{"id":8975,"date":"2018-11-22T18:31:14","date_gmt":"2018-11-22T18:31:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=8975"},"modified":"2024-06-26T07:27:23","modified_gmt":"2024-06-26T07:27:23","slug":"sisyphos-gelangt-an-den-anfang-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=8975","title":{"rendered":"Sisyphos gelangt an den Anfang der Welt"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts8975&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts8975&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p>Unverhofft nahm man Sisyphos den Felsbrocken fort, als er ihn zum abermillionsten Mal die steile B\u00f6schung hinauf an den Rand des Abgrunds gerollt hatte. Pl\u00f6tzlich war der Stein weg, der nach dem schier endlosen Nach-oben-W\u00e4lzen und Nach-unten-Kullern schon fast zu einer Kugel geschliffen worden war. Die scharfen Kanten waren verschwunden, an denen sich Sisyphos anfangs noch die Finger wundgerissen hatte. Immer wieder musste er im Lauf der Zeit mitansehen, wie ihm, nachdem er m\u00fchevoll sein Werk vollendete hatte, der Felsbrocken aus den H\u00e4nden glitt und in der Tiefe verschwand.<\/p>\n<p>Einem geheimen Plan folgend stieg er stets gehorsam hinab und begann sein aussichtsloses Werk aufs Neue. Was h\u00e4tte er auch sonst tun sollen? Es gab keine Alternative. Klaglos f\u00fcgte er sich in sein Leid, und h\u00e4tte er geklagt, h\u00e4tte ihn niemand geh\u00f6rt, au\u00dfer den G\u00f6ttern vielleicht, die aber waren mit Anderem besch\u00e4ftigt und hatten vermutlich die Ohren mit Wachs verschlossen. Niemand war da, dem Sisyphos seinen Kummer h\u00e4tte erz\u00e4hlen k\u00f6nnen. Einsam war er mit seinem Los, das ihm ungl\u00fccklicherweise in Gestalt eines Steins auferlegt war. Zum Gl\u00fcck gibt uns die Mythologie davon Kunde. Andernfalls w\u00e4re der arme Sisyphos v\u00f6llig im Geheimen seiner Vorsehung gerecht geworden. Niemand h\u00e4tte je davon erfahren. Nun wissen wir aber um seine Tragik und sie gereicht uns bisweilen zum Trost, wenn wir uns an unser Schicksal gekettet f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Diesem bemitleidenswerten Mann aus der griechischen Sage war also der Felsbrocken weggenommen worden. Sisyphos wusste nicht, wie ihm geschah. Pl\u00f6tzlich war da nichts mehr, wogegen er sich mit aller Kraft h\u00e4tte stemmen m\u00fcssen. Seine H\u00e4nde waren frei und hingen nutzlos und schwer an den Armen. Staunend blickte er auf seine leeren Handfl\u00e4chen. Er bewegte die Finger und begann zu ahnen, dass es da noch etwas Anderes geben musste, das es zu tun gab. Da stieg er aus dem Erdloch und freute sich \u00fcber die bl\u00fchende Vegetation und den Sonnenschein. Niemand hatte ihm bis dahin Kunde von der Sch\u00f6nheit der Welt gebracht. Hungrig sog er das Licht mit jeder Faser seines K\u00f6rpers ein, schlenderte zum nahen Fluss, wo er, nachdem er sich mit der Freundlichkeit des Wassers vertraut gemacht hatte, untertauchte, allen Schmutz von seiner Haut gr\u00fcndlich abwusch und sich nach Herzenslust aalte.<\/p>\n<p>Deutlich sp\u00fcrte er, dass nun etwas Neues anfing. Die schwer dr\u00fcckende Dunkelheit, die er bislang in Gesellschaft des stummen Steins verbracht hatte, war von ihm genommen. Jetzt war er ins Licht getreten, und das Leben umarmte ihn mit goldenem Sonnenschein und Schwerelosigkeit. Bunte Farben, duftende Blumen und Vogelgezwitscher h\u00fcllten ihn ein. So entstieg er frisch und munter dem Fluss. Aus Gr\u00e4sern, Bl\u00e4ttern, Farnen, Binsen, allen m\u00f6glichen Pflanzen, deren Namen ich genau so wenig kenne wie Sisyphos, und aus mannigfaltigen Blumen, die er am Ufer vorfand, flocht er sich ein pr\u00e4chtiges Gewand, das er sich \u00fcberzog.