{"id":6185,"date":"2017-02-22T13:34:09","date_gmt":"2017-02-22T13:34:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=6185"},"modified":"2017-03-05T14:33:01","modified_gmt":"2017-03-05T14:33:01","slug":"im-schatten-des-minaretts","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=6185","title":{"rendered":"Im Schatten des Minaretts"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts6185&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts6185&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p><em>Nur Reisen ist Leben,<br \/>\nwie umgekehrt das Leben Reisen ist.<br \/>\nJean Paul<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0Wer sich vor dem Tod f\u00fcrchtet, geht nicht auf Reisen.<br \/>\nJ.W. Goethe, Der west-\u00f6stliche Diwan <\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0I\u2018m not going to die before my time.<br \/>\nLisl Steiner, Fotografin, mit 88<\/em><\/p>\n<p>Seit der Jugend-Lekt\u00fcre von Sven Hedins \u201eZu Land nach Indien\u201c lie\u00df mich die Seidenstra\u00dfe nicht mehr los.<br \/>\nIch begann schon fr\u00fch zu tr\u00e4umen und lernte die Namen der Orte auswendig, als k\u00f6nnte ich sie damit in die Landkarte einnageln, ich schlug in Lexika nach und sah mir sp\u00e4ter jede Dokumentation an. Die Musik der Seidenstra\u00dfe war bei uns noch nicht bekannt. Stattdessen sagte ich mir wie eine Litanei die Namen der Wunderorte auf. Ich schob sie an meinem Gaumen herum, schliff sie glatt wie der lispelnde Demosthenes die Kiesel am Strand gegen die rauschende Brandung, ordnete sie neu und umkreiste sie meditationsartig wie Stupas im tibetanischen Totengebet. Das \u00e4gyptische Totenbuch kannte ich noch nicht. Meine Wort-Reisen gingen nach Buchara, Samarkand, Taschkent, Chiwa, Fergana, Aschchabad, Astrachan, Karaganda, Dschambul, Duschanbe, Machatschkala, Urgentsch, Osch, Alma-Ata, in die W\u00fcsten der Kara Kum, Karakul, Ust-Urt, Kysyl Kum, Hungersteppe, zu den Fl\u00fcssen und Seen Amu Darja, Syr Darja, Issyk Kul, Aral-See und zu den Gebirgen von Pamir, Tienschan und Hindukusch. Von einer wirklichen Reise durch den sowjetischen Orient, wie die fr\u00fcher Turkestan genannten sp\u00e4teren SS-Republiken Usbekistan, Turkmenistan, Tadschikistan, Kirgistan und Kasachstan, wagte niemand in dieser Zeit zu tr\u00e4umen.<\/p>\n<p>Aus mir wurde kein Cook, kein Humboldt und kein Darwin. Eindeutig herrschte bei mir das literarische Gen vor. Meine Jugendliebe hat sich auf die russische Sprache geschlagen und ist dort geblieben. Aber im Mai 1971 war es so weit. Seit Jahresanfang studierte ich mit einem Stipendium an der Lomonossov-Universit\u00e4t in Moskau und stellte sofort nach meiner Ankunft im OVIR\u2013 der Reisestelle f\u00fcr westliche Ausl\u00e4nder, die Imperialisten, eine KGB-Abteilung \u2013 einen Antrag auf eine Reise durch die zentralasiatischen Republiken.<\/p>\n<p>Meinen zwei Kolleginnen, Lisa und Schanna, und mir wurde nach vier Monaten des st\u00e4ndigen Dr\u00e4ngens der Besuch der St\u00e4dte Taschkent, Buchara und Samarkand genehmigt mit Ausfl\u00fcgen nach Chiwa-Urgentsch und Fergana-Osch. Das war zwar nur ein kleiner Teil meiner Wunschorte, aber mehr war nicht realistisch. Mir war bewusst, dass diese Route f\u00fcr eine Individual-Reise schon an ein Wunder grenzte. Es gab in Zentralasien sehr viele gesperrte milit\u00e4rische Geheimorte. Immerhin drei Wochen Studienbefreiung, drei Wochen auf der Seidenstra\u00dfe.<br \/>\nDie Milit\u00e4r-Parade zum 1. Mai erlebte ich noch in Moskau und ergatterte einen ziemlich guten Ort mit Aussicht auf den Roten Platz, gest\u00f6rt weniger durch die gef\u00e4hrlich dr\u00e4ngenden Menschenmassen als durch einen blitzschnell aufgezogenen Schneesturm. Durch einen ungew\u00f6hnlich milden April verf\u00fchrt, war ich f\u00fcr diesen Wintereinbruch zu leicht angezogen.<\/p>\n<p>Auf dem Flug von Moskau nach Taschkent sp\u00fcrte ich erstmals ein Halskratzen und Ohrensausen, wof\u00fcr ich die spartanisch ausgestattete Tupolew verantwortlich machte und was ich mit vielen Gl\u00e4sern Tee zu bek\u00e4mpfen versuchte. Das haupts\u00e4chliche Ablenkungsmittel war aber die Aufgeregtheit \u00fcber meine erste gro\u00dfe Reise innerhalb der Sowjetunion. Vorher hatte ich schon Leningrad besucht und die St\u00e4dte des Goldenen Rings rund um Moskau. Alles war neu und spannend: von der ausgesuchten H\u00e4sslichkeit und Ruppigkeit der Stewardessen, die auf Fragen grunds\u00e4tzlich nicht antworteten oder nur knurrten, die Tabletts \u00fcber die Sitzreihen warfen oder sie auf die Tischchen knallten, als w\u00e4ren sie beim Nationalzirkus zur Schule gegangen, den ausgemergelten Sitzen, die sich entweder nicht nach hinten verlagern oder nicht mehr aufrichten lie\u00dfen, von den 3500 Kilometern unter mir, bis zu meinen Versuchen, ob ich die Windungen der Wolga und das erd\u00f6lerleuchtete Baku erkennen k\u00f6nnte, den Elbrus, das Kaspische Meer, den Ebrus und den Ural, die W\u00fcsten Kasachstans und die Bergketten des Pamir und Tienschan.<br \/>\nNach sechs Stunden und vier Zeitzonen sollten wir in Taschkent landen. Taten wir aber nicht, sondern kreisten mehr als eine Stunde \u00fcber der Stadt. Anfangs meinten wir noch, dies sei ein Spezialservice, um uns einen \u00dcberblick zu verschaffen. Erkl\u00e4rungen des Personals gab es nicht, ebenso wenig wie auf Antworten zu hoffen war. Erst sp\u00e4ter erfuhren wir von dem Brauch, dass sowjetische Piloten dazu angehalten waren, vor der Landung ihren gesamten Sprit zu verbrauchen.