{"id":443,"date":"2013-11-29T07:59:54","date_gmt":"2013-11-29T07:59:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=443"},"modified":"2014-06-04T17:37:14","modified_gmt":"2014-06-04T17:37:14","slug":"kenntnisse-einer-ehebrecherin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=443","title":{"rendered":"Kenntnisse einer Ehebrecherin"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts443&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts443&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p>Ja, ich habe ihrem Wunsch entsprochen und mit ihrem Mann geschlafen, und ich tue es noch.<br \/>\nDie Frau hat eine \u00dcberzeugungskraft, die ihresgleichen sucht, ihre Geschichte erz\u00e4hlte sie mir g\u00e4nzlich unvermittelt, damit konnte ich wirklich nicht rechnen.<br \/>\nNach einer Kosmetikparty im Bekanntenkreis kam sie auf mich zu, ein Glas Rotwein in der Hand, und fragte mich, ob ich gerne Single sei.<br \/>\nEhrlicherweise \u2013 warum sollte ich l\u00fcgen &#8211; antwortete ich, dass ich in den letzten beiden Jahren keinerlei Bed\u00fcrfnis nach einer Beziehung gehabt h\u00e4tte, dass mir aber der Sex schon ein wenig fehle, denn der Schnelle-Nummer-Typ mit Unbekannten bin ich nun wirklich nicht, die wenigen Male, wo das gepasst hatte, waren auch schon wieder ein Weilchen her.<\/p>\n<p>Ein kurzes Strahlen \u00fcberzog ihr Gesicht. Meine Worte schienen sie ermuntert zu haben, denn sie erz\u00e4hlte mir von ihrem Leben, das wohl eher nicht zu den mit Zuckerguss \u00fcberzogenen geh\u00f6rt: wie sie und ihr Mann sich in einem Kinderdorf in der Steiermark kennen gelernt hatten, als Jugendliche, er seiner Verwandtschaft entzogen, die unf\u00e4hig war, sich um ihn zu k\u00fcmmern, und sie, der zu Familie und Geborgenheit nur \u201eabwesend\u201c einfiel. So fanden sie einander und gaben sich den Halt, den beide so dringend brauchten. Und hier stand sie nun, auf halber Strecke dieses gemeinsamen Weges: Mutter von drei Kindern, verheiratet mit diesem Jugendfreund, mit einer gro\u00dfen Bitte.<br \/>\nSie wolle nicht meine Freundin werden, das sei nicht n\u00f6tig. Und dann erkl\u00e4rte sie mir den Grund ihres \u00fcberraschenden Vorsto\u00dfes: Sie brauche dringend eine Frau, der sie vertrauen konnte und die ihr eine gro\u00dfe Belastung vom Hals schaffen w\u00fcrde. Ihre Ehe sei in Gefahr, weil sie den sexuellen Bed\u00fcrfnissen ihres Mannes nicht gerecht werden k\u00f6nne und wolle.<br \/>\nIch konnte es irgendwie nachvollziehen: Der Frust auf beiden Seiten stieg, sie f\u00fchlte sich zunehmend \u00fcberfordert. Dazu kam, dass sie f\u00fcrchtete, er w\u00fcrde in andere, noch \u00e4rgere Verhaltensmuster zur\u00fcckfallen, wenn sie nicht bald etwas unternahm. Sie konnte sich noch gut an seine Spielsucht-Phase erinnern, die sie damals fast in den Ruin getrieben hatte.<br \/>\nNun versuchte sie also dem, was sie Sexsucht nannte, beizukommen, und ich sollte ihr dabei helfen.<br \/>\nDer ungew\u00f6hnlichste Vorschlag, den ich jemals in meinem Leben bekommen hatte, und zugleich der weitreichendste: Ich solle durch den Ehebruch ihres Mannes ihre Beziehung retten.<\/p>\n<p>Ihren Mann kannte ich vom Sehen, er hatte sch\u00f6ne, sanfte Augen, ein jungenhaftes L\u00e4cheln und einen kr\u00e4ftigen K\u00f6rper, er war auf einer Baustelle besch\u00e4ftigt, so weit ich mich richtig erinnerte.