<\/p>\n<p>Als er seines Spiegelbildes auf der Wasseroberfl\u00e4che ansichtig wurde, staunte er nicht schlecht. Hatte er doch bis dahin nie Gelegenheit gehabt, sich selbst zu betrachten. W\u00e4hrend das Wasser sich lustig kr\u00e4uselte, entdeckte Sisyphos seine Gestalt. Die Bewegungen seiner H\u00e4nde, seiner Beine, seines ganzen K\u00f6rpers sah er und wunderte sich dar\u00fcber. Sisyphos sch\u00fcttelte seinen Kopf und lie\u00df seine langen Haare durch die Luft wirbeln. Zustimmend nickte er, dann \u00f6ffnete und schloss er den Mund, und bemerkte, dass er in der Lage war, Laute hervorzubringen. Zun\u00e4chst schnalzte er mit der Zunge, doch bald schon gelang es ihm, den ausstr\u00f6menden Atem mit Hilfe seines Gaumens, seiner Zunge und der Lippen zu regulieren und gezielt zu leiten, sodass auch andere wohlklingende Ger\u00e4usche seinen Mund verlie\u00dfen. Fr\u00f6hlich experimentierte er mit dieser neu entdeckten F\u00e4higkeit und trat mit den Ger\u00e4uschen seiner Umgebung in einen klanglichen Austausch. Auch wenn er das Wort daf\u00fcr noch nicht kannte, so war es ein wunderbares Konzert, an dem er mitwirkte. Ich wage zu behaupten, dass er auf dieser B\u00fchne im Gr\u00fcnen zu diesem Zeitpunkt bereits die erste Geige spielte.<br \/>\nMehr und mehr wurde er Teil der Welt, in die er nun einmal getreten war, und er gab seinen Ton an. Mit jedem Schritt, den er machte, verblasste die Erinnerung an die unterirdische Dunkelheit, in der er so lange den unf\u00f6rmigen Stein m\u00fchsam vor sich hergeschoben hatte. Finsternis hatte er eingeatmet und Schwei\u00df mit jeder Pore ausgeatmet. In Staub war er eingeh\u00fcllt, und nicht enden wollende Qual war sein d\u00fcsteres Gesch\u00e4ft gewesen.<\/p>\n<p>Jetzt hingegen gl\u00e4nzte sein Haar und seine Augen strahlten. Kraftvoll atmete er ein, f\u00fcllte seine Lungen bis zum Anschlag und sp\u00fcrte, wie das sauerstoffreiche Blut fr\u00f6hlich seine Adern durchfloss. Besser ist es, wenn ich sage, es h\u00fcpfte ihm durch die Glieder und lie\u00df seine Bewegungen beschwingt werden. Wie von selbst fingen seine F\u00fc\u00dfe an zu tanzen. Er richtete seinen K\u00f6rper auf, hob die Arme, bewegte die ge\u00f6ffneten H\u00e4nde und streckte sie voll G\u00fcte nach oben. Sein Angesicht wandte er strahlend dem Himmel zu. So, als wollte er allen, die sich dort in Unsichtbarkeit h\u00fcllten, bedeuten: Seht mich an, ich wandle im Licht. Meine H\u00e4nde werfen euch alles zu, was ich an Bewegung zu geben habe, und aus meiner Kehle kommen die Laute, die die Vorsehung in mich hineingelegt hat. Wenn ihr Mut habt, nehmt das Wachs aus euren Ohren, um mein Lied zu h\u00f6ren. Es wird euch die Augen \u00f6ffnen, und dann schaut mir in die Augen.<\/p>\n<p>Aber die da droben hatten noch nicht genug Schneid. Sie baten sich Bedenkzeit aus und schickten vorerst die Sonne vor. Ihr kam das gerade recht und sie scheute sich nicht, ihre Chance zu ergreifen. Sie ist als gute Lehrmeisterin bekannt und fing flugs ihre Lektion damit an, Sisyphos das Lachen beizubringen. Kein einfaches Unterfangen, wie jeder wei\u00df. Aber er erwies sich als gelehriger Sch\u00fcler und lachte nach ersten z\u00f6gerlichen Versuchen bald aus Herzenslust, dass es auch denen da droben nicht verborgen blieb, und sie wussten nicht recht, wie sie das verstehen sollten. Vorsichtshalber wandten sie sich ab. Ich bin mir aber sicher, dass sie es nicht fertigbrachten, ihre Neugier komplett zu unterdr\u00fccken. Bestimmt blinzelten sie verstohlen zwischen den Sonnenstrahlen hindurch und erhaschten, mit verhohlenem Neid, einen Blick auf den der Unterwelt Entronnenen. Seine lebensfrohe Gestalt f\u00fchrte ihnen unmissverst\u00e4ndlich die verborgenen M\u00f6glichkeiten vor Augen und ihnen wurde rasch klar, dass das die Zeichen f\u00fcr den Anfang sein mussten. Weil sie aber seit alters her \u00e4ngstlich vor jedem Anfang waren, taten sie so, als w\u00fcrden sie nichts mitbekommen, zogen sich zur\u00fcck und begn\u00fcgten sich aus sicherer Entfernung mit heimlichen Beobachtungen.