{"id":6817,"date":"2017-07-31T06:57:40","date_gmt":"2017-07-31T06:57:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=6817"},"modified":"2017-08-20T15:25:49","modified_gmt":"2017-08-20T15:25:49","slug":"die-katze-die-vom-himmel-fiel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=6817","title":{"rendered":"Die Katze, die vom Himmel fiel"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts6817&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts6817&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p>Susanne und ich waren mit dem Mitternachtszug aus Moskau am Bahnhof angekommen und nahmen ein Taxi zum Hotel in die Gro\u00dfe Starokonjuschennij-Gasse. Weil an der Ecke des Newski eine Baustelle war, stiegen wir einige H\u00e4user vor dem Hotel aus dem Taxi. Wir hatten jede nur einen kleinen Koffer mit und mussten nur drei Nummern bis zum \u201cFeniks\u201c zu Fu\u00df gehen. Wir waren auf einer Recherchereise f\u00fcr das geplante Festival zu St. Petersburgs 300. Geburtstag.<\/p>\n<p>Obwohl die Strecke nicht mehr als einhundert Meter betrug, waren das wahrscheinlich die schwersten Schritte meines Lebens. Der Gehsteig war nicht vom Schnee ges\u00e4ubert, sodass unsere Rollis nicht vorankamen. Wir mussten sie tragen und dabei darauf achten, dass uns der Schneesturm nicht umwehte. Ich w\u00fcnschte mir einen Moment, dass ich einen Riesenrolli h\u00e4tte und darin Ziegelsteine. Ich kenne Leningrad\/St. Petersburg schon lange, habe jede Jahreszeit und jede Wetterlage erlebt. Aber so etwas wie in dieser J\u00e4nnernacht hatte ich noch nie mitgemacht.<br \/>\nDer Wind st\u00fcrmte von der Newa her und trug Millionen von winzigen Eisnadeln mit sich. Man konnte sich nicht sch\u00fctzen, er zerstach das Gesicht und blies unter den Mantel, dass er sich aufbl\u00e4hte und wegzufliegen drohte. Mit der einen Hand musste man den Koffer tragen, mit der anderen M\u00fctze und Schal festhalten, also war keine Hand mehr \u00fcbrig, um den Mantel wieder einzufangen. Jeder Schritt ein qualvoller Kampf. Ich blieb stehen, setzte den Koffer ab und versuchte, die M\u00fctze mit dem Schal festzuzurren. Gerade als ich zu diesem Zweck die Arme hob, sauste etwas von oben an mir vorbei, so nahe, dass ich den Luftzug sp\u00fcrte, bevor das Ding neben mir mit einem dumpfen Knall am Boden auftraf. Es muss von gro\u00dfer H\u00f6he und mit gro\u00dfer Geschwindigkeit gefallen sein, weil ich ein Sausen h\u00f6rte und einen Luftzug an meinem Mantel sp\u00fcrte.<\/p>\n<p>In der Gasse war es fast vollkommen dunkel. Der quer treibende Schnee verdunkelte die Stra\u00dfenlaternen zur Unkenntlichkeit. Ich erschrak furchtbar, merkte aber, dass mich kein Ziegelstein getroffen hatte und ich nicht verletzt war. Nach so etwas schaut jeder automatisch nach oben, und da konnte ich gerade noch sehen, dass im 3. Stock zwei Fensterfl\u00fcgel geschlossen wurden. Nat\u00fcrlich meint man auch, das dazugeh\u00f6rige Ger\u00e4usch zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Es war auch gar kein Ding, das da herabgefallen war, sondern eine Katze, die jetzt auf ihren vier Beinen stand, sich an mein rechtes Bein dr\u00fcckte und leise maunzte. Verdammt, war sie so etwas gewohnt? Wo war ich, in einer Erz\u00e4hlung von Gogol oder neben Susanne auf dem Weg zum Hotel \u201eFeniks\u201c? Ich schaute am Haus nach oben, drei Stockwerke und kein einziges Fenster erleuchtet.