{"id":5468,"date":"2016-11-20T15:10:49","date_gmt":"2016-11-20T15:10:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=5468"},"modified":"2016-11-22T08:55:33","modified_gmt":"2016-11-22T08:55:33","slug":"biological-solutions","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=5468","title":{"rendered":"Biological Solutions"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts5468&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts5468&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p>Als ich noch ein Mensch war, war ich nicht frei. Jetzt, als Gehirn in einer N\u00e4hrl\u00f6sung schwimmend, bin ich es. Der K\u00f6rper war eine Fessel, die ich abgestreift habe. Ich war Matt Brunner, offiziell starb ich und wurde unter diesem Namen beerdigt. Matt Brunner steht auf dem Namensschild des Glasquaders, der mich beherbergt, den wichtigsten Teil von mir. Ich denke, und ich kombiniere, und ich erinnere mich, also bin ich am Leben. So sehe ich es. Daher bin ich Matt Brunner, immer noch.<\/p>\n<p>Ich verunfallte mit dem Auto. Es war im Herbst. Die vom Nebel feuchten zu Boden gefallenen Bl\u00e4tter waren ein glitschiger Belag auf der Stra\u00dfe. Es war dunkel, ich achtete nur auf das, was vor mir war. Da kam ein Auto auf mich zu. Das Licht seiner Scheinwerfer war hell, es kam rasch n\u00e4her, die Stra\u00dfe war schmal. Ich wollte mein Auto zum Stehen bringen und auf der \u00e4u\u00dferst rechten Seite warten, bis das entgegenkommende Auto vorbei w\u00e4re, also bremste ich, automatisch. Das Auto rutschte weiter, das Heck brach aus, es drehte sich nach rechts. Es kam von der Stra\u00dfe ab und prallte frontal gegen einen Baum.<br \/>\nIn meinen letzten Minuten sah ich noch den Fahrer des anderen Autos, der es stehen gelassen hatte, auf mich zulaufen, die Fahrert\u00fcr \u00f6ffnen. Er sprach mit mir, aber ich h\u00f6rte nicht mehr. Mein Brustkorb war eingedr\u00fcckt, Arterien waren gerissen, das Herz schlug nicht mehr, meine Lunge war zusammengefallen, die Beine gebrochen, die Arme blutend und gekr\u00fcmmt. H\u00e4tte ich doch lieber ein wenig mehr ausgegeben und mir einen Volvo gekauft, dachte ich in den Sekunden nach dem Aufprall, zwischen hier und dort, im Sterben. Nur mein Gesicht, mein Kopf war g\u00e4nzlich unverletzt.<\/p>\n<p>Um mich wurde es schwarz. Da war kein helles Licht, da war kein Tunnel, da war gar nichts. Und dieses Nichts zeigte sich durch Schw\u00e4rze. Pl\u00f6tzlich sah ich wieder. Ich sah mein zerst\u00f6rtes Auto, ich sah den Fahrer des Autos, der mir entgegengekommen war, das Auto stand auf der Gegenfahrbahn, ich sah einen Arzt und einen Sanit\u00e4ter, ich sah den Rettungswagen, nein, es war kein richtiger Rettungswagen, er war nicht wei\u00df, sondern orange, und statt dem roten Kreuz war da ein blaues Kreuz in einem blauen Kreis, und ich sah mich selbst \u2013 meinen kopflosen Torso, denn mein Kopf befand sich in einer Tasche mit einer Fl\u00fcssigkeit. Die Tasche war transparent, und meine Augen erf\u00fcllten noch ihre Funktion.