{"id":12826,"date":"2021-05-26T13:30:38","date_gmt":"2021-05-26T13:30:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=12826"},"modified":"2021-05-29T12:03:35","modified_gmt":"2021-05-29T12:03:35","slug":"hale-bopp-oder-die-chance-seines-lebens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verdichtet.at\/?p=12826","title":{"rendered":"Hale-Bopp oder: Die Chance seines Lebens"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"https:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts12826&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts12826&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p>Es war die Zeit, als ich mich in der Schule f\u00fcr Katharina interessierte. Ich war damals in der neunten Klasse, die M\u00e4dchen waren verr\u00fcckt nach Boygroups wie den Backstreet Boys, die Tamagotchis eroberten die Pausenh\u00f6fe, die ersten Handys kamen auf den Markt (vom Smartphone konnte man noch nicht einmal tr\u00e4umen), man bezahlte noch mit Schilling und es bahnte sich mit dem Internet eine Revolution an, die wir zun\u00e4chst skeptisch sahen. Vieles, was uns heute selbstverst\u00e4ndlich erscheint, war damals noch nicht so. Wir schreiben, der geneigte Leser mag es schon geahnt haben, das Jahr 1997. Da sich Erinnerungen im Nachhinein immer st\u00e4rker von der erlebten Wirklichkeit unterscheiden, m\u00f6chte ich hier doch versuchen, zumindest das Gr\u00f6bste der Wahrheit getreu zu erz\u00e4hlen und hin und wieder etwas zu erfinden, um die Geschichte ein wenig spannender zu machen.<\/p>\n<ol>\n<li>Die Aufbruchstimmung.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wenn es eine Zeit gab, die einen gewissen Vorgeschmack auf die Zukunft geben sollte, dann diese. Ich fieberte dem neuen Jahrtausend entgegen und dachte noch, dass wir 2001 eine Odyssee im Weltall erleben und 2010 Kontakt aufnehmen w\u00fcrden. Von dem Kometen erhoffte ich mir einen Auftakt gewisserma\u00dfen f\u00fcr die Zukunft und irgendwann w\u00fcrden ja die Ufos landen. Aber warum war ich damals so darauf erpicht, in Kontakt mit Au\u00dferirdischen zu kommen? Na ja, das Leben schien mit f\u00fcnfzehn sich doch allm\u00e4hlich in seinem Alltagstrott einzupendeln. Sah man von den ersten Discobesuchen und Tanzkursen ab. Und wie gesagt, dass Jahr 2000 war zum Greifen nahe, aber dennoch eine jahrzehntealte Utopie. Ich kann mich noch gut an die alten Fernsehdokus und Zeitschriftenbeitr\u00e4ge erinnern, die fliegende, atombetriebene Autos, schwimmende St\u00e4dte oder ganze unterirdische Zivilisationen auf dem Mars voraussahen.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Die Sache mit Katharina.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, begann damals mein Interesse f\u00fcr Katharina. Wie es zun\u00e4chst in diesem Alter ist, eher beil\u00e4ufig, aber dann sp\u00fcrte ich, dass, jedes Mal wenn ich sie auf dem Pausenhof oder dem Gang vor unserer Schule sah, mir das Herz zu klopfen anfing. Ich heimlich meinen Blick von ihr abwendete und ich bei Gott nicht gewagt h\u00e4tte, sie anzusprechen. Und wie ich es damals aushielt, eine unerwiderte Liebe, die sich damals zweifelsohne anbahnte, zu \u00fcberstehen, wei\u00df ich nicht mehr. Ich versuchte jedenfalls Wege, dies zu kompensieren. Aber ich wollte ihr auf jeden Fall nicht imponieren, so viel wei\u00df ich im Nachhinein. Vielmehr suchte ich mir Gebiete, in denen sie keine Rolle spielte und versuchte auch des \u00d6fteren, sie zu vergessen oder die Liebe zu ihr zu leugnen.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>Was sonst noch wichtig war.