{"id":6103,"date":"2017-02-22T06:57:21","date_gmt":"2017-02-22T06:57:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=6103"},"modified":"2017-03-02T09:27:44","modified_gmt":"2017-03-02T09:27:44","slug":"brainstorming","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=6103","title":{"rendered":"Brainstorming"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts6103&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts6103&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p>In meinem Gehirn summt und brummt es: Train I ride, sixteen coaches long. Train I ride, sixteen coaches long. Well, that long black train got my baby and gone. Train train, comin&#8216; &#8218;round, &#8218;round the bend. Train train, comin&#8216; &#8218;round the bend Well, it took my baby, but it never will again (no, not again).<br \/>\nTrain train, comin&#8216; down, down the line \u2026<\/p>\n<p>Da vorne steht der Ober und sp\u00e4ht aufmerksam zu mir her\u00fcber. Vielleicht hat er damit gerechnet, dass ich irgendwie umfalle und doch zur Milch greife? Seh ich etwa so aus? Irgendwie ist man in meinem Alter ja so ziemlich mit allem durch. Obwohl \u2013 der Gedanke daran, nicht mehr so zu k\u00f6nnen, wie man es bisher f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich gehalten hat \u2013 na ja. Gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig! Wenn erst einmal das Abgeben schwer errungener Lizenzen kommt? Des F\u00fchrerscheins zum Beispiel. Das sind Z\u00e4suren! Echte Z\u00e4suren sind das! Das kommt einer Entm\u00fcndigung gleich! Wenn\u00b4s nicht nur mehr blo\u00df um einen Zahn geht, der irreparabel ausgehebelt wird. Das w\u00e4re ja noch zu verkraften. Auch ein zweiter. Vielleicht noch ein dritter.<\/p>\n<p>Da! Da liegt ein Haufen Bl\u00e4tter vor mir, alte Urkunden, Ariernachweise und so\u00b4n Zeug. Ich versuche, darin zu lesen und mich schlau zu machen, \u00fcber die Zeit vor mir. Den Gro\u00dfvater, den Johann Bresslar, den hab ich leider nicht mehr gekannt. Mein Bub, soll er immer voll Stolz gesagt haben, wenn er \u00fcber mich gesprochen hat. Passt\u2019s mir auf meinen Buben auf! Ach, ein m\u00e4nnlicher Nachfolger, das war etwas! Das wusste er zu sch\u00e4tzen, er, der in Zeiten aufgewachsen war, in denen M\u00e4nner haufenweise als Kanonenfutter verbraucht worden waren. Die Gro\u00dfmutter kannte ich noch. Eine sehr strenge Frau war sie. Ich erinnere mich gut. Sehr ernst. Nach dem Mittagsschl\u00e4fchen hat sie immer Kaffee gekocht, damals, in der kleinen K\u00fcche. Ich habe den Geruch noch in der Nase. Wunderbar hat er gerochen, wie heutzutage keiner diesen Duft verstr\u00f6mt. Schwarz hat sie ihn getrunken, so wie ich jetzt, aber im emaillierten Blechh\u00e4ferl, mit blauen Bl\u00fcmchen darauf. Wahnsinnig gern h\u00e4tte ich das noch besessen! Und sie hat eine Semmelh\u00e4lfte eingetaucht, und den aufgeweichten Teil abgebissen. Wieder eingetaucht, abgebissen. Dabei hat sie nicht geredet. Nur das Ticken der Pendeluhr war zu h\u00f6ren. Passt mir auf den Buben auf! Aber niemand hat auf mich aufgepasst, so, wie ich mir das gew\u00fcnscht h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Niemand hat verhindert, dass ich dorthin komme, wo ich jetzt bin. Was soll\u00b4s? Alte Leute haben auf mich seit jeher eine ungeheure Faszination