<br \/>\nMan brachte das, worauf ich nun reduziert war, zu einer Firma, die sowohl \u00fcber Krankenhausr\u00e4ume, vor allem Operationss\u00e4le, als auch \u00fcber Laborr\u00e4ume verf\u00fcgte. Die Firma hei\u00dft \u201eBiological Solutions\u201c. Dort nahmen sie mein Gehirn aus dem Kopf und legten es in ein Reagenzgef\u00e4\u00df, wo es in k\u00fcnstlichem Blut schwebte und bis heute schwebt. Warum sie nicht meinen ganzen Kopf einlegten? Ich wei\u00df nicht, vielleicht ist es medizinisch nicht m\u00f6glich, oder es erschien ihnen als gruselig.<\/p>\n<p>Mein K\u00f6rper schied dahin, mein Geist war noch am Leben, k\u00f6nnte man vereinfacht sagen, au\u00dfer Acht lassend, dass das Gehirn auch ein Teil des K\u00f6rpers ist.<br \/>\nIch war nun aller Sinne beraubt. Das Einzige, was ich konnte, war denken. Ich vermutete, dass ich tr\u00e4umte. Es war ein Traum, der kein Ende nahm. Dann mischten sich Bilder von dem Unfall hinein. Sie wirkten real, weil ich mich an Schmerz erinnerte. Dieser Unfall schien sich wirklich ereignet zu haben, und ich wurde schwer bei ihm verletzt. Demnach w\u00e4re es wahrscheinlich gewesen, dass ich jetzt im Koma l\u00e4ge, meinte ich, oder dass ich locked-in sei. Welche andere Erkl\u00e4rung h\u00e4tte es denn gegeben, wenn nichts in mich eindr\u00e4nge, und ich mich nicht \u00e4u\u00dfern konnte? Wer zieht denn in Erw\u00e4gung, dass er nur noch ein Gehirn ist?<\/p>\n<p>Jedenfalls war es jetzt so, dass ich keine Aufgaben mehr erf\u00fcllen musste. Wer krank ist, braucht nicht zur Arbeit zu gehen. Die Abl\u00e4ufe funktionieren auch ohne ihn \u2013 vielleicht anfangs auch nicht, weil man sich zu sehr auf ihn verlassen hat, aber mit der Zeit findet man neue Wege, baut andere Zahnr\u00e4der statt seinem ein, und das Uhrwerk l\u00e4uft wieder. Was hatte ich mich doch immer abgestrampelt!, Arbeit, Frau und zwei Kinder und zudem, nicht zu vergessen, das Haus, bei dem st\u00e4ndig Reparaturen anstanden, die ich entweder selbst erledigen konnte, was mir Zeit und M\u00fche abverlangte, oder Fachleute rufen musste, was Geld kostete und oft genug auch \u00c4rger nach sich zog, weil sie schlampig arbeiteten. Stets war ich besch\u00e4ftigt, und stets war ich bem\u00fcht gewesen, aber so gut wie nie kam ein \u201eDas hast du aber gut gemacht\u201c, auch nur ein \u201eDanke\u201c war selten. Am ehesten h\u00e4tte noch der Kater etwas Derartiges gesagt, nachdem ich ihm besonders feines Fressen gegeben h\u00e4tte, aber er kann ja nicht reden.<\/p>\n<p>Alles hatte ich als junger Mann getan, um Abwechslung zu haben, einige Zeit lang jeden Jahreswechsel in einem anderen Land gefeiert, neue Jobs in unterschiedlichen T\u00e4tigkeitsbereichen angenommen, dabei oft umgezogen, neue Bekanntschaften geschlossen und gelernt, st\u00e4ndig dazugelernt.<br \/>\nNun war ich f\u00fcr einen Jobwechsel eher zu alt, mit meiner Frau war ich finanziell und emotional engmaschig verkn\u00fcpft, f\u00fcr die Kinder war ich der zweite, notwendige Elternteil. Ich war eine lebende Brieftasche geworden, Mr. Alltag.<br \/>\nDas war jetzt schwarzseherisch, die hellsichtige Perspektive war die, dass ich meine Frau und die Kinder liebe, an dem Haus Freude habe, und meine Arbeit \u2013 nein, ich machte sie nicht besonders gerne, weil ich sie schon zu genau kannte, aber sie war recht gut bezahlt.