{"id":4581,"date":"2016-06-07T18:32:39","date_gmt":"2016-06-07T18:32:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=4581"},"modified":"2016-06-14T06:04:57","modified_gmt":"2016-06-14T06:04:57","slug":"life-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=4581","title":{"rendered":"Life, Teil 2"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts4581&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts4581&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p><em>(inspired by The Walking Dead)<\/em><\/p>\n<p>Seit dem Vorfall am Indoor-Pool waren einige Wochen vergangen. Die Gruppe hatte zwischenzeitlich in einem Gef\u00e4ngnis eine sichere Unterkunft gefunden. Sie hatten sich h\u00e4uslich eingerichtet, sogar Gem\u00fcse gepflanzt. Die Gemeinschaft wuchs, und Routine gewann langsam die Oberhand.<br \/>\nSara und Daryl waren sich n\u00e4hergekommen. Nicht k\u00f6rperlich, auch wenn die Anziehung von beiden wahrgenommen wurde. Sie gingen oft auf Versorgungstour, hielten Wache. Sprachen zusammen, schwiegen zusammen. Ihre Vertrautheit miteinander war weiter gewachsen.<\/p>\n<p>M\u00fcde von ihrer Nachtschicht stand Sara auf dem Posten am Wachturm. Die Bei\u00dfer waren \u00fcberschaubar, aber in den letzten Tagen hatten sich immer wieder \u00dcberlebende drau\u00dfen herumgetrieben, anscheinend um zu spionieren. Rick hatte den Chef der Gruppe kennengelernt, die Leute wirkten dubios und waren mit Vorsicht zu genie\u00dfen.<br \/>\nL\u00e4chelnd beobachtete Sara ein Vogelp\u00e4rchen, das im Einklang \u00fcber die W\u00e4lder flog. Die Sonne war gerade im Begriff, \u00fcber den weit entfernten Berggipfeln aufzugehen. \u201eWarum l\u00e4chelst du?\u201c, fragte eine Stimme hinter ihr. Sara erschrak nicht. Nicht bei seiner Stimme. Sie breitete die Arme aus. \u201eSieh dich um. Es ist wundersch\u00f6n. Sch\u00f6ne Dinge machen mir Freude. Also l\u00e4chle ich. Ganz einfach\u201c, erkl\u00e4rte Sara ihren Gem\u00fctszustand.<\/p>\n<p>Ganz einfach. Daryl sah sich um. F\u00fcr ihn war es ein Morgen wie jeder andere. Er war fasziniert von Saras Gabe, ihrer Umwelt mit einer so positiven Einstellung zu begegnen.<br \/>\nDaryl ging zu Sara und stellte sich neben sie. Seine Brust ber\u00fchrte leicht ihren Arm, den sie noch immer ausgestreckt hatte. Der Duft ihrer Haut und der frisch gewaschenen Haare stieg in seine Nase. Sie hatten einfache Kernseife in den Waschr\u00e4umen des Gef\u00e4ngnisses gefunden, aber in Verbindung mit ihrer Haut machte ihn der Geruch seltsam unruhig.<br \/>\nSara sp\u00fcrte das k\u00fchle Leder seiner Weste an ihrem Arm, als er neben sie trat. Es war vertraut, das Leder, die W\u00e4rme, die sein K\u00f6rper ausstrahlte. Langsam senkte sie ihre Arme und hielt sich am Gel\u00e4nder fest. Dann sah sie ihn von der Seite an.<br \/>\nEr schien zu versuchen, dasselbe in der Umgebung zu entdecken, das sie sehen konnte. Seine Augen waren zusammengekniffen und seine Stirn lag in Falten. Sie musste schmunzeln. \u201eIst schon o. k., wenn du das nicht siehst. Daf\u00fcr hast du ja mich\u201c, meinte sie grinsend und rempelte ihn sanft mit ihrer Schulter an. Daryl verzog einen Mundwinkel nach oben. Er war kein Mann gro\u00dfer Worte. Umso mehr registrierte Sara die Art seiner nonverbalen Kommunikation. Er musste nichts sagen, damit sie ihn verstand.