<\/p>\n<p>Sisyphos wusste davon nichts. Er machte sich auf, dem Flusslauf zu folgen. Das Wasser tanzte lustig neben ihm her, hielt unaufh\u00f6rlich Zwiesprache mit dem wagemutigen Gesellen und vers\u00e4umte nicht, ihn recht durch die Landschaft zu geleiten, so dass es ihm nicht schwerfiel, sich seine Neugier und freudige Erwartung zu bewahren. Offensichtlich wich ihm nun das Gl\u00fcck nicht mehr von der Seite, und so kam es, dass er v\u00f6llig ohne Gefahr an ein einsam gelegenes Geh\u00f6ft gelangte. G\u00e4nse, H\u00fchner, Enten begr\u00fc\u00dften ihn schnatternd, kr\u00e4hend und quakend. Eine Katze umschmeichelte maunzend seine F\u00fc\u00dfe und hie\u00df ihn n\u00e4her treten. Ein braunes Pferd wieherte ihm freudig zu, Schafe bl\u00f6kten, K\u00fche muhten und eine wei\u00dfe Ziege nahm ihn neugierig beschnuppernd in Empfang.<br \/>\nSo ging Sisyphos mit seinem auff\u00e4lligen Gewand der einladend rot gestrichenen Haust\u00fcre entgegen. Bunte Blumen umkr\u00e4nzten sie, und noch bevor er sie erreicht hatte, wurde sie aufgetan. Ein l\u00e4chelndes Gesicht hie\u00df ihn eintreten. An einem Tisch nahm er Platz, durch die Fenster in seinem R\u00fccken fielen die freundlichen, hellen Sonnenstrahlen, die das Zimmer in durchsichtiges Gold tauchten und ihm bedeuteten, dass er hier richtig sei. Die Dame, die ihn eingelassen hatte, trug k\u00f6stliche Speisen auf, von denen er erst z\u00f6gerlich, sogleich aber bereitwillig nahm. Indem sich seine Gastgeberin ihm gegen\u00fcbersetzte, tat er es ihr gleich und kostete von K\u00e4se, Fleisch, Brot und Gem\u00fcse. Er trank Milch und probierte s\u00fc\u00dfe Fr\u00fcchte. Alles war ihm neu. Den Genuss der Speisen hatte er bislang eben so wenig gekannt wie die Sonnenstrahlen und die herrlichen T\u00f6ne. W\u00e4hrend die Frau mit ihm sprach, lernte er ihre Worte verstehen.<\/p>\n<p>Ihm wurde klar, dass all die Jahrhunderte und Jahrtausende in ihm die Ahnung vom Reichtum der Welt geschlummert hatte. Die stets gegenw\u00e4rtige Sehnsucht, der dunklen \u00d6dnis entfliehen zu wollen, war an einem geheimen Fleckchen seines Geistes anwesend gewesen, aber sie war verkapselt im Kokon, der verschlossen und versiegelt war. Nun hatte der seidene Faden sich zu l\u00f6sen begonnen. Zentimeter f\u00fcr Zentimeter wickelte er sich rasch ab und wurde Sisyphos zum Lebensfaden, der ihn durch die Herrlichkeiten des Daseins lotste. Wie reich und sch\u00f6n doch alles war, das ihn begleitete und erwartete, das ihn umgab und in ihn einging durch Augen, Ohren, Mund und Nase, das ihn an F\u00fc\u00dfen, an H\u00e4nden ber\u00fchrte, ihn kitzelte und ihm vermittelte, dass er aufzunehmen in der Lage sei und dass sich alles unaufh\u00f6rlich neu in seinem Inneren zu ver\u00e4ndern und zu formen anschickte. Ja, das ist das Leben.