<\/p>\n<p>Aus all dem war ich herausgefallen. Es f\u00fchlte sich sehr ungewohnt und seltsam an. Wie? Nun ja, da ich nichts konnte, hatte ich keine Verpflichtungen mehr und war somit v\u00f6llig frei. Allerdings nach einer Art der Freiheit wie die einer in der Luft schwebenden Kugel, die sich in jede Richtung bewegen kann, es aber nicht vermag.<br \/>\nDenken ist masselos, also ist es nicht der Schwerkraft unterworfen. Denken war meine einzige Besch\u00e4ftigung. Ich konnte auch die Ergebnisse nicht ausdr\u00fccken. Nat\u00fcrlich ging ich auch durch mein altes Leben, \u00fcberlegte, wie ich es h\u00e4tte besser machen k\u00f6nnen oder reagierte im Geist anders, wodurch mein Weg ein anderer geworden w\u00e4re. Das war dann doch qu\u00e4lend und wurde mit Fortdauer zwanghaft. Ich schaffte es, das zu verringern. Es abzustellen war nicht m\u00f6glich, aber ich kam damit klar, es kleinzuhalten.<\/p>\n<p>Wo ich gelandet war, war das Nirgendwo. Ich begann, mir Landschaften auszudenken, in denen ich mich bewegte, Frauen, die an meiner Seite waren, ich spielte in Gedanken mit meinen Kindern, die ich erst erschaffen hatte. Mir standen alle M\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung. Mochte ich eine Person pl\u00f6tzlich nicht mehr, war sie weg.<br \/>\nKlingt das anma\u00dfend? Ich war der Gott in meinem eigenen Universum. Auch wenn es das nicht tut, ist die Aussage nicht ganz schl\u00fcssig, denn Gott erschuf tats\u00e4chlich \u2013 falls man an ihn glaubt, ich aber nur mit Gedankenm\u00f6rtel und Gedankenband.<br \/>\nIch war das Kind mit Schaufel, K\u00fcbel und Rechen, das eine Unmenge an Geistessand zur Verf\u00fcgung hatte und damit baute, was immer es wollte. Mutter, Vater und Geschwisterchen waren jenseits meiner Sicht, niemand beaufsichtigte mich, ich spielte dort am Ufer des stillen Sees.<\/p>\n<p>Und dann passierte es.<br \/>\nIch sah ein Gehirn in einem Reagenzgef\u00e4\u00df, das in einem Laborraum stand. In einer Seitenwand des Gef\u00e4\u00dfes war ein Loch, durch das zwei Kabel gezogen waren, die an das Gehirn angeschlossen waren. Dadurch, dass eine Biene flog, erkannte ich, dass es ein Video war. An der Unterseite der bewegten Bilder war ein Insert: \u201eDies ist das Gehirn von Matt Brunner, der am 3. November 2017 starb. Sein Gehirn hingegen ist lebensf\u00e4hig und wird hier aufbewahrt.\u201c Auch stand mein Name auf einem Schildchen, das an dem Reagenzgef\u00e4\u00df befestigt war.<br \/>\nDas waren meine k\u00fcnstlichen Augen, zwei Kameras f\u00fcr r\u00e4umliches Sehen, die optische Signale zu meinem Gehirn transportierten, in diesem Fall \u00fcber Kabel, die sozusagen als Sehnerven fungierten, es w\u00e4re aber auch \u00fcber Funk m\u00f6glich gewesen, wobei meine k\u00fcnstliche Augen an jedem beliebigen Ort positioniert gewesen sein k\u00f6nnten. Die Leistung bestand darin, dass mein Gehirn diese Signale in Bilder umwandelte. Daf\u00fcr musste \u201eBiological Solutions\u201c an meinem Gehirn herumexperimentiert haben.<br \/>\nDas war die Lage, in der ich mich befand. K\u00f6rperlos. Schock war es keiner, dazu war zu viel Zeit vergangen, aber ein angenehmes Gef\u00fchl war es auch nicht. Ich hatte ja gar nicht gewusst, dass es m\u00f6glich ist, ein Gehirn alleine am Leben zu halten. Jetzt wusste ich es.