<br \/>\nEr blickte auf ihre Hand, die am Gel\u00e4nder lag, und bevor er wusste warum, lag seine Hand auf ihrer und hielt sie fest. \u201eDaf\u00fcr hab ich dich\u201c, wiederholte er leise. Sara. Sie wusste, was in ihm vorging, bevor es ihm selbst klar war. Sie konnte ihm ansehen, wie es ihm erging. Er teilte sich durch seine Mimik, seine Gestik mit, nicht durch Worte.<\/p>\n<p>Sara hatte Daryl nicht mehr auf den Vorfall am Pool angesprochen. Daryl war wie ein verschrecktes Waldtier, wenn es um Gef\u00fchle ging. Umso \u00fcberraschter war sie von dieser Aktion. Vielleicht war die Zeit jetzt reif, dar\u00fcber zu reden. Sie genoss seine Ber\u00fchrung, fest und z\u00e4rtlich zugleich.<br \/>\nFragend sah sie ihn an. \u201eDu wirkst angespannt. Was ist los?\u201c, fragte sie leise. \u201eNichts\u201c, entgegnete er schnell. Er nahm seine Hand von ihrer, r\u00e4usperte sich und ging einen Schritt zur\u00fcck. Sie hatte Recht, wieder einmal. Er konnte aber nicht in Worte fassen, warum.<br \/>\n\u201eDaryl\u201c, sagte sie mit ihrer ruhigen Stimme. Sie stellte sich vor ihn und tippte mit ihrem Zeigefinger auf seine Brust. Sie sp\u00fcrte, dass er weiter zur\u00fcckgehen wollte, aber sie zog ihn sanft an seiner Lederweste zu sich. \u201eSieh mich an\u201c, fl\u00fcsterte sie. Sie suchte Augenkontakt. \u201eIch sage dir jetzt was. Wirst du zuh\u00f6ren?\u201c, fragte sie leise und l\u00e4chelte ein bisschen als sich ihre Blicke fanden.<br \/>\nWie ein Schuljunge verlagerte Daryl sein Gewicht von einem Bein auf das andere. Sein Herz schien in seinen Hals gerutscht zu sein, in seinen Ohren h\u00f6rte er sein Blut rauschen. Er war zerrissen: wollte weg, wollte bleiben. Schlie\u00dflich atmete er tief durch und nickte leicht.<\/p>\n<p>\u201eIch muss oft daran denken, dass du mich gerettet hast, Daryl. Und ich wei\u00df, dass du auch daran denkst. Und daran, was fast passiert w\u00e4re\u201c, sagte Sara und lie\u00df von seiner Weste ab. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass es so schwer werden w\u00fcrde, sich zu \u00fcberwinden und das Thema anzusprechen.<br \/>\nDaryl merkte, dass sie der Mut verlie\u00df. Die Arme verschr\u00e4nkt, den Blick gesenkt. Pl\u00f6tzlich war sie wieder in ihrer alten Rolle gefangen. Klein, unscheinbar, introvertiert. Aber das war sie nicht mehr. Sie wusste es nur nicht, weil keiner da war, der es ihr sagte. \u201eHey\u201c, sagte er leise und hob ihr Kinn sanft an, damit sie ihn wieder ansehen musste. \u201eRede weiter. Bitte\u201c, entgegnete er und hob kurz die Augenbrauen, um sie so aufzufordern, weiterzusprechen.<br \/>\nSara l\u00e4chelte ihn an. \u201eDeine harte Schale hat Br\u00fcche bekommen. Das irritiert dich. Weil ich die Br\u00fcche sehen kann. Lass es zu, Daryl, ich werde dir nichts tun. Dazu mag ich dich viel zu sehr.\u201c Ihre Stimme wurde immer leiser.<br \/>\n\u201eHmm\u201c, brummte Daryl und kam einen Schritt n\u00e4her auf sie zu. Ihre Gesichter waren sich fast so nahe wie damals. Wieder wehte ihm eine Brise ihres Duftes in die Nase, die eine G\u00e4nsehaut bei ihm entfachte.