{"id":6689,"date":"2017-07-01T16:50:08","date_gmt":"2017-07-01T16:50:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=6689"},"modified":"2017-07-08T07:38:43","modified_gmt":"2017-07-08T07:38:43","slug":"einsam","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=6689","title":{"rendered":"Einsam"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts6689&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts6689&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p>Welch eine Gnade Gottes ist doch das Alleinsein! Niemandem Rechenschaft abgeben m\u00fcssen, was man den ganzen Tag \u00fcber getan oder nicht getan hat! Keine dummen Fragen beantworten m\u00fcssen, keine Fragen stellen m\u00fcssen. Du bist einsam! Einen Dreck, entgegne ich. Das ist was anderes, f\u00fcge ich hinzu. Ich bin nicht die Miss Sophie. Du verwechselt was, sage ich ver\u00e4rgert. Und ich kann mir meinen Himbeersaft noch alleine eingie\u00dfen, brauche keinen Butler James dazu. Ich sitze nicht an einer langen Tafel und mir gegen\u00fcber ist kein Gedeck f\u00fcr Gespenster aufgedeckt, mit denen zu speisen ich mir heimlich vorstelle. Ich brauch tats\u00e4chlich niemanden. Au\u00dfer meiner geliebten Frau. Das muss ich zugeben. Dann bist du nicht allein. Doch, wenn ich eben allein bin. Das soll ja hin und wieder vorkommen. Ich genie\u00dfe es, allein zu sein. Ohne Sir Toby, ohne Admiral von Schneider, ohne Mister Pommeroy und ohne Mister Winterbottom. Aber warte, bis du alles \u00fcberlebt hast und du wirklich alleine hier sitzt, sagst du. Na und?, inszenier ich mir meine Abendessen eben selbst!, antworte ich k\u00fchn. Und Weihnachten? Silvester? Was ist an deinem Geburtstag? Das macht mich nachdenklich.<\/p>\n<p>The same procedure as every year, f\u00fcge ich an. Eben, allein, pah! Aber ganz wohl ist mir nicht in meiner Haut. Nun, noch ist es ja nicht so weit, denke ich. Bis dahin werde ich mir schon alles zurechtlegen. Zurechtlegen, ja. Ich sage das sicherheitshalber zweimal vor mich hin, um der ganzen Angelegenheit mehr Gewicht zu verleihen. Ich wei\u00df nicht, ob Einsamkeit eine Strafe ist. Manche behaupten das allerdings. Einsamen fehlt ganz einfach das Gef\u00fchl, von anderen beachtet zu werden. Mir ist das egal. L\u00fcgner. Halt\u2019s Maul! Ich suche und finde meine pers\u00f6nliche Anerkennung und Gebrauchtwerden in mir selbst. Ja, das sieht man. Wie viele B\u00fccher sind von dir im Umlauf? Und wehe, wenn du nicht gelobt wirst. Da m\u00f6chte ich dich sehen! Ich konversiere derzeit nicht mit dir, sage ich \u00fcberheblich.<\/p>\n<p>Einsamkeit, die kommt nicht einfach so auf einen Schlag. Die sickert so langsam und stetig in dein Leben, und du bemerkst es gar nicht. Irgendwo bei einer Veranstaltung, einer Ausstellung meinetwegen oder vor dem Fernseher, ehe du ihn abdrehst, bevor du allein zu Bette gehst, weil niemand hier ist. Oder denk mal nach, wenn dir der Tod einen deiner Liebsten nimmt, so mir nichts dir nichts, ohne dich zu fragen. Was ist dann? Ich r\u00e4uspere mich. In meinem Gehirn arbeitet es fieberhaft. Pl\u00f6tzlich ist das Kinderzimmer leer. H\u00f6r auf! Doch, gew\u00f6hn dich dran. Ich denke nach. Ja, aber \u2013 ja, es ist leer. Aber doch nur f\u00fcr ein paar Wochen, weil das J\u00fcngelchen zum Studieren ist. Der kommt ja wieder. Ich w\u00fcnsch es dir. Sag nichts, was du sp\u00e4ter bereuen wirst, entgegne ich stur. Und das andere Bubi? Das ist verheiratet. Das ist etwas anderes. Den kann ich jederzeit sehen, wenn ich will. So m\u00f6ge es sein. Is\u2019 aber so, sage ich trotzig.