<\/li>\n<\/ol>\n<p>In der Schule fingen wir an, in Geschichte die Neuzeit durchzunehmen. Also Antike und Mittelalter hatten wir schon durch, Renaissance und Barock auch und wir waren bei der Aufkl\u00e4rung und der Franz\u00f6sischen Revolution angelangt. Dies war das Zeitalter der Vernunft, auf der unsere ganze heutige Welt aufbaut, so erkl\u00e4rten es uns jedenfalls die Lehrer. Es gab die ersten Diskussionen und ich begann mich zu politisieren. Das Erwachsensein hatte sch\u00fcchtern begonnen hervorzukriechen. Im Englischunterricht entdeckten wir die Songs der Beatles und der Doors und die Vorfreude auf die erste Franz\u00f6sischstunde im n\u00e4chsten Jahr \u00fcberdeckte doch die Langeweile, die sich \u00fcber den allt\u00e4glichen Schulbetrieb legte wie eine Staubschicht.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li>Was das Ganze miteinander zu tun hatte (I).<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wie gesagt, wir haben jetzt drei Handlungsstr\u00e4nge. Aber wie wird daraus eine Geschichte. Klar, Katharina und ich trafen uns in der Schule, in der wir begannen, erwachsen zu werden. Jedenfalls bemerkte ich, wie Katharina heimlich rauchte und sich damenhafter kleidete. \u00dcber die Zukunft und die Raumfahrt fiel in der Schule kein Wort. Und doch war es mein Leib- und Magenthema. Ich h\u00e4tte \u2013 da bin ich mir sicher \u2013 in einem Schulfach \u201eRaumfahrt und Astronomie\u201c eine glatte Eins bekommen. Aber f\u00fcr die Lehrer, wie auch f\u00fcr die meisten Mitsch\u00fcler schien es, dass das Leben am bequemsten sei, wenn es auch in hundert Jahren noch vor sich hinpl\u00e4tscherte.<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li>Die Aufbruchstimmung (II).<\/li>\n<\/ol>\n<p>Meinen Wissensdurst konnte ich damals nat\u00fcrlich nicht angemessen stillen. In die Universit\u00e4tsbibliothek traute ich mich nicht. Das Internet hat mich abgeschreckt, in der ersten Stunde in der Schule, als ich vor dem PC sa\u00df und nichts fand. Und der Computer zweimal abgest\u00fcrzt ist, ob der langen Ladezeit. \u201eInternet? Nein, danke! So was mach ich nie wieder\u201c, blaffte ich zum Lehrer. Und dann blieb da nur das Fernsehen. Da sah ich ein paar interessante Dokus, jedoch nicht bis zum Schluss, denn die Schule war damals wichtiger. Aber ich wusste es, wenn ich Hale-Bopp nicht beobachten k\u00f6nnte, war es das letzte Mal f\u00fcr eine sehr, sehr lange Zeit. Mein Plan, den Kometen zu beobachten, war geboren.<\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li>Was sonst noch wichtig war (II).<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ein anderes Hobby von mir war Geschichte. Klar, wird ja der ein oder andere sagen, ist ja auch sehr spannend. Aber mich interessierte auch, ob irgendwelche dunklen M\u00e4chte im Spiel waren. Ob das Mittelalter wirklich so finster war, wie es uns die Lehrer weismachen wollten und der Philosoph Seneca, immerhin der Erzieher Kaiser Neros, wirklich so weise. Und solche Dokus liefen ja sogar auf den \u00d6ffentlich-Rechtlichen. \u201eUniversum\u201c, \u201eSchliemanns Erben\u201c und wie sie alle hie\u00dfen. Schlie\u00dflich war ja damals alles, was auf ORF lief, h\u00f6chstwissenschaftlich legitimiert, dachte ich jedenfalls.<\/p>\n<ol start=\"7\">\n<li>Die Sache mit Katharina (II).<\/li>\n<\/ol>\n<p>Nat\u00fcrlich merkte ich, dass mir Katharina auch in meiner Zukunftsbegeisterung immer \u00e4hnlicher wurde. So kam sie einmal ganz in Schwarz und auch mit einem schwarzen Lippenstift in die Schule. Da langsam die Spannung mit Hale-Bopp begann, dachte ich, es k\u00f6nnte am Kometen liegen, dass sie sich so ver\u00e4ndert hat. Und ich merkte, dass sich Katharina als Einzige in der Klasse ebenfalls f\u00fcr den Kometen interessierte \u2013 aber aus einem ganz anderen Grund. Wie immer, ich war zu sch\u00fcchtern, um mit ihr zu sprechen, und h\u00e4tte wahrscheinlich ihr Gel\u00e4chter kaum ausgehalten, w\u00e4re rot angelaufen, beim Versuch, ein paar Worte zu finden. Aber ich fand Katharina wenigstens r\u00e4tselhaft und dies war ein R\u00e4tsel, das ich bis in seine letzten Einzelheiten ergr\u00fcnden wollte.