<br \/>\n\u201eIch glaube dir. Glaubst du mir, wenn ich dir sage, dass du st\u00e4rker und mutiger bist, als du denkst? Du hast deinen Bruder, Freunde und auch kurz einmal deinen Lebensmut verloren, und bist doch hier. St\u00e4rker als zuvor\u201c, entgegnete Daryl.<\/p>\n<p>Sara sah ihn \u00fcberrascht an. Mit diesen Worten hatte sie nicht gerechnet. Sie \u00f6ffnete ihre verschr\u00e4nkten Arme und strich mit einer Hand vorsichtig eine Haarstr\u00e4hne aus Daryls Gesicht. Bei ihrer Ber\u00fchrung zuckte Daryl zusammen. Wenn er sie schon aufforderte, mutig zu sein, durfte er jetzt auch keinen R\u00fcckzieher bei ihr machen.<br \/>\n\u201eDas glaubst du also, ja?\u201c, fragte Sara nach. \u201eDas wei\u00df ich\u201c, korrigierte Daryl sie. Sara stockte der Atem. Beide warteten darauf, was der andere als N\u00e4chstes tun w\u00fcrde. \u201eWorauf wartest du?\u201c, fragte Daryl mit heiserer Stimme. \u201eGute Frage\u201c, murmelte Sara. Gerade als sie ihren Kopf anhob, um ihn zu k\u00fcssen, hallte ein Schuss durch die morgendliche Stille. Im n\u00e4chsten Augenblick f\u00fchlte Sara einen heftigen Schmerz an ihrem Kinn.<\/p>\n<p>Sie sackte zusammen und fiel auf die Knie. Verst\u00f6rt griff sie an ihr Kinn und betrachtete ihre Hand, die sofort von einem roten Blutfilm \u00fcberzogen war. Sie h\u00f6rte nichts mehr, sah nur noch das Blut und sp\u00fcrte ihren Puls, der mit jedem weiteren Schlag noch mehr Blut aus der Wunde presste.<br \/>\nWimmernd fiel sie zur Seite und registrierte Daryl, der sie auffing und ein St\u00fcck Stoff gegen ihr Kinn dr\u00fcckte. Er nahm ihre Hand und f\u00fchrte sie an ihre Wunde. Sie sah, dass er mit ihr sprach, aber sie verstand ihn nicht. In seinem Gesichtsausdruck erkannte sie Panik und Wut.<br \/>\nSie griff nach dem Stoff, der bereits feucht vom Blut war und dr\u00fcckte ihn selbst gegen die Wunde. Sara beobachtete Daryl, wie er ins Innere des Wachturms kroch und den anderen \u00fcber Walkie-Talkie Bescheid gab. Er lie\u00df sie nicht aus den Augen und griff nach dem Maschinengewehr, das am Boden lag.<br \/>\nDaryl deutete ihr mit der Hand, dass sie ruhig liegen bleiben sollte. Wie in Zeitlupe beobachtete sie Daryl, der in die Richtung zur\u00fcckschoss, aus der der Schuss gekommen war. Sara lehnte sich gegen die betonierte Br\u00fcstung, eine Hand gegen ihre Wunde dr\u00fcckend. Der Schmerz war nicht mehr so intensiv, auch das Pulsieren war schw\u00e4cher geworden. Sara wusste aber nicht, ob die Blutung nachgelassen oder ob sie schon zu viel Blut verloren hatte. Die Haut an der Unterseite ihres Kinns spannte. Sie wurde m\u00fcde und schloss die Augen.<\/p>\n<p>Daryl sah, dass ein paar M\u00e4nner am Boden unterwegs waren, um die Angreifer zu verfolgen. Es konnten nicht viele sein. Es war nur der eine gezielte Schuss gewesen, nicht mehr. Er warf das Maschinengewehr zur\u00fcck auf den Boden und lief zu Sara. Sie war blass, die Hand, die auf ihre Wunde dr\u00fcckte, zitterte.<br \/>\nSie war so weit gekommen. Sie durfte jetzt nicht sterben. Nicht jetzt. \u201eMach die Augen auf, Sara. Bleib bei mir. Komm schon\u201c, versuchte Daryl ruhig zu sagen. Er erschrak \u00fcber die Panik in seiner Stimme, als er sich selbst h\u00f6rte.