<\/p>\n<p>Prominente sollen zuweilen auch einsam sein, wer wei\u00df? Wenn der Star am Himmel zu verblassen beginnt, k\u00f6nnt ja sein, nicht? Was macht man dann ohne den ganzen Rummel? Fernsehen? Auch fad. Wenn man einsam ist, soll einem das ein Warnsignal sein, sagen die einen. Ich selbst habe immer weniger oft den Wunsch, dazuzugeh\u00f6ren. Angeber! Darauf antworte ich nicht. Bitte, eben nicht! Kann sein, dass sich mein Leben irgendwie ver\u00e4ndert hat. Kann aber auch nicht sein. Vielleicht hat sich da drau\u00dfen was ge\u00e4ndert, dass ich es nicht mehr so sehr begehre? Oder ich leide an Mangel an Vertrauenspersonen, an Typen, an die ich mein Herz h\u00e4nge und von denen ich erhoffe, erhofft habe, dass sie es umgekehrt genauso tun w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Freunde! Was sind eigentlich Freunde? Ich habe sie im Dutzend w\u00e4hrend meines langen Lebens verbraucht. Sie sind mir abhandengekommen. Keine Ahnung in den meisten F\u00e4llen, wie es dazu kommen konnte. Auf einmal waren sie weg. Hab ich mich zu wenig um sie gek\u00fcmmert? Sie zu wenig bewundert? Ihren Kommentaren zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt? Dem einen, der stundenlang \u00fcber dies und das so v\u00f6llig belanglos dozieren konnte, wenn gen\u00fcgend Publikum vorhanden war? Auf den k\u00f6nnte es zutreffen. Irgendwann habe ich es aufgegeben, durch ein paar k\u00fcmmerliche gut und klug gemeinte Zwischenrufe die Zuh\u00f6rer auf mich aufmerksam zu machen. Vergebens. Es war todsicher sein Publikum.<br \/>\nMan kann nie genug neue Freunde haben, sagen manche, vor allem deshalb, weil einen die alten auf die Dauer nicht mehr gen\u00fcgend bewundern w\u00fcrden. Auf den trifft diese Feststellung sicher zu. Wie ich es auch dreh und wende, im Laufe der Jahre sind sie mir alle irgendwie auf den Sack gegangen, mit ihren \u00c4ngsten, N\u00f6ten, mit ihrem ewigen Geprahle von irgendwelchen Neuanschaffungen und dem andauernd mies schaugespielten Postitiv-Sein, wenn ich verdammt nochmal negativ sein wollte, eben weil es eine beschissene Welt ist und eben deswegen, weil es keinen Sinn macht, sie sch\u00f6nreden zu wollen. Sie, diese Welt, ist eben wie sie ist, ohne Tat\u00fctata daran herumlobzuhudeln, das hab ich schon gefressen. Du alter Pessimist! Ruhe auf den billigen Pl\u00e4tzen. Mach die Zeitung auf, dann kapierst du, was ich meine.<\/p>\n<p>Freunde! Pah! Das sind Menschen, sage ich, die dich nur dann einladen, wenn du von Nutzen bist f\u00fcr sie. Nicht unbedingt gleich materiell, aber potenziell, wenn sie einen Witzeerz\u00e4hler brauchen, eine Lachnummer, einen billigen Star, der nix kostet, aber der seinen Beitrag f\u00fcr die Allgemeinheit leistet. Freunde, das sind solche, die dich nie von selbst anrufen w\u00fcrden, die dir aber vorwerfen, dass du sie nicht anrufst, wenn du sie eben anrufst. Freunde, das sind solche, die alles, was du machst, als selbstverst\u00e4ndlich hinnehmen, denn selber w\u00fcrden sie ja noch viel tollere Sachen anstellen, das kannst du dir gleich hinter die Ohren schreiben.<\/p>\n<p>Freunde sind welche, die dich klassifizieren, beurteilen, die dich genau kennen, die sofort wissen, wo deine St\u00e4rken liegen, vor allem aber deine Schw\u00e4chen, die kennen sie genau. Solche sind das, die dir ins Gesicht sagen, was du besser kannst, denn die wissen das genauer als du selbst. Freunde sind solche, die schon bei Kleinigkeiten umfallen, wenn\u2019s mal ein wenig sch\u00e4rfer hergeht. Selbst vertragen sie keine Kritik, aber kritisieren st\u00e4ndig an dir herum. Du musst eine Therapie machen, du musst dies und jenes tun, damit du \u2026 Das kennen wir ja zur Gen\u00fcge. Aber selbst setzen sie keinen Schritt zur eigenen Ver\u00e4nderung ihrer G\u00f6ttlichkeit. Eben deshalb.