<\/p>\n<p>Susanne hatte davon nichts mitbekommen und war weitergestapft, weit nach vorn gebeugt gegen den Sturm ank\u00e4mpfend. Ich schrie mir fast die Seele aus dem Leib.<br \/>\nBitte, bleib stehen, bitte warte, da ist eine Katze! Eine Kaaatzee!<br \/>\nDer Sturm verschluckte meine Stimme mit Leichtigkeit.<br \/>\nSechs Schritte vor mir merkte sie, dass ich nicht mehr an ihrer Seite war und drehte sich um.<br \/>\nWas ist, komm weiter, was stehst du da rum?<br \/>\nWir waren ziemlich gereizt gegeneinander, gegen die K\u00e4lte, den Sturm und den Eisnadelschnee.<br \/>\nKomm zur\u00fcck, bitte, ich muss die Katze hineintragen.<br \/>\nUnwillig kehrte sie zu mir zur\u00fcck.<br \/>\nKomm, gehen wir rein, ich trage die Katze rauf.<br \/>\nDu spinnst, komm, geh weiter, ich will ins Bett.<br \/>\nNein, ich kann die Katze nicht allein lassen.<br \/>\nDu hast einen Vogel, ein wildfremdes Haus, es ist Mitternacht vorbei.<br \/>\nWei\u00dft du, wo wir sind? Wir sind in Pieter, nicht in Wien.<br \/>\nDas wei\u00df ich besser als du,<br \/>\nkeppelte ich zur\u00fcck auf den Russland-Neuling.<br \/>\nIch war schon in Leningrad, da hast du noch in die Hose gemacht und nicht einmal gewusst, dass es Russland \u00fcberhaupt gibt.<br \/>\nEin st\u00e4ndiges Streitthema zwischen uns. Ihr frischer Blick der Unwissenden gegen meine Erfahrungen.<\/p>\n<p>H\u00f6chst eigenartig, das Haustor war nicht abgesperrt. Die schwere Holzt\u00fcr lie\u00df sich aufdr\u00fccken. Die Einfahrt war so hoch und breit, dass noch die gr\u00f6\u00dfte Kutsche vom Newski-Prospekt einfahren h\u00e4tte k\u00f6nnen. Leider war sie ohne Beleuchtung.<br \/>\nWutschnaubend folgte mir Susanne und knallte ihren Koffer gegen eine Wand. Im Gegensatz zu mir hatte sie nichts f\u00fcr Katzen \u00fcbrig. Mir waren Katzen schon immer fast teuer wie mein eigenes Leben.<br \/>\nDiese Katze, die vom Himmel gefallen war, hielt sich eigenartig steif, war aber eindeutig nicht tot. Unter meinem st\u00e4ndigen Streicheln begann sie leise zu schnurren und krallte die Pfoten in den Wollstoff meines Mantels.<br \/>\nDas alles war nicht ganz von dieser Welt, unter- oder \u00fcberirdisch.<br \/>\nKein Wunder in einer Stadt, die bev\u00f6lkert wird von gestohlenen M\u00e4nteln, fl\u00fcchtenden Nasen, lebendig werdenden Portr\u00e4ts, r\u00fcckw\u00e4rts laufenden Droschken und hellblauen Ferkeln, die aus B\u00e4ckereien auf den Newski Prospekt st\u00fcrzen.<\/p>\n<p>Bleib da stehen und pass auf die Koffer auf, ich geh rauf.<br \/>\nIch hielt die Katze fest an den K\u00f6rper gepresst und fand am Ende der Einfahrt einen offenen Stiegenaufgang, die zweite Auff\u00e4lligkeit. Seit in Russland der Kapitalismus Einzug gehalten hatte, hatte sich das Land rasend schnell kriminalisiert. Die Menschen verrammelten sich noch in der letzten Hundeh\u00fctte mit Alarmanlagen, Zahlencodes, Eisent\u00fcren, Ketten und Vorhangschl\u00f6ssern, manchmal alles in Kombination. Einen offenen Stiegenaufgang gab es im ganzen Land nirgendwo, noch unwahrscheinlicher um Mitternacht in einer Sturmnacht in St. Petersburg.