ausge\u00fcbt, vielleicht durch ihre Abgekl\u00e4rtheit? Durch die Ruhe, die sie ausstrahlen? Wei\u00df nicht. Ich habe das Gef\u00fchl, mit uns wird man nicht so ehrf\u00fcrchtig umgehen, wie wir es mit den Alten gehalten haben, damals eben. Die Jugend heute hat keinen Respekt vor den Alten. Sonderm\u00fcll, sagen die. Steh\u2018n blo\u00df im Weg herum und sind f\u00fcr nix gut, sagen die. Wof\u00fcr sollte man etwa eine Familienchronik schreiben, f\u00fcr wen, frage ich mich? Die Jungen lesen das ohnehin nicht. Dieser Standesbeamte scheint sich offensichtlich bem\u00fcht zu haben, sch\u00f6n zu schreiben. Die schlampigen \u201en\u201c und \u201ee\u201c sind trotzdem schwer zu unterscheiden!<\/p>\n<p>Wenn doch mein Vater oder meine Mutter oder eigentlich beide (wieder ein Romananfang) \u2013 denn beide waren gleichm\u00e4\u00dfig dazu verpflichtet \u2013 h\u00fcbsch bedacht h\u00e4tten, was sie sich vornahmen, als sie mich zeugten! (Laurence Stern. Tristan Shandy) H\u00e4tten sie geziemend erwogen, wie viel von dem abhinge, was sie damals taten! Jedenfalls, dass alles M\u00f6gliche dadurch bestimmt worden war, durch das Werkzeug der Vorsehung, oder wie auch immer man es zu nennen vermag, \u2026<\/p>\n<p>Zollwachtmeister also. Gro\u00dfvater war k. u. k. Zollwachtmeister. Merkw\u00fcrdig. Ich erinnere mich noch, Mutter hat erz\u00e4hlt, dass er wegen Fettleibigkeit ins Flachland versetzt worden ist, damals, unterm Kaiser. Aus Bayern, nahe dem B\u00f6hmerwald, in den Flachgau. Grenzgendarm war er. Zollwache oder so. Aber die Berge waren zu hoch f\u00fcr ihn. Das hat er nicht mehr geschafft, keine Luft gekriegt, der Arme. Ich hebe den Kopf. Der Glatzkopf da ist mir schon vorhin aufgefallen, als ich \u00fcber den Volksgarten in die Stadt spaziert bin. Ganz in Schwarz. Uniformes, das f\u00fcr uneingeschr\u00e4nkten Erfolg b\u00fcrgen soll. St\u00e4dtisches \u00d6konomiesoldatentum! Gleichgeschaltet, mit Telefon im Ohr und Laptop am R\u00fccken. Man sollte ihnen das Telefon gleich in die Haut implantieren, der leichteren Handhabe wegen. Ein Theater. Meinen gewohnten Spaziergang durch die Stadt habe ich heute in der Gegenrichtung begonnen, \u00fcber die Stadiongasse. Gleich zu Anfang hat mich die Silhouette der Michaelertor-Kuppel im diesigen Morgenlicht begr\u00fc\u00dft.<\/p>\n<p>Ich behalte mein Ziel im Auge, denn unmittelbar daneben ist das Caf\u00e9 Griensteidl zu finden, Schauflergasse. So bummle ich, flankiert vom Rathauspark und seinen riesigen Baumwipfeln sowie der Westfront des Parlaments \u2013 ach, da ist ja der ehemalige Finanzminister! Was macht denn der noch hier? Mit Aktenmappe? Seniorenbundagenden erledigen. Repr\u00e4sentable Limousinen und Sportwagen vor dem Hohen Haus, muss man sagen. Es geht uns offenbar gut! Kein Wunder, bei den Steuern? Frau Athene in neuem Glanz. Die barockisierten Minarette im griechisch-r\u00f6mischen Stil &#8211; auch frisch vergoldet. Das ist nicht gegen die Bauordnung? Artfremd sagen sie heute, wenn etwas so emporragt. Halb zehn. Der Tag ist noch jung.<\/p>\n<p>Langes Zugfahren ist anregend f\u00fcr intensives Brainstorming. Was mir da alles durch den Kopf geht, wenn ich zum Fenster hinaussehe und die Landschaft an mir vor\u00fcberrast. Vielleicht w\u00e4re alles ganz anders gekommen. Ich muss lachen. Kennst du das? Pension Sch\u00f6ller, Theaterst\u00fcck. Der Major: Hier ist der Feind gestanden, und da wir. W\u00e4\u00e4\u00e4ren wir hier und der Feind dort gestanden, w\u00e4re alles ganz anders gekommen! Ja, h\u00f6chst wahrscheinlich w\u00e4re alles ganz anders gekommen.