<\/p>\n<ol start=\"8\">\n<li>Die Aufbruchstimmung (III).<\/li>\n<\/ol>\n<p>In diesen Wochen entwickelte ich mich immer mehr zu dem, was man sp\u00e4ter einen Nerd nennen sollte, jedenfalls von meinen Interessen. Ich dachte, dass die Zukunft besser werden wird, und hoffte auf die Technik, auf Computer und Roboter. Und aus irgendeinem Grund dachte ich, dass der Komet Hale-Bopp ein Fanal sein w\u00fcrde. Jedenfalls begann ich damit, in den N\u00e4chten, statt zu schlafen, mit kleineren Ausfl\u00fcgen im Haus. Ich bewaffnete mich mit einer Taschenlampe und hoffte, niemanden zu wecken. Wenn mir das gelingen w\u00fcrde, w\u00fcrde es mir vielleicht leichter fallen, mich f\u00fcr mehrere Stunden zu einem Platz, m\u00f6glicherweise zu einer Lichtung im Wald zu begeben, um den Kometen ungest\u00f6rt zu beobachten. Jedenfalls musste ich mit den \u00dcbungen anfangen, um mich Schritt f\u00fcr Schritt vorzutasten.<\/p>\n<ol start=\"9\">\n<li>Erste Schwierigkeiten.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wie gesagt, wenn man in seinem Zeitplan sein wollte, musste man es rechtzeitig schaffen, um unbemerkt an einen gesch\u00fctzten Ort zu kommen, um in aller Ruhe den Kometen zu beobachten. Und es geschah, dass es doch leichter wurde, als gedacht, eine Lichtung in der N\u00e4he meines Hauses zu finden, auf der ich Hale-Bopp beobachten k\u00f6nnte. Dazu kam ich mehrmals vom Schulweg ab und nahm eine Standpauke meiner Eltern in Kauf, die von mir eine Erkl\u00e4rung wollten, warum ich so sp\u00e4t nach Hause kam. Ich erz\u00e4hlte, ich h\u00e4tte den Bus verpasst, und war in diesem Moment so glaubhaft, meiner Willensst\u00e4rke sei Dank, dass es mir die Eltern abkauften und mich in Ruhe lie\u00dfen. Aber trotzdem bekam ich von jetzt an ein mulmiges Gef\u00fchl. Was war, wenn ich jemanden im Schlaf aufweckte? Oder meine Eltern in mein Zimmer mit dem leeren Bett kamen und die Polizei riefen? Ich war auf nichts vorbereitet und doch dr\u00e4ngte mich die Zeit, denn ich hatte nur noch wenige Monate, um in den Genuss des Kometen zu kommen.<\/p>\n<ol start=\"10\">\n<li>Was sonst noch wichtig war (III).<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Schultrott ging seinen Gang. Auf dem Pausenhof erz\u00e4hlte ich von Hale-Bopp, doch die anderen schien es nicht zu interessieren. Nat\u00fcrlich hoffte ich, wenn ich in Anwesenheit der Freundinnen Katharinas dar\u00fcber sprach, dass sie es ihr in irgendeiner Form weitererz\u00e4hlten, aber es war lediglich eine Hypothese von mir, dass sie sich ebenfalls f\u00fcr den Kometen interessieren k\u00f6nnte. Aber es gab keine Zwischenf\u00e4lle. Weder positive noch negative. Und das war f\u00fcr mich in irgendeiner Form gut, in irgendeiner Form auch schlecht: Ich war weit und breit der Einzige, der sich f\u00fcr Astronomie interessierte, und hatte keinen Gespr\u00e4chspartner, mit dem ich mich austauschen, Wissen teilen oder Irrt\u00fcmer bereinigen konnte.<\/p>\n<ol start=\"11\">\n<li>Was mich eigentlich antrieb.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der geneigte Leser k\u00f6nnte es schon erahnt haben: Nat\u00fcrlich ging es mir nicht darum, eine romantische Nacht zu verbringen. Gott bewahre, das war das Letzte, woran ich denken konnte. Vielmehr wuchs in mir die Hoffnung, Hale-Bopp k\u00f6nnte ein Codewort f\u00fcr den Erstkontakt sein. Die unheimliche Begegnung der dritten Art. Zu der nur wenige Zugang h\u00e4tten. Alles schien m\u00f6glich in diesen Tagen. Und ich musste vorbereitet sein. Nat\u00fcrlich wusste ich nicht das Geringste von Au\u00dferirdischen, und die Bilder aus Science-Fiction-Filmen kamen mir zu rei\u00dferisch und zu verlogen vor. Ich wusste lediglich, dass, wer die Einstein\u2019sche Zeitdilatation \u00fcberwinden k\u00f6nnte, unserer Zivilisation mindestens um einige Tausend Jahre voraus sein musste. Und solch gro\u00dfe Zahlen bereiteten mir immer einen gewissen Schwindel, der mich letztendlich auch davon abhielt, weiter den Gedanken zu verfolgen, denn der Schwindel riss mich ins Bodenlose.