<\/p>\n<p>Als wir um f\u00fcnf Uhr drei\u00dfig endlich aus dem Flugzeug entlassen wurden, schlug uns warme Luft entgegen, hier herrschte schon der Fr\u00fchsommer, Rosen bl\u00fchten, die B\u00e4ume standen in \u00fcppigstem Gr\u00fcn, die Frauen trugen bunte, kurz\u00e4rmelige Kleider und nach hinten gekn\u00fcpfte Kopft\u00fccher aus Kunstseide &#8211; im Zentrum der Seidenspinnerei eine der vielen sowjetischen Absurdit\u00e4ten. Wir dagegen schmachteten in unseren Moskauer Wintersachen. Den Sch\u00fcttelfrost, der mich beim Verlassen des Flugzeugs erfasste, f\u00fchrte ich auf diesen Gegensatz zur\u00fcck. Unser Hotel Inturist lag direkt am Flughafen, was wir anfangs spannend fanden, drei startende und landende Flugzeuge pro Minute aus n\u00e4chster N\u00e4he zu beobachten, und praktisch, weil wir von dort gute Busverbindungen ins Stadtzentrum hatten.<\/p>\n<p>Taschkent, Hauptstadt der Usbekischen SSR, mit etwas mehr als zwei Millionen Einwohnern viertgr\u00f6\u00dfte Stadt der SU, die gr\u00f6\u00dfte Zentralasiens, gelegen in einer Oase des Syr Darja an der Seidenstra\u00dfe und den Ausl\u00e4ufern des Tienshan (Gottes Gebirge). Seine beschneiten, in die Tiefe gestapelten Gipfelketten sind von Taschkent aus nach Nord-Osten ein traumhaft sch\u00f6ner Anblick. Pik Kommunisma und Pik Lenina sind mit ihren 7400 und 7100 Metern kaum niedriger als das Dach der Welt. Was der stalin\u2018sche Bebauungsplan von der orientalischen Altstadt \u00fcbriggelassen hatte, wurde bei dem verheerenden Erdbeben am 26. 4. 1966 fast zur G\u00e4nze dem Erdboden gleichgemacht. Nur wenige Stra\u00dfenz\u00fcge mit engen G\u00e4sschen und einfachen, einst\u00f6ckigen H\u00e4usern aus Stampflehm und sonnengetrockneten Ziegeln blieben erhalten. Aber sofort nach der Katastrophe setzte der Neubau ganzer Satellitenst\u00e4dte mit breiten, geometrisch angelegten Stra\u00dfen ein, sodass Taschkent sich jetzt kaum von anderen sowjetischen Gro\u00dfst\u00e4dten unterscheidet.<\/p>\n<p>Ich erinnere mich, dass mir die dichten, schattenspendenden Maulbeerb\u00e4ume und Platanenalleen an den Stra\u00dfen auffielen, die gepflegten Gr\u00fcnanlagen mit unz\u00e4hligen Brunnen, Blumenrabatten und Tamariskenhecken und dass die Stadt ausnehmend sauber war &#8211; ein Park, in den sich zuf\u00e4llig einige H\u00e4user verirrt haben. Neben den obligaten Bronze-Lenins lie\u00df man offenbar auch Tamerlan-Statuen als Zugest\u00e4ndnis an die Nationalgeschichte zu. Vor dem Theater fiel mir ein Springbrunnen in Form einer \u00fcberdimensionalen Baumwollknospe, der Nationalpflanze, auf. Im flachen Becken darunter tobten halbnackte Kinder durch das Wasser, ein sonderbarer Anblick f\u00fcr uns, die gerade aus dem Schneesturm kamen. Am Vormittag hatte es schon 30 Grad, und wir suchten im Basar nach sommerlicher Kleidung.<\/p>\n<p>Schon am Flughafen war augenf\u00e4llig geworden, dass die Sowjetunion ein Vielv\u00f6lkerstaat war: Usbeken, Tadschiken, Turkmenen, Kirgisen, Kasachen, viele davon in ihren malerischen Nationaltrachten, viele Russen nat\u00fcrlich, unauff\u00e4llig modern gekleidet. Aber in der Stadt stachen noch mehr die Nachkommen der von Stalin verbannten V\u00f6lker hervor: Tataren, Burjaten, Kalm\u00fccken, Karakalpaken, Jakuten, Japaner, Tschuktschen, blonde Balten und Wolgadeutsche, Griechen, verschiedene Kaukasusv\u00f6lker und sibirische Ureinwohner &#8211; alle, die Stalin als Kollaborateure eingestuft hatte.<br \/>\n45 Nationalit\u00e4ten sollen es sein. So hat Stalin aus einem Land einen riesengro\u00dfen, warmen Vielv\u00f6lker-GULag geschaffen. Die sch\u00f6nsten Bilder davon erhielten wir auf dem Zentralmarkt, nicht nur von der Vermischtheit und Unterschiedlichkeit der Menschen, sondern auch von der F\u00fclle der landwirtschaftlichen Produkte. Es war f\u00fcr mich der erste orientalische Markt, und ich kannte damals keinen Menschen, der aus eigenem Erlebnis einen solchen h\u00e4tte schildern k\u00f6nnen au\u00dfer Sven Hedin und Scheherazade. Sobald der Schnee im Pamir und Tienschan schmilzt und sich die Fl\u00fcsse f\u00fcllen, beginnen sie in der Ebene schon zu ernten. In meinem vom Sch\u00fcttelfrost vernebelten Blick meinte ich, dass es nirgendwo so viele Geschenke der Erde gab, dass sich hier alle Buntheit und \u00dcppigkeit der Welt mitsamt den entsprechenden Ger\u00fcchen versammelt hatte. Es herrscht ein unbeschreiblicher L\u00e4rm, alle Verk\u00e4ufer schrien in h\u00f6chster Lautst\u00e4rke und gestikulierten wild, der Oktjabrski Rynok, der Oktober-Markt. Pyramiden von Melonen aller Art, gelbe, gr\u00fcne, rote, manche gro\u00df wie Wagenr\u00e4der und aufgeschnitten, das fleischige Innere zur Schau stellend. Berge von Salzgurken, Paradeisern, Granat\u00e4pfeln, Mandeln, N\u00fcssen, Rosinen, Trauben, Obst, Gem\u00fcse, Gew\u00fcrzen, Z\u00f6pfe von vielfarbigen Zwiebeln, Paprika und Knoblauch, vieles kenne ich nicht und alle Worte sind zu wenig f\u00fcr die Pracht; man muss es gesehen und gerochen haben.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite des Basars haben die Handwerker ihre offenen Werkst\u00e4tten, die Kupfer- und Silberschmiede, Schlosser, Tischler, Schuster, Sattler, Weber, Gerber, Schneider und Jurten- und Filzmacher. Ich verliebe mich sofort in die St\u00e4nde mit Samowaren, h\u00f6lzernen Kinderwiegen und Hochzeitstruhen mit Brandmalereien, alten Schl\u00f6ssern und bei den T\u00f6pfern in die riesengro\u00dfen flachen Keramiksch\u00fcsseln mit wundersch\u00f6nen vielfarbigen Dekorationen, das Geschirr f\u00fcr das Nationalgericht Plov. Fast nicht losrei\u00dfen k\u00f6nnen wir uns von den Porzellan-Werkst\u00e4tten, in denen das klassische usbekische Teegeschirr hergestellt wird, die blau-wei\u00df-goldenen Piali, kleine Sch\u00fcsselchen ohne Henkel mit Untertassen und Teekannen.