{"id":8658,"date":"2018-09-14T16:29:44","date_gmt":"2018-09-14T16:29:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=8658"},"modified":"2018-09-16T17:43:39","modified_gmt":"2018-09-16T17:43:39","slug":"lautsprecherdurchsagen-impressionen-aus-dem-gaensehaeufel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=8658","title":{"rendered":"Lautsprecherdurchsagen &#8211; Impressionen aus dem G\u00e4nseh\u00e4ufel"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts8658&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts8658&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p>Ein Badesonntag Ende Juli 18, die Marke von 35 Grad ist fast erreicht. Hitzepol wie immer in Hohenau an der March. Ich in den Wochenend-Zeitungen lesend, lagernd im l\u00f6chrigen Schatten von mageren Pappeln und Erlen. Wenn die Sonne durchs Laub kommt, muss ich mit meinem Tuch in einen anderen Schatten wandern. Herrliche Ruhe, die FKKler sind dezente Leute. Ein leichter Wind, die wirklich blaue Alte Donau in Blickweite, Schw\u00e4ne und Nil-G\u00e4nse schaukeln leicht auf den Wellen, M\u00f6wen dar\u00fcber, eine Entenmutter watschelt mit drei Jungen angstlos durch den Dschungel aus Decken, Taschen und Floaties. Ich muss immer \u00f6fter ins Wasser rein und danach lange unter die kalte Dusche. Das Wasser der Alten Donau ist badewannenwarm, 28 Grad. Vom <em>k\u00fchlen Nass <\/em>kann schon lange keine Rede mehr sein. Wann kippt sie? Eine Frage der n\u00e4chsten Tage. Das Wasser ist schlierig, wirft verd\u00e4chtige Bl\u00e4schen, und das Wassergras schwappt einem durch Mund und Zehen.<\/p>\n<p>Danach schreckt mich in der Zeitung eine <em>Kleinmeldung <\/em>auf:<br \/>\n<em>Die Korallenriffe der Ozeane von Sonnencreme und Kinderlulu zerst\u00f6rt! <\/em>Ich bin alarmiert. \u00c4hnlich wie die Verdauungspuhs der K\u00fche. Endlich die gr\u00f6\u00dften Feinde erkannt! Kleine Erl\u00f6sung, nicht das Erd\u00f6l und das b\u00f6se PVC sind\u2018s. Ein Gl\u00fcck, die Alte Donau hat keine Korallenriffe, aber sicher viel vom anderen. Mehr Idylle als im G\u00e4nseh\u00e4ufel-FKK geht nicht. F\u00fcr alle Sinne. Wer im Sommer Wien verl\u00e4sst, ist ein Idiot. Selber schuld.<\/p>\n<p>Da bricht die Realit\u00e4t \u00fcber uns herein. Gegen zwei Uhr kracht und rauscht es aus dem Lautsprecher:<br \/>\n<em>Ach-tung- Ach-tung <\/em>(Betonung auf U mit einem K am Ende) <em>&#8211; hch- eine Durch-sakee <\/em>(Betonung auf A- was f\u00fcr eine Sage wird das noch?) <em>&#8211; die vierj\u00e4hrige Jolana &#8211; sucht- seinen- Papa. Hch. Papa &#8211; kommen &#8211; bitte &#8211; zur Info<\/em>. <em>Danke! Ihre Info!<\/em><br \/>\nJeweils zweimal hintereinander. Wiederholung nach 10 Minuten. Beim Ausschalten wieder Krachen. Es ist kein Sprechen, sondern ein Zerhacken von Silben, als w\u00fcrde sie einen ihr unverst\u00e4ndlichen Text herunterbuchstabieren, so wie wenn ich etwas auf Rum\u00e4nisch oder sonstwas, das ich nicht kann, vorlesen m\u00fcsste.