<\/p>\n<p>Ich bin nun am Anfang meiner Erz\u00e4hlung. Jetzt geht es weiter. Sofort nachdem ich mich selbst und die roten Kabel sah, d\u00e4mmerte mir: Die wollen doch etwas von mir! Wie weit ist der Weg von der Freiheit bis zur Sklaverei?<br \/>\nSie hatten mir eine Digitaluhr mit Datumsanzeige in mein Blickfeld gestellt. Es war 11:37 am 7. Februar 2018. Mein zeitloser Zustand war damit zu Ende.<br \/>\nMeine k\u00fcnstlichen Augen hatten Lider. Das war eine wichtige Funktion, ich konnte mich somit von der Wirklichkeit zur\u00fcckziehen. Ich machte h\u00e4ufig davon Gebrauch. Forscher, die in wei\u00dfen M\u00e4nteln umhergingen und sich an Apparaten zu schaffen machten, das war es, was geschah. Manchmal winkten sie mir zu. Ich kam mir vor wie ein Idiot.<\/p>\n<p>Eines Vormittags schlug ich die Augen auf, das hei\u00dft, ich klappte die metallenen Lider hoch, da h\u00f6rte ich. Ich h\u00f6rte Schritte, ich h\u00f6rte, wie hantiert wurde, ich h\u00f6rte Stimmen \u2013 die der Forscher. Was ich sah lief synchron mit dem, was ich h\u00f6rte. Und was ich sonst noch sah, waren zwei weitere Kabel, diesmal blaue, die von zwei ohrmuschel\u00e4hnlich geformten Mikrophonen \u00fcber eine \u00d6ffnung auf der anderen Seite des Reagenzgef\u00e4\u00dfes wie bei den Augen-Kabeln in mein Gehirn ragten. Akustische Impulse, k\u00fcnstliche Ohren, und die F\u00e4higkeit meines Gehirns, h\u00f6ren zu k\u00f6nnen, worin das Know-how von \u201eBiological Solutions\u201c gesteckt haben musste. Die k\u00fcnstlichen Ohren konnte ich nicht mehr nach Belieben verschlie\u00dfen, leider nicht.<br \/>\nMein Leben wurde nun naturgem\u00e4\u00df sehr viel stressbehafteter. Ich war wieder Reizen ausgesetzt. Sie hatten inzwischen meine k\u00fcnstlichen Augen auf Kalottenlagern befestigt. H\u00f6rte ich ein Ger\u00e4usch, konnte ich ihm mit meinen Augen folgen. Ich kam wieder zur\u00fcck. Ich bewegte mich von innen nach au\u00dfen. Ruhig war es jetzt nur noch, wenn nachts im Labor nicht gearbeitet wurde, dann war das k\u00fcnstliche Licht gel\u00f6scht, und es war relativ still \u2013 wobei die relative Stille immer noch laut gegen\u00fcber der v\u00f6lligen ist. Aber auch wenn ich es gewollt h\u00e4tte, ich konnte nicht beeinflussen, was sie mit mir taten.<br \/>\nIch ahnte schon, was als N\u00e4chstes kommen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Ein Forscher redete mit mir. Er zeigte mir Musterfarben aus einem Katalog. Er bl\u00e4tterte ihn vor mir durch und assoziierte die Farben mit eigenen Erlebnissen. \u201eIn diesem Blau waren die Augen meiner Freundin in der 8. Klasse.\u201c Die letzte Farbe war Schwarz. Da fragte mich der Forscher: \u201eSagen Sie, Matt, was ist denn Ihre Lieblingsfarbe?\u201c Ich dachte nach und sagte: \u201eRosarot.\u201c Ich sagte es wirklich. Das Wort \u201eRosarot\u201c hallte durch den Laborraum.<br \/>\nDer Forscher plauderte weiter mit mir. Er erz\u00e4hlte, dass er f\u00fcnf Jahre auf Malta gewesen und dort sehr viel gesurft sei, einmal mit ein paar Freunden rund um die Hauptinsel, Delfine habe es dort gegeben, die ihn auf seinem Brett begleitet h\u00e4tten. Der Forscher wusste, dass ich auch gesurft war. Ich stellte Fragen, in ganzen S\u00e4tzen, schlie\u00dflich erz\u00e4hlte ich auch.