<\/p>\n<p>H\u00e4tte ich neulich im Kino nicht Sportgummi gekaut, h\u00e4tte ich meine Plombe am Stockzahn noch. Ich sitze mit meiner Frau in einer Hommage an das goldene Zeitalter des amerikanischen Musicals und versuche soeben, die ausgelassene Stimmung dieses Feelgoodmovies auf mich her\u00fcberzuladen, da war es auch schon passiert. Zwischen Nostalgie und Identit\u00e4tskrise einer Love-Story-verd\u00e4chtigen Tanzszene wandelt sich nicht blo\u00df die Geschichte der beiden Hauptdarsteller in, wie man so sch\u00f6n banal sagt, in jenes verdammte Ding, wie es das Leben eben schreibt, da sp\u00fcre ich schon einen Felsbrocken zwischen dem s\u00fc\u00dfsauren Zuckerschmelz klirren und flugs spucke ich das Corpus Delicti in meine Hand. Ich brauche nicht nachzusehen, worum es sich handelt, denn meine geschickte, oder besser geschockte Zunge hat das Loch dieses Amalgam-Asteroiden im verd\u00e4chtigen Zahn bereits geortet und voll Entsetzen \u00fcber seine Ausma\u00dfe darin herumgebohrt. H\u00e4tte ich also keinen Sportgummi gekauft, w\u00e4re alles ganz anders gekommen.<\/p>\n<p>W\u00e4re ich nicht schon berufst\u00e4tig gewesen, h\u00e4tte ich mein Medizinstudium fertig gemacht. H\u00e4tte ich meinem besten Freund w\u00e4hrend einer Party vor dreiundvierzig Jahren nicht eine neue Bekannte ausgespannt, w\u00e4re sie heute nicht meine Frau und so weiter. Tja, w\u00e4re ich Alexander, der Sohn Philipps II. von Makedonien und der Olympia von Epirus, w\u00e4re ich auf Wunsch meines Vaters von dem ber\u00fchmten Philosophen Aristoteles erzogen worden. H\u00e4tte was, nicht? Ich h\u00e4tte im Alter von zwanzig Jahren den K\u00f6nigsthron bestiegen und, nachdem mein Vater ermordet worden w\u00e4re, das scheint mir Usus in solchen K\u00f6nigskreisen gewesen zu sein, h\u00e4tte ich mich als F\u00fchrer eines makedonisch-griechischen Heeres aufstellen lassen. Einfach so. Ohne Bewerbungsschreiben und Hearing. Klasse, oder? Aber, h\u00e4tte ich das wirklich gewollt? Du kennst mich doch, ich habe nicht das Zeug zur F\u00fchrernatur und auch nicht den Willen, eine solche zu sein. Ich m\u00fcsste \u00fcbrigens das Heer des Perserk\u00f6nigs Dareios des Dritten erfolgreich, versteht sich, schlagen. Das t\u00e4te mir leid, denn ich finde die Perser sind im Grunde nette Leute, als was sollte das? Und dann das viele Blut und die ganze Schweinerei drumherum. Nein, das w\u00e4r nichts f\u00fcr mich.<\/p>\n<p>Ich war einmal in eine Perserin verliebt. Sie hie\u00df Sayeh, das hei\u00dft angeblich Schatten. Sie hatte mir erz\u00e4hlt, ihr Vater wollte sie so genannt haben, damit sie ihm sein Schatten in der Gluthitze der persischen Sonne sein m\u00f6ge. Ich habe sie vor vierzig Jahren aus den Augen verloren. Doch dann, ich hatte da einen Deutschsch\u00fcler, f\u00fcr den habe ich im Netz etwas gesucht und bin auf einen Namen gesto\u00dfen, der mich an den ihren erinnert hat. Dort habe ich angesetzt, nach ihr zu suchen und ich entdeckte eine Bekannte aus der Vergangenheit und deren Telefonnummer. Nach einem kurzen Brief schickte sie mir eine SMS mit Sayehs Adresse. Und seither scheiben wir uns ein wenig oder telefonieren. Hast du mich gefunden, hat sie geschrieben und das klang &#8211; irgendwie \u00fcberrascht, aber doch so, als h\u00e4tte sie eines Tages damit gerechnet. Sie hat zwei bildh\u00fcbsche erwachsene T\u00f6chter, die beide in Paris studieren.