<\/p>\n<p>Diese Frauenstimme b\u00f6makelt in echt, perfekter, als es sich Fritz Muliar je f\u00fcr <em>Braver Soldat Schwejk <\/em>antrainiert hat. Dabei dachte ich immer, er ist genial. Er <em>ist <\/em>genial, aber von der Durchsagefrau h\u00e4tte er noch etwas lernen k\u00f6nnen. Sie hat die Funktion einer Kartenabrei\u00dferin und Kasterlschl\u00fcsselausgeberin am Eingang (ich liebe Wien besonders f\u00fcr solche Posten. Die Badewaschel sind fast alle Ex-Jugos, die Masseurinnen Philippininnen). Ich habe die Info-Frau pers\u00f6nlich gesprochen, als ich einmal bei ihr eine verlorene Sonnenbrille abgegeben habe. Sie ist wirklich eine Tschechin, eine neue \u00d6sterreicherin.<\/p>\n<p>Im Abstand von 10 Minuten wird die Durchsage je zweimal wiederholt, mit Varianten. Da ist die Jolana einmal <em>dreij\u00e4hrig <\/em>und sucht ihre Mama. Dann wieder den Papa<em>. <\/em>Zum Gl\u00fcck irgendwann die ganzen Eltern. Gespickt mit Fehlern und Pausen, in denen man Seufzer und R\u00e4usperer h\u00f6rt, warum auch immer. Welche Trag\u00f6die sich bei der Info abspielt, mag ich gar nicht wissen. So geht das ungef\u00e4hr eine Stunde lang. Zweimal dazwischen etwas Neues: Die f\u00fcnfj\u00e4hrige <em>Lena<\/em> sucht <em>seinen <\/em>Papa, Ausgang bitte kommen.<\/p>\n<p>Bei Info. Die sechsj\u00e4hrige Jolana sucht <em>tringent <\/em>ihren Papa. Bitte melden.<br \/>\nWas sind das f\u00fcr Energie\u00fcberschneidungen? Gerade als die Jolana (ein popul\u00e4rer tschechischer Name) lautsprecherm\u00e4\u00dfig gesucht wird, lese ich in Pavel Kohouts genialer Echtzeit-Politsatire <em>Wo der Hund begraben liegt <\/em>von seiner wilden Nichte Jolana. Ich habe das 500 Seiten starke Buch aus dem Jahr 1988 am Tag davor in einer W\u00fchlkiste am Hohen Markt um 2 Euro erstanden. Geniere mich, dass ich es nicht fr\u00fcher gelesen habe. 30 Jahre Genuss-Verlust. Das Buch ist gespickt mit Schwejk-Zitaten, die ich lese wie einen Kommentar zum Lautsprecher.<\/p>\n<p>Dann sehe ich, dass der vor genau 50 Jahren, zehn Jahre nach der sowjetischen Invasion, von den Neostalinisten nach \u00d6sterreich ausgeb\u00fcrgerte Tscheche in diesen Tagen 90 geworden ist. Ich habe, hoffe ich, alle seine St\u00fccke in Theatern gesehen, in verschiedenen L\u00e4ndern, in verschiedenen Sprachen. Dieses Buch kannte ich nicht. Das treibt mir einen Sonnenbrand vor Scham \u00fcber den K\u00f6rper.<br \/>\nHoffentlich hat dem Bundespr\u00e4sidenten AVDB ein geschichtsbewusster Mitarbeiter eingesagt, dass man Pavel Kohout gratulieren muss. Gelesen habe ich nur einen Artikel in den Salzburger Nachrichten.<br \/>\nVom jetzigen Bundeskanzler erwarte ich das eher nicht. Der damalige hie\u00df Bruno Kreisky. Er hat die tschechoslowakische Charta 77 offen unterst\u00fctzt, hat Pavel Kohout und seine Mitstreiter nach \u00d6sterreich eingeladen.<\/p>\n<p>Bei jeder der Doppeldurchsagen wird die Stimme abgehackter, lauter und dringlicher, fast gehetzt, zuletzt kippt sie ins Hysterische mit einem Hustenanfall der Stimme und des Lautsprechers. Arme Frau, womit k\u00e4mpft sie mehr, der deutschen Sprache oder leidet sie mit Jolanas Schicksal mit oder geht ihr in der Hitze, so wie uns allen, die Luft aus? Es ist ja heute wirklich sehr hei\u00df. Dann klingt die Lautsprecherdurchsage nur noch wie ein verzweifelter Schluckauf. B\u00f6makeln mit Schnackerl! Gott, wie h\u00e4tte das den seligen Muliar inspiriert! Jemand hat mir erz\u00e4hlt, dass nicht das legend\u00e4re Prager-Deutsch, sondern das B\u00f6maklerische die lingua franca in der k. u. k. Monarchie gewesen sein soll, zumindest in Wien.