<\/p>\n<ol start=\"12\">\n<li>Was das Mittelalter damit zu tun hatte.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Immer interessanter wurde mir der Gedanke, dass es einige Jahrhunderte des Mittelalters nicht gegeben haben k\u00f6nnte. Man spricht auch vom \u201eErfundenen Mittelalter\u201c. Die Gelehrten der Renaissance waren darin recht erfinderisch. Das Mittelalter sollte als Antithese zur vernunftorientierten Neuzeit werden und die Erinnerung daran sollte den Menschen Angst machen. Ich aber glaubte seit einiger Zeit nicht mehr daran. Wer wei\u00df denn schon, dass die Hexenverbrennung keine Erfindung des Mittelalters, sondern erst der Neuzeit war und erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts beendet wurde? \u201eDer Schlaf der Vernunft produziert Ungeheuer\u201c wusste schon einst Goya zu sagen und ich glaubte, da war auch ein Kern Wahrheit dran. Hat nicht jedes Aufkl\u00e4rerisch-Rationale seine dunklen Nachtseiten? Und ist die scheinbare Unvernunft nicht im Grunde logischer, als sie auf den ersten Blick erscheint? Bei meiner Besch\u00e4ftigung mit dem Mittelalter waren mir besonders die Leistungen der Mystiker aufgefallen. Gab es nicht ein geheimes Wissen, an das ich auf diese Weise gelangen k\u00f6nnte? Aber ich wusste nur keinen Weg, und wie gesagt, wir schreiben das Jahr 1997, die Wikipedia gab es noch nicht und ich hattest sonst keine Quellen f\u00fcr mein Wissen.<\/p>\n<ol start=\"13\">\n<li>Der Tag r\u00fcckt n\u00e4her.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ich hatte den 15. M\u00e4rz\u00a0 als den Tag auserkoren, an dem ich Hale-Bopp beobachten wollte. Es waren das die sogenannten \u201eIden des M\u00e4rz\u201c, der Tag, an dem C\u00e4sar ermordet wurde. Solche Zahlen hatten f\u00fcr mich etwas Heiliges: Die ganze Weltgeschichte hat sich an einem Tag entschieden, wo sonst vielleicht hundert Jahre lang Stillstand geherrscht h\u00e4tte. Vielleicht w\u00e4re unsere Welt heute eine andere, h\u00e4tte es solche Tage nicht gegeben. Aber was w\u00fcrde ich an diesem Tag sonst noch tun? W\u00fcrde ich etwas Bestimmtes tragen, vielleicht einen selbstgebastelten Raumanzug? Ich hatte noch wenige Ideen, aber wusste: In ein paar Wochen w\u00fcrde der Tag anbrechen.<\/p>\n<ol start=\"14\">\n<li>Was andernorts geschah.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Sie langweilte sich im Unterricht. Obwohl es ihr leicht in der Schule fiel, sie gute Noten hatte und wegen ihres sozialen Engagements von den Lehrern gelobt wurde \u2013 es schien irgendwie ein tr\u00fcber Schatten auf ihrer Seele zu liegen. Schon als sie einmal an einem Wandertag kollabierte, wussten die anderen Mitsch\u00fcler, dass sie verletzlich war, in einer sonst so perfekten Verpackung. Anfang des Jahres 1997 begann sie, sich f\u00fcr Goth Rock und die Gruftie-Kultur zu interessieren. Ihre latente Angst vor dem Tod, die Beklemmung, obwohl sie ansonsten ihr Leben im Griff hatte. Und das Leben als Goth schien ihr in irgendeiner Form einen Sinn, einen Aufschrei ihres seelischen Leidens zu geben. Sicher, sie begann sich auch f\u00fcr Mystery zu interessieren. Verfolgte gebannt \u201eAkte X\u201c, die dunklen F\u00e4lle der CIA. Aber in erster Linie reizte sie die \u00c4sthetik. Das Morbide, Zombiehafte. Sie begann sich in diesen Tagen den Tod lebhaft vorzustellen und erfuhr, dass der Komet Hale-Bopp, der in diesem Jahr zu sehen war, ihr die Chance auf Erl\u00f6sung gab. Zumindest war es ein Zeichen. Ob es ein gutes oder schlechtes war, konnte sie beim besten Willen nicht sagen. Aber ebenfalls wie der Ich-Erz\u00e4hler schmiedete sie einen Plan, was sie in der Nacht tun k\u00f6nnte, in der sie Hale-Bopp am Himmel sehen w\u00fcrde.