<br \/>\nDas Kaufen muss warten bis zu unserer R\u00fcckkehr. Das Einzige, was wir sofort erstehen, sind die usbekischen Kopfbedeckungen, die runden, kunstvoll bestickten Tjubeteikas, obwohl sie nur M\u00e4nner tragen. Die Haufen von Pelzm\u00fctzen aus Biber-, Karakul-, Fuchs-, Otter- und Nerzfell treiben den Schwei\u00df aus den Poren. \u00dcberall, wo wir auftauchen, erregen die drei Grazien Aufsehen, westliche Touristen gibt es hier kaum. Aber die Menschen sind h\u00f6flich und dezent, sie verbergen ihre Neugier. Wir sprechen ja Russisch, wir k\u00f6nnten auch Sowjetb\u00fcrgerinnen aus einer Hauptstadt sein.<\/p>\n<p>Ich komme kaum aus dem Markt f\u00fcr die Lebendtiere heraus, meine zwischen Ekel und Faszination schwankenden Freundinnen m\u00fcssen mich von all den zum Verkauf angebotenen H\u00fchnern wegziehen, von den Ziegen und Schafen. Gleich angewidert sind unsere zartbesaiteten Seelen von den an den Beinen in riesigen B\u00fcndeln aufgeh\u00e4ngten H\u00fchnern. In geflochtenen Steigen sehe ich Fasane, Hermeline, Schlangen, Schildkr\u00f6ten und einige mir unbekannte Vogelarten. Der L\u00e4rm, den die Tiere zusammen mit H\u00e4ndlern und K\u00e4ufern veranstalten, ist kaum zu beschreiben, der Gestank noch viel weniger.<\/p>\n<p>Vom Revolutionsplatz \u00fcber die Karl-Marx-Stra\u00dfe stehen in westlicher Richtung bis zur Leninstra\u00dfe und zum Lenin-Prospekt viele repr\u00e4sentative Geb\u00e4ude: das Lenin-Museum, der Stadtsowjet, die K\u00fcnstlervereinigung, die Hotels Taschkent und Usbekistan, das Schauspielhaus, das t\u00fcrkische Bad, das Museum des Erdbebens und das Museum der V\u00f6lkerfreundschaft. Ich verschaue mich in das soz-realistische Denkmal f\u00fcr den Schmied Schachmed Schamachmudow und seine Frau Bachri Agramowa, die im Gro\u00dfen vaterl\u00e4ndischen Krieg f\u00fcnfzehn Kriegswaisen adoptierten. Das Opern-und Ballettheater haben nach 1945 japanische Kriegsgefangene erbaut, der Betonbau ist der einzige, der das Erdbeben v\u00f6llig unbeschadet \u00fcberstanden hat. Die siebzehn Metrostationen sind von einer \u00dcppigkeit, die einem die Augen \u00fcbergehen l\u00e4sst. Sie zeugen in einer unnachahmlichen \u00dcbersteigerung jedes Klischee von den Sch\u00e4tzen des sowjetischen Orients.<br \/>\nIm Jahr 1971 gab es noch kaum privaten Autoverkehr, die Stra\u00dfen waren leer wie ein Architekturmodell, aber die Stadt war stolz auf ein gut ausgebautes Metro-Netz.<\/p>\n<p>An die altislamischen Baudenkm\u00e4ler kann ich mich nicht erinnern; einerseits waren viele dem Erdbeben zum Opfer gefallen und f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter noch nicht wieder aufgebaut, andererseits war Taschkent nie die sch\u00f6nste Perle an der Seidenstra\u00dfe gewesen.<br \/>\nAnders als ihre ber\u00fchmten Schwestern Samarkand und Buchara, in die wir nacheinander flogen. Die Beschreibung hier \u00fcberlasse ich den inzwischen zahlreichen Reisef\u00fchrern und Kunstb\u00fcchern.<br \/>\nAu\u00dferdem ergeht es mir mit den Erinnerungen an diese beiden St\u00e4dte ein bisschen so wie mit Kindheitserinnerungen, von denen niemand genau sagen kann, ob es sich um Selbsterlebtes handelt oder um sp\u00e4ter Erz\u00e4hltes, Geh\u00f6rtes oder Gelesenes. Ich erinnere mich, dass dort meine Zweifel begannen, ob wir nicht \u00fcberhaupt unsere Kopfbilder vom Orient hierher einschleppen und dann st\u00e4ndig auf der Suche nach ihnen sind. Versch\u00e4rft wird diese Unsicherheit zus\u00e4tzlich durch den st\u00e4ndigen Schleier, den meine aus Moskaus Schneesturm mitgebrachte Grippe erzeugte.<\/p>\n<p>Wieder zur\u00fcck in Taschkent, kauften wir Flugtickets nach Fergana und Osch im Osten, schon sehr nahe der chinesischen Grenze und nach Nukus, Chiwa, und Urgentsch, die W\u00fcstenst\u00e4dte am westlichen Unterlauf des Amu Darja in der Kysyl Kum, die nach Gobi und Sahara die drittgr\u00f6\u00dfte W\u00fcste der Welt. Wie schon mehrmals in dieser Gegend, bestaunte ich die Selbstverst\u00e4ndlichkeit, mit der sich auch die einfachsten W\u00fcstenbewohner in die Flugzeuge schwangen, genauso selbstbewusst wie auf ihre Eselskarren am Boden. Ich hatte damals erst zwei Fl\u00fcge absolviert, nach der Matura einmal nach New York und zur\u00fcck. Das Reisen mit Flugzeugen war f\u00fcr unsereins in Europa noch keine Allt\u00e4glichkeit. Auch in die Sowjetunion war ich mit der Bahn angereist, im Chopin-Express vom Wiener Ostbahnhof \u00fcber Warschau, Brest-Litowsk nach Moskau, Wei\u00dfrussischer Bahnhof. In diesen weiten Landschaften Zentralasiens gab es keine \u00dcberlandstra\u00dfen und kein Eisenbahnnetz, das Flugzeug war so selbstverst\u00e4ndlich und kaum teurer als die Stra\u00dfenbahn.<\/p>\n<p>Eingepresst in die eng stehenden St\u00fchle, vollgestopft mit Binkeln und B\u00fcndeln, S\u00e4cken, K\u00f6rben und Kisten, flog die kleine Tupolew in geringer H\u00f6he \u00fcber die Kysyl Kum (Roter Sand), ein leicht r\u00f6tliches Sandgelb ohne Erhebungen und Schatten. Der einzige Schatten war der unseres Flugzeuges, der uns manchmal schneller vorausflatterte, als wir flogen, oder links und rechts auftauchte. Diese optische T\u00e4uschung hat mir noch niemand erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, ob das eine Form der fliegenden Fata Morgana ist?<br \/>\nPl\u00f6tzlich erschien im kleinen Fenster eine graue Linie, wurde zu einer Schlinge und dann zu einer zweiten und zu einer Schlange. Ein Fluss, das musste er sein, der Amu Darja! Ich presste mein Gesicht ans Fenster. Es ging ganz langsam. Wie ein Kaleidoskop machte sich ein Bildchen nach dem anderen auf, Bilder, die ich sah oder seit vielen Jahren im Kopf hatte.<br \/>\nDer Sehnsuchtsfluss seit meiner Sven-Hedin-Lekt\u00fcre.