wird’s für dich echt eng.

Heiße Greise, die beim Geh’n schon wanken,
fahr’n mit ihrer Harley um den Block.
Bloß ein wenig, um zu tanken?
Ne, darauf hab’n die keinen Bock.

Einmal laut durch enge Gassen,
man gibt am Gashahn kräftig Saft.
Raus auf die belebten Straßen,
ein letztes Mal, mit voller Kraft.

So steht sie da, im hellen Schein,
chromblitzend, blank und feuerrot.
Metallic funkelnd muss sie sein,
und vollgetankt, eh Stillstand droht.

Vorbei an einer Herde Kühe,
die steh’n am Gatter stumm und schau’n.
Absteigen geht zwar mit Mühe,
doch die sind schwarz, gefleckt und braun.

Derweil der heiße Ofen knattert,
nimmt man eine Nase voll,
während dein rotes Halstuch flattert,
vom Geruch, von Kuh und Erde. Toll!

Dann aufgestiegen, Erste rein,
und weiter geht die wilde Fahrt.
Hügel, Wiesen, die sind dein,
für kurze Zeit, im Sonnenschein.

Der Auspuff! Klappen in den Kamin geknallt!
Raus aus dem Ort, wo dich nichts stört.
Die Dämpfer weg, auf dass es schallt!
Dann bist du wer, wenn man dich hört.

Wer nie ein solches Pferd geritten
und nie in diesem Sattel saß,
dem sag ich, es ist unumstritten,
es gibt keinen größ’ren Spaß!

Copyright: Norbert Johannes Prenner

Copyright: Norbert Johannes Prenner

Norbert Johannes Prenner (Text und Grafik)

www.verdichtet.at | Kategorie: hin & weg | Inventarnummer: 26057