{"id":903,"date":"2014-01-11T16:26:15","date_gmt":"2014-01-11T16:26:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=903"},"modified":"2014-03-25T16:23:45","modified_gmt":"2014-03-25T16:23:45","slug":"zu-dritt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=903","title":{"rendered":"Zu dritt"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts903&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts903&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p>Abends, wenn ich nach der Dusche in meinen Pyjama schl\u00fcpfe, dann trifft mich \u00fcberraschend oft ein begehrlicher Blick aus vertrauten Augen. Nach all den vielen Jahren immer noch. Und ich freue mich\u00a0und genie\u00dfe unsere kleinen Rituale. Und vor allem, dass es wirklich wieder Freude macht. Es gibt da\u00a0n\u00e4mlich jemanden, der von au\u00dfen Einfluss nimmt,\u00a0nicht ausdr\u00fccklich zwar, aber dennoch unmissverst\u00e4ndlich. Du bist das und du wei\u00dft es auch. Du bist dabei. In meinen Gedanken.<\/p>\n<p>Er ist mein Mann, seit langer Zeit, und ich habe nie etwas bereut diesbez\u00fcglich. Er passt zu mir in\u00a0vielen Facetten des Lebens. Er hat die Erwartungen erf\u00fcllt, keinen Raum gelassen f\u00fcr Bed\u00fcrfnisse nach einem anderen.\u00a0Bis vor kurzem war er mein Ein und Alles.<br \/>\nDann warst du pl\u00f6tzlich da. So unvermutet, so umwerfend deutlich und doch z\u00f6gerlich zugleich. Du warst angenehm unbeholfen. Ein wenig durcheinander, so wie ich. Das alles ganz und gar unpassend, ja geradezu unm\u00f6glich! Und obwohl du dich rasch wieder zur\u00fcckgenommen hast, noch vor allem Konkreten, warst du\u00a0l\u00e4ngst in mein Herz eingezogen. Wo du ganz bestimmt niemals hinwolltest. Wie selbstverst\u00e4ndlich du deinen Platz dort eingenommen hast. Ob ich das so gewollt habe? Kein Gedanke! Und doch bist du dort.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter auf dem Sofa vor dem Kamin dr\u00fcckt er sich an mich.\u00a0Seine warme Hand bahnt sich ihren Weg\u00a0und pr\u00fcft sanft, ob ich bereit bin. Und nimmt voll Staunen zur Kenntnis, dass da sehr viel mehr ist als nur Bereitschaft. Ich habe solche Lust auf dich. Auf ihn. Ich sp\u00fcre seinen Atem in meinem Nacken und h\u00f6re sein leises St\u00f6hnen als er in mich eindringt.<br \/>\nWie klingst du? Wie riechst du? Wie f\u00fchlt es sich an, wenn du in mich vorst\u00f6\u00dft? Wie bewegst du dich in mir, schneller, kr\u00e4ftiger, j\u00fcnger als er? Absurd! Als w\u00e4ren es blo\u00df technische Varianten des ewig Gleichen.<\/p>\n<p>Du und ich\u00a0k\u00f6nnen in keiner Weise mit diesem neuen Zustand umgehen. Ohnehin nicht mit dem Verbotenen, das lassen wir bleiben, aber auch nicht im Mindesten mit uns. Nicht mit dem Gef\u00fchlsaufkommen. Wir k\u00f6nnen nichts tun, au\u00dfer uns beharrlich aus dem Weg zu gehen. Das ist m\u00f6glich, auf den Zufall ist immerhin in seiner Nachl\u00e4ssigkeit Verlass. Aber wie unzureichend, wie furchtsam und kl\u00e4glich entt\u00e4uschend verhalten wir uns! Ein einziges Misslingen und Scheitern. Wir treffen\u00a0nicht den richtigen Ton, ich bin zu direkt und dir bleibt jedes Wort im Hals stecken; du findest keines, nicht ein einziges.\u00a0Geht es dir wie mir? An Plaudern\u00a0ist nicht zu denken, Beliebiges will mir nicht in den Sinn.