<\/p>\n<ol start=\"15\">\n<li>Erste Schwierigkeiten (II).<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ich wusste, dass ein l\u00e4ngeres Verschwinden geplant sein wollte. Mein Alptraum w\u00e4re es gewesen, wenn meine Eltern die Polizei gerufen h\u00e4tten. Andererseits \u2013 wenn ich tats\u00e4chlich Kontakt aufnehmen w\u00fcrde, w\u00e4re mir das auch schon egal. Aber irgendein komisches Gef\u00fchl zwang mich dazu, auch einen Plan B zu entwerfen, falls Plan A nicht aufging. Es h\u00e4tte ja eine Riesenentt\u00e4uschung werden k\u00f6nnen und dann w\u00e4re der Erstkontakt nicht eingetreten. Und f\u00fcr den Fall, dass mir die Aliens feindlich gesonnen sein w\u00fcrden, konnte ich nichts machen. Das war Risiko. Es gab keine Laserschwerter wie in Star Wars. Denn das war Mittelalter. Und Star Wars war im Grunde Mittelalter, nur wurde es in die Zukunft verlegt. Ob die Au\u00dferirdischen schon irgendetwas von uns wussten? Schlie\u00dflich hatten wir Erdlinge ja die \u201eGoldene Schallplatte\u201c auf der Voyager-1-Sonde in den Weltraum geschickt. Oder die Au\u00dferirdischen beobachteten uns schon seit Jahrtausenden und waren auf alles vorbereitet. Vielleicht waren sie auch au\u00dferordentlich begabt und konnten in Sekundenschnelle unsere Sprache lernen. In Science-Fiction-Filmen sieht man ja immer diese Echsenmenschen, die \u201ekleinen gr\u00fcnen M\u00e4nnchen\u201c. Aber das stimmt nicht. Weil es ja auch ein Paradoxon ist. Eine Zivilisation, die uns so haushoch \u00fcberlegen ist, aber dann so primitiv ist, das konnte einfach nicht stimmen.<\/p>\n<ol start=\"16\">\n<li>Und dann w\u00e4ren wir wieder beim Mittelalter.<\/li>\n<\/ol>\n<p>In der Schule lernten wir \u00fcber das Mittelalter relativ wenig. Unsere Lehrer bewunderten die alten R\u00f6mer und Griechen, die als Erste, ja, als Allererste das Licht erblickt und die gro\u00dfe Antwort gefunden hatten. Auf alle Fragen des Lebens. Ich war in dieser Zeit sehr misstrauisch. Hatte nicht alles, was auf den ersten Blick perfekt zu sein schien, einen Haken? Wie wurden denn Frauen, Sklaven und Nichtgriechen im antiken Griechenland behandelt? Eben. Und entstanden nicht die ersten Universit\u00e4ten im dunklen Mittelalter? Hatten nicht die Literatur und die Theologie eine erste Bl\u00fcte? Aber das lernten wir in der Schule nat\u00fcrlich nicht. Das vermittelten uns Filme, Romane und Fernsehdokus. Und mehr und mehr lernte ich zu kombinieren. Es gibt ja bekanntlich mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als es sich die Schulweisheit je ertr\u00e4umen wird.<\/p>\n<ol start=\"17\">\n<li>Wenn ich doch nicht so oft an Katharina denken m\u00f6chte.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Katharina und ich, wir beide, waren im selben Monat geboren. Und ich wusste, dass Mann und Frau, die zur selben Zeit am selben Ort geboren wurden, fr\u00fcher mal ein gl\u00fcckliches Ehepaar gewesen sein k\u00f6nnten \u2013 jedenfalls in einem anderen Leben. Einmal fiel mir auf, dass Katharina im Religionsunterricht von der Wiedergeburt sprach. Mich machte das perplex. Dass jemand, der so makellos im Unterricht war, so d\u00fcstere Gedanken haben k\u00f6nnte. Aber ich h\u00e4tte ihr nicht helfen k\u00f6nnen. Denn ich war ein introvertierter Nerd und obendrein auch noch in sie ein bisschen verliebt. Dennoch machte es mich auf irgendeine\u00a0 seltsame Art und Weise gl\u00fccklich, dass sie solche tiefsinnigen Gedanken hatte.