{"id":5498,"date":"2016-11-23T18:56:52","date_gmt":"2016-11-23T18:56:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=5498"},"modified":"2017-01-22T17:24:35","modified_gmt":"2017-01-22T17:24:35","slug":"5498","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=5498","title":{"rendered":"Willi"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts5498&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts5498&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p>Z63 war ein Haushaltsroboter, ein Importprodukt aus Japan im mittleren Preissegment. Seine Besitzer, die Familie Fischer, ein Ehepaar lebensdurchschnittlichen halben Alters mit der sich in der Backfisch-Phase befindlichen Tochter Franziska, kurz Franzi, hatte bei seinem Kauf \u00fcber den Gro\u00dfhandel Wert auf Effizienz bei m\u00f6glichst geringen Betriebskosten gelegt.<br \/>\nEr funktionierte mittels Strom aus seiner eigenen kinetischen Energie, den er in einem in seinem Geh\u00e4use integrierten Akku speicherte. Zus\u00e4tzlich war er mit Photovoltaik-Zellen ausgestattet, den Akku konnte man ebenfalls einfach, aber teuer, \u00fcber eine Steckdose aufladen, auch war eine Batterie im Lieferumfang enthalten gewesen, er musste jedes halbe Jahr zum Roboter-Doktor, der zentralen Wartungsstelle, seine Software wurde \u00fcber eine Funkverbindung mit der Herstellerfirma st\u00e4ndig upgedated, die Ausgaben f\u00fcr Schmiermittel waren zu vernachl\u00e4ssigen.<\/p>\n<p>Als der Instandsetzungs-Techniker ihn aus der Cellophanh\u00fclle gesch\u00e4lt und von den Porocell-K\u00fcgelchen befreit, ihn schlie\u00dflich mithilfe eines Hebelzuges aus der Transportkiste gehoben hatte, die erworbenen Programme in sein Rechenzentrum \u00fcberspielt, seine Augen justiert, die Ohren eingerichtet, die Nase kalibriert und die Stimme, sie durfte nicht blechern klingen, das war den Fischers die Zuzahlung wert, dem gew\u00fcnschten Klang angepasst und seine Motorik, im Groben zuerst, dann im Kleinen, getestet und verbessert worden war, \u201eSchrubbe den Boden!\u201c, hatte der Befehl an ihn gelautet, und er war dabei gewesen, ihn ganz ordentlich zu erf\u00fcllen, wohl war er ein recht einfacher Kerl, doch er verf\u00fcgte, den Aufpreis daf\u00fcr hatten die Fischers nach einiger \u00dcberlegung in Kauf genommen, \u00fcber einen Gef\u00fchlserkennungs-Chip, der anhand von Blicken, Mimik, Sprache, K\u00f6rperhaltung nach einem patentierten Algorithmus die Stimmungslage von ihm beobachteten Personen korrekt wiedergab, als der Instandsetzungs-Techniker also seiner Arbeit nachgekommen und Z63 auf dem Boden gekauert war mit einem Wischtuch in seinen Greifwerkzeugen, die aussahen wie menschliche H\u00e4nde mit einem Chrom\u00fcberzug, hatte Franzi, damals war sie erst sieben gewesen, das Zimmer betreten, eine Weile lang hatte sie den Roboter betrachtet, hatte Gefallen gefunden an seinen auf den Metallsch\u00e4del gemalten schwarzen Haaren und dem d\u00fcnnen B\u00e4rtchen \u00fcber seiner Sprecheinheit; seine nur aus dunkelblauer Farbe bestehende Butler-Uniform, ihre Eltern hatte n\u00e4mlich an seinem \u00c4u\u00dferen gespart, war ihr lustig erschienen, zusehends waren seine ruckartigen Bewegungen flie\u00dfender geworden, da hatte sie den Techniker gefragt: \u201eHat er schon einen Namen?