<br \/>\nDurch alle Sinne dringen die Eindr\u00fccke und formen den Geist, der wiederum neugierig auf alles wartet und ebenfalls seine M\u00f6glichkeiten nutzen will, um nach Kr\u00e4ften Neues zu schaffen, mit den H\u00e4nden, mit Worten, mit der Stimme, mit allem eben, was einem Menschen zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n<p>Sisyphos staunte und strahlte die freundliche Dame an, die ihm als erster Mensch begegnet war. Mit einem Male wurde ihm klar, dass ein Schatz von M\u00f6glichkeiten f\u00fcr ihn in einem goldenen Topf bereitstand, den er zu suchen und zu finden hatte. So erhob er sich, k\u00fcsste der sch\u00f6nen Dame mit vollendeter H\u00f6flichkeit die zierliche und doch so kraftvolle Hand und verabschiedete sich zutiefst dankbar f\u00fcr die Erfahrung, Gastfreundschaft genossen zu haben und beherbergt worden zu sein. Weil sie wusste, wie lange der Weg sich noch erstreckte, ehe Sisyphos sein Ziel erreichen w\u00fcrde, holte sie aus einer sch\u00f6n bemalten Truhe ein Paar gr\u00fcner Wanderstiefel aus geschmeidigem Leder. An den einstigen Besitzer gibt es keine Erinnerung mehr. Er muss von weit hergekommen sein und hier seine Bleibe gefunden haben, sodass er die liebevoll geschusterten Stiefel nicht mehr brauchte. Er hatte sie ausgezogen, um sie nie mehr wieder zu ben\u00fctzen. Im Stillen hatten sie hier sicher verwahrt auf Sisyphos gewartet, und die freundliche Dame Amaryllis streifte sie ihm \u00fcber die blo\u00dfen F\u00fc\u00dfe und band flink die Schn\u00fcrsenkel.<\/p>\n<p>So war Sisyphos wohlger\u00fcstet. Ein neues Gef\u00fchl befl\u00fcgelte seine Schritte. Hatte er auch den unmittelbaren Kontakt mit dem Untergrund eingeb\u00fc\u00dft, so waren nun seine Fu\u00dfsohlen vor Verletzungen gesch\u00fctzt. Ihm war klar, dass er einen weiten Weg vor sich hatte. So machte er sich Richtung Osten auf. Amaryllis begleitete ihn ein St\u00fcck der Sonne entgegen. Wenn man an den Anfang der Welt gelangen will, muss man immer der Sonne entgegengehen. Erkennt sie, dass man es ernst meint, wird sie einen auflesen und in ihrem Schiff mitreisen lassen. So marschierte Sisyphos zuversichtlich nach Osten. Als er mit seiner Begleiterin den Waldrand erreichte, verlie\u00df ihn die gn\u00e4dige Dame Sie musste zur\u00fcck zu ihrem Anwesen und nach weiteren Besuchern Ausschau halten. So hat jeder seinen Platz in der Welt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend sie zur\u00fcckging, schritt Sisyphos mit neuer Kraft voran. Er trat auf dem bemoosten Pfad tiefer in den Wald ein. Hohe B\u00e4ume ragten links und rechts neben ihm auf. Seine Schritte federten auf dem weichen Untergrund und er f\u00fchlte sich beh\u00fctet. Schon stimmten all die hier ans\u00e4ssigen V\u00f6gel ein Willkommenskonzert an und k\u00fcndigten den durchreisenden Gast auch den anderen in tieferen Regionen beheimateten Bewohnern an. Neugierig steckte der eine und andere Fuchs und Hase seinen Kopf aus dem Gestr\u00fcpp, betrachtete Sisyphos neugierig in seinem aus Blattwerk gefertigten Outfit, schickte ihm einen freundschaftlichen Gru\u00df entgegen und entwischte rasch, eifrig seinem Tagwerk nachgehend. Bisweilen sah er noch Rehe \u00e4send beieinanderstehen, die ihn ob seines eilfertigen und zielstrebigen Schrittes musterten, ihm aber zu verstehen gaben, dass er ihr Reich sehr wohl zu durchqueren habe. Der Ort seiner Bestimmung war noch weit. Keines von ihnen war je so weit gelaufen. Vom H\u00f6rensagen wussten sie, es gebe diesen Ort, wo es sich hinzugehen lohne.<\/p>\n<p>Und Sisyphos wanderte ohne Hast, aber doch schnell, weil ihn die Sehnsucht nach dem in der Ferne liegenden Ziel lockte. Als er den Blick in den \u00c4ther schweifen lie\u00df, sah er die klaren Strahlen der Sonne erscheinen. Sie war also schon auf ihn aufmerksam geworden. Wer wei\u00df, wer ihr seine Ankunft verraten hatte? Aber die Sonne kannte sehr wohl das Schicksal des armen Sisyphos, genauso, wie ihr das einer jeden geknechteten Kreatur nicht verborgen bleibt, und sicher f\u00fchrt sie den ins Licht, der es braucht. Gleich oder sp\u00e4ter. Und Sisyphos, der so lange im Dunkeln die Kugel gerollt, hatte ganz gewiss eines gelernt: zu warten. Und so ging er seinen Weg entlang. Bestimmt ist es der einzig richtige. Frau Sonne schickte ihm mit ihren warmen und hellen Strahlen alle Hoffnung der Welt und auch noch ein gutes St\u00fcck der himmlischen Zuversicht. Und ehe er sich versah, wurde er emporgehoben zum Sonnenschiff.