<\/p>\n<p>In meiner Jugend waren Sven-Hedin-B\u00fccher noch immer sehr popul\u00e4r. Es gab unz\u00e4hlige Titel aus dem Brockhaus-Verlag. Im Herzen Asiens, zwei B\u00e4nde, Abenteuer in Tibet, Transhimalaya, drei B\u00e4nde, Zu Land nach Indien, zwei B\u00e4nde, mehr als zweihundert Titel, die wissenschaftlichen nicht eingerechnet. Zu Land nach Indien &#8211; in diesem Buch floss f\u00fcr mich alles Fernweh zusammen, und es blieb mir am lebhaftesten in Erinnerung. Die Stelle mit der dramatischen Suche nach Wasser am Amu Darja war im Lesebuch f\u00fcr die dritte Klasse Gymnasium abgedruckt, und ich konnte noch die Generation nach mir f\u00fcr Sven Hedin begeistern. Fast noch lieber vertiefte ich mich in seine Illustrationen, Aquarelle und Fotografien. Hedin war auch ein begnadeter Topograf und Kartograf. Sein asiatischer Atlas in einer Jugendausgabe wurde mein Vademecum. Am wildesten St\u00fcck der Donau geboren und aufgewachsen, in meinem Leben pers\u00f6nlich bekanntgeworden mit Dimbach, Giessenbach, Enns, Salzach, Fuschler Ache, Inn, Isar, Rhein, Hudson und Moskwa, habe ich mich jugendlang hingetr\u00e4umt zu Nil und Niger, Amazonas und Orinoco, Mississippi, Colorado und Amu Darja, der sagenhafte Oxus des Alexander-Iskander.<\/p>\n<p>Lisa, Schanna und ich hatten bei unserer Einreise beschlossen, unsere Namen zu russifizieren. Die Wiener Liesl wurde zu Lisa, die K\u00e4rntner Susi zu Schanna, ich zu Weranika. Schanna ist die Ernsthafteste unter uns, sie studiert Russisch-Dolmetsch und Geschichte, Lisa ein bisschen Russisch, Literatur, Anglistik, von allem etwas, Psychologie und Arabistik, aber nichts wirklich akademisch. Sie holt sich, wenn sie Lust dazu hat, von allem das Beste, wie an einem reich best\u00fcckten Buffet. Daf\u00fcr hatte sie Talent. Sie war in Wien mit einem Pal\u00e4stinenser verheiratet, der als Arzt im Elisabeth-Spital angestellt ist, sogar schon mit einer gemeinsamen Wohnung auf der Hohen Warte. Reden kann sie \u00fcber alles und jeden f\u00fcr sich einnehmen. Ganz leicht. Ich musste feststellen, dass das ein Talent war, \u00fcber das ich nicht verf\u00fcgte. Sie hat recht und es richtig erkannt, worauf es ankommt.<\/p>\n<p>Als Sven Hedin mit seiner Karawane, nach langer Durststrecke und v\u00f6llig ersch\u00f6pft &#8211; ein Begleiter und sieben Kamele waren schon gestorben &#8211; endlich auf den Amu Darja st\u00f6\u00dft, m\u00fcssen sie feststellen, dass dieser vollst\u00e4ndig ausgetrocknet ist, ein zwei Kilometer breites, flaches Band aus Sand und Ger\u00f6ll ohne einen Tropfen Wasser, nicht f\u00fcr Mensch, nicht f\u00fcr Tier. Hedin hatte sich bei der Durchquerung der kasachischen W\u00fcste Ust-Urt versp\u00e4tet und aus Ungeduld, schnell weiterzukommen, es an der letzten Wasserstelle verabs\u00e4umt, die Schl\u00e4uche bis zum letzten Wassertropfen zu f\u00fcllen. Die Spannung war kaum zu \u00fcbertreffen, zusammen mit den dr\u00e4ngenden Fragen nach der Schuld. Sie gehen in das Flussbett hinein und drehen jeden Stein um, ob da nicht doch noch in einer Kuhle ein wenig Fl\u00fcssigkeit \u00fcbriggeblieben war. Die Luft flirrt in der Hitze, sie k\u00f6nnen das andere Ufer nicht sehen, nur die Luftspiegelung der Tamarisken. Sie sind am Ende ihrer Kr\u00e4fte und ihrer Vorr\u00e4te. Sie machen Halt im sch\u00fctteren Schatten eines Tamarisken-Haines, der sein Ufer s\u00e4umt. Hedin l\u00e4sst die Kamele lagern und \u00fcberlegt mit seinen einheimischen Begleitern, ob sie den letzten Hahn in ihrem Gep\u00e4ck schlachten sollen, um sein Blut zu trinken. Essen oder trinken? Was brauchen sie jetzt mehr, nachdem auch das letzte Karakul-Schaf aufgegessen war? Dabei wissen sie, dass das Blut in der Hitze sofort stockt und kaum Fl\u00fcssigkeit bringt. Dazu ist der Gestank unertr\u00e4glich.<\/p>\n<p>Die Begleiter machen ein mageres Lagerfeuer aus trockenen Tamarisken-Zweigen. Die andere M\u00f6glichkeit w\u00e4re, den Urin der Kamele zu trinken. Das w\u00e4re aber noch schrecklicher als das gestockte Blut des Hahns, im Orient ist das eine Foltermethode. Au\u00dferdem w\u00fcrden sie ihre Lasttiere durch das Urin-Melken schw\u00e4chen, weil die Kamele ihren Urin recyceln und sich neu zuf\u00fchren k\u00f6nnen. Ein Kreislauf, der sie zu den begehrten W\u00fcstenschiffen macht. Bei all diesen Abw\u00e4gungen kauen Sven Hedin und seine Begleiter an den Bl\u00e4ttern der Tamarisken, ungenie\u00dfbar bitter, man bekommt eine raue Kehle, es regt den eigenen Speichel an, vergiftet aber den Magen. Tamariske, Brunnen der W\u00fcste, sagen die Einheimischen.<\/p>\n<p>Schon als Dreizehnj\u00e4hrige fieberte ich, wie sie sich entscheiden w\u00fcrden. Sie braten den letzten Hahn und legen sich halb hungrig und mit schmerzenden Ged\u00e4rmen schlafen. Am n\u00e4chsten Morgen wachen sie fr\u00fch unter einem leisen Rauschen auf, und die ge\u00fcbten Ohren sagen ihnen: Der Amu-Darja ist da, und er hat Wasser! Es ist nur ein kleines Rinnsal in der gewundenen Mitte des Ger\u00f6llfeldes, aber frisches, flie\u00dfendes Wasser, welch ein Wunder! Sven Hedins Begleiter meinen, dass irgendwo weiter oben im Hindukusch vielleicht ein Gletscher abgest\u00fcrzt und geschmolzen ist. Heute wissen wir, es war wesentlich unromantischer; in einer Baumwoll-Kolchose hatte jemand eine Schleuse der unz\u00e4hligen k\u00fcnstlichen Kan\u00e4le ge\u00f6ffnet. Sie f\u00fchren als Erstes die Tiere in das Rinnsal, dann trinken sie selbst ohne Ende. Nur Hedin g\u00f6nnt sich das Vergn\u00fcgen eines Wasser-Bades, die Einheimischen meiden das Wasser, daf\u00fcr f\u00fcllen sie die Schl\u00e4uche. Die Kamele werden beladen, und sie brechen auf, weiter entlang der Seidenstra\u00dfe nach Osten. Da lese ich zum ersten Mal von Chiwa, Buchara und Samarkand, Taschkent, Kokan und Fergana Hedin entdeckt den Issyk-Kul-See, den Bosten und Lot, die Karawane \u00fcberquert den Hindukusch, dringt in die Gobi vor, durchwandert Tibet, immer kartografierend, fotografierend, illustrierend und notierend, entdeckt er die Quellen des Bramaputra und Indus und kommt tats\u00e4chlich nach Indien.