<br \/>\nUnd ich lauschte meiner k\u00fcnstlichen Stimme. Sie war meiner eigenen nachempfunden \u2013 sie hatten wohl \u00fcber Tonaufzeichnungen von ihr verf\u00fcgt. Sie schwang weniger, doch sonst war sie ihr wirklich \u00e4hnlich.<br \/>\nDa ich nun kommunikationsbereit war, wurde von mir auch verlangt, dass ich Gespr\u00e4che f\u00fchrte. Immer wieder fragten mich Forscher etwas, Nebens\u00e4chlichkeiten fast immer, und ich antwortete ihnen.<\/p>\n<p>Die Sinne des Riechens und Schmeckens stellten sie nicht wieder her. Die Ger\u00fcche im Labor waren wahrscheinlich eher unangenehm, und zu essen brauchte ich nicht mehr.<br \/>\nUm das F\u00fchlen zu simulieren, stellten sie einen Drucksensor auf. Dessen Kabel zu meinem Gehirn, zu mir, war gelb. Wenn jemand ihn ber\u00fchrte, sp\u00fcrte ich das. Dann war das, als ob ich ber\u00fchrt wurde, ich wusste aber nicht wo, das war nicht definiert. Ich teilte das einem Forscher mit, und der sagte: \u201eOkay, wir werden es so einstellen, dass es die Innenfl\u00e4che Ihrer rechten Hand ist.\u201c Und das taten sie dann auch. Ich sp\u00fcrte \u00fcber meine rechte Phantomhand.<br \/>\nEine Pistolenkugel, die einmal abgefeuert wurde, kann man so leicht nicht stoppen. Ich war diese Kugel. Ich war unterwegs.<\/p>\n<p>So stehen schlie\u00dflich meine Frau und die Kinder vor mir. Schlimm genug, dass meine Frau \u201eDaphne\u201c hei\u00dft, die Buben hei\u00dfen auch noch \u201eMax\u201c und \u201eMoritz\u201c, klingt nach Lehrer L\u00e4mpel oder nach Vollkornweckerln \u2013 was mag uns da wohl eingefallen sein? Aber nat\u00fcrlich sind das Oberfl\u00e4chlichkeiten, sie sind die Menschen, die mir am meisten wert sind, und sie sind jetzt hier. Ich blinzle heftig. Meine Frau erz\u00e4hlt, dass sie ganz gut klargekommen sei. \u201eHallo Papa, wie geht\u00b4s dir?\u201c, fragt mich Max und \u201eIst dir nicht langweilig, Papa?\u201c, Moritz, der J\u00fcngere.<br \/>\n\u201eDu hast tolle Fortschritte gemacht\u201c, sagt Daphne nun. \u201eDr. Feldmann ist sehr zufrieden mit dir.\u201c Dr. Feldmann?, denke ich, ich kenne den gar nicht. \u201eEr sagt\u201c, f\u00e4hrt Daphne fort, \u201edass wir dich bald nach Hause nehmen k\u00f6nnen. Er hat einen k\u00fcnstlichen K\u00f6rper f\u00fcr dich konstruiert.\u201c<\/p>\n<p>Jetzt wei\u00df ich, was es ist, woran die Forscher in letzter Zeit so emsig arbeiteten, dieses Gestell aus Magnesium und Kunststoff: Es ist mein k\u00fcnstlicher K\u00f6rper.<br \/>\nIch werde zu einem Cyborg.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Johannes Tosin<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie: <span style=\"color: #333333;\"><a style=\"color: #333333;\" title=\"Que ser\u00e1, ser\u00e1?\" href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=5450\">Perfidee<\/a><\/span> |Inventarnummer: 16164<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich noch ein Mensch war, war ich nicht frei. Jetzt, als Gehirn in einer N\u00e4hrl\u00f6sung schwimmend, bin ich es. Der K\u00f6rper war eine Fessel, die ich abgestreift habe. Ich war Matt Brunner, offiziell starb ich und wurde unter diesem Namen beerdigt. 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