<\/p>\n<ol start=\"18\">\n<li>Ein Plan war drauf und dran zu gelingen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ich bereitete mich in den folgenden Tagen immer st\u00e4rker auf den Tag vor, an dem ich Hale-Bopp beobachten w\u00fcrde. F\u00fcr meine Abwesenheit im Bett lieh ich mir eine aufblasbare Gummipuppe aus, die ein Schulfreund von mir unter waghalsigen Umst\u00e4nden aus einem Sex-Shop mitgehen hatte lassen. Daf\u00fcr gab ich ihm im Austausch meine ganzen Sammelkarten. Die Taschenlampe hatte ich schon und f\u00fcr den Weg zu meiner Lichtung hatte ich ein Waldst\u00fcck ausgesucht, das \u00fcber einen Trampelpfad recht gut zu erreichen war. Ich brauchte nur noch ein Kost\u00fcm. Zuerst \u00fcberlegte ich eine Zeit lang, ob es mir gel\u00e4nge, wie ein Au\u00dferirdischer auszusehen. Auch ein Mittelalterkost\u00fcm in Form einer R\u00fcstung hatte ich auf dem Plan. Zum Schluss machte ich eine Kombination aus beiden\u2013 also ich machte mir aus Alufolie einen Umhang. Da ich Star Wars doch immer sehr mochte und es in gewisser Weise auch eine Kombination aus Science-Fiction und Mittelalter darstellte, bastelte ich mir ein Laserschwert. Ich suchte nur noch nach einem Ort in unserem Haus, wo ich das ganze m\u00f6glichst unauff\u00e4llig verstecken k\u00f6nnte. Und ich fand einen Platz hinter einem Regal im Keller, an das man nur schwer herankommen konnte.<\/p>\n<ol start=\"19\">\n<li>Jemand anderes schmiedete auch einen Plan.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Katharina hatte sich vorgenommen, Mitte M\u00e4rz den Kometen Hale-Bopp anzusehen. Am besten um Mitternacht und auf einem Friedhof. Da ihre Eltern relativ antiautorit\u00e4r eingestellt waren, hatte sie kaum Schwierigkeiten, diesen Plan zu verwirklichen. Jedenfalls fast. Da man ihr am n\u00e4chsten Schultag etwas anmerken k\u00f6nnte, dass sie die Nacht woanders als in ihrem Bett verbracht hatte, brauchte sie ein verdammt gutes Gegenmittel gegen die M\u00fcdigkeit. Sie versuchte es mit etwas Make-up, das sie am n\u00e4chsten Tag auftragen k\u00f6nnte, und kaufte sich vorher einen 5-Liter-Wasserkanister, den sie austrinken w\u00fcrde, um den m\u00fcden Eindruck zu verbergen. Wenn alles gutginge, k\u00f6nnte die Nacht, die sie alleine auf dem Friedhof verbringen w\u00fcrde, ein Fanal sein. Ein Aufbruch in eine andere bessere Welt. Oder auch der Weltuntergang. Wie bei den Dinosauriern. Und nach dem Untergang f\u00e4ngt ja bekanntlich die neue Zeitrechnung an. Die Erl\u00f6sung, oder wie immer man auch das nennen m\u00f6chte.<\/p>\n<ol start=\"20\">\n<li>Was in der Schule stattfand.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Auch an den anderen Mitsch\u00fclern war es inzwischen nicht spurlos vorbeigegangen, dass zwei ihrer Mitsch\u00fcler Pl\u00e4ne schmiedeten. Das war zum einen der Plan des Ich-Erz\u00e4hlers mit der Alufolie und der Gummipuppe. Das war auch das seltsame Verhalten Katharinas in ihrem Freundinnenkreis. Was sie nur st\u00e4ndig von Weltuntergang und \u201eRagnar\u00f6k\u201c, \u201eArmageddon\u201c und so faselte. Irgendjemand hatte vielleicht mitbekommen, dass gerade diese zwei Sch\u00fcler anders waren, und es wurde schon getuschelt, ob sie vielleicht auf irgendeine Art miteinander Kontakt h\u00e4tten. Auff\u00e4llig war, dass jeder auf seine Art sich ver\u00e4ndert hatte. Die eine mit immer morbideren Vorstellungen von Erl\u00f6sung und Aufbruch. Der andere redete von Erstkontakt und Begegnungen der dritten Art. Einen Zusammenhang mit Hale-Bopp konnte keiner erkennen, wer wei\u00df, vielleicht hatten die anderen auch gar nicht gewusst, was Hale-Bopp ist oder dass es 1997 wieder einen Transit gab. Viel h\u00e4tte nicht gefehlt und Katharina und mir h\u00e4tte eine Einbestellung zum Schulpsychologen gedroht, aber gl\u00fccklicherweise hatte jeder seine Pl\u00e4ne f\u00fcr den f\u00fcnfzehnten M\u00e4rz f\u00fcr sich behalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<ol start=\"21\">\n<li>Eine ganz besondere Nacht.