<\/p>\n<p>Wie sehr Sven Hedin, ein Verehrer der germanischen Rasse und mit Nazi-Gr\u00f6\u00dfen von Hitler an abw\u00e4rts, in das nationalistische Regime eingebunden war, erfuhr ich erst viel sp\u00e4ter w\u00e4hrend des Studiums. So widerspr\u00fcchlich das war, hatte er sich auch Verdienste um die Errettung von Juden und Norwegern aus den F\u00e4ngen des Verbrecherregimes gemacht. Ich kann mich nicht erinnern, dass von Hedins Nazi-Vergangenheit jemals zu Hause oder in der Schule die Rede war. Mit den Mitteilungen \u00fcber die Verbrechen der Sowjets war man nicht so sparsam.<br \/>\nVon Hedins Forschungsreisen konnte ich mich trotzdem nicht losrei\u00dfen. Die Bilder seines Orients hatten mich in ihrem Sog eingefangen, nach Osten, und immer weiter nach dem Osten.<\/p>\n<p>Chiwa unter mir, die alte Tupolew kreist einige Male, ich sehe die Bremsklappen neben mir, dann wieder nicht. Wir sacken ab, streifen die T\u00fcrme und Minaretts in Kurven und Schlingen, der Schatten flattert unter uns, wir kommen ihm n\u00e4her, und er saust schneller als wir. Ein Schlingern in den Ged\u00e4rmen, Bremsen, Sinken, es sp\u00fcrte sich an wie eine Faust in den Magen, ein kurzes Aufwallen wie im Lift. Dann gl\u00fccklicherweise Sand, kurzes Holpern, ein kleiner, blinder Schlag, eine sachte Neigung der Schnauze nach vorne und ich mit ihr, dann Stillstand und Schweigen. Es gibt keine Nerven, nur K\u00f6rperempfindungen, direkt. Wir sind gelandet, weich, aber ich sehe das Fahrgestell nicht, aber auch keine Flammen, weil ich mir schon lange die H\u00e4nde vor die Augen gehalten habe, noch immer das Gesicht an die kleinen Fensterscheibe gepresst, die Nase so flach wie die Augen. Im Flugzeug war es sterbensstill. Nur die anglophile Lisa neben mir fl\u00fcsterte beim Abschnallen ungeduldig: \u201eGo on, go on, well, there we are, this is Khiwa, finally.\u201c Die Grande Dame unter uns war wie immer und \u00fcberall cool. Die rothaarige Schanna war so bleich, dass ihre Sommersprossen violett aussahen.<\/p>\n<p>Irgendetwas kann nicht so gut gelaufen sein bei dieser Landung. Nach langer Wartezeit ging eine T\u00fcr auf und kochend hei\u00dfe Luft str\u00f6mte herein wie aus einem offenen Ofenloch. Nur \u00fcber eine schmale Strickleiter konnten wir aussteigen, f\u00fcr die rundliche Schanna eine extreme Turn\u00fcbung, f\u00fcr die langbeinige Lisa ein Katzensprung. Die kleine Tupolew sa\u00df mit dem Bauch im Sand, leicht vorn\u00fcber gekippt, wie ein Vogel mit gebrochenem Nacken in seinem Sandbad. Eine Bruchlandung ohne einen Bruch. Die einheimischen Mitreisenden waren noch cooler als Lisa, sie wunderten sich sichtbar \u00fcber nichts, protestierten gegen nichts, holten ihr Gep\u00e4ck selbst aus dem Bauch der Maschine und verteilten sich auf wartende Taxis und Eselskarren. Die einzigen Pflanzen weit und breit waren niedrige, verkr\u00fcppelte Tamarisken, gepflanzt vielleicht als Begrenzung des Pistenrandes. Die vier Propeller gl\u00e4nzten im knallblauen Himmel, die beiden gesenkten Schwanzsteuer ebenfalls. Flimmern der hei\u00dfen Luft dar\u00fcber wie fl\u00fcssiges Glas. Von diesem intensiven Azurblau des Firmaments hatten die Handwerker das Gl\u00e4nzen und Funkeln der Kacheln abgeschaut. Ansonsten gab es in der W\u00fcste keine Farbe.<\/p>\n<p>Im S\u00fcden lugten die Gipfel-Girlanden des Kopeth-Dagh-Gebirges aus der W\u00fcste, die Grenze zum Iran. Jetzt noch die F\u00fc\u00dfe in den Sand setzen und die Grenzen von Geschichte und Geographie \u00fcberschreiten, im Orient ankommen. Wenn man es genaunimmt, standen wir in der W\u00fcste Kara Kum, am linken Ufer des Amu Darja, die Kysyl Kum lag am rechten Ufer, kurz bevor er sich in ein vielarmiges Delta aufteilt und bei Nukus in den Aralsee m\u00fcndet. Dorthin wollte ich ohne Lisa und Schanna einen illegalen Abstecher wagen, denn n\u00e4her w\u00fcrde ich vielleicht nie mehr kommen, so meine \u00dcberlegung. Das von Stalin begonnene und von Chruschtschow fortgef\u00fchrte Versanden des W\u00fcstensees wollte ich mit eigenen Augen sehen. Zur Steigerung der Baumwollproduktion hatte der Diktator die n\u00f6rdlichen Fl\u00fcsse umleiten lassen und einen Gro\u00dfteil der Wassermassen zur landwirtschaftlichen Nutzung in Kan\u00e4le gezw\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Was wir noch nicht wussten: Es war nicht Chiwa, wo wir gelandet waren, sondern der Flughafen von Urgentsch. Man lie\u00df uns keine Zeit, die im 1. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung gegr\u00fcndeten Handels- und Gelehrtenstadt an der Seidenstra\u00dfe zu besichtigen, sondern verfrachtete die nach Chiwa weiterreisenden Passagiere in einen klapprigen Autobus der Marke ZIL.<br \/>\nNur aus der Ferne konnten wir von den Mauern von Kunja-Urgentsch tr\u00e4umen, von den Badeh\u00e4usern, Teeh\u00e4usern, Mausoleen, Moscheen, Koranschulen, Minaretten und Pal\u00e4sten, in denen ber\u00fchmte Gelehrte wie Al-Biruni, Fachr-ad-Din-Rasi, Al-Khwarizmi und Ibn Sina, der Medicus Avicenna unter dem Emir Mahmud Gurgandsch gewirkt hatten.<br \/>\n1221 eroberte Dschingis-Chan die Stadt, lie\u00df die gesamte Bev\u00f6lkerung t\u00f6ten und siedelte seine Mongolenheere an. Im Hof der Juma-Majid-Moschee steht eine tausend Jahre alte S\u00e4ule, an die Dschingis-Chan sein Pferd gebunden hat. Sie hielten sich nur rund hundert Jahre, bis die Sufi-Dynastie unter Emir Kutlug Urgentsch zu einem Machtzentrum ausbaute.