<\/p>\n<p>Trotzdem, diese T\u00fcr war eindeutig nicht versperrt, und im Stiegenhaus gab es sogar einen leuchtenden Lichtknopf. Es war eine breite Steintreppe mit einem pomp\u00f6s geschwungenen, reich geschnitzten Holzgel\u00e4nder. In jedem Stockwerk gab es nur eine Wohnung, also ein hochherrschaftliches Haus, ich sehe darin die Karenins und Wronskis aus- und eingehen.<br \/>\nIch horchte an der breiten Doppelt\u00fcr &#8211; also die Hausherrenwohnung &#8211; im ersten Stock, \u00a0zu l\u00e4uten traute ich mich nicht. Was sollte ich auch sagen, wenn tats\u00e4chlich jemand \u00f6ffnete? Das Gleiche im zweiten Stock, eine geschlossene, aber einfache T\u00fcr, ich lege mein Ohr daran. Nichts.<br \/>\nWas hatte ich erwartet. War ja wirklich bl\u00f6d, was ich da machte. Jetzt ging das Licht aus, und ich tastete nach dem Knopf. Als es wieder aufblitzte, blinzelte mich die Katze an, sie war gro\u00df wie ein Tigerbaby, langhaarig, semmelblond, bernsteinfarben ein Auge, das andere veilchenblau, sie schien zu schielen, ein Riesenschnurrbart und aus den Ohren kamen Fellb\u00fcschel. Sie war wundersch\u00f6n. Nur die Nase war nach meinem Geschmack etwas zu flach, eingedr\u00fcckt, was ihr ein leicht d\u00fcmmliches Aussehen verlieh.<br \/>\nSicher irgendeine kostbare Rasse. Wer warf so Prachtst\u00fcck aus dem Fenster? Wer wirft \u00fcberhaupt eine Katze aus dem Fenster? Und von selbst springen tun Katzen nie, au\u00dfer vielleicht nach einem Vogel. Das konnte aber hier und jetzt nicht der Fall sein.<\/p>\n<p>Ich keuchte in den dritten Stock hinauf und fand mich auf einer breiten Rampe mit einer balkonartigen Ausbuchtung ins Stiegenhaus. Beide Fl\u00fcgel der pomp\u00f6sen Wohnungst\u00fcre waren aufgeschlagen. Daneben brannten auf beiden Seiten Kerzen in f\u00fcnfarmigen Haltern. Von au\u00dfen sah ich in einen breiten Flur hinein, der mit ebenfalls Kerzen beleuchtet war, von den W\u00e4nden Kandelaber.<br \/>\nIch trat nicht ein, lugte nur ins Halbdunkel, wo ich weiter hinten in einem ebenfalls mit Kerzen ausgeleuchteten Zimmer mehrere Menschen um einen runden Tisch sitzen sah.<br \/>\nIn einer Formation wie zu einer S\u00e9ance. Sie sprachen nicht und sahen alle auf einen leeren Stuhl. Die sechs Menschen waren gekleidet im Stil des ersten Viertels des 19. Jahrhunderts. Ich rief laut ins Zimmer hinein:<br \/>\nHallo, ich habe hier Ihre Katze. Sie ist aus dem Fenster auf die Stra\u00dfe gefallen.<br \/>\nObwohl ich kein Franz\u00f6sisch spreche, h\u00f6rte ich mich, wie ein Tauber, der pl\u00f6tzlich zu einem Geh\u00f6r kommt, ihn auf Franz\u00f6sisch ansprechen.<br \/>\nGleichzeitig bemerkte ich, dass die um den Tisch Anwesenden nicht schwiegen, sondern ebenfalls Franz\u00f6sisch sprachen, sie sa\u00dfen aber zu weit weg, als dass ich Worte h\u00e4tte versehen k\u00f6nnen, eher so wie wenn auf einem Tonband der Soudtrack auf Franz\u00f6sisch eingestellt war, ein franz\u00f6sisches Rauschen sozusagen.