\u201c \u201eNein\u201c, hatte der Techniker zur\u00fcckgegeben, \u201eseine Typenbezeichnung ist Z63, aber das steht nur f\u00fcr seine Betriebsreihe, das ist kein richtiger Name.\u201c \u201eEr soll Willi hei\u00dfen\u201c, hatte Franzi da gesagt. Der Roboter hatte sie aus braunen Kulleraugen-Optikinstrumenten angesehen, er hatte registriert: \u201eIch \u2013 hei\u00dfe \u2013 Willi.\u201c<\/p>\n<p>Weiters wurde Willi von Gerlinde, Franzis Mutter, eingeschult. Er erwies sich als aufnahmebereit und lernwillig, nach kurzer Zeit schon erf\u00fcllte er nahezu fehlerlos selbstst\u00e4ndig alle im Haushalt anfallenden Aufgaben, Geschirr sp\u00fclen, saubermachen, W\u00e4sche waschen, zum Trocknen aufh\u00e4ngen und b\u00fcgeln, Ordnung in das Chaos von Franzis Zimmer bringen, aber auch in so manch andere, so bettete er in Holgers und Gerlindes Schlafzimmer t\u00e4glich auf, denn Gerlinde hasste Br\u00f6sel im Bett, beliebte darin jedoch Kekse zu essen, und, ganz wichtig auch, die den Haushalt betreffenden Eink\u00e4ufe erledigen, Lebensmittel und Non-Food-Artikel, daf\u00fcr hatte er einen Chip zwischen den Metallteilen von linkem Unterarm und Greifwerkzeug, der mit Digits, ein Digit entsprach einem Euro, aufgeladen war, zur Zahlung, meist im nahegelegenen Supermarkt, der so ziemlich alles f\u00fchrte, was die Fischers andauernd ben\u00f6tigten, legte Willi diesen seinen Geh\u00e4useteil, der dem Pulsmess- oder \u2013aufschlitzbereich des Menschen entsprach, \u00fcber den Scanner der Kassa, die ein weiblicher Roboter bediente, und die Digits f\u00fcr die Waren auf dem F\u00f6rderband wurden abgebucht.<\/p>\n<p>Nur bei einer Sache haperte es: beim Kochen. Klar, daf\u00fcr gab es ja auch eigene Kochroboter, und die wollten verkauft werden. Wohl war es aber m\u00f6glich, Willi mit einem Geschmackssinn aufzur\u00fcsten, derzeit konnte er sich nur die genauen Mengen an verwendeten Gew\u00fcrzen f\u00fcr das jeweilige Gericht merken, doch die von ihm zubereiteten Speisen schmeckten f\u00fcr Menschengaumen lasch, als Koch war Willi schlicht nicht geeignet, das zus\u00e4tzliche Feature eines Geschmackssinnes jedoch war einfach zu teuer, also kochten weiterhin Gerlinde, Franzi nur manchmal Kleinigkeiten und ab und zu Holger selbst. War der gelegentlich bedr\u00fcckt, weil er wieder mal seine Produkte nicht an den Mann oder die Frau gebracht hatte, er arbeitete als freier Handelsvertreter, schlug Willi einen heiteren Tonfall an, fragte ihn, was es denn g\u00e4be, blieb Holger verschlossen, holte er ihm ein passendes Buch aus einem der Regale, denn Holger las gerne.<\/p>\n<p>Hatte Franzi Kummer, weil ihre Schulkameradinnen ihr Kaugummi ins Haar geschmiert hatten oder sie als bl\u00f6de Kuh tituliert, oder sie sich in einen Jungen verguckt hatte, der nichts von ihr wissen wollte, oder sonst irgendwas in der Art, munterte Willi sie mit flotten Spr\u00fcchen auf oder sie spielten \u201eSchwarzer Peter\u201c, wobei Willi absichtlich verlor. Wenn Gerlinde sich eingehend im Spiegel betrachtete, wusste Willi schon: Sie hat ein neues wei\u00dfes Haar oder eine frische Falte gefunden, oder wenn sie ungl\u00fccklich von der Waage stieg, war es Zeit f\u00fcr ihn zu handeln. \u201eWenn ich ein Mensch w\u00e4r, h\u00e4tt ich gern so eine sch\u00f6ne Frau wie dich\u201c, sagte er dann, und Gerlinde zwang sich ein L\u00e4cheln ab, und das half, wie Willi lernte.