<\/p>\n<p>Als ich sie bat, mir ein Selfie zu schicken, hat sie abgelehnt und gemeint, besser nicht, du wirst f\u00fcrchten dich (sic!). Ich kriegte dann aber doch ein paar Fotos, und wir haben alte Erinnerungen und auch Fotos ausgetauscht, die \u00fcberraschend bei uns beiden aufgetaucht sind. Und ich musste mich nicht f\u00fcrchten, sie sieht immer noch gut aus und sie hat gesagt, ja, aber jetzt sind wir alt. Womit sie leider Recht hat. Nun bin ich aber froh dar\u00fcber, nicht Alexander zu sein, obwohl ich billig nach Indien gekommen w\u00e4re, dort wollte ich schon als junger Mann hin, als die Hippies dorthin zogen. Doch auch dahin bin ich zu sp\u00e4t gekommen, wie sonst auch \u00fcberall hin. Aber das Ende, also wenn du dir das anh\u00f6rst, irgendwann h\u00e4tte ich zu einer Massenhochzeit geladen, lese ich, und dabei zehntausend Perserinnen und Makedonier miteinander verheiratet. Damit fange ich leider nichts an. Mit derartigen Events habe ich nichts am Hut. Wie auch immer, in Babylonien jedenfalls h\u00e4tte es mich erwischt, da w\u00e4re ich an Malaria gestorben. Pech gehabt, nicht? Und das h\u00e4tte ich nicht gewollt, ehrlich. Aber was fange ich hier Grillen?<\/p>\n<p>Der Tag ist also noch jung, bemerkte ich vorhin. Nur ich bin es nicht mehr. Sayeh hat es mir best\u00e4tigt. Ich sp\u00fcre, wie die Zeit rinnt, unaufh\u00f6rlich. Hier unten am Ring z\u00e4hle ich jede Sekunde ein Auto, zwei sogar. \u00dcberall sitzt nur eine Person drin. Arme Umwelt. Zwei M\u00e4dchenportr\u00e4ts von Gustav Klimt und der K\u00fcnstlercompagnie im Belvedere &#8211; und irgendwann wird mich so ein Radfahrer niederfahren, das seh ich schon kommen. Ich bin im Volksgarten \u2013 und \u2013 gerettet! Eine hochgewachsene, gelb-orange Valencia unter tausend anderen Rosen. Bildsch\u00f6n! Daneben, derzeit bl\u00fctenlos, Ricarda. Vielleicht findet sie keinen Partner? Buchs in Fragezeichenformen. Peinlich genau zugeschnitten. Eine Kunst, so etwas. Der alte Theseustempel \u2013 stillschweigendes Relikt l\u00e4ngst vergangener Zeiten. Die Treppen heute v\u00f6llig unfrequentiert. Sie haben ihn zu Tode renoviert, mit Lack oder so einem Zeug. Ehemals war er aus Sandstein. Davon ist heute nichts mehr zu bemerken. Wahnsinnstat am Heldengrabmal. Auf den B\u00e4nken rundum sitzen Touristen und Pensionisten. Davor eine Gruppe Japaner in Tai-Chi-Trance. Haben ihre Arme hoch erhoben und lassen sie wehen wie Birkenge\u00e4st im Winde. Zwei \u00fcben F\u00e4chertanz, lassen den F\u00e4cher knallen wie die Aperschnalzer im Pongau. Die w\u00fcssten auch nicht, was unsere \u00c4lpler damit darstellen m\u00f6chten. Trotzdem sieht es elegant aus! Unglaublich, was f\u00fcr riesige Hunde sich manche Leute halten! Wo verstecken sie die blo\u00df in ihren engen Wohnungen? Meine Nationalbibliothek! Ach, wie lange habe ich dort beinahe schon gewohnt? Unten, im Tiefspeicher? Tonnenweise B\u00fccher vor mir auf dem Tisch. Ein kleines Verm\u00f6gen habe ich hier in Kopien investiert. Und \u2013 ich stehe auch in einem Regal, f\u00fcr die Ewigkeit. Also bin ich unsterblich. An manchen Tagen jedoch f\u00fchle ich mich aber eher sehr sterblich. Ich gehe \u00fcber den Ballhausplatz, lasse die Hofburg rechts liegen. Wie leicht sich das sagt, h\u00e4tte ich sie mitnehmen sollen? Was meinst du? Ich gehe in Richtung Schauflergasse. Gott sei Dank, jetzt ich bin am Ziel.