<br \/>\nMit flatternden Lidern \u00f6ffnete Sara wieder die Augen. \u201eIch bin da. Ich bin da\u201c, murmelte sie und r\u00e4usperte sich. Es tat weh, und ihr schmerzverzerrtes Gesicht trieb Daryl ein Messer in die Brust. Er konnte nicht absch\u00e4tzen, wie schwer sie verletzt war. Der ganze Bereich rund um Sara war blutverschmiert, aber sie war ansprechbar. Ein gutes Zeichen.<br \/>\n\u201eDu musst zu Hershel\u201c, sagte Daryl und griff unter ihre Schultern und ihre Knie, um sie hochzuheben. \u201eNein. Ich kann selbst gehen\u201c, sagte Sara bestimmend und stemmte ihre Hand gegen seine Brust. Er st\u00fctzte sie beim Aufstehen und schob sie behutsam Richtung Stiegenabgang.<\/p>\n<p>Sara sah ihn an und erschrak. \u201eBist du auch verletzt?\u201c, murmelte sie \u00e4ngstlich, denn sie hatte Blutspritzer in seinem Gesicht entdeckt. Vorsichtig wischte sie einen Tropfen auf seiner Wange weg, nur um mit ihren blutverschmierten Fingern noch mehr Blut auf seinem Gesicht zu verteilen. \u201eOh. Sorry\u201c, sagte sie langsam. \u201eDas ist meins.\u201c<br \/>\nDaryl umschlang ihre Taille und stieg vorsichtig die Stufen mit ihr hinunter. \u201eMir geht&#8217;s gut. Und dich kriegen wir auch wieder hin\u201c, sagte Daryl. Glenn kam ihnen entgegen und \u00fcbernahm die weitere Wache am Wachturm, w\u00e4hrend Daryl sich beeilte, Sara zu Hershel zu bringen.<br \/>\nAdrenalin schien durch ihren K\u00f6rper zu schie\u00dfen, denn die M\u00fcdigkeit lie\u00df wieder nach, und Sara merkte, dass ihre Gedanken klarer und ihr Kreislauf kr\u00e4ftiger wurden. Einen Arm hatte sie um Daryls Schultern gelegt, mit der zweiten hielt sie nach wie vor den Stofffetzen wie einen Druckverband auf die Wunde.<\/p>\n<p>Vorsichtig setzte Daryl Sara auf ihrem Bett in ihrer Zelle ab. Hershel war ihnen gefolgt. \u201eSie hat Blut verloren. Ich wei\u00df aber nicht wie viel\u201c, erkl\u00e4rte Daryl, als er Hershel Platz machte, damit er sich um Sara k\u00fcmmern konnte. Sara lie\u00df ihre Arme sinken und atmete tief durch. Bei Hershel war sie in guten H\u00e4nden. Auch seine Tochter Maggie war da, um ihn dabei zu unterst\u00fctzen.<br \/>\nDaryl sah zu, wie Maggie anfing, die Wunde zu s\u00e4ubern. Jedes Mal, wenn sie an der Verletzung ankam, sah er Sara die Schmerzen an. Anfangs zuckte ihr ganzer K\u00f6rper, nach und nach reduzierte sich die Reaktion auf ein Zusammenkneifen der Augen oder ein R\u00fcmpfen der Nase. Sie weinte ohne zu schluchzen, und ihre Tr\u00e4nen vermischten sich mit dem Blut auf ihrem Gesicht, bis sie von Maggie mit Wasser und einem sauberen Tuch abgewaschen wurden.<\/p>\n<p>Die Schmerzen wurden mit jeder Ber\u00fchrung ertr\u00e4glicher. Sara suchte den Augenkontakt mit Daryl, der in der T\u00fcr stand. Als Daryl ihren Blick bemerkte, erwiderte er ihn und nickte ihr aufmunternd zu. Sie w\u00fcnschte sich, dass er sich neben sie setzte und bei ihr blieb. Aber das konnte sie nicht von ihm verlangen. Nicht vor den anderen. Noch nicht.