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Den vierzehnten M\u00e4rz neunzehnhundertsiebenundneunzig behalte ich aus mehreren Gr\u00fcnden in guter Erinnerung. Erstens war es ein Tag, in dem ich in der Schule komplett abwesend schien und mir auch einen Tadel vom Lehrer einhandelte. Andererseits kann ich den Nachmittag und den Einbruch der Nacht noch minuti\u00f6s schildern: Nachdem ich die Hausaufgaben gemacht hatte und mir wieder bei den Geschichtsaufgaben aufgefallen war, dass nur die Geschichte der M\u00e4chtigen erz\u00e4hlt wird und nicht die der einfachen Leute, fing ich an, mich an meinen Plan zu machen: Ich holte den selbstgebastelten Raumanzug mitsamt dem Laserschwert hinter dem Regal aus dem Keller hervor. Ich blies die Gummipuppe auf und st\u00fclpte ihr den Pyjama \u00fcber, versteckte sie aber noch f\u00fcr die erste Zeit. Meine Eltern riefen mich zum Abendessen und wollten heute besonders deutlich wissen, was wir in der Schule durchn\u00e4hmen, schlie\u00dflich sei der Schulstoff doch hochinteressant. Ich versuchte die Eltern abzuwimmeln und t\u00e4uschte Normalit\u00e4t vor. Was immer dann schwierig ist, wenn nat\u00fcrlich keine Normalit\u00e4t vorliegt. Nach dem Abendessen stellte ich meinen Wecker. Ich wollte punktgenau um Mitternacht auf meiner Lichtung sein. Zuvor wollte ich mir noch ein Nickerchen genehmigen.<\/p>\n<ol start=\"22\">\n<li>Was das eine mit dem anderen zu tun hat.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Punktgenau um Mitternacht fand sich auch Katharina auf dem Friedhof ein. Sie hatte ihren Discman dabei und h\u00f6rte Gothic Rock. Zudem hatte sie auch eine Flasche Wein, denn sie wollte sich Mut antrinken. Es dauerte eine gef\u00fchlte kleine Ewigkeit, bis sie den Kometen zu sehen begann. Doch innerlich hatte sie sich schon auf alles eingestellt. Donner, Schwefelgestank. Einen unfassbaren L\u00e4rm. Explosionen. Jene Nacht aber schien friedlicher zu sein, als sie angenommen hatte. Sie erblickte den Kometen mit seinem Schweif aus Staub und Gas. Obwohl sie doch sehr entt\u00e4uscht war, gefiel ihr die Anmut des Kometen. Sie wusste, dass sie weiterleben musste und dass es nur einen Alltag geben wird. Der Traum vom Kometen war f\u00fcr sie geplatzt und in ein paar Stunden w\u00fcrde sie wieder in ihr altes Leben zur\u00fcckfinden. Demgegen\u00fcber gab es aber noch eine andere Katharina. Die gleichzeitig auf einer abgelegenen Lichtung eine Person, komplett in gl\u00e4nzende Silberfolie verpackt, mit einem Laserschwert bewaffnet tanzen sah. War es ein Alien? Angst kroch in ihr hoch. Hatte der Komet Hale-Bopp doch seine Bedeutung? Die Person in dem Aluanzug kam immer n\u00e4her. \u201eVerdammt, wenn dieser Alien doch etwas im Schilde f\u00fchrt. Und nur alles wegen Hale-Bopp.\u201c Doch in diesem Moment erinnerte sie sich, dass sie sich doch auf dem Friedhof befand und nicht auf der besagten Lichtung. Von dem Mann im Aluanzug keine Spur mehr, jedoch sah sie ein paar Flederm\u00e4use umherfliegen. Sie schaute auf das Etikett ihres Weines. Der war dann doch eine Spur zu stark gewesen. Erleichtert schlief sie ihren restlichen Rausch auf einem Grab aus und war gl\u00fccklich ob der Begegnung mit dem Au\u00dferirdischen.<\/p>\n<ol start=\"23\">\n<li>Was der Ich-Erz\u00e4hler tats\u00e4chlich gemacht hat.<\/li>\n<\/ol>\n<p>In jener Nacht stand auch der Ich-Erz\u00e4hler auf, vollf\u00fchrte, wie beschrieben, auf der Wiese ein paar T\u00e4nze und erblickte pl\u00f6tzlich ein Ufo. Ein silbriggl\u00e4nzender Au\u00dferirdischer kam heraus und sprach in der Menschensprache. \u201eWillkommen. Das der Erstkontakt es ist. Wir in Frieden kommen.\u201c \u201eWer seid ihr?\u201c, frug ich. \u201eWir vom Planeten Pl\u00f6rbul kommen. Wir die Erkenntnis f\u00fcr auch haben.