<br \/>\nBei Josef Roth beschwert sich ein Feldmeister mit schwerem Pinzgauer Dialekt, dass die alle nit Deutsch kennen.<\/p>\n<p>Ich geh\u00f6re nicht zu denen, die \u00fcber Bucklige lachen und Blinden ein Bein stellen. Aber wer vom B\u00f6makeln seinen Lachreiz gekitzelt f\u00fchlt, muss sich daf\u00fcr nicht genieren (Neudeutsch: fremdsch\u00e4men), er befindet sich in bester Gesellschaft. Bei Stefan Zweig <em>b\u00f6hmelt <\/em>oder <em>serbelt <\/em>es h\u00e4ufig. Er r\u00e4t der deutschen Sprache, sich zu r\u00e4chen, indem sie <em>zur\u00fcckb\u00f6hmelt<\/em>, wobei ich im Moment der Lautsprecherdurchsage nicht wei\u00df, wie das geht. Soll er ein Vorbild sein, wie er das in fast rassistischer Manier macht, zum Beispiel in der <em>Schachnovelle<\/em>, wo er das <em>verhunzte D\u00f6tsch <\/em>der Ungarn und das <em>Deitsch <\/em>der Slawen in der Monarchie auf die Schaufel nimmt.<br \/>\nIch bin gespannt, wie lange es noch dauert, bis der Oberst Bubenic in aufrichtigster Political Correctness aus <em>Ungeduld des Herzens <\/em>rausges\u00e4ubert wird.<\/p>\n<p>Besonders gespenstisch wird es, weil ich da, wo ich im durchl\u00e4ssigen Schatten einer Pappel sitze, den Lautsprecher mit Echo h\u00f6re. Also ungef\u00e4hr so: Achtachtuntung, einne Dudurchsaage, didie viervierj\u00e4hrigej\u00e4hrige Jolanana suchtsucht ihrihren Papapapa. Bittebitte meldmelden beibei Ininfo! Dandankeee! Wobei das B\u00f6maklerische das letztendende e besonders in die L\u00e4nge zieht.<br \/>\nSchwejk mit seinem Seufzer klingt im Ohr: <em>Deitschee Sproch, schweree Sproch. <\/em><\/p>\n<p>Apropos Verdoppelung. Vor kurzem im Zug von Wien-Hauptbahnhof nach Bratislava-Petr\u017ealka. Kurz nach Gramatneusiedl ert\u00f6nte aus dem Lautsprecher die kryptische Ansage: <em>Sehr geehrte Damen und Herren! Aufgrund des Verkehrsaufkommens wird in Bruckanderleitha der Zug verdoppelt<\/em>. Knapp und pr\u00e4zise, diese Information. Ohne B\u00f6makeln, echt Burgendl\u00e4nderisch. Trotzdem hatte ich Schwierigkeiten, mir eine <em>Verdoppelung <\/em>des Zuges vorzustellen. Und von wegen <em>Verkehrsaufkommen<\/em>? Was spielt sich da ab? Kommt uns der zweite Zug entgegen, schleicht er sich von hinten an, biegt er in Bruckanderleitha einfach so auf unser Gleis ein und <em>verdoppelt <\/em>unseren Zug? Und m\u00fcssen wir den verdoppelten oben auf dem Dach als zweist\u00f6ckigen Zug bis nach Bratislava-Petr\u017ealka mitschleppen? Und \u00fcberhaupt, was sollen wir mit dieser Information machen? Sitzenbleiben, aussteigen, nachschauen, mithelfen bei der Verdoppelung?<\/p>\n<p>Zur\u00fcck ins G\u00e4nseh\u00e4ufel. Rund um meinen Platz heben die Lagernden die K\u00f6pfe und schauen, so wie ich, fragend und belustigt umher. Vielleicht geht bei ihnen so etwas herum wie in meinem Kopf: Na, was f\u00fcr Eltern sind denn das, die nicht nach ihrer Jolana suchen? Wer m\u00f6gen der Papa und die Mama sein, denen ihre Jolana so lange nicht abgeht? Die diese Durchsagen nicht h\u00f6ren? Schauen oder h\u00f6ren sie ihr Smartphone mit St\u00f6pseln in den Ohren? Vielleicht verstehen sie die Tschechin am Mikro nicht?