<\/p>\n<p>Alleinsein, ach, das hat was! Befreiend! L\u00e4uternd! Wohltuend! Hoffentlich kommt heute niemand, ist ein alter Stehsatz von mir. Auf den bist du auch noch stolz, was? Geht dich nichts an! Kommt noch jemand? Nein? Dann kann ich ja ungest\u00f6rt in Unterhosen rumlaufen, super! So hab ich das gemeint. Der G\u00fcrtel spannt ja ohnehin blo\u00df um die Leibesmitte. Und auf niemanden R\u00fccksicht nehmen m\u00fcssen! Ist das nicht \u00fcberirdisch? Du bist emotional verflacht, sagen die! Dass ich nicht lache! Ein emotionaler Flachwurzler, der leicht umf\u00e4llt. Unsinn! Pessimisten sind schon einmal anf\u00e4llig f\u00fcr Einsamkeit.<br \/>\nIch w\u00fcrde mich zu wenig mitteilen, sagen die. Zum Totlachen! Besonders, wenn es um tiefere Gef\u00fchle geht. So ein Schwachsinn! Wenn einer solche Pers\u00f6nlichkeitsstrukturen wie du aufweist, hat er Probleme mit Kontakten. So ein Schmarrn! Fr\u00fcher, da war ich ein ausgekochter Partytiger, das kannst du mir glauben. Da hat es kein Weibsst\u00fcck gegeben, das vor mir sicher war. Sicher, ja, fr\u00fcher! Wir reden aber vom Jetzt. Jetzt! Jetzt! Darf ich nicht in W\u00fcrde alt werden? Irgendwann ist der Zenit eben erreicht. Und dann geht\u2019s bergab. Jetzt geht\u2019s eben bergab. Und darum will ich auch meine wohlverdiente Ruhe haben.<\/p>\n<p>Du machst es dir leicht. Hast du eine Ahnung! Viele Einsame sind auf der Suche und finden gleichsam Einsame. Danke, das fehlte mir noch. Einsam bin ich selber genug. Muss ich nicht noch auch im Doppelpack zelebrieren. Es g\u00e4be Warnsignale, sagt man. Wer nicht darauf reagiert, f\u00e4llt der chronischen Einsamkeit in die H\u00e4nde. Ich bitte um eine solche! Angeber! Warte nur, bis du von einem anderen physisch abh\u00e4ngig bist, damit du dein Futter kriegst oder aufs T\u00f6pfchen gehen kannst. Stille.<\/p>\n<p>Jetzt sachste nix mehr, gelle? Brummig. Muss ja nicht so weit kommen. H\u00e4h\u00e4h\u00e4, es wird aber so weit kommen, verlass dich drauf. Da gibt\u2019s Statistiken. Sterb ich eher vorher aus Trotz! So siehst du aus, genauso. Positiv denken ist angesagt. Positiv denken! Bei den Nachrichten? Schalte sie einfach nicht ein. Das geht nicht. Der Mensch muss wissen, was da drau\u00dfen passiert. Das darf man nicht verdr\u00e4ngen. Dann ist dir nicht zu helfen. Die Schei\u00dfe da drau\u00dfen dringt in dein Bewusstsein und macht mit dir, was sie will. Schon m\u00f6glich. Dann ist es nur die Best\u00e4tigung daf\u00fcr, dass es eben doch eine Schei\u00dfwelt ist. Dir ist nicht zu helfen! Eben, drum lass mich in Ruh! Geh\u00f6rst du auch zu denen, die glauben, dass sie nichts \u00e4ndern k\u00f6nnen? Sicher! Versuch\u2019s mal als freiwilliger Helfer in einem Tierheim. Meine Einsamkeit ist ein ernsthaftes Thema, du solltest dar\u00fcber keine Witze machen, ja? Du meinst als Vorstufe zum Altenheim? Ich brauch keine neuen Kontakte. Ich bin froh, dass ich die alten los bin.