{"id":21802,"date":"2026-01-06T14:37:05","date_gmt":"2026-01-06T14:37:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.verdichtet.at\/?p=21802"},"modified":"2026-01-10T09:02:14","modified_gmt":"2026-01-10T09:02:14","slug":"du-bist-eine-tolle-frau-aber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verdichtet.at\/?p=21802","title":{"rendered":"Du bist eine tolle Frau, aber \u2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"https:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts21802&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts21802&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p>Das Fatale an solchen Abschieden, nennen wir es ruhig beim Namen: Trennungen, ist ja, dass man es nur falsch machen kann. Jedes Wort kommt einem zu viel, zu wenig oder zu wenig r\u00fccksichtsvoll vor \u2013 und ist es auch.<\/p>\n<p>Die in solchen F\u00e4llen gern gebrauchte Floskel, es l\u00e4ge an mir und nicht an ihr, kommt mir nicht \u00fcber die Lippen, sammelt sich in meinem Mund zu einem Wortm\u00fcllhaufen, was soll ich nur sagen? Sie hat bestimmt l\u00e4ngst gemerkt, dass was nicht stimmt. Unsere Telefonate sind sonst so unbeschwert, luftig, launig, wie ein Sonnenstrahl im Grau des Alltags. Aber diesmal ist es anders f\u00fcr mich. Ich hab kurz vor unserem Gespr\u00e4ch online auf mein Konto geschaut, beinah hat mich der Schlag getroffen: Das alles soll ich gekauft haben???<\/p>\n<p>Das Telefonat endet wie \u00fcblich, sie hat wohl doch nichts von meinen Zweifeln bemerkt, noch nicht. Doch danach denke ich l\u00e4nger dr\u00fcber nach, wie das geschehen konnte. Ich wei\u00df, sie wird bald wieder anrufen, alle paar Tage sind das Minimum, und ich m\u00f6chte mich diesmal darauf vorbereiten. Ihre heitere, einladende Stimme macht es mir wohl nicht einfach, ihren Redefluss zu unterbrechen. Sonst hab ich immer lange zugeh\u00f6rt, bevor sie bekommen hat, was sie wollte: meine volle Aufmerksamkeit und mein uneingeschr\u00e4nktes Ja zu ihren Vorschl\u00e4gen.<\/p>\n<p>Berechnend? Nein, das kann man so nicht sagen. Sie macht ja nur ihren Job. Dass ich so eingestiegen bin, liegt an mir und nicht an ihr. Aja, nun w\u00e4ren wir doch dort angelangt, bei der Floskel.<\/p>\n<p>Es klingelt, ihre Nummer. \u00dcblicherweise h\u00fcpft mir da schon das Herz vor lauter Vorfreude, diesmal sinkt es ganz tief hinab.\u00a0 Schon w\u00e4hrend der Begr\u00fc\u00dfung pocht es in meinen Schl\u00e4fen: Ich muss es ihr sofort sagen.<\/p>\n<p>\u201eDu bist eine tolle Frau, aber \u2026\u201c Weiter komme ich nicht. Sie reagiert irritiert: \u201eWas hast du gesagt?\u201c<br \/>\nIch rede weiter: \u201eUnd du machst deinen Job gro\u00dfartig, aber \u2026\u201c Sie schweigt, ich hab angenommen, sie w\u00fcrde mich unterbrechen. \u201eAber ich muss dir was sagen\u201c, fahre ich fort. \u201eSo geht es nicht weiter f\u00fcr mich. Deine Anrufe werden h\u00e4ufiger, und ich geb immer mehr Geld dabei aus. Mein Kellerabteil quillt \u00fcber, alle meine R\u00e4ume sind vollgestopft, ich kann deine Ideen nicht l\u00e4nger unterst\u00fctzen, es geht einfach nicht. Bitte nimm mich aus eurem Verkaufsverteiler. Ich m\u00f6chte n\u00e4mlich auch nicht, dass mich wer anderer von eurer Firma anruft, so leid es mir tut \u2026\u201c<br \/>\n\u201eTuuuut\u201c, hallt es in meinem Kopf wider, sie hat aufgelegt.<\/p>\n<p>Drei Minuten sp\u00e4ter erhalte ich eine Nachricht auf mein Handy, gesendet von ihrer Nummer:<br \/>\n<em>Danke, dass Sie uns geholfen haben, das Verkaufserlebnis mit unserer KI-Anwendung zu optimieren. Wir werden uns bem\u00fchen, k\u00fcnftig unseren Service Ihren W\u00fcnschen entsprechend auszubauen, und melden uns wieder bei Ihnen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Carmen Rosina<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie: <a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=416\">es menschelt<\/a> | Inventarnummer: 26039<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Fatale an solchen Abschieden, nennen wir es ruhig beim Namen: Trennungen, ist ja, dass man es nur falsch machen kann. 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