<br \/>\nWelche Sprache spricht die drei- oder vierj\u00e4hrige Jolana? Gemeinsame Sprache ist immer etwas Gutes. Oder, oh Gott, sollen sich diese Rabeneltern insgeheim gefreut haben, auf elegante und unauff\u00e4llige Weise ihre abenteuerlustige Tochter loszuwerden? Eine Kindesentsorgung? Auf so elternl\u00e4sterliche Gedanken kann man bei solchen Durchsagen kommen.<br \/>\nUnd was muss sich erst bei der Info abgespielt haben?<br \/>\nTr\u00e4nen, Verzweiflung. Vielleicht war die Polizei schon da und suchte mit einer WEGA-Hunde- oder Kickl-Pferdestaffel nach den Jolana-Eltern?<\/p>\n<p>Gegen drei Uhr d\u00fcrfte die Familie wieder zusammengefunden haben, denn die Tschechin von der Info macht eine neue Durchsage, wieder mit dem wunderbaren B\u00f6makeln, diesmal aber ruhig, mit der Ank\u00fcndigung des Kasperltheaters. Wie immer an Sonntagen, genau um 15 Uhr. Hoffentlich kann Jolana dieses genie\u00dfen, und \u2013 wiedervereint mit ihren Eltern \u2013 den Trennungsschmerz vergessen. Beim Kasperl, seinem Pr\u00fcgel und dem Krokodil. Der Kinderchor der entz\u00fcckten Angstlustschreie dringt her\u00fcber bis zum FKK-Strand. Seid ihr alle daaa? Jaaa! Alles in Ordnung. Kasperl funktioniert noch. Vielleicht war das mit Jolana und ihren Eltern nur ein dramatisches Vorspiel zum Kasperltheater?<\/p>\n<p>Gegen f\u00fcnf ziehen im Westen dunkle Wolken auf, es grollt immer bedrohlicher, und der Wind raschelt lebhafter mit den Pappel- und Eschenbl\u00e4ttern. Meine Zeitungen flattern. Der Himmel in den anderen drei Richtungen ist noch strahlendblau, gesprenkelt mit herzigen Sch\u00e4fchenw\u00f6lkchen. Zieht vorbei. Ich bleibe, bin ja nicht aus Zucker. Da rauscht es wieder aus dem Lautsprecher, und eine weibliche Stimme erschallt verdoppelt heraus, diesmal eindeutig auf Donaust\u00e4dterisch: <em>Aufgrund einer Gewitterwarnung bitten wir um besondere Vorsicht! Ihre Info.<\/em><br \/>\nGeheimnisvoll. Vorsicht gut, aber wie? Raus aus dem Wasser, nicht unter die B\u00e4ume stellen? Schwierig, im G\u00e4nseh\u00e4ufel sind \u00fcberall B\u00e4ume. Deswegen geht man ja hin. Schnell einpacken und heim? Wenn das alle 25 000 Besucher machen, gibt\u2018s ein Massaker. Alle K\u00f6pfe wenden sich nach oben, dunkelschwarz im Westen. Bald ist genau abgegrenzt der Regenvorhang zu sehen, wie die Silhouetten der Br\u00fccken, T\u00fcrme und Schlote verschwinden und wieder auftauchen \u2013 ein schnell ziehendes Gewitter. Der Wind gewinnt Sturmst\u00e4rke. Ich stehe im Wasser, und eine Frau neben mir fragt, mit Blick in den geteilten Himmel: Kummt\u2018s oda kummt\u2018s ned? Das Gewitter.<\/p>\n<p>Gemma oder bleima? Sehr philosophisch. Wie der Roseggerische Regenschirm. Mitnehma oda dolossn. Niminmit, lossindo. Mir w\u00e4r\u2018s recht, dann muss ich heute nicht gie\u00dfen. Ich denke eher praktisch.