<\/p>\n<p>Die Jahre vergingen. Es waren derer gute. Die Fischers lehnten stets das Angebot der Herstellerfirma ab, Willi um einen moderaten Aufpreis gegen das jeweilige Nachfolgermodell, alle zwei Jahre bestand dazu Gelegenheit, einzutauschen. Vieles war inzwischen m\u00f6glich, Roboter aus Analogfleisch und mit roter Betriebsfl\u00fcssigkeit, Roboter mit Menschengesichtern. Nein, sagten die Fischers, Willi sollte bleiben. Die \u00dcberweisungen von Holgers Patronatsfirmen wurden h\u00f6herstellig, Gerlindes letzte Modelinie traf den Puls der Zeit. Und Franzi schrieb Gedichte und schw\u00e4rmte f\u00fcr Boy-Groups, ohne dass ihre Schulnoten sehr darunter litten. Die Welt der Fischers war wie ein farbenfrohes Puzzle, in dem kein einziges Teilchen fehlte.<\/p>\n<p>Dann kam der Tag des Lichtblitzes. Als er durch das Haus zog, fielen die drei Fischers nieder, wo sie gerade gewesen waren, Gerlinde kochend in der K\u00fcche, Holger Fu\u00dfball fernsehend im Wohnzimmer, Franzi sich schminkend im unteren Bad, und bewegten sich nicht mehr, seitdem niemals mehr. Willi kannte den Begriff tot nicht, er selbst blieb frei von Schaden, nur seine Optikinstrumente waren etwas \u00fcberlastet, sie waren f\u00fcr ihn lediglich tempor\u00e4r au\u00dfer Funktion. Doch er hatte seine vielf\u00e4ltigen Arbeiten zu erledigen, daraufhin war er programmiert, also fuhr er fort, als w\u00e4re nichts Besonderes geschehen.<\/p>\n<p>Seinen Riechmodus blendete er bald aus, denn unangenehme Ger\u00fcche verbreiteten sich, nicht nur hier im Haus, sondern \u00fcberall dort, wo Willi hingelangte, und mit dem Zustand einer lediglich vor\u00fcbergenenden Au\u00dfer-Betrieb-Setzung der Fischers sowie all der anderen Menschen war er sich nicht mehr so sicher, denn ihr Bild in seinem Erinnerungsmodul glich nicht mehr dem, was seine Optik tats\u00e4chlich aufnahm. Die Funkverbindung zwischen ihm und seiner fast am anderen Ende des Erdballs gelegenen Herstellerfirma war nun gekappt. Willi kaufte weiterhin ein, Lebensmittel, Kosmetikprodukte, Rasierer. Nachdem die Lebensmittel ungenie\u00dfbar geworden waren, packte er sie in die M\u00fclltonne, die von Roboterkollegen alle vierzehn Tage entleert wurde. Auch nachdem seine Digits aufgebraucht waren, lie\u00df ihn die Roboterkassiererin weiter seine Eink\u00e4ufe erledigen. In erster Linie war sie wohl mit einem elektronischen Geldz\u00e4hl-Mechanismus ausger\u00fcstet, doch verf\u00fcgte sie anscheinend auch \u00fcber eine Kombinationsgabe, die ihr sagte: \u201eEr als Roboter erf\u00fcllt ja nur seine Pflicht, und die Menschen k\u00f6nnen uns nicht mehr kontrollieren. Also, was soll\u00b4s?\u201c<\/p>\n<p>Gleichzeitig fielen Beleuchtung und Strom aus, nicht nur im Haus, auch auf den Stra\u00dfen, in den Gesch\u00e4ften und allen \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen. Das Fehlen von k\u00fcnstlichem Licht st\u00f6rte Willi nicht so sehr, denn er hatte, wie praktisch jeder Roboter, Restlichtverst\u00e4rker in seinen Optikinstrumenten integriert. Dass er nicht mehr auf den Strom aus der Steckdose zur\u00fcckgreifen konnte, war f\u00fcr ihn schon problematischer, darum hie\u00df er jetzt erst recht: sich fit halten, er brauchte m\u00f6glichst viel Bewegung. Das Haus war klinisch sauber, alle Zimmer penibel aufger\u00e4umt, die Non-Food-Artikel stapelten sich, okay, der Garten verwilderte, doch da konnte er nichts tun, er war weder zum Rasenm\u00e4hen noch zum Heckenschneiden oder Blumensetzen programmtechnisch instruiert.