<\/p>\n<p>Ein Mann in Puschkin-Aufmachung l\u00f6ste sich vom Tischkreis und kam zu mir an die T\u00fcr. Ohne ein Wort nahm er mir die Katze ab und ging in das Zimmer zur\u00fcck. Auch keinen Dank, als w\u00e4re dies die normalste Sache von der Welt, dass jemand die Katze auffing und zur\u00fcckbrachte. Ich erkannte eine gekr\u00e4uselte Per\u00fccke mit Zopf, hoher Stehkragen, bunte Weste, Spitzenjabot, Kniebundhosen, wei\u00dfe Str\u00fcmpfe, Schnabelschuhe und ein St\u00f6ckchen mit Silberknauf &#8211; eine perfekte Imitation, so viel konnte ich in der Geschwindigkeit erhaschen.<br \/>\nVielleicht eine Theaterprobe?<br \/>\nEin Schauspielerklub?<br \/>\nVerein der Freunde Gogols?<br \/>\nPuschkin lebt! e.V.<\/p>\n<p>Vieles war m\u00f6glich in dieser phantastischen Stadt. Manchmal meint man ja, dass man es mit einer Fata Morgana am Meer zu tun hat, in einem wirren Albtraum oder Fieberwahn steckt, nicht in einer modernen Viermillionenstadt.<br \/>\nAber wenn es eine S\u00e9ance war, um Puschkin, Gogol oder Tolstoj herbeizurufen, warum musste man eine Katze aus dem Fenster werfen?<br \/>\nWar sie ihr Medium? Eine Inkarnation? K\u00e4me dann der Geist eher?<br \/>\nIch kann mich nicht erinnern, je in der russischen Literatur von einer fliegenden Katze gelesen zu haben, nicht einmal bei Gogol. Der hat es nur zu fliegenden K\u00fcrbissen gebracht.<br \/>\nAber Katzen gelten ja seit den alten \u00c4gyptern als heilige und geheimnisvolle Tiere, oft als Begleiterinnen von Zauberern, aber auch des Teufels. Teuflisch, unheimlich, dass meine Phantasien manchmal wahr werden. Aber wenn jetzt noch Anna Karenina und Wronski hereinrauschen, werde ich mich freiwillig f\u00fcr verr\u00fcckt erkl\u00e4ren lassen.<\/p>\n<p>Ich st\u00fcrzte die drei Treppen hinunter. Susanne stand im Eingang, scharrte ungeduldig mit den F\u00fc\u00dfen und rauchte. Vom Innenleben dieses Hauses erfuhr sie nichts, wir gingen schweigend bis zum Hotel. Genauso gut h\u00e4tte ich ihr erz\u00e4hlen k\u00f6nnen, ich sei einem Einhorn begegnet. Sie war absolut phantasielos. Ich verriet auch nicht, dass ich gerne noch geblieben w\u00e4re, um diese seltsame Runde vielleicht beim Verlassen des Hauses beobachten zu k\u00f6nnen. Wir haben nie \u00fcber dieses Erlebnis gesprochen. Sie hat auch nicht gefragt. Sie ist ein zu n\u00fcchterner Charakter, als dass sie mir ein Wort von dem Gesehenen geglaubt h\u00e4tte. Sie hat auch keinen Bezug zu den St. Petersburger Besonderheiten, dieser phantastischsten, unwirklichsten Stadt der Welt.<\/p>\n<p>Deshalb erfuhr sie auch nichts von meinen Assoziationen zu Puschkin, Gogol und den Karenins. Vielleicht hat sie das Tagebuch eines Wahnsinnigen schon gelesen? Zu oft schon hat sie mich f\u00fcr meine \u00fcbersch\u00e4umende Phantasie ausgelacht, als sei dies etwa eine Krankheit oder zumindest eine schlechte Gewohnheit, die ich mir besser abtrainieren sollte. Ich habe sie daher auch nicht f\u00fcr meine Kunstprojekte engagiert, sondern als Assistentin f\u00fcr Finanzen und Organisation. Das machte sie ausgezeichnet. F\u00fcr die fliegenden Katzen war ich zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Nur einmal wurde Susanne stutzig. Ein Teil des Festivals sollte im Stadtschloss der F\u00fcrsten Scheremtjew abgehalten werden. Es diente seit der Revolution als st\u00e4dtischer Kulturpalast. Der erste Scheremetjew war ein Mitstreiter und G\u00fcnstling Peters des Gro\u00dfen und f\u00fcr seine Dienste reich belohnt worden. Sp\u00e4ter wurden sie reicher und m\u00e4chtiger als alle anderen Adeligen zusammen, fast so reich wie die Romanows. Sie unterhielten ein eigenes Theater f\u00fcr Opern und Ballette mit dreihundert Leibeigenen, eine Musik- und Malschule, viele Pal\u00e4ste, eine Flotte und dreihunderttausend Seelen auf G\u00fctern im ganzen Reich. Ein Scheremetjew heiratete sogar eine junge, sch\u00f6ne, begabte S\u00e4ngerin der Oper, eine Leibeigene.