<\/p>\n<p>Fragte man ihn sp\u00e4ter nach den Eindr\u00fccken dieser Reise, so vermochte er nichts weiter zu sagen, als dass es wundersch\u00f6n war, schwerelos dahinzugleiten, gedankenverloren und unendlich gl\u00fccklich. Eine lichte Leere habe ihn umfangen, wie er sie nicht beschreiben k\u00f6nne. Die Worte f\u00fcr Derartiges hatte er noch nicht kennengelernt. So fuhr er eine geraume Weile im Sonnenschiff am Rande des Himmels gen Osten und Frau Sonne raunte ihm so manches Helle zu, das er mit geweiteten Augen und Poren aufnahm. So kam Sisyphos wohl zu dem, was die Menschen bisweilen eine Gl\u00fcckshaut nennen, in Ermangelung eines besseren Begriffs.<br \/>\nUnd flugs war er viele hundert oder gar tausend Kilometer weit gereist. Wer scherte sich schon um derartig kleinm\u00fctiges Z\u00e4hlen? Sanft setzte ihn die gn\u00e4dige Sonne auf einer Wiese an der Peripherie einer Metropole ab. Ganz andere Ger\u00e4usche drangen hier an sein Ohr. Scharf und schnell und schneidend. \u201eHab keine Furcht!\u201c, sang ihm die Sonne Abschied nehmend zu. \u201eDu wirst das Licht, das ich in dich hineingelegt habe, verbreiten. Es ist nicht schwer, denn jeder verlangt danach. Sei gro\u00dfz\u00fcgig und geize nicht damit.\u201c<\/p>\n<p>Sisyphos hatte wieder festen Boden unter den F\u00fc\u00dfen. Mit seinen gr\u00fcnen Wanderstiefeln stapfte er durch das lange Gras und gelangte zu einer schwarz asphaltierten Fl\u00e4che, die sich als Stra\u00dfe herausstellte. In seiner floralen Kleidung erschien er den zahlreichen Autofahrern in der Tat wie von einem anderen Stern. Sie glotzten ihn aus den blankgeputzten Scheiben ihrer bunt lackierten Karossen an und fingen an zu hupen, denn er versperrte ihnen die freie Fahrt und sie hatten es eilig. Einer bet\u00e4tigte den automatischen Fensterheber an der Fahrert\u00fcr per Knopfdruck und br\u00fcllte heraus: \u201eVerpiss dich, du seltsamer Vogel, sonst rufe ich die Polizei!\u201c<\/p>\n<p>Und Sisyphos fing schon an, an der Redlichkeit der Frau Sonne und auch an der Liebensw\u00fcrdigkeit der Dame Amaryllis zu zweifeln, weil er sehr wohl sp\u00fcrte, dass dies trotz der augenscheinlichen Helligkeit ein Ort der Finsternis war. Starr vor Schreck stand er da, als ein dicker Mensch aus der F\u00fchrerkabine eines LKWs kletterte, auf Sisyphos zuging, ihn energisch unterhakte und ihn hoch in sein bescheidenes Heim hievte. \u201eHier bist du erst mal in Sicherheit!\u201c, sagte er zu ihm. \u201eMir scheint, du kommst aus dem Reich der Tr\u00e4ume! Tr\u00e4gt man dort neuerdings organische Klamotten? Pflanzenfasern mit Blumen durchwirkt, aus Madeira und Gott wei\u00df woher noch; eine erneute Flower-Power-Welle?\u201c<\/p>\n<p>Sisyphos verstand alle Worte des Fahrers, schaute ihn aber vorerst nur gro\u00df an und vermied es zu sprechen. Er wollte sich ein genaueres Bild der Lage machen. \u201eWoher hast du die Mokassins aus marokkanischem Leder? Kommst du aus Marrakesch?\u201c, fragte der freundliche und offensichtlich seine Umgebung sehr aufmerksam beobachtende Fahrer weiter und reichte ihm eine rote Dose, die, nachdem sie ge\u00f6ffnet war, zischend eine herbe Fl\u00fcssigkeit heraussch\u00e4umen lie\u00df. \u201eTrink, du hast bestimmt Durst!