<br \/>\nDrei halbwegs schlaflose N\u00e4chte sp\u00e4ter rief ich sie an. Ein Kennenlernversuch k\u00f6nnte ja nichts schaden. So bin ich eigentlich sonst nicht. Wirklich nicht.<br \/>\nAber erstens war und bin ich niemandem Rechenschaft schuldig und zweitens war ich neugierig, eine unfreiwillige mehrmonatige Durststrecke hatte ich auch hinter mir, dies nicht zu vergessen.<\/p>\n<p>Als es zwei Tage sp\u00e4ter an meiner Wohnungst\u00fcr klopfte, war ich ein Nervenb\u00fcndel. Worauf hatte ich mich da nur eingelassen?<br \/>\nIch hatte zwar mein sch\u00f6nstes \u201eDarunter\u201c angezogen und mich zurechtgemacht, rechnete aber nicht wirklich damit, dass es heute schon zum intimen Teil kommen w\u00fcrde, falls \u00fcberhaupt jemals.<br \/>\nEs sollte sich jedoch rasch herausstellen, dass es gar keinen anderen geben w\u00fcrde, kein freundliches Gepl\u00e4nkel, keine leeren Worte.<br \/>\nEr zog eine Packung Kondome aus seiner Jackentasche und eine Tube mit Gleitgel aus der anderen und meinte, es sei mir hoffentlich recht, dass er das gleich mitgebracht habe, immerhin w\u00fcssten wir ja beide, warum er hier sei, und er freue sich sehr, dass ich einverstanden sei, seine Frau habe gut gew\u00e4hlt, ich gefalle ihm.<\/p>\n<p>Was danach folgte, macht mich nicht stolz, ein bisschen sch\u00e4me ich mich daf\u00fcr. Aber die ganze Situation machte mich unverfroren und enthemmt, ich stand v\u00f6llig neben mir, und das war sch\u00f6n.<br \/>\nEs gab kein Streicheln, kein Kosen, jede Handbewegung diente nur der maximalen Erregung, der eigenen zuerst und dann der des anderen. Ein zielgerichtetes Sich-Aufgeilen, eine hastige Vorbereitung auf den Final Countdown.<br \/>\nEr zog mich ohne Umst\u00e4nde aus, sich selbst \u00f6ffnete er nur die Hose. Dann nahm er mich wie eine Schaufensterpuppe (ich ohne Widerstand, wie starr vor Schreck) und drehte mich um, sodass ich zur Wand gedreht stand, dr\u00fcckte meine Handfl\u00e4chen gegen die kalte Mauer und sich selbst hart gegen meinen Hintern. Irgendwann hatte er den Gummi \u00fcbergezogen, gl\u00fccklicherweise, zu solchen Gedanken war ich l\u00e4ngst nicht mehr f\u00e4hig. Er umfasste mein Becken von hinten und hielt mich an den H\u00fcften in festem Griff. Und dann folgte unser \u201eerstes Mal\u201c.<br \/>\nAlles war anders als ich es bisher kannte, ich war ganz bei mir und meiner Lust, konnte ihn nicht sehen, wollte das vielleicht auch gar nicht. Er stand ganz dicht hinter mir und dennoch zog er bei jedem Sto\u00df mit den H\u00e4nden mein Becken zu sich hin, ungeduldig, rhythmisch. Wie ein Trommelstakkato, das seine Wirkung nicht verfehlen konnte.<br \/>\nMeine Brustspitzen trafen im selben Rhythmus auf die kalte Mauer, was mir jedes Mal einen zus\u00e4tzlichen Schauer \u00fcber meinen K\u00f6rper laufen lie\u00df.<br \/>\nPl\u00f6tzlich zog er sich zur\u00fcck, drehte mich um und forderte mich auf: Zeig mir, was Du sonst machst, wenn Du alleine bist. Zeig mir alles, komm.<br \/>\nUnd ich konnte wieder nicht anders: Ohnehin schon bis zum \u00c4u\u00dfersten erregt stand ich da, mit dem R\u00fccken an die Wand gelehnt, mit breiten Beinen vor ihm und legte Hand an mich. Ich war au\u00dfer mir vor Lust und h\u00f6rte seinen Hinweis: \u201eMit der anderen Hand, bitte \u2026, so kann ich besser sehen.\u201c<br \/>\nDie Wirkung auf ihn war anscheinend auch kaum geringer, er hielt es nicht lange aus, mir zuzusehen. Er hatte mein St\u00f6hnen wohl genau richtig interpretiert, denn er drehte mich wieder um, ganz kurz bevor ich die Ziellinie alleine erreicht h\u00e4tte.