<\/p>\n<p>Der Direktor pers\u00f6nlich gab uns eine F\u00fchrung und zeigte uns in einem der S\u00e4le eine geheime Tapetent\u00fcr, hinter der eine enge Wendeltreppe in die Tiefe f\u00fchrte. Es war der Hinterausgang des Palastes zur Fontanka, wo Bewohner und G\u00e4ste ein Boot besteigen und ungesehen verschwinden konnten. Ob ich hinabsteigen darf? Ja, der Direktor ging uns mit einer Taschenlampe voran und f\u00fchrte uns durch kanalartige G\u00e4nge bis zu einem T\u00fcrchen. Dieses k\u00f6nne er allerdings nicht \u00f6ffnen, das d\u00fcrften nur die Beamten f\u00fcr das st\u00e4dtische Flusswesen. Ich bedauerte dies sehr, dachte ich doch an die Besucher in der Bolschoj Starokonjuschennij. Susanne lie\u00df sich zu ihrer emotionalsten \u00c4u\u00dferung hinrei\u00dfen, die ich je von ihr geh\u00f6rt hatte:<br \/>\nTolle Geschichte, toll erfunden und noch toller inszeniert.<\/p>\n<p>Ich dagegen glaubte dem Direktor jedes Wort und sehe sofort die Figuren vor mir, die in Kapuzenm\u00e4ntel geh\u00fcllten Liebhaber, Geliebte, Ballettm\u00e4dchen, Zigeunerinnen, Zauberer, Geldwechsler, Goldmacher, Wunder\u00e4rzte, falsche M\u00f6nche und Meuchelm\u00f6rder, wie sie durch die Korridore schleichen, durch das T\u00fcrchen treten, in die auf der Fontanka wartende Barke steigen und lautlos im Dunkeln entkommen.<\/p>\n<p>Das R\u00e4tsel um die Katze aus dem Palais in der Bolschoj Staronkonjuschennij perulok Nummer 7 und seine Besucher konnte ich nicht aufkl\u00e4ren, obwohl ich in den n\u00e4chsten Tagen noch zweimal zu diesem Haus ging. Das Haus stand tats\u00e4chlich da und sah bei Tageslicht genauso aus wie um Mitternacht. Es war aber jedes Mal fest verschlossen und hinter den Fenstern nichts zu sehen. Ein ehemals herrschaftliches, jetzt aber heruntergekommenes Stadtpalais, wie es sie in St. Petersburg um den Newski Prospekt herum zu Hunderten gibt.<\/p>\n<p>14.7.17<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Veronika Seyr<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.veronikaseyr.at\/\" target=\"_blank\">www.veronikaseyr.at<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/veronikaseyr.blogspot.co.at\/\" target=\"_blank\">http:\/\/veronikaseyr.blogspot.co.at\/<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie: <a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=2528\">spazierensehen<\/a> | Inventarnummer: 17145<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Susanne und ich waren mit dem Mitternachtszug aus Moskau am Bahnhof angekommen und nahmen ein Taxi zum Hotel in die Gro\u00dfe Starokonjuschennij-Gasse. Weil an der Ecke des Newski eine Baustelle war, stiegen wir einige H\u00e4user vor dem Hotel aus dem Taxi. 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