<br \/>\n\u201eEs sieht schlimmer aus als es ist. Die Wunde blutet zwar stark, ist aber nicht tief. Ein Streifschuss. Ein paar Zentimeter weiter oben und dein Kiefer w\u00e4re zertr\u00fcmmert. Du hattest Gl\u00fcck\u201c, erkl\u00e4rte Hershel ruhig und l\u00e4chelte Sara an.<br \/>\nDaryl fuhr sich mit beiden H\u00e4nden durch die Haare. Er war erleichtert. Er seufzte unbewusst laut auf, sodass sich Hershel und Maggie kurz zu ihm umdrehten. \u201eBist du verletzt?\u201c, fragte Maggie und war im Begriff aufzustehen, doch Sara hielt sie am Arm zur\u00fcck. \u201eIhm geht&#8217;s gut. Das ist alles mein Blut, er stand direkt neben mir, als der Schuss fiel\u201c, erkl\u00e4rte Sara ersch\u00f6pft und machte eine kaum merkbare Kopfbewegung in Richtung T\u00fcr. \u201eGenau. Ich wasch das mal ab\u201c, brummte Daryl verst\u00f6rt und ging aus der Zelle.<\/p>\n<p>Zielstrebig marschierte er in die Waschr\u00e4ume, doch anstatt das Blut abzuwaschen, setzte er sich auf den Boden neben dem Waschbecken und starrte auf seine H\u00e4nde. Auch sie waren blutrot. Das Gef\u00fchl, Sara zu verlieren, hatte in ihm Chaos erzeugt. Noch viel mehr als damals, als er sie aus dem Pool gezogen hatte.<br \/>\nDieses Chaos irritierte ihn. Sara irritierte ihn. Aber er konnte seine Gedanken an sie nicht abschalten. Gedanken und Gef\u00fchle, die ihn verunsicherten. Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als jemand kurz gegen seine Stiefelspitzen trat. Es war Rick, der vor ihm stand.<br \/>\n\u201eAlles o. k.? Wie geht&#8217;s Sara?\u201c, fragte er nach. Daryl sprang auf und drehte den Wasserhahn auf, um sich die H\u00e4nde zu waschen. Und um Rick nicht ansehen zu m\u00fcssen. \u201eJa. Streifschuss. Wird schon wieder. Habt ihr was gefunden?\u201c, antwortete er knapp.<br \/>\n\u201eEine Botschaft vorne bei den Autowracks. Sie werden wiederkommen. Und sie wollen das Gef\u00e4ngnis. Wir m\u00fcssen vorbereitet sein\u201c, erkl\u00e4rte Rick emotionslos. Dann klopfte er Daryl freundschaftlich auf die Schulter. \u201eGeh wieder zu ihr. Sie braucht dich. Und du brauchst sie\u201c, sagte Rick ruhig.<\/p>\n<p>\u00dcberrascht sah Daryl ihn im Fliesenspiegel an und wollte etwas erwidern, doch Rick hob abwehrend die Hand. \u201eVertrau mir, Daryl. Ihr zwei erg\u00e4nzt euch. Du musst es nur zulassen. Es ist sch\u00f6n, jemanden zu haben, der einen auch ohne Worte versteht.\u201c Seine Stimme klang seltsam wehm\u00fctig.<br \/>\nDaryl richtete sich auf und stellte das Wasser ab. \u00dcber den Spiegel sah er Rick an, der ihm m\u00fcde l\u00e4chelnd zuzwinkerte und ihn dann wieder allein lie\u00df. Es zulassen. Als ob das so einfach w\u00e4re. Er schlenderte langsam zu Saras Zelle zur\u00fcck. Sie sa\u00df mittlerweile alleine auf ihrem Bett, ihre Wunde war versorgt und verbunden.<br \/>\n\u201eHey, wie geht&#8217;s?\u201c, sagte er leise und wartete in der T\u00fcr. Sara l\u00e4chelte ihn an. \u201eHey. Geht schon wieder, danke\u201c, antwortete sie und deutete ihm, zu ihr zu kommen. Daryl z\u00f6gerte kurz, kam dann n\u00e4her und ging vor ihr in die Hocke. Er st\u00fctzte sich links und rechts von Sara an der Bettkante ab und sah sie pr\u00fcfend an. \u201eWas sagt Hershel?