<br \/>\nEs fand sich sofort wieder, was vorher schon so selbstverst\u00e4ndlich in einander geraten war, ohne Umschweife. Da brauchte es bei beiden nicht mehr viel, alleine das Eindringen brachte uns zum Finale.<br \/>\nPur und gut, ohne Nachdenken sogar, hatte sich alles wie verselbst\u00e4ndigt, beide K\u00f6rper, die selbe Gier hatte uns erfasst, zuerst die ungez\u00fcgelten Laute, danach Ruhe.<br \/>\nWenige Worte, Rasten, ein Glas Wasser, nach einer halben Stunde ein da capo, an dessen Details ich mich nicht mehr so genau erinnere, es folgten danach unglaublich viele, wenn auch nicht an diesem Tag, so an den folgenden.<\/p>\n<p>Die Geltube kam nicht zum Einsatz, bis jetzt nicht, und doch wollte er mir damit etwas sagen (dar\u00fcber haben wir sp\u00e4ter kurz gesprochen, Sex war beinahe das Einzige, wor\u00fcber wir uns unterhielten): N\u00f6tigenfalls bed\u00fcrfte es meiner anf\u00e4nglichen Lust nicht, es k\u00f6nnte auch anders laufen, ihm w\u00e4ren T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet, und wenn er mich so, halb gegen meinen Willen, nehmen w\u00fcrde, dann w\u00e4re sein Ehrgeiz sicherlich, mich zum H\u00f6hepunkt zu bringen. Schlie\u00dflich h\u00e4tte er die Best\u00e4tigung, sozusagen das Einverst\u00e4ndnis im Nachhinein, und ich m\u00fcsste ihm verzeihen.<br \/>\nUnser Arrangement sah n\u00e4mlich folgenderma\u00dfen aus: sein Ungest\u00fcm gegen meine Befriedigung.<br \/>\nEr konnte tun und lassen, was er wollte, solange ich an mein Ziel gelangte.<br \/>\nIch gebe zu, manches Mal f\u00fchlte ich mich wie eine Nutte, die er besuchte, bezahlt mit Orgasmen statt mit Geld. Dann \u2013 selten &#8211; ich stellte mir die Frage: Ist das schlecht?<br \/>\nUnd so spielten seine Frau und ich das Heilige&amp;Hure-Spiel mit verteilten Rollen, w\u00e4hrend er in einer Person zwei Charaktere vereinen konnte: den geilen Bock bei mir und den freundlichen G\u00e4rtner zu Hause. Wenn er n\u00e4mlich heimkam zu seiner Familie \u2013 seine Besuche bei mir erfolgten wochentags t\u00e4glich, gleich nach der Arbeit \u2013 konnte er sich entspannt den Kindern widmen und sich sp\u00e4ter zu seiner Frau kuscheln, dem stand nun nichts mehr im Weg.<br \/>\nDort hatte das Wilde nichts verloren. Sie hatte mir diesen Teil von ihm bereitwillig abgetreten.<br \/>\nIhre Ruhe wurde nun nur noch an den Wochenenden gest\u00f6rt, so viel hatte er mir erz\u00e4hlt, mit ihr hatte ich ja ab dem Treffen mit ihrem Mann keinen Kontakt mehr, sie wollte das so.<br \/>\nSamstags kam er manchmal untertags zu mir, sonntags nie, da war sie an der Reihe.<br \/>\nWeil er nun keinen solchen Druck mehr versp\u00fcrte, sexuell zu kurz zu kommen, war ihm das genug, er war z\u00e4rtlich, liebevoll und behutsam, so wie sie es gerne hatte.<br \/>\nAn den Montagen allerdings, so sagte er mir, konnte er tags\u00fcber schon nur noch daran denken, wie er es mir heute besorgen w\u00fcrde. Die Arbeit brachte er zu Ende, eine Viertelstunde sp\u00e4ter klingelte er an meiner T\u00fcre.<\/p>\n<p>Einen Schl\u00fcssel wollte er gerne haben, das habe ich ihm aber immer verweigert.<br \/>\nDas ist das Einzige, was mir an Abweisung bleibt: einmal nicht aufzumachen, nicht zu Hause zu sein. Darauf muss ich achten, dass ich mir nicht alle R\u00fcckzugswege verbaue.