\u201c Pl\u00f6tzlich merkte ich aber, dass mir der Erstkontakt mit Katharina wichtiger w\u00e4re. Dummerweise hatte ich ja eine Vorahnung, was sie heute machen k\u00f6nnte \u2013 aber es war ja lediglich eine Vorahnung, sonst nichts. Ich merkte, wie sehr ich mich nach dem Kuss eines Toten oder eines Zombies sehnte. Es war ja schlie\u00dflich die Nacht des Kometen Hale-Bopp. Aber ich wurde nicht gek\u00fcsst. Auch nicht gebissen. Da machte es auf einmal einen lauten Knall. Ich wachte auf. Die Gummipuppe war geplatzt und ich hatte die ganze Nacht in meinem Zimmer vertr\u00e4umt. Auf der Lichtung war ich nicht und auch das Treffen mit den Au\u00dferirdischen war nicht real. Aber daf\u00fcr war ich gl\u00fccklich. Ich hatte ja \u00fcber den Umweg des Traumes meinen Erstkontakt gehabt. Aber der Kuss einer toten Person oder der eines Grufties w\u00e4re mir lieber gewesen. Dennoch merkte ich, dass ich jetzt ein gr\u00f6\u00dferes Probleme hatte: Ich musste die Aluverkleidung und die Reste der Gummipuppe verschwinden lassen. Also stopfte ich die Folie und die Gummipuppenreste in meinen Schulranzen in der Hoffnung, sie am n\u00e4chsten Tag entsorgen zu k\u00f6nnen. Kein Problem f\u00fcr mich. Ich versuchte mich schlafend zu stellen, um am n\u00e4chsten Tag in die Schule zu kommen.<\/p>\n<ol start=\"24\">\n<li>Wie alles miteinander zusammenh\u00e4ngt.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Schultag war gewohnt langweilig. Katharina sah ganz normal aus. Aber nur auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick konnte der Kenner sehen, dass sie die Nacht durchgemacht hatte. Vielleicht bemerkten das auch die Lehrer, doch sie dr\u00fcckten bei ihr ob ihrer guten Leistungen manchmal ein Auge zu. Vielleicht trauten sie ihr das aber auch nicht zu und es blieb unbemerkt. Egal, was genau Katharina getan hatte, wusste ich nicht. Ich hatte eine Ahnung, aber auch nicht mehr. In der Pause schlich ich mich dann zu den M\u00fclltonnen, denn ich wollte dort die Gummipuppe und die Alufolie loswerden. Als ich den schweren Deckel hochhievte, kam pl\u00f6tzlich Katharina in die N\u00e4he. Sie verschwand hinter der M\u00fclltonne und\u00a0 musste sich \u00fcbergeben. Als sie wieder hervorkam, war ich baff. In diesem Moment erkannte sie, dass ich die Alufolie und die Reste der Gummipuppe loswerden wollte. Sie sagte: \u201eWar eine spannende Nacht.\u201c \u201eF\u00fcr dich auch?\u201c, fragte ich. Dann kramte sie ihren schwarzen Lippenstift aus der Tasche und malte mir einen schwarzen Kussmund auf den Arm.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Michael Bauer<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie: <a title=\"spazierensehen\" href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=3714\">fantastiques<\/a>| Inventarnummer: 21079<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war die Zeit, als ich mich in der Schule f\u00fcr Katharina interessierte. Ich war damals in der neunten Klasse, die M\u00e4dchen waren verr\u00fcckt nach Boygroups wie den Backstreet Boys, die Tamagotchis eroberten die Pausenh\u00f6fe, die ersten Handys kamen auf den Markt (vom Smartphone konnte man noch nicht einmal tr\u00e4umen), man bezahlte noch mit Schilling [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[114],"tags":[108],"class_list":["post-12826","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bauer-michael","tag-fantastiques"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12826","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12826"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12826\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12831,"href":"https:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12826\/revisions\/12831"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12826"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12826"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12826"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}