\u201c, fragte er nach. Sara rollte mit den Augen. \u201eEtwas blass um die Nase bin ich vielleicht noch, wegen dem Blutverlust. Ein paar Tage pausieren, dann kann ich wieder mit anpacken!\u201c<\/p>\n<p>Daryl nickte und sah sich unbeholfen in der Zelle um. Sara zupfte seine Lederweste zurecht und betrachtete ihn. Er war verunsichert. Es gab nicht oft Momente, in denen er so verletzlich wirkte. Er war sonst immer so stark. Sara nahm all ihren Mut zusammen. Sie beugte sich vor und nahm sein Gesicht in beide H\u00e4nde. \u201eWas zum\u2026?\u201c, zischte Daryl fast panisch, aber Sara legte ihre Daumen auf seine Lippen, und er verstummte.<br \/>\nEr sp\u00fcrte die W\u00e4rme, die von ihrem K\u00f6rper ausging. Sie schien seinen eigenen K\u00f6rper anzufachen, er hatte das Gef\u00fchl, innerlich zu verbrennen. Sara beobachtete, wie Daryls Gesicht rot anlief. Mit einem L\u00e4cheln lehnte sie sich vor zu seinem Ohr. \u201eIch bin nur mutig\u201c, fl\u00fcsterte sie, bevor sie es sanft k\u00fcsste. Langsam wanderte sie mit ihrem Mund \u00fcber seinen Kiefer vor bis zu seinem Mund.<br \/>\nVorsichtig kniete sich Daryl zwischen Saras Beine und wanderte mit seinen H\u00e4nden vorsichtig zu ihrer Taille. Er dr\u00fcckte sie n\u00e4her an sich und genoss ihre N\u00e4he, ihre sanften K\u00fcsse. \u201eSch\u00f6n, dass du auf mich h\u00f6rst\u201c, erwiderte Daryl mit rauer Stimme, bevor sich ihre Lippen das erste Mal ber\u00fchrten.<br \/>\nEr hatte es vergessen. Nicht mehr gewusst, wie es sich anf\u00fchlen konnte. Jemandem so nahe zu sein. Als sich ihre Zungen trafen, war es wie ein Stromschlag, der gleichzeitig durch beide K\u00f6rper fuhr. W\u00e4hrend ihre K\u00fcsse immer leidenschaftlicher wurden, schmiegte sich Sara an ihn und fuhr ihm durch die Haare, z\u00e4rtlich daran ziehend. Daryls H\u00e4nde wanderten unter ihr Shirt und streichelten ihre weiche Haut.<\/p>\n<p>Als sie sich wieder voneinander trennten, waren ihre Gesichter erhitzt und ihre Wangen ger\u00f6tet. Aber beide l\u00e4chelten. \u201eLangsam, S\u00fc\u00dfe. Du bist verletzt\u201c, sagte Daryl leise und fuhr mit seinem Handr\u00fccken \u00fcber ihren Verband.<br \/>\n\u201eIch bin auch auf Drogen. Hershel hat mir was gegen die Schmerzen gegeben. Also sp\u00fcre ich die Verletzung momentan nicht wirklich. Mir ist eher etwas schwindlig. Liegt wahrscheinlich am Blutmangel\u201c, grinste sie und zwinkerte Daryl zu. \u201eAlso haben jetzt nur die Drogen aus dir gesprochen, oder wie?\u201c, fragte er neckisch. Sara sah ihn liebevoll an und k\u00fcsste ihn kurz. \u201eDie haben mir nur geholfen, das zu tun, was ich schon l\u00e4ngst h\u00e4tte tun sollen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Petra Hechenberger<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie: <a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=3714\">fantastiques<\/a> | Inventarnummer: 16066<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(inspired by The Walking Dead) Seit dem Vorfall am Indoor-Pool waren einige Wochen vergangen. Die Gruppe hatte zwischenzeitlich in einem Gef\u00e4ngnis eine sichere Unterkunft gefunden. Sie hatten sich h\u00e4uslich eingerichtet, sogar Gem\u00fcse gepflanzt. 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