Woodplay
In diesem Fall stellt sich die Frage,
dauert etwas gar drei Tage,
ist es vom Hudson bis zur Elbe
oftmals nicht immer dasselbe.Rockmusik ist manchen heilig,
und die Fans, die haben’s eilig,
folgen ihrer Lieblingsband
bis ans Ende dieser Welt.Warum man ein Musikevent
der Dauer wegen bloß so nennt?
Nämlich so wie damals dieses
Woodstockfestival, so hieß es.Welten trennten die Idee
voneinander, eh und je.
Blasmusiker klau’n den Namen
für ein Fest in diesem Rahmen.Damals war das Ziel drei Tage,
Love and Peace, in ruhiger Lage.
Zwischen Hasch und Mescalin
hört man auf die Musik hin.In Bethel borgte ein Milchbauer
dreihunderttausend Fans, genauer
Hippies wie auch Musikern,
sein Weidefeld dafür recht gern.Trotz Dauerregens riss Joe Cocker
alle Teilnehmer vom Hocker.
Janis Joplin’s no more pain
folgten Tränen, love in vain.Statt Tenorhorn bläst die Anna
vor sich Schwaden aus Marihuana.
Lässt man diese Szenen tauschen,
hörte von fern man dumpfes Rauschen,
trotz des überlauten Trubels
das Tröten des Klarinettenmugels.Die US-Hymne spielte Hendrix
nach Santana, als Appendix.
In Hintertupfing zwischen Ästen
serviert der Wirt den werten Gästen
eine Halbe und ein Schnitz
am Baumkronenweg, kein Witz!Und im Schlafsack, nah der Bühne,
liebt ein langhaariger Hüne
eine hübsche Hippiebraut,
nach dem Motto Twist and Shout.In Hühnerzipfl intoniert
am Flügelhorn, hoch motiviert,
Liebe böhmisch, mit Elan,
der Seppl, weil er’s so gut kann.Doch Pete Townshend von The Who
gibt am Verzerrer keine Ruh.
In Tupf am Wald dort quiekt die nette
Klarinette der Anette.Vielleicht ist ein Vergleich nicht gut
und macht bei allen böses Blut?
Könnt man Marathon nicht sagen?
Man müsste bloß die Bläser fragen.
Fragt sich, gibt’s da was zu schmollen,
bei Festen, die nicht enden wollen?
Norbert Johannes Prenner (Text und Grafik)
www.verdichtet.at | Kategorie: unerHÖRT! | Inventarnummer: 26114