<\/p>\n<p>Was blieb? Joggen. Wille drehte von nun an tagt\u00e4glich seine Runden, vorbei oft genug an Sexrobotern in Minir\u00f6cken und Netzstr\u00fcmpfen, die, so vermutete er, wahrscheinlich auch mittels kinetischer Energie in Gang gehalten wurden und jetzt in Ermangelung von Menschen auf andere Roboter zur\u00fcckzugreifen versuchten. Nun ja, er konnte mit ihnen nichts anfangen, er war daf\u00fcr nicht ausgestattet. Dann brach die Wasserversorgung zusammen. Im Haus war Willi das einzige Wesen, das noch Schmutz produzierte, doch wenn aus den Wasserh\u00e4hnen nicht mal mehr Tropfen kamen, wie sollte er den wenigen wegkriegen? Die Reinigungsroboter konnten die Stra\u00dfen nicht l\u00e4nger absp\u00fclen, weder die Fassaden der H\u00e4user noch ihre Fenster und auch die B\u00f6den der Gesch\u00e4fte waren nicht mehr sauberzukriegen. Schmutz und Staub wuchsen allerorten, und zudem waren die armen Roboterburschen nun v\u00f6llig nutzlos geworden, sie hingen auf den Stra\u00dfen rum und verbreiteten schlechte Laune. An den Schaltstellen sa\u00dfen halt doch ausschlie\u00dflich Menschen, und ohne sie ging stufenweise alles den Bach runter, es war nur eine Frage der Zeit, bis auch der Sprit ausginge, die Lagerst\u00e4nde waren zwar noch recht hoch, nur neues Erd\u00f6l wurde nicht mehr gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>In der darauffolgenden Woche stand f\u00fcr Willi wieder Besuch beim Roboter-Doktor an. Die \u201eDoktoren\u201c waren selbst Roboter. Da er ja seit einiger Zeit \u00fcber keine Digits mehr verf\u00fcgte, hatten sie sich das letzte Mal eingelassen, ihn f\u00fcr an ihm durchgef\u00fchrte Servicearbeiten ihre gro\u00dffl\u00e4chige Werkshalle reinigen zu lassen, bis sie hintennach wie poliert ausgesehen hatte, doch das war leider nicht mehr m\u00f6glich, zudem verlangte sein Geh\u00e4use diesmal nach einer \u00d6l-Dampfstrahlreinigung, die kostete einiges extra, Schmiermittel h\u00e4tte er sich noch gerne im Vorrat besorgt, mit den zwielichtigen Typen vom Roboter-Schwarzmarkt gab er sich nicht gerne ab, w\u00fcrden sich die Docs damit zufriedengeben, dass er alle ihre Arbeitsger\u00e4te akribisch schlichtete, so dass sie auch leicht aufzufinden waren, er konnte sogar ein eigenes Ordnungsprogramm daf\u00fcr entwerfen, das war ja schlie\u00dflich seine Bestimmung, als Maschine? Willi f\u00fcrchtete um seine zuk\u00fcnftige Gesundheit. F\u00fcrchten? Das war doch ein Gef\u00fchl. Willi konnte wohl fremde Gef\u00fchle deuten, aber selbst keine entwickeln, wom\u00f6glich jedoch hatten die komplizierten Strickmuster verschiedenster Launen auf eine seltsame Weise irgendwie auf ihn abgef\u00e4rbt. Trotzdem: Roboter bleibt Roboter und Mensch bleibt, oder war, Mensch. Das war Willi klar.<\/p>\n<p>Es hilft ja doch nichts, folgerte seine Rechenzentrale, ich muss einkaufen gehen, wof\u00fcr denn gibt es mich sonst? In dem Supermarkt in seiner N\u00e4he hatten die Regale begonnen, sich zu lichten, nichtsdestotrotz trieb er die standardisierten Lebensmittel alle auf, Shampoo, zwei verschiedenf\u00e4rbige Nagellacke, Tampons, Rasierer, Rasiercreme, nur eines ging ab: Seife, nicht ein einziges St\u00fcckchen, gleich welcher Marke, war ausgestellt. Willi fragte die gesetzte Roboterkassiererin, ob es denn eine M\u00f6glichkeit g\u00e4be, vielleicht doch drei, zwei, wenigstens ein einziges St\u00fcck Seife hier im Laden aufzutreiben. \u201eSieh doch bitte selbst im Lager nach, Willi. Das ist hinter der gro\u00dfen grauen Schiebet\u00fcr ganz am unteren Ende\u201c, sie wies in die Richtung, \u201edaneben ist eine Klingel. Wenn du sie l\u00e4utest, wird dir jemand \u00f6ffnen.