<\/p>\n<p>Ein Unheilbarer! Du f\u00fcrchtest die Zur\u00fcckweisungen, richtig? Welche Zur\u00fcckweisungen bitte? Na, bei neuen Kontakten. Ich sage dir doch, dass ich keine neuen Kontakte suche. Genau wie Miss Sophie! Ihr seid euch \u00e4hnlich, echt. Das ist eine Beleidigung. Ich bin keine neunzigj\u00e4hrige alte Jungfer. Das nicht, nein. Aber du solltest deine Perspektive \u00e4ndern. Inwiefern? Nun, Miss Sophie hat immerhin ihren Butler James, mit dem k\u00f6nnte sie doch besser feiern als mit den vier nicht vorhandenen Freunden am Tisch? Ich habe aber keinen Butler James, mit wem sollte ich denn also saufen? Tja, das ist nat\u00fcrlich ein Problem, das seh ich ein. Trotz allem, Einsamkeit macht sonderbar. Und Sonderbare werden irgendwann entm\u00fcndigt. Sind wir doch schon l\u00e4ngst. Wie? Na, entm\u00fcndigt. Wir sind ohnehin schon fast entm\u00fcndigt. Schau dich um, Autos, die alleine fahren, K\u00fchlschr\u00e4nke und Herdplatten machen sich bemerkbar, wenn wir ihnen zu wenig Aufmerksamkeit schenken oder unn\u00f6tig ihre (oder meine?) Energie verschwenden.<\/p>\n<p>Die ganze Technik will uns insgeheim, was hei\u00dft insgeheim, die will uns bevormunden, besachwaltern will die uns, als ob wir bereits alle Idioten w\u00e4ren! Das sind \u2013 irgendwie Methoden, die uns umerziehen wollen. Erst waren wir froh, dass wir das Autofahren erlernt haben, und selbst\u00e4ndig entscheiden konnten, was wir damit anfangen. Jetzt sprechen die Dinger bereits mit uns, sagen uns, warum wir wo ranfahren sollen, zum Ausrasten meinetwegen. St\u00e4ndig beobachtet uns irgend so ein Mikrochip, ob wir auch das Richtige f\u00fcr ihn tun w\u00fcrden. Das ist doch krank? Kann ich die Karre nicht mehr allein lenken, ohne dass sich ein ferngesteuertes M\u00e4nnchen einmischt? Wen geht\u2019s was an, wenn ich m\u00fcde bin, verflucht? Andauernd will uns das Handy weismachen, was wir dringend ben\u00f6tigen. Der Zenit ist erreicht. Das Imperium schl\u00e4gt zur\u00fcck! Die Geister, die wir riefen, werden wir nicht mehr los! Irgendjemand ist da immer, der alles besser wei\u00df, was f\u00fcr uns richtig ist.<\/p>\n<p>Ist das nicht brandgef\u00e4hrlich? Die machen uns an, die Dinger. Die pushen uns irgendwohin, keiner wei\u00df wohin. Ist das die neue Moral? \u00c4ndern die unsere Gewohnheiten? Machen sie die zu den ihren? Versuch mal, dich nicht anzuschnallen, wie lange h\u00e4ltst du das nervige Gepiepse durch? F\u00fcr deine Sicherheit \u2013 f\u00fcr deine Sicherheit! Ja, zum Henker, mach ich ja, aber auf meine Weise. Muss ja nicht gleich die Revolution ausbrechen, wenn ich \u2018ne Minute mal nicht am \u201eSchlauf\u201c baumle, nicht? Wir sollen alle brave Mitmenschen werden, die gesund essen, ordentlich Pipi gehen und alle Risiken vermeiden, die kostspielig werden, wenn\u2019s nicht geklappt hat. Is\u2019 auch fad, oder? Na gut, alle halten sich ja nicht an diese Ordnung.<\/p>\n<p>Es gibt ja genug Junkies, S\u00e4ufer, Sportler, Bergsteiger zum Beispiel oder andere Typen, Polizisten etwa, die tagt\u00e4glich ihr Leben riskieren, der eine auf diese Weise der andere eben auf \u2018ne andere. Werd nicht politisch! Meinst du, da ist ein Plan dahinter? Naja, k\u00f6nnt ja sein. Ich sehe den entm\u00fcndigten Konsumenten auf seinem ferngesteuerten Weg ins Leben. Die andere Seite bedeutet, irgendjemand sieht uns als Vollhirnis, die man ganz einfach leiten und lenken muss, weil wir unsere t\u00e4glichen Risiken gar nicht oder nur unzureichend erkennen. Also, wenn ich denke, dass mich irgendein Ger\u00e4t bevormundet, dann find ich das schon bedenklich, oder? Schlie\u00dflich erzwingen die hernach irgendwelche Taten von uns, oder? Mittlerweile implantieren sie uns die Richtung, die wir nehmen sollen.