<br \/>\nDu siehst die Versuchung, ich das Vers\u00e4umnis. Also lassen wir es sein. Wir lassen es bleiben. Wie es ist. Wir lassen uns bleiben. Wo wir sind. Und mit wem wir sind.<\/p>\n<p>Ich bin \u00fcber ihm und\u00a0schiebe ihm sanft mein Becken entgegen, wieder und wieder, mit den Malen\u00a0dringlicher. Meine Augen halte ich geschlossen, nun bist du wieder da und hast\u00a0den oberen schwarzen Spitzenbesatz von meinem BH\u00a0ein wenig heruntergezogen, meine Brustwarzen liegen frei und du streichelst fahrig dar\u00fcber, mit angefeuchteten Fingern.<\/p>\n<p>Du bist es nicht, doch w\u00e4rst du es, w\u00fcrden wir uns dabei ansehen, so lange, bis wir die Intensit\u00e4t der Eindeutigkeit nicht mehr aushielten. Du w\u00fcrdest bald meine Bewegungen stoppen und mich zu dir herunter ziehen. Wir drehen uns auf die Seite, klammern uns aneinander\u00a0und lassen unsere K\u00f6rper ein wenig rasten. Wir\u00a0k\u00fcssen uns. Und r\u00fccken kurz voneinander ab, nur um erneut unsere Blicke zu suchen, ein dr\u00e4ngendes Sich-einander-Vergewissern. Bevor unsere Lippen\u00a0sich wieder ihre ma\u00dflosen Freiheiten herausnehmen und eilige Anspr\u00fcche geltend machen.<\/p>\n<p>Mir bleibt, von dir zu tr\u00e4umen. Das ist auch gut, sch\u00f6ner vielleicht, wer wei\u00df? Die Realit\u00e4t zeigt sich ja bekanntlich immer von ihrer einzigen Seite. H\u00e4tte ich die Wahl, dann w\u00e4rst du mir in echt bestimmt am liebsten, die Phantasie ist zwar \u00fcppig, aber auf Dauer trostlos in ihrer unerwiderten Absehbarkeit.<\/p>\n<p>Er fl\u00fcstert mir etwas zu und ohne ihn g\u00e4nzlich aus mir heraus gleiten zu lassen, nehme ich wieder meine vorherige Position ein. Ich solle mich nicht bewegen, sagt er. Ich schlie\u00dfe die Augen und bin wieder\u00a0bei dir,\u00a0\u00fcber\u00a0dir, auf dir, mit weit gespreizten Beinen, rittlings.\u00a0Den BH hast du mir ausgezogen und meine Br\u00fcste liegen\u00a0locker in deinen H\u00e4nden, die du mir entgegenstreckst. Du bist es, besser geht&#8217;s doch nicht! Was will ich mehr? Was, bitte, will ich mehr?!<\/p>\n<p>Du hast dir ein Kissen unter den Kopf geschoben, und deine begehrlichen Augen lassen sich nicht entgehen, was deine H\u00e4nde mit mir machen. Eine Brust gibst du jetzt frei und greifst mit deiner rechten Hand zwischen meine Beine. In dieser Position liegt alles offen und voller Erwartung. Du massierst mich mit deinem Daumen, du wei\u00dft, dass es nicht zu nass sein darf, damit die Reibung nicht zu kurz kommt, aber trotzdem feucht genug. Und alles geht dann schnell bei mir. Bei dir. Bei ihm.<br \/>\nMeine Augen, die lasse ich zu, dann bleibst du da und noch eine Weile in mir.<br \/>\nEs war so gut mit dir. Du kommst doch wieder?<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Benno Bauer<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie: <a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=430\">\u00fc18<\/a> | Inventarnummer: 14008<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abends, wenn ich nach der Dusche in meinen Pyjama schl\u00fcpfe, dann trifft mich \u00fcberraschend oft ein begehrlicher Blick aus vertrauten Augen. Nach all den vielen Jahren immer noch. 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