\u201c, lud er ihn ein. So nahm Sisyphos den ersten Schluck und erfuhr, dass das Bier sei. W\u00e4hrend der Fahrer von seiner Herkunft aus dem hohen Norden bereitwillig erz\u00e4hlte, knauserte Sisyphos mit seinen Worten. Tief drinnen in seiner Erinnerung sa\u00df noch das Wissen um die geheime Kraft der Worte, und es schien ihm ratsam, sie kostbar bei sich zu verwahren und wie Perlen zu z\u00e4hlen. So verriet er nur, dass er gekommen sei, um Licht zu machen. Das verstand der hilfsbereite freundliche Mann am Lenkrad des Trucks, das Sisyphos \u00fcbrigens an den Stein erinnerte, den er so lange vor sich her gew\u00e4lzt hatte, und weil auch der Fahrer einer war, der Bescheid wusste, versprach er, ihn an den Ort zu bringen, wo Licht ben\u00f6tigt wird.<\/p>\n<p>Er startete den Motor, lenkte aus der Rastst\u00e4tte auf die Autobahn und steuerte auf die gro\u00dfe Stadt zu. Sisyphos f\u00fchlte sich an den Fluss zur\u00fcckerinnert, dessen Lauf er, nachdem er dem Erdloch entschl\u00fcpft war, eine Tagstrecke weit gefolgt war. Auf der dreispurigen Autobahn schoben sich die Fahrzeuge rasch vorw\u00e4rts. Sie schienen ebenfalls von einer geheimen Kraft getrieben zu sein. So gelangte der LKW an einem gelben Schild vorbei, auf dem etwas in schwarzen Lettern stand. Die beiden M\u00e4nner befanden sich in einem H\u00e4usermeer, das von Stra\u00dfen wie Spinnweben durchzogen war. Sisyphos fiel auf, dass sich der LKW gen Osten bewegte. Die Richtung stimmte also noch, und das beruhigte ihn inmitten all dieser Gesch\u00e4ftigkeit.<br \/>\nIrgendetwas musste hier schiefgegangen sein, denn hier gab es von allem zu viel und gleichzeitig auch von allem zu wenig. Es fehlte das rechte Ma\u00df. Sisyphos beschlich die leise Angst, hier verloren zu gehen, und er entschloss sich, ein paar Worte aus seinem kostbaren Schatz an den Fahrer zu verschenken und stellte die Frage: \u201eBringst du mich bitte an den Anfang der Welt? Einer wie du kennt bestimmt den Weg!\u201c\u00a0 Mit gro\u00dfen Augen schaute ihn Lars an. \u201eFreilich kenne ich den Weg zum Anfang der Welt. Es ist blo\u00df aus der Mode gekommen, danach zu fragen. Heute bildet sich jeder ein, von sich aus dorthin zu gelangen. Aber die meisten verirren sich, weil sie zu eingebildet sind und zu stolz, um zu fragen. Leicht geht man in die Irre. Du siehst ja selbst, wie viele Stra\u00dfen es hier gibt, die nach \u00fcberall f\u00fchren.\u201c<\/p>\n<p>Geschickt lenkte Lars aus dem Norden seinen schweren Truck auf den Stra\u00dfen Berlins gen Osten und brachte Sisyphos in seinem Paradieskleid an einen Ort, der Kreuz des Ostens hei\u00dft. Das muss schon ganz in der N\u00e4he vom Anfang der Welt sein. Umringt von hupenden Autos parkte er in Seelenruhe, zeigte Sisyphos die Richtung, die er einzuschlagen hatte, schubste ihn freundlich aus der Fahrerkabine und verabschiedete sich in stillem Einverst\u00e4ndnis von ihm, indem er bedeutungsvoll mit den Augen zwinkerte.<br \/>\nSisyphos hingegegen gelangte bald an ein zweifl\u00fcgeliges Holztor, \u00fcber dessen geschwungene Oberseite sein Name in gro\u00dfen Lettern zu lesen war. Nicht schlecht staunte er, dass man ihn hier am Anfang der Welt bereits erwartete und ihm schon ein Haus gebaut hatte. Auf jedem Fl\u00fcgel der beiden Tore war eine gro\u00dfe Ente geschnitzt. Sie schauten sich an und die beiden Schn\u00e4bel schienen sich zu k\u00fcssen. Da f\u00fchlte sich Sisyphos an das freundliche Haus der Frau Amaryllis erinnert, in deren Hof auch quakende Enten ihn empfangen hatten. Beherzt pochte der Heimgekehrte mit beiden F\u00e4usten an das Tor. Unverz\u00fcglich h\u00f6rte er eine Stimme fragen: \u201eWer bittet um Einlass?