\u201c<br \/>\nWilli bedankte sich artig. Er ging zum Lagereingang und bet\u00e4tigte die Klingel. Ring ring. Es dauerte nur kurz, da schob sich die schwere T\u00fcr etwa eineinhalb Meter zur Seite. Und eine Roboterdame stand vor ihm, blonde aufgemalte Locken, blaue Iriden der Optikinstrumente, rot umrandete Sprecheinheit, in der aus Farbe bestehenden dunkelgrauen Uniform eines Lagerhaltungsroboters, Susi stand auf dem Namensk\u00e4rtchen \u00fcber der linken Brust ihres Geh\u00e4uses, die schon recht abgeschabt war, wie auch bei ihm, wie er wusste, unverkennbar ein Z63, in weiblicher Ausf\u00fchrung. \u201eSie w\u00fcnschen, mein Herr?\u201c, fragte sie in einer hellen, sanften, einer menschlichen zum Verwechseln \u00e4hnlicher Stimme. \u00dcblicherweise h\u00e4tte Willi so etwas in der Art von: \u201eGr\u00fc\u00df Gott, gn\u00e4dige Frau, ich w\u00fcrde etwas Seife ben\u00f6tigen\u201c von sich gegeben, doch nun starrte er sie nur an und sagte: \u201eSeife.\u201c<\/p>\n<p>Woraufhin Susi lachte, nur mit Lauten nat\u00fcrlich. \u201eDu w\u00fcrdest mich doch jetzt sicherlich gerne zu dir nach Hause einladen, stimmt\u00b4s?\u201c, erwiderte sie und legte ihr rechtes Greifwerkzeug gegen Willis metallenen linken Oberarm. Auch sie verf\u00fcgte \u00fcber einen Gef\u00fchlerkennungs-Chip, ungew\u00f6hnlich eigentlich f\u00fcr einen Lagerhaltungsroboter, erkannte Willi, doch ihrer Aussage spitzte sich auf etwas \u00dcbles zu. \u201eIch kenne dich\u201c, f\u00fcgte Susi hinzu, \u201edu hei\u00dft Willi und wohnst in dem schmucken H\u00e4uschen der ehemaligen Fischers dort dr\u00fcben, seit vielen Jahren schon sehe ich dich kommen und gehen. Ich lebe hier in der Lagerhalle. Seit ich Denkteppiche kn\u00fcpfen kann, habe ich sie niemals verlassen. Fr\u00fcher wollte ich immer nur raus, doch jetzt will ich und kann ich es nicht mehr.\u201c Sie konnte durch stromdurchflossene Leiter sogar eigene Empfindungen konstruieren, und eben darum war sie entt\u00e4uscht und in weiterer Folge abgestumpft.<br \/>\nWilli verstand dies, und auch das: Er war zu sp\u00e4t. \u201eAlso keine Seife\u201c, fragte er. \u201eSeife doch\u201c, entgegnete sie, \u201eaber nicht mehr.\u201c Sie ging und kam zur\u00fcck mit vier St\u00fcck. \u201eDu hast nun alles, was wir hier noch hatten\u201c, sagte sie und umfasste seine flache mit ihrer Hand, wie Chrom gl\u00e4nzend beide. \u201eDas ist Roboterliebe\u201c, fuhr sie fort. \u201eZu mehr sind wir nicht gemacht.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Johannes Tosin<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie:\u00a0<a title=\"Que ser\u00e1, ser\u00e1?\" href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=3081\">\u00bfQu\u00e9 ser\u00e1, ser\u00e1?<\/a> | Inventarnummer: 17003<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Z63 war ein Haushaltsroboter, ein Importprodukt aus Japan im mittleren Preissegment. 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