<\/p>\n<p>Jetzt tragen die Wellen der Alten Donau wei\u00dfe Kronen, laufen gegeneinander und brechen sich, und das Wasser ist so dunkel wie das Schwarze Meer. Ich frage mich, wo ich bin. Die Schw\u00e4ne, Enten und Nil-G\u00e4nse lagern in der Bucht hinter der Mazzes-Insel. Die Badewaschel laufen gekonnt gelassen die Ufer entlang und pfeifen die Schwimmer immer heftiger aus dem Wasser. Nebenbei: Ich entdecke dabei die erste (1.!) Badewaschlerin, Badewaschelin, Badewaschleurin, ich wei\u00df nicht, wie man sie richtig gendert, auf jeden Fall eine braungebrannte Frau in der wei\u00dfen Uniform der Wiener B\u00e4der mit der Trillerpfeife um den Hals. Sieg! Wieder eine Bastion erobert! Ah, auf Hochdeutsch <em>Bademeisterin. <\/em><\/p>\n<p>Noch einmal dieselbe Durchsage mit dem Aufruf zur Vorsicht aufgrund der Gewitterwarnung. Danke! Ihre Info! Weil ich noch immer nicht wei\u00df, wie man <em>aufgrund der Gewitterwarnung im G\u00e4nseh\u00e4ufel Vorsicht walten l\u00e4sst<\/em>, die Bl\u00e4tter der Pappeln und Erlen trotzdem immer lauter rauschen \u2013 ich im Kopf: Pappeln \u2013 schlechtes Holz, sie biegen sich nicht, sondern splittern oder fallen gleich als Ganzes um. Decken, Handt\u00fccher, Pappteller und Nylonsackerl fliegen durch die Gegend, \u00fcber dem Eskimo-Eis-Stand segelt ein Reklame-Plakat f\u00fcr das heurige Mode-Eis Grande durch die Luft, gleich danach wird der ganze St\u00e4nder von einer B\u00f6e ausgehoben. Wie die Nackerten jeden Alters und jeder Form ihren Sonnenschirmen und Handt\u00fcchern nachjagen, ist ein besonders k\u00f6stlicher Anblick.<\/p>\n<p>Da fallen die ersten Tropfen auf meine Wochenendbeilage EXTRA der Wiener Zeitung (schlechter, hingeschluderter Artikel \u00fcber den monarchistischen Widerstand gegen Hitler von dem renommierten \u00f6sterreichischen Historiker M. R.). Wegen meiner Abneigung gegen Pappeln im Sturm entschlie\u00dfe ich mich, wie sehr viele andere auch, zum Aufbruch. Klar, danach Staus all\u00fcberall. Im B\u00e4derbus wienerisches Motschgern und Gedr\u00e4ngel.<br \/>\n<em>Die k\u00f6nnten a mea einst\u00f6nn. <\/em>Anstatt dankbar zu sein, dass es \u00fcberhaupt so ein kostenloses B\u00e4derservice gibt. Autos sperren den B\u00e4derbus. Die Eisk\u00e4ufer beim Italiener ebenfalls. Die U1 \u00fcbervoll.<br \/>\nAls ich deswegen erst eineinhalb Stunden sp\u00e4ter daheim aus der U-Bahn steige, stehen die lieblichsten Sch\u00e4fchenwolken am Himmel \u00fcber der Favoritenstra\u00dfe, rosa-goldumrahmt von der untergehenden Sonne, wie zum Hohn. Und der Boden ist staubtrocken. F\u00fcr mich hei\u00dft das eindeutig: Gie\u00dfen!<\/p>\n<p>Wien, 30.7. 18<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Veronika Seyr<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.veronikaseyr.at\/\" target=\"_blank\">www.veronikaseyr.at<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/veronikaseyr.blogspot.co.at\/\" target=\"_blank\">http:\/\/veronikaseyr.blogspot.co.at\/<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie: <a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=910\">unerH\u00d6RT!<\/a> | Inventarnummer: 18140<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Badesonntag Ende Juli 18, die Marke von 35 Grad ist fast erreicht. Hitzepol wie immer in Hohenau an der March. Ich in den Wochenend-Zeitungen lesend, lagernd im l\u00f6chrigen Schatten von mageren Pappeln und Erlen. Wenn die Sonne durchs Laub kommt, muss ich mit meinem Tuch in einen anderen Schatten wandern. 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