\u201c \u201eIch kann Licht machen\u201c entgegnete Sisyphos, als w\u00e4re es das Selbstverst\u00e4ndlichste der Welt. Und da es bereits d\u00e4mmerte, schien es dem T\u00fcrsteher einleuchtend, dass es nun an der Zeit sei, mit der Illumination zu beginnen.<\/p>\n<p>Das Tor ging auf, Sisyphos trat in sein Reich und wusste sofort, dass er zu Hause, am Anfang der Welt angekommen war. Rasch liefen Leute im Hof zusammen und bedeuteten ihm, dass man ihn seit Langem schon sehns\u00fcchtig erwarte. Man l\u00f6cherte ihn mit Fragen nach seinem Verbleib, worauf er l\u00e4chelnd und achselzuckend wortlos antwortete. Niemand fragte ihn nach seinem Namen. Offensichtlich wussten alle schon, dass er der Hausherr pers\u00f6nlich sei. Zwei Herren in salopper Kleidung begleiteten ihn \u00fcber das Gel\u00e4nde.<br \/>\nBedauernd teilte man ihm mit, dass w\u00e4hrend seiner unerwartet langen Abwesenheit in diesen Geb\u00e4uden Hundekuchen produziert worden seien. Sisyphos l\u00e4chelte nur und entgegnete, dass ihm Hundekuchen allemal lieber seien als Kalaschnikows.<\/p>\n<p>So war alles gekl\u00e4rt, und Sisyphos wollte ebenso wie die beiden Herren keine Zeit verlieren. Die Dunkelheit stand vor der T\u00fcr und der heimgekehrte Hausherr wollte damit beginnen, Licht zu machen. Es war h\u00f6chste Zeit, um den Anfang der Welt, nachdem er endlich gefunden war, aus seinem langen D\u00e4mmer zu erwecken, ihn in Licht zu tauchen und die Menschen von \u00fcberall her anzulocken. Sisyphos fing an, die eilig montierten Scheinwerfer auszurichten. Unter seiner geheimnisvollen Regie entstand an der Fassade des Backsteinbaus eine wahrlich himmlische Lichtsymphonie in den strahlendsten und phantastischsten Farben. Schnell war klar, dieser Mann im Phantasiekleid musste von weit her gewandert sein, um diesem Ort seinen vergessenen Zauber zur\u00fcckzugeben und den verwirrten Menschen Heimat.<\/p>\n<p>In Windeseile verbreitete sich die Kunde, dass hier etwas Neues und ganz Gro\u00dfes entstand. Musiker fanden sich ein, das Licht mit Klang zu verbinden. Feuerk\u00f6rbe wurden an den nachtschwarzen Himmel gezaubert und farbstarke Blitze durchfuhren die Finsternis, um allen den Weg zu zeigen und ihrer Sehnsucht eine Richtung zu geben. Viele kamen und t\u00e4glich wurden es mehr, weil alle suchen und nach einem Platz verlangen, wo ihre Seele Ruhe findet.<\/p>\n<p>Sisyphos ist Gott sei Dank angekommen und hat es geschafft, diesen verwunschenen Ort in Helligkeit zu tauchen. Jetzt herrscht dort der nicht leicht fassbare Geist, der durch die Gabe des Lichts entsteht. Manche nennen ihn Esprit, andere wagen das Wort nicht in den Mund zu nehmen. Sisyphos z\u00e4hlt seine Worte wie Perlen. Er schweigt und spricht mit fein dosiertem Funkenregen, mit Lichtkegeln und kletternden Lichtmenschen \u2013 seine Sprache ist das Licht. Und wer sie beherrscht, mag an jeden Ort reisen, sei es der undurchdringliche Dschungel mit all den Lianen, die sich von tropischen B\u00e4umen baumeln lassen und den Affen zum Spiel dienen, sei es die W\u00fcste, durch die sich eine Karawane schl\u00e4ngelt, oder sei es das Eis, das man fr\u00fcher das ewige nannte, auf dem Pinguine und Eisb\u00e4ren tollen.<\/p>\n<p>Sisyphos kann alle diese Bilder an den Nachthimmel zeichnen. Nur wer seine Herkunft kennt, versteht, warum er den Menschen Strahlen bringen muss und warum er seine Freude daran hat, all die Hungrigen im Licht stehen zu sehen. Langsam werden sie, so beschienen, lebendig und fangen an sich zu bewegen, anmutig und rhythmisch zu tanzen, sich im Takt der Musik zu wiegen. Aber damit ist es nicht getan. Das Leben in der Metropole ist hart. Hundekuchen ist out und Schokoladenso\u00dfe will keiner.