{"id":20662,"date":"2025-08-15T13:14:22","date_gmt":"2025-08-15T13:14:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.verdichtet.at\/?p=20662"},"modified":"2025-08-30T16:43:24","modified_gmt":"2025-08-30T16:43:24","slug":"die-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verdichtet.at\/?p=20662","title":{"rendered":"Die Krise"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"https:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts20662&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts20662&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Immer schon bin ich, ohne tierischen Instinkt, mit dieser Welt zurechtgekommen.<br>Um nicht in der Empfindung Ozean zu ertrinken, an der Sprache emporgeklommen.<br>Jeder Welle, die heranrollt, hab ich ein Gef\u00fchl mit ihr benannt,<br>und so die M\u00f6glichkeit, mich auszudr\u00fccken, in ihr erkannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute denk ich, vielleicht dran zweifeln?<br>Und Sprache, etwa als Heer von Bildern nur verteufeln?<br>Sind deren Wahrheiten oft nur noch Illusionen, und die als solche schon vergessen?<br>Und deren Werte, gibt es welche? Wonach sollte man sie ermessen?<\/p>\n\n\n\n<p>Pass auf! Wo ein Heer, dort findet sich ein Commandante!<br>Der schickt die W\u00f6rter blo\u00df zum L\u00fcgen an die Front, ganz infernante.<br>Dort steh\u2019n sie stramm, um alle zu vergiften,<br>Und alles steckt im Dreck, hinauf bis zu den H\u00fcften.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Wert der Wahrheit wird so lange attackiert,<br>bis dass Worte schon im Mund zerfall\u2019n und nichts bedeuten.<br>Und wenn das Grauen vor ihr langsam kulminiert,<br>dann kommt der Wunderheiler, die tote Sprache aufbereiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Er spricht mit Hass vom linken Ungeziefer<br>und fletscht die Z\u00e4hne, mit von Zorn erf\u00fcllten Kiefern.<br>Die Krise wird zum Wort der dunklen Stunde,<br>und niemand wird verschont, geh\u2019n alle vor die Hunde.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn\u2019s ganz still ist, ist\u2019s \u00fcberall zu h\u00f6ren.<br>Die Existenzkrise, die will uns echt verst\u00f6ren.<br>Die Wachstumskrise des Kapitalismus.<br>Die Fieberkrise der Natur. Der Fetischismus.<br>Das V\u00f6lkerrecht, Krise der Akzeptanz.<br>Uns bleibt Verst\u00e4ndigung, oder die Ignoranz.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Unbehagen zeigt die Krise, endlos wiederholt.<br>Fast wie zur Abwehr, und zum Schutz seelischer Not.<br>Zum Schutz seelischer Immunit\u00e4t.<br>Was f\u00fcr Gefahrenmanagement gutsteht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich denk, so oft ich sie auch repetiere,<br>die f\u00fcnf Buchstaben, die halten mir die Welt vom Leib.<br>Dieses Gef\u00fchl, als ob ich kollabiere,<br>mir als erdr\u00fcckend\u2019 Lebensgef\u00fchl bleib`.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie zur Beschw\u00f6rung sag ich\u2019s vor mir her,<br>das Wort Krise sei, so oft es geht, benannt.<br>Denn was benannt ist, glaubt man leicht, es ist gebannt.<br>Ich sage es so oft, es wirkt hypnotisch.<br>Dabei f\u00fchl ich mich beinah schon neurotisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Es bringt Gemeintes umso leichter zum Verschwinden,<br>ohne die Ursachen damit noch zu verbinden.<br>Die Probleme sind\u2019s, die oft an W\u00f6rtern kleben.<br>Es irrt, der glaubt, sie los zu sein, jetzt eben.<br>Durch Wiederholungen verschlei\u00dft ein Wort auf Dauer,<br>die Wahrheit stirbt, was bleibt, ist oftmals nur noch Trauer.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">Norbert Johannes Prenner<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">www.verdichtet.at | Kategorie: <a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=4535\">Wortglauberei <\/a>| Inventarnummer: 25181<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer schon bin ich, ohne tierischen Instinkt, mit dieser Welt zurechtgekommen.Um nicht in der Empfindung Ozean zu ertrinken, an der Sprache emporgeklommen.Jeder Welle, die heranrollt, hab ich ein Gef\u00fchl mit ihr benannt,und so die M\u00f6glichkeit, mich auszudr\u00fccken, in ihr erkannt. 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