<br \/>\nSo weit sind wir schon! Manche finden das modern. Echt? Ich pfeif drauf, ehrlich! Dem Typen vor mir darf ich nicht mal in die N\u00e4he kommen, wenn der mich nervt und nicht weitertut. Da kriegst du rasch ein Problem mit den Warninstanzen in deiner \u201eM\u00fchle\u201c. Nicht einmal ein wenig Angst darf man dem Vordermann (der Vorderfrau) mehr machen. So weit kommt\u2019s noch! So weit ist es schon! Vielmehr, ja. Springt nicht an, die Mistkarre, wenn sie spitzkriegt, dass du ein Bier intus hast. Bieg rechts ab, o Gott, du bist zu schnell, steig auf die Bremse, die T\u00fcr ist nicht zu, zu wenig Abstand, leg eine Pause ein, falscher Gang. Kann nicht sein, ist ja ein Automatic. Was soll denn das?<\/p>\n<p>Und? Immer noch einsam? Dein K\u00fchlschrank steht offen, pfeifpfeif! Ja ja, ich wei\u00df, das H\u00fchnchen wird hin! Der Stromverbrauch, vergiss das blo\u00df nicht! Ist ja meine Stromrechnung. Wie bringe ich das Ger\u00e4t zum Schweigen, l\u00e4sst in mir Mordlust hochsteigen. Ich kann ohne das piepsende Mistding nicht mehr selbst\u00e4ndig einparken, sagt mein Nachbar. Die Kerle bauen einfach alles ein, was ihnen gerade in den Kram passt. Innovativ ist das, sagen sie. Damit stehlen sie sich aus der sozialen Verantwortung, uns uns selbst zu \u00fcberlassen. Die versuchen, unsere Gehirne auszuschalten, sag ich dir! Das sind Eingriffe in unsere geistige Intimsph\u00e4re. Das alles deckt das sogenannte Bed\u00fcrfnis nach Freiheit. Freiheit? Stell ich mir anders vor. Wollen die mir letztendlich auch noch das Lenkrad aus der Hand nehmen? Das letzte bisschen Entscheidungsfreiheit wollen die mir nehmen, wie? Und gaukeln mir vor, wir bequem, wie verantwortungsvoll das alles sein soll.<br \/>\nSie \u00fcbernehmen gerne die Verantwortung f\u00fcr mein Fortkommen, wirklich! Dass ich nicht lache! Irgendwann werden sie uns das Selbstfahren komplett verbieten. Das war\u2019s dann. Bubentr\u00e4ume (M\u00e4dchentr\u00e4ume nicht?) m\u00fcssen umgetr\u00e4umt werden. Ferrari ade, Jeep offroad aus, Ende. Matchboxmodell am K\u00fcchentisch und selbst Brumm-brummger\u00e4usche dazu machen. Geh, mach mir keine Angst. Meinen SUV hab ich erst seit f\u00fcnf Jahren. Lenkrad abgeben ist wie L\u00f6ffel abgeben. Pessimist! Viel Vergn\u00fcgen dabei! Sieh das wenigstens als Vorteil der Umwelt gegen\u00fcber, sich von uns verantwortungslosen Umwelts\u00fcndern erholen zu k\u00f6nnen. Was jetzt? Ist doch sch\u00f6n. Alles so belebt. Immer noch einsam? Ach, lass mich in Ruhe!<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Norbert Johannes Prenner<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=418\">hardly secret diary<\/a> | Inventarnummer: 17132<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Welch eine Gnade Gottes ist doch das Alleinsein! Niemandem Rechenschaft abgeben m\u00fcssen, was man den ganzen Tag \u00fcber getan oder nicht getan hat! Keine dummen Fragen beantworten m\u00fcssen, keine Fragen stellen m\u00fcssen. Du bist einsam! Einen Dreck, entgegne ich. Das ist was anderes, f\u00fcge ich hinzu. Ich bin nicht die Miss Sophie. Du verwechselt was, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[79],"tags":[36],"class_list":["post-6689","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-prenner-norbert-johannes","tag-hardly-secret-diary"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6689","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6689"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6689\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6694,"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6689\/revisions\/6694"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6689"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6689"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6689"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}