<br \/>\nWer zu Sisyphos kommt, will den Anfang der Welt sp\u00fcren, und der ist heftig. Wer aus der Unterwelt kommt, wei\u00df das. Wer unz\u00e4hlige Male seinen Felsbrocken vergebens den steilen Hang hinaufgerollt hat, um anschlie\u00dfend machtlos zusehen zu m\u00fcssen, wie er bockstarrig wieder hinabrollt, der wei\u00df, dass man das Leben festhalten muss mit beiden F\u00e4usten, dass man mit aller Macht jede Regung in sich aufsaugen muss, um sie im schwer zug\u00e4nglichen Inneren zu beheimaten.<\/p>\n<p>Menschen kommen ins Sisyphos, weil sie hungrig sind nach Leben. Vom allt\u00e4glichen Zuviel haben sie schon genug, mehr als das. Weder in den \u00fcberbordenden Einkaufszentren noch in den beruflichen Selbstverwirklichungsst\u00e4tten pocht der Puls der Lebens. Alles ist zu viel und zu wenig. Es scheint, als w\u00e4re \u00fcberall die Luft zum Atmen d\u00fcnn geworden. Jeder sucht das Gl\u00fcck, aber die Gl\u00fcckshaut ist nicht zu kaufen und nicht zu verdienen und auch nicht zu erbitten oder per Opfer zu erwirken. Das Leben l\u00e4sst sich nicht ergaunern und nicht erarbeiten, man kann es weder ansparen noch erben.<br \/>\nDas Leben pocht am Anfang der Welt und bisweilen findet man einen Ort, wo man ihm gegen\u00fcbersteht oder es wenigstens f\u00fcr m\u00f6glich h\u00e4lt, dass es so sei. Ein Augenblick in diesem Gef\u00fchl zu leben, ist es allemal wert, sich dem Rausch von Licht und Klang in Extremen hinzugeben. Nur allzu gern l\u00e4sst man sich forttragen von der schwerelosen Schwere und erwacht mit der Sehnsucht, an diesen Ort zur\u00fcckzukehren, so oft und so lange wie nur immer m\u00f6glich. \u2013 Sisyphos wahrt sein Geheimnis gut. Niemand kennt seinen Namen und wei\u00df, wohin sein Gesteinsbrocken so urpl\u00f6tzlich verschwunden ist. Wer mag ihn weggenommen haben? Wer verwahrt ihn? Hat er sich gar in Luft aufgel\u00f6st oder hat er sich wie ein Ballon mit Luft gef\u00fcllt und ist davongeflogen? Sisyphos ist ihn auf jeden Fall los und verbreitet am Anfang der Welt Licht. Hier nennen ihn alle Or, was in der Sprache des Anfangs Licht bedeutet, und er hat vor, diesen Ort nicht mehr zu verlassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Claudia Kellnhofer<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at |\u00a0Kategorie: <a title=\"Que ser\u00e1, ser\u00e1?\" href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=3714\"><span style=\"color: #0066cc;\">fantastiques<\/span><\/a> | Inventarnummer: 18157<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unverhofft nahm man Sisyphos den Felsbrocken fort, als er ihn zum abermillionsten Mal die steile B\u00f6schung hinauf an den Rand des Abgrunds gerollt hatte. Pl\u00f6tzlich war der Stein weg, der nach dem schier endlosen Nach-oben-W\u00e4lzen und Nach-unten-Kullern schon fast zu einer Kugel geschliffen worden war. Die scharfen Kanten waren verschwunden, an denen sich Sisyphos anfangs [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[71],"tags":[108],"class_list":["post-8975","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kellnhofer-claudia","tag-fantastiques"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8975","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8975"}],"version-history":[{"count":6,"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8975\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18322,"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8975\/revisions\/18322"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8975"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8975"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8975"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}