<br \/>\nNoch bin ich die Geliebte, die Liebhaberin, alles ist das falsche Wort, er liebt mich ja nicht, er liebt es, mit mir Sex zu haben, das schon. Sexgespielin, ja, das trifft es schon eher.<br \/>\nIch bin die, die jeden Wochentag zwei Stunden Zeit hat, sich auf ihn vorzubereiten, sich h\u00fcbsch zu\u00a0 machen, nur an ihn (beziehungsweise an Sex mit ihm) zu denken. Seine Frau ist noch viel zu sehr mit den Kindern besch\u00e4ftigt, sie ist froh, wenn abends alle im Bett sind und Ruhe geben, und dann k\u00e4me ihr Mann daher mit Anspr\u00fcchen? Ich verstehe sie gut.<br \/>\nMir wird es langsam auch ein bisschen viel, und das, obwohl ich freiberuflich arbeite und niemanden au\u00dfer mir zu versorgen habe.<\/p>\n<p>Wie wird es weitergehen?<br \/>\nWerde ich einmal genug haben von Sex ohne Gef\u00fchle? Werde ich mir einmal einen \u201eechten\u201c Partner w\u00fcnschen, einen, der f\u00fcr mich da ist, auch wenn gerade keine Lustbefriedigung zu holen ist? Werde ich eine eigene Familie haben wollen, Kinder vielleicht?<br \/>\nUnd sie, seine Frau: Wird sie einmal, wenn die Belastungen zur\u00fcckgegangen, die Kinder gr\u00f6\u00dfer und der Schlafmangel kleiner geworden sein werden, den dunklen, wilden Teil zur\u00fcckhaben wollen von ihrem Ehemann? Wird sie die Leihgabe f\u00fcr beendet erkl\u00e4ren, und wird sie es k\u00f6nnen? Werde ich es wollen, gew\u00f6hnt an t\u00e4gliche Befriedigung ohne Verpflichtungen?<br \/>\nUnd er, wird er sich wieder zur\u00fcckreichen lassen, wie einen Spielball, an dem die Erste die Lust verloren hat, ihn darum der N\u00e4chsten weitergab, nur um dann draufzukommen, dass es ein besonderer Ball ist, den sie gerne wiederh\u00e4tte?<\/p>\n<p>All das habe ich zu Beginn nicht bedacht. Ich bin da hineingeraten, bin der Versuchung erlegen.<br \/>\nNoch sind wir nicht bei Zeiten der Entscheidungen.<br \/>\nBisher ist fast nur Gutes geschehen: Ich bin h\u00f6chst zufrieden mit seinen Leistungen und gehe viel entspannter durch mein Leben, habe nicht mehr das Gef\u00fchl, es drifte alles an mir vor\u00fcber, ohne meine Teilhabe.<br \/>\nSie ist froh, ihre Ruhe zu haben und sich auf anderes, derzeit vor allem ihre Kinder, konzentrieren zu k\u00f6nnen.<br \/>\nUnd er darf fast so viel Sex haben, wie er gerne m\u00f6chte, und das auf vielf\u00e4ltige Weise, mit zwei Frauen, und keine ist ihm b\u00f6se deswegen.<\/p>\n<p>Wenn es anders wird, werden wir dar\u00fcber sprechen m\u00fcssen. Da kaum Gef\u00fchle im Spiel sind, noch nicht zumindest, und wir alle drei sehr rationelle Menschen sind, erhoffe ich mir unkomplizierte L\u00f6sungen.<br \/>\nWas ich bis dahin mache? Genie\u00dfen &#8211; und vielleicht sollte ich dann ein bisschen sp\u00e4ter einmal meine Gedanken etwas ordnen, Inventur machen, alles aufschreiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Tina Fanta<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie: <a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=430\">\u00fc18<\/a> | Inventarnummer: 13016<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ja, ich habe ihrem Wunsch entsprochen und mit ihrem Mann geschlafen, und ich tue es noch. Die Frau hat eine \u00dcberzeugungskraft, die ihresgleichen sucht, ihre Geschichte erz\u00e4hlte sie mir g\u00e4nzlich unvermittelt, damit konnte ich wirklich nicht rechnen. 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