<\/p>\n<p>Aber ich bin ja da. Bin schon da! Und habe es gar nicht gemerkt. Die ganze Zeit \u00fcber bin ich schon hier. Im Griensteidl. In Gedanken ziehe ich noch einmal die Glast\u00fcr auf, sondiere in Sekundenschnelle das Terrain und finde meinen Tisch, lasse mich auf die kleine, von dunklen Holzw\u00e4nden umgebene, mit rotem Pl\u00fcsch \u00fcberzogene Zweierbank fallen, an einem kleinen, runden Marmortischchen. Nun sitze ich schon seit einer Stunde hier. Immer wieder rekonstruiere ich, wie ich hergekommen bin. Meine Gedanken gehen im Kreis. Die Yuppie-Tussi, ich wei\u00df. Jetzt k\u00f6nnte sie wirklich zu telefonieren aufh\u00f6ren. Typisch, trinkt nat\u00fcrlich Kaffee Latte. Modegetr\u00e4nk. Das passt zu ihr!<\/p>\n<p>Kaffeeh\u00e4user eigenen sich auch hervorragend f\u00fcrs Brainstorming. Ich denke an Papa. Der Vater hat alles weggeworfen, was von den Vorfahren stammte. Auf eine wilde Deponie gebracht, w\u00fcrde man heute sagen, f\u00e4llt mir ein. Am nahen Bach. Mit \u201ealles\u201c meine ich Gro\u00dfvaters Uniform, den S\u00e4bel, den Tschako. Mir kommen fast die Tr\u00e4nen. Ich habe so gerne mit diesen Sachen gespielt. Au\u00dferdem \u2013 der ideelle Wert von dem Zeug! So etwas ist unwiederbringlich verloren. Irgendwo h\u00e4tte sich schon ein Platz gefunden f\u00fcr den ganzen Plunder. Vater war das egal. Alles M\u00fcll, hat er gesagt. Besonders Milit\u00e4risches. Passte nicht in seine m\u00fchsam erklommene Welt. Neunzehnhundertelfer. Moderne Welt! Zeit ist immer modern. Neunzehnhundertsechzig hat er das gesagt! L\u00e4cherlich! Er war ja \u2013 irgendwie Pazifist! Zumindest bildete er sich das ein. Die Sachen rochen nach Moder, nach Mottenpulver, wei\u00df ich noch. Der S\u00e4bel hatte Rost angesetzt, der war unglaublich schwer f\u00fcr mich, als Kind. Er mochte zehn Kilo gewogen haben. Aber war faszinierend. Hatte ich ihn umgeschnallt, zog ich ihn laut scheppernd hinter mir her. Es musste allen f\u00fcrchterlich auf die Nerven gegangen sein. Damit spielt man nicht! Ich verstehe es ja &#8230; heute.<\/p>\n<p>Die Gedanken. In Gedanken l\u00e4uft alles ab wie in einem Film. Dann ist der Film zu Ende, und du bist wieder allein.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Norbert Johannes Prenner<br \/>\nAuszug aus dem Roman \u201eAm Ende ist man doch allein\u201c \u2013 in Entstehung<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie: <a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=412\">auszugsweise<\/a> | Inventarnummer: 17058<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In meinem Gehirn summt und brummt es: Train I ride, sixteen coaches long. Train I ride, sixteen coaches long. Well, that long black train got my baby and gone. Train train, comin&#8216; &#8218;round, &#8218;round the bend. Train train, comin&#8216; &#8218;round the bend Well, it took my baby, but it never will again (no, not again). 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