<\/p>\n<p>Das einzige Bauwerk, das wir vom Bus aus wahrnehmen konnten, war das Minarett Kutlug-Timur, mit 62 Metern das h\u00f6chste in ganz Zentralasien. Da f\u00e4llt mir auf, dass das Reiterheer mit dem gr\u00f6\u00dften aller je existierenden Reiche in keinem der besetzten L\u00e4nder staatliche oder architektonische Spuren hinterlassen hat, nicht einmal in seiner Urheimat, der Mongolei, sollte man Grabh\u00fcgel nicht zu Architektur z\u00e4hlen. Auch nicht in Russland, wo sich die Goldene Horde zweihundert Jahre lang niedergelassen hatte.<br \/>\nHat das schon jemand untersucht, warum das so ist? Das Einzige, was mir dazu einf\u00e4llt, ist das russische Sprichwort: Kratzt du an einem Russen, kommt ein Tatar hervor. Es gab also kein \u201ePaarungsverbot\u201c zwischen den moslemischen Besatzern und den christlichen Untertanen. Alle tatarischen\/mongolischen Elemente in der russischen Architektur und Alltagskultur stammen von den Siegern \u00fcber die Goldene Horde als Ausdruck ihres Triumphs. Von der Basilius-Kathedrale am Roten Platz bis zur neo-mongolischen \u201eKirche am Blut\u201c in St. Petersburg.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Besuch in Chiwa hatten wir nur einen Tag genehmigt bekommen, wogegen wir im Ovir der Universit\u00e4t nicht protestiert hatten, weil wir meinten, f\u00fcr diese 30000-Einwohner-Stadt nicht mehr Zeit zu ben\u00f6tigen. Es gab ja in der Sowjetunion zu dieser Zeit weder Touristenf\u00fchrer noch Landkarten. Lisa und Schanna waren ausschlie\u00dflich meiner literarischen Schw\u00e4rmerei gefolgt. Beide waren viel sp\u00e4ter und eher zuf\u00e4llig zum Russisch-Studium gekommen als ich. Ich brachte uralte Liebe und sch\u00e4umende Begeisterung mit. Schanna, eine K\u00e4rntner Wirtstochter, war die gelassene Wissenschaftlerin, die die sowjetischen Verh\u00e4ltnisse unter ihr Mikroskop legte und f\u00fcr alles eine analytische Erkl\u00e4rung hatte. Lisa, die Diplomatentochter aus Wien, eine unbarmherzige Kritikerin, verglich alles im Arbeiter- und Bauernparadies im Russland des Breschnew mit Frankreich, GB und USA.<br \/>\nAber immerhin hatte ich die beiden bis hierher schleppen k\u00f6nnen. Denn mir allein h\u00e4tte das Ovir die Reise nicht genehmigt, obwohl mein Russisch am besten gefestigt war. Ein Kleeblatt, wie es unterschiedlicher nicht h\u00e4tte sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich habe in einem Album ein Foto, das uns drei zeigt, in unendlichem Sand. Ein Kamel, auf dem die pummelige Schanna aufrecht sitzt, die rote Lockenpracht ausgebreitet bis auf die Schultern, daneben Lisa, das Kamel fast \u00fcberragend, in einem Minirock mit model-artig vorgestelltem Bein im Sand, die braune M\u00e4hne neckisch an den Hals des Tieres geschmiegt, und ich, fast unter dem Bauch, eine kleine blonde Figur, aber strahlend wie der Morgenstern. Die war am Ziel der Tr\u00e4ume. Das Foto wird wahrscheinlich der Eself\u00fchrer gemacht haben. Im letzten Viertel am rechten Rand des Fotos ist eine Formation zu sehen, ein verwaschener, r\u00f6tlich-brauner H\u00fcgel. Aber ich wei\u00df, dass es eine Lehmziegel-Burg aus dem 4. Jahrhundert ist, eine der wenigen Befestigungen entlang der Seidenstra\u00dfe aus vorislamischer Zeit, die noch erhalten ist.<\/p>\n<p>Chiwa, eine Kleinstadt, hat dreimal mehr Kunstsch\u00e4tze als Einwohner. \u201eCheiwak\u201c &#8211; ah, was f\u00fcr ein gutes, wohltuendes Wasser, oder auch Zufriedenheit, Gott, wie gut, steht, sagen die Legenden. Andere haben daraus Heureka gemacht, schaut mal, was f\u00fcr ein Wasser! Ich hab\u2018s gefunden. Noahs Sohn Sem hat hier schon graben lassen und aus der Quelle getrunken. Im Nordwesten der Altstadt steht immer noch der Itschan Kala. Ich habe aus ihm getrunken und meinen ganzen Kopf darin gek\u00fchlt, fast bis zum Ertrinken. Ohne Kenntnisse und Stadtplan taumeln wir drei gr\u00fcnen Europ\u00e4erinnen durch die Altstadt, unbehelligt, aber wahrscheinlich eine Sensation. Wo immer wir auftauchen, schl\u00fcpfen die Frauen in die H\u00e4user zur\u00fcck, die M\u00e4nner wenden sich intensiv ihren Pfeifen zu oder gehen in die andere Richtung weiter. Kein L\u00e4cheln, aber auch keine Abwehr, keine Zudringlichkeit und auch keine Unterw\u00fcrfigkeit. Ich w\u00fcrde gerne mehr fotografieren als W\u00fcstensand, Esel und Mauern, aber die Menschen lassen das nicht zu. Es wirkt hier offenbar noch immer das islamische Bilderverbot mit. Vor allem Portr\u00e4ts von den sch\u00f6nen, alten M\u00e4nnern w\u00fcrde ich gerne machen. Aber sie wackeln verneinend mit dem ausgestreckten Zeigefinger und wenden sich ab. Wer ein Bild von einem Menschen macht, der raubt ihm die Seele, hei\u00dft das Verdikt.<\/p>\n<p>Fenster gibt es keine, die geh\u00f6ren offenbar nicht zu den Errungenschaften des Orients. Wohin wir uns auch wenden, sto\u00dfen wir auf Mauern, die Stadtmauern aus Stampflehm und Ziegeln, fast sechs Kilometer lang und bis zu sechzehn Meter hoch. Das habe ich aber erst viel sp\u00e4ter nachgelesen. Im Flirren der schon aufgeheizten Vormittagssonne sehen sie wie niedrige Gebirge aus, die sich in den Weiten der W\u00fcste verlieren. Die zehn Meter tiefen Stadttore, die begehbaren Bastionen und Schutzw\u00e4lle zeugen von Chiwas eintausendsechshundert Jahre langer Wehrhaftigkeit gegen die Eroberungsgel\u00fcste aller Potentaten zwischen dem Kaspischen Meer und China. Chiwa war in seiner Hochzeit die reichste Handelsstadt der Seidenstra\u00dfe, aber auch ein gef\u00fcrchtetes R\u00e4ubernest, der gr\u00f6\u00dfte Sklavenmarkt in Zentralasien. Als der Zar etwa Mitte des 19. Jahrhunderts Chiwa einnahm, fand sein deutscher General Kaufmann noch 30000 Sklaven vor, darunter dreitausend Russen. Als der Emir Islom Huia knapp vor der sowjetischen Eroberung Elektrizit\u00e4t, Telegraph und Telefon einf\u00fchren wollte, brachte ihn die Geistlichkeit um.<\/p>\n<p>Wir betraten die Stadt durch das wunderbar restaurierte doppelt\u00fcrmige, von zwei Kuppeln gekr\u00f6nte Ata-Darwasa-Tor. Es war so breit, dass wir uns leicht die ganze Phalanx von einmarschierende Reiterheeren und Kamelkarawanen vorstellen konnten. Dahinter breitete sich die vollkommen intakte Altstadt Itschan Kala aus, nach der wir schon so lange d\u00fcrsteten. Gleich hinter dem Ausgang konnten wir schon einen Blick auf die Amin-Chan-Medrese werfen. Bevor wir hinaustraten, entdeckten wir in einer der Innenmauern ein kleines B\u00fcro von Inturist, wo wir uns mit einem Stadtplan, Karten und Brosch\u00fcren ausstatten wollten. Au\u00dfer verstaubten Souvenirs und einer kleinen Auswahl von vergilbten Ansichtskarten hatte das Inturist nichts Derartiges zu bieten. Der Tourismus hatte hier noch viele Entwicklungsm\u00f6glichkeiten. Pl\u00e4ne und F\u00fchrer gab es ja aus Sicherheitsgr\u00fcnden von keiner sowjetischen Stadt zu erhalten. Stattdessen schlug uns der Angestellte hinter der Budel vor, einen Kamelritt in die W\u00fcste hinein zu unternehmen. Er habe eine Tour anzubieten: mit dem Esel-Taxi ein paar Kilometer nach Westen zu einer Oase mit der Festung Gora, einer Wehranlage an der Seidenstra\u00dfe aus dem 4. Jahrhundert, Besichtigung mit einem kurzen Kamelritt zu einem Nebenfluss des Amu Darja. Meine Begleiterinnen zweifelten, sie wollten eher die Stadt besichtigen, ich war sofort Feuer und Flamme und brannte lichterloh in den Bildern von Sven Hedins Schilderungen.<\/p>\n<p>Man gab mir nach, und wir buchten die Tour. Sofort tauchte vor dem Tor ein Arba auf, ein zweir\u00e4driger Eselskarren mit einem Lenker in einer pittoresken Tracht. Auf diesem schwankenden Gef\u00e4hrt fuhren wir in die W\u00fcste hinein, eben und ohne Ende. Das Zeitgef\u00fchl geht einem in der W\u00fcste wahrscheinlich auch im besten Gesundheitszustand verloren. Aber wenn man sich in einer Nichtgegend, in der absoluten Leere befindet, beginnt der Raum sich zusammenzuziehen und auszudehnen. War das ein schwarzes Loch? So pl\u00f6tzlich wie beim Umbl\u00e4ttern eines M\u00e4rchenbuches trat ein braungebrannter Mann in langem, wei\u00dfen Hemd und Tjubetejka aus dem Tamariskenhain heraus, ein einziges Kamel am Z\u00fcgel mit sich f\u00fchrend. Offenbar das Vorzeige-Kamel zum Abfotografieren. Es war keine Rede mehr von einem Kamel-Ritt an den Nebenfluss, sewodnja nje rabotajut, sie arbeiten heute nicht, sie haben einen sanitarnij djen, einen Gesundheitstag, war die Auskunft. Also machten wir uns daran, das einzige Kamel abzufotografieren. Schanna lie\u00df sich in den Sattel hieven, Lisa schmiegte sich in Model-Pose mit neckisch vorgestelltem Bein an seinen Hals, mir war f\u00fcr beides zu schwindelig, ich blieb am Boden.<\/p>\n<p>Ab da finde ich bei mir kaum Erinnerungen, nur dieses Foto in meinem Album, als man seine Reiseeindr\u00fccke noch in B\u00fccher und Mappen klebte. Ein Kamel in einer Ebene ohne Anfang und Ende, ohne Palmenoase und Festung, im Sattel die strahlende Schanna, Lisa an den Hals des Kamels gelehnt, die dieses fast \u00fcberragte, zu F\u00fc\u00dfen eine unkenntliche Erhebung, die sich kaum vom W\u00fcstensand abhob und auch eine Sanddistel gewesen sein k\u00f6nnte, das war ich, die zu diesem Abenteuer verleitet hatte.<br \/>\nDieses Foto aus einer Schnellbildkamera hat eine ockerfarbene Patina angenommen wie ein sonnengebrannter Ziegel.<\/p>\n<p>Alles Folgende sind verstreute Erz\u00e4hlungen im Nachhinein mit kurzen \u00d6ffnungen der eigenen Wahrnehmungen. Der Karren brachte uns offensichtlich zur Stadt zur\u00fcck und lud uns am Dschuma-Minarett an der Stadtmauer ab. Meine Begleiterinnen lagerten mich bequem in den Schatten einiger Maulbeerb\u00e4ume, legten mir nasse T\u00fccher auf und labten mich mit Wasser. Unser Eself\u00fchrer machte den Vorschlag, mich in das Teehaus bei der Amin-Chan-Medrese zu bringen. Er d\u00fcrfe mit dem Karren nicht in die Altstadt hineinfahren. Wie es meinen Kolleginnen gelungen war, die Ohnm\u00e4chtige dorthin zu bef\u00f6rdern, kann ich nur meiner Phantasie \u00fcberlassen. Sie waren zu aufgeregt, um sich danach noch genau zu erinnern. Sie durften nicht ins Teehaus, die M\u00e4nner dr\u00e4ngten sie hinaus: Geht nur, alles wird gut, kommt am Abend wieder. Ich als Ohnm\u00e4chtige hatte offenbar mein Geschlecht verloren. Einmal wache ich auf und sehe mich auf einer Bank liegen. Es ist ein gro\u00dfer, halbrunder Raum, mit einer B\u00fchne in der Tiefe, ein steiles Amphitheater, mit Teppichen und Kissen bedeckte Stufen. \u00dcber mir sehe ich turbanbedeckte M\u00e4nnerk\u00f6pfe und sp\u00fcre, dass man mir Tee eintr\u00e4ufelt, die Piali mit gr\u00fcnem Tee immer wieder an meine Lippen h\u00e4lt, hinten im Hals ein kleines Rinnsal.<\/p>\n<p>Einmal kommt das Bewusstsein so weit zur\u00fcck, dass ich die goldverzierten Girlanden entlang der W\u00e4nde wahrnehme und einige auf den Stufen lagernde M\u00e4nner mit langen B\u00e4rten und in langen wei\u00dfen Wallehemden.<br \/>\nDie Arabesken und Grafiken vermischen sich mit den sowjetischen Transparenten und Parolen, den Tafeln mit den besten Arbeitern und bei den Subotniks ausgezeichneten Genossen, die gr\u00fcn-wei\u00dfe Majolika-Kacheln auf blauem Untergrund zerflie\u00dfen mit den Blumenornamenten. Fiebrige Verzerrungen, Traumfetzen, Gef\u00fchlsreste, alles str\u00f6mt ins Surreale zusammen, rauschendes Murmeln, die Luft h\u00e4ngt voller Geschichten, ich h\u00f6re die M\u00e4nner in meiner N\u00e4he summen, Kindheitszustand, klingen so usbekische Wiegenlieder?<br \/>\nSven Hedin zieht mit seiner Karawane durch meinen Kopf, das Wasser im Amu Darja donnert aus den Pamir-Schluchten in die Ebene, im weitverzweigten Fluss treiben kleine gr\u00fcne Inseln in Spiralen, Ursymbole f\u00fcr Augen, auf dem Wasser Barken mit roten Segeln, an den Ufern wei\u00dfe Zelte, dazwischen Herden von Karakulschafen, die durstigen Kamele unter den Palmen br\u00fcllen, der letzte Hahn kr\u00e4ht um sein Leben, und \u00fcber den versandeten Aral-See pfeifen die Giftwinde. Innenwelt, Kindheitsbilder und Jenseitsgeographie bev\u00f6lkert mit den Vorausgegangenen. Die freundliche Macht der Bilder verwischt alle Grenzen und l\u00f6st die Zeit auf.<\/p>\n<p>Lisa und Schanna buchten bei Inturist eine ungest\u00f6rte F\u00fchrung durch die sch\u00f6nste Altstadt des Orients: Sie besichtigten die Koranschulen\/Medresen Schigasi-Chan und Islam Chodscha, die Mausoleen Pahlawan-Mahmuds und Sayid Alauddins, den Palast Tasch-Hauli, die Festung Kunja Ark, den Harem, das Badehaus, den Sommer- und Winterpalast und die Dschuma-Moschee, an deren Minarett meine Lebensgeister fast aufgegeben h\u00e4tten.<br \/>\nUnd wieder kam der d\u00fcnne Rand einer Piali an meinen Lippen; wenn ich sie nicht \u00f6ffne, netzen sie sie mit einem in gr\u00fcnen Tee getr\u00e4nkten Lappen, einen anderen legen sie mir auf Schwei\u00dfstirn und Schl\u00e4fen.<br \/>\nWas ist da drinnen, Absinth, Baldrian- und Tamarisken-Sud? Eine Hand streicht immer wieder \u00fcber die Haare wie einer vielgeliebten Enkelin. Ich kannte nie einen Gro\u00dfvater, aber bei meiner Gro\u00dfmutter war es so. Ich habe das als z\u00e4rtliche Gesten in Erinnerung, so fieber-vage und fl\u00fcchtig sie auch sind: angenehm, friedlich, angstfrei. F\u00fchlt es sich so in Abrahams Scho\u00df im Paradies an? Eine Versammlung von Gelehrten und Dichtern: Abu Mansur al Saalibij, Abu Sahl al Yasihiy, Abu Nasr Mansur Ibn Irak, Abdullah Muhammad Ibn Muso al Khorezmiy. Orientalische Ur-Ur-Gro\u00dfv\u00e4ter, Patriarchen, auch meine Vorfahren. Angeblich habe ich phantasiert, unverst\u00e4ndliche Worte hervorgesto\u00dfen und wild um mich geschlagen. Zwei Alte sitzen dicht an meiner Seite wie Grabw\u00e4chter und bewahren mich vor dem Abst\u00fcrzen \u00fcber die steilen Stufen.<\/p>\n<p>Eine eingeschleppte Grippe mit einheimischem Sonnenstich, ziemlich viel auf einmal. Seither habe ich mich oft gefragt, ob es sie gro\u00dfe \u00dcberwindung gekostet haben mochte, gegen ihre Kultur, obwohl die gleichmachende Sowjetunion damals schon 64 Jahre gew\u00e4hrt hat. Bedingungslose Gastfreundschaft in Oasen l\u00e4sst sich nicht so schnell austreiben. Den heimlichen Ausflug an den Aral-See musste ich vergessen, und den R\u00fcckflug nach Taschkent hat mein Ged\u00e4chtnis nicht behalten.<\/p>\n<p>Noch weitere drei Tage lag ich weggetreten im Hotel Inturist neben dem Flughafen, nur Fetzen von Bildern blieben im Ged\u00e4chtnis h\u00e4ngen. Ab und zu kam ein wei\u00df gekleideter Kartoffelsack mit hoher, wei\u00dfer M\u00fctze und verabreichte mir einen geh\u00e4uften Teel\u00f6ffel Chinin, eine B\u00fcffel-Dosis, war das die K\u00fcchenchefin? Die dreimal am Tag startenden und landenden Flugzeuge flogen ausgerechnet immer durch meine Tr\u00e4ume. Dar\u00fcber wunderte ich mich schon sehr. Noch mehr, als ich einmal beim Taumeln durch die G\u00e4nge, auf der Suche nach einer Toilette, an offenen T\u00fcren vorbeikam, hinter denen wei\u00df gekleidete, alte M\u00e4nner mit wei\u00dfen B\u00e4rten und wei\u00dfen Turbanen im Schneidersitz auf wei\u00dfen Matratzen sa\u00dfen, Pfeife rauchten und Tee tranken aus wei\u00dfen Schalen. Der liebe Gott hatte sich vervielf\u00e4ltigt. Also war ich gestorben, lag auf den Wolken im Himmel mit Sven Hedin.<\/p>\n<p>Meine Freundinnen flogen w\u00e4hrenddessen nach Fergana und lie\u00dfen sich drei Tage in der sagenhaften Oase von Osch den Wind vom Hindukusch um die Nasen wehen.<br \/>\nIch hatte auch ohne den Aralsee und das Fergana-Tal wahrlich viel gesehen und erfahren auf dieser Reise nach Zentralasien, die beharrlichsten und buntesten Eindr\u00fccke vom Orient kamen aber aus dem Teehaus von Chiwa.<\/p>\n<p>4.3.15 &#8211; 2.2.17<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Veronika Seyr<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.veronikaseyr.at\" target=\"_blank\">www.veronikaseyr.at<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/veronikaseyr.blogspot.co.at\/\" target=\"_blank\">http:\/\/veronikaseyr.blogspot.co.at\/<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=420\">hin &amp; weg<\/a> | Inventarnummer: 17082<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nur Reisen ist Leben, wie umgekehrt das Leben Reisen ist. 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Lisl Steiner, Fotografin, mit 88 Seit der Jugend-Lekt\u00fcre von Sven Hedins \u201eZu Land nach Indien\u201c lie\u00df mich die Seidenstra\u00dfe nicht [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[109],"tags":[10],"class_list":["post-6185","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-seyr-veronika","tag